Abu Zar

Islam und Kapitalismus -Geht das?

9 posts in this topic

Salam,

 

sind Islam und Kapitalismus vereinbar? Ich meine nicht.

Interessanter Artikel zu Abu Dharr al-Gifari´s antikapitalistischer Weltanschauung hier:

 

http://antikezukunft.de/2012/08/17/abu-dharr-al-gifari%C2%B4s-antikapitalistische-weltanschauung/

 

Der Kampf für eine gerechte Wirtschaftsordnung ist meiner Meinung nach untrennbar mit dem Islam verbunden.

Wenn auch aus den Stand heraus und isloliert die Abschaffung des Kapitalismus z.B. im Iran oder in Syrien oder im Libanon so nicht möglich ist, wenn nicht der Kapitalismus in seinen europäischen und nordamerikanischen Zentren angegriffen wird. Das sind zugleich die wahren Zentren des Dajjal.

 

Die islamische Revolution im Iran war auch tatsächlich auch eine soziale Revolution, Arbeiterinnen und Arbeiter spielten

eine wichtige Rolle. Einige soziale Errungenschaften sind bis heute geblieben, auch wenn der Schwung der ersten Zeit

der Revolution nachgelassen hat.

Manche Entwicklungen müssen wohl auch durchlaufen werden und die Menschen müssen zudem ihre Erfahrungen machen. Auch Imam Ali war seiner Zeit voraus, praktisch ein Fremder in der Welt mit nur weingen Getreuen.

 

Die Befreiung wird kommen mit der Rückkehr von Imam Mahdi und Jesus. Aber sie werden die Welt nicht für uns ohne uns befreien, sondern es muß ein Akt der Selbstbefreiung sein. Wir alle können und müssen an der Befreiung arbeiten.

Nur so können Imam Mahdi und Jesus erscheinen.

 

Wasalam

Fatima Özoguz likes this

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#bismillah#

As Salamu aleikum,

 

vielleicht sollte man "Kapitalismus" mal konkret definieren. Wir nutzen das oft selbstverständlich. Der Soziologe Max Weber sagt bspw., dass der Kapitalismus eine sehr lange Geschichte hat. Konkreter und mit Rationalisierung fing das ab der Reformation an (obwohl Martin Luther den heutigen Kapitalismus verwerfen würde), es hatte also eine religiöse Sinnfüllung, die mit der Zeit aber verflog. Und ich denke, damit fängt das Unheil des Kapitalismus an.

 

wassalam

Saluton likes this

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Salam,

 

heutzutage ist es am geläufigsten, den Kapitalismus als Prinzip zu verstehen. Länder, die heute starke kapitalistische Elemente aufweisen, setzen ja nicht den Kapitalismus als offizielle Ordnung oder als Ziel fest. Kapitalismus ist ein Phänomen, das mit Wirtschaftsordnungen wie der freien Marktwirtschaft einhergeht. Die freie Marktwirtschaft beispielsweise erlaubt, wie der Name schon sagt, einen Freiraum, der - ob man will oder nicht - eine eigene Politik erlaubt. Diese Politik besteht aus wenigen Grenzen im wirtschaftlichen Wettbewerb und der Staat, der ihn erlaubt, bindet sich die eigenen Hände.

 

Ich denke, der Kapitalismus zeichnet sich dadurch aus, dass Menschen, die eine Leistung erbringen, sich den daraus finanziellen Gewinn als Maß nehmen und nicht das gesellschaftliche oder das für jene Leistung ursprünglich vorgesehene Ziel. Eine Gesellschaft ergänzt sich untereinander gegenseitig. Einer muss die Verbrecher jagen, einer muss den Müll entsorgen usw. Was passiert, wenn die bestmögliche Effizienz als Ziel der jeweiligen Arbeit vom Streben nach möglichst viel Geld abgelöst wird?

 

Ich mach ein Beispiel: Investoren haben in einer freien Marktwirtschaft die Möglichkeit, eine weitestgehende vom Staat unangetastete Miet- und Wohnpolitik zu führen. Sie investieren Geld in Häuser und Wohnungen. Der ursprüngliche Sinn und Zweck eine Zuhauses, und zwar Menschen einen Wohnraum zu bieten, steht bei den Investitionen der Menschen oft nicht an erster Stelle, sondern der Profit. In freien Marktwirtschaften kommt es durch dieses Phänomen zu Verdrängungen. Wohnungen werden mal eben in Eigentumswohnungen umgewandelt.

 

In Berlin wurde die Wasserversorgung einst beinahe privatisiert. Man merkt also: Die Grundversorgung eines Menschen kann schnell zum Spielball von Menschen werden, die einen unglaublich geringen Anteil an der Bevölkerung haben und obendrein Unmengen an Geld verdienen. Mehr als der Rest zusammen. Banken erschaffen Geld aus dem nichts etc.

 

Diese kapitalistischen Phänomene sind nicht islamkonform. Einige Bestandteile unseres Lebens müssen vom Staat reguliert und geschützt werden. Wofür ist denn ein Staat notwendig? Er absorbiert die unbegrenzten Möglichkeiten der Menschen, die nach eigenen Neigungen eine ganze Gesellschaft zu ihren Gunsten beeinflussen oder gar gefährden können und wendet sie selbst nach einem einheitlichen Gesetz an.

 

Wa salam

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Salam

Der Papst äusserte in seiner Lehrschrift auch eine Kapitalismuskritik.Hier ein interessanter Artikel darüber mit Auszügen aus der Lehrschrift.

 

http://www.freitag.de/autoren/mopperkopp/papst-verwirrt-cdu

 

Das ist jetzt nicht die islamische Sicht aber ich finde der Papst trifft den Nagel auf den Kopf aus religiöser und auch ethischer Sichtweise.

Er sagt wir haben neue Götzen geschaffen und dass Geld das neue goldene Kalb ist.

 

Fi aman Illah

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Salam,

 

ja der neue Papst hat tatsächlich positive Seiten und seine Kapitalismuskritik ist durch sein bewußt bescheideneres eigenes Leben

und die bescheidenere Art der Amtsführung ein Stück glaubhaft.

Auch dem Islam gegenüber scheint er offener. Anerkennenswert auch sein Aufruf zum Beten für Frieden in Syrien.

Allerdings entstammt er dem Jesuitenorden, der über ein weltweites Netz verschiedenster, teils undurchsichtiger Aktivitäten verfügt.

Es ist nicht auszuschließen, daß einiges auch Taktik ist. Man wird sehen.

 

Ein bedeutender muslimischer Denker der jüngsten Zeit, zugleich einer der stillen Wegbereiter der islamischen Revolution im Iran, ist

Dr. Ali Schariati: http://www.al-shia.de/persoenlichkeiten/alischariati.htm

 

In seinen Schriften kommt seine Parteinahme für die Ausgebeuteten und Unterdrückten zum Ausdruck.

Für ihn war und ist die Schia eine revolutionäre Perspektive in der Tradition von Fatima, Ali, Hasan, Hussein und Zaynab:

http://www.al-islam.org/articles/red-shiism-ali-shariati

 

Die Partei Alis ist konsequenterweise die Partei der Unterdrückten. Ali Schariatis Utopie ist die klassenlose Gesellschaft.

Fälschlicherweise wurde er deswegen zuweilen als Marxist verstanden, auch weil er in seinen befreiungstheologischen Abhandlungen

soziologisch-wissenschaftliche Aspekte zur Untermauerung seiner Ansichten einbaute. Er kannte den Marxismus gut genug um

analytische Stärken in ihn zu sehen, zugleich aber erkannte er seine Schwächen und Widersprüchlichkeiten.

 

Wasalam

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Salaam,

 

 

Deine Frage (Ist Islam und Kapitalismus miteinander verinbar) Abu Zar ist extrem unverständlich. Erstens versteht jeder den Begriff Kapitalismus anders. Zweitens versteht auch jeder den Begriff Islam anders.

 

In Wirklichkeit sollte man die Frage folgendermaßen stellen: Wem gehört der Hukm? Wer hat die Befugnis den Menschen zu befehlen, zu verbieten und zu erlauben und wer hat die Befugnis nicht?

 

Das sind die Fragen die man stellen sollte und Antwort erhält man durch das Buch das Allah für uns Menschen herabgesandt hat.

 

Kurz geantwortet auf diese Frage durch Allah selbst:

 

Der Hukm gehört nur Allah. Nur Allah hat das Recht jemanden zu befehlen, zu erlauben oder zu verbieten. Der Mensch hat dieses Recht nicht außer er befiehlt, erlaubt oder verbietet sich selbst oder andere mit dem was Allah herabgesandt hat (so hat man Allah als Hakim als Gesetzgeber akzeptiert). Wann immer jemand nicht mit dem richtet (hakama --> Hukm) was Allah herabgesandt hat, ist Kafir, Fasiq und Dhalim (so hat man andere neben Allah als Hukam, als Gesetzgeber akzeptiert).

 

Man muss begreifen das der Mensch Gesetznehmer ist und Allah der Gesetzgeber. Und Allahs Gesetz findet sich in dem was Allah herabgesandt hat, das ist sein Buch, das durch den Gesandten verlesen wurde.

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Was das Thema Kapitalismus angeht, so sehe ich derzeit eine Tendenz bei den Muslimen, in denen die ökonomischen Sachverhalte stark versimplifiziert werden, was dazu führt, dass falsche Schlüsse gezogen werden. Denn wie schon richtig gesagt worden ist, gibt es verschiedene Definitionen von Kapitalismus. Es gibt den Raubtierkapitalismus, bei denen wirtschaftliche Zustände wie im Dschungel vorherrschen. Diese Systeme sind vollkommen ungeeignet und entsprechen der Natur von Tieren. Derjenige ist darin gesellschaftlicher Sieger, der mit dem Ellbogen am weitesten kommt. Es gibt aber andere Definitionen und Varianten des Kapitalismus, wie beispielsweise den Rheinischen Kapitalismus und dazwischen gibt es mehrere Schattierungen.

 

Wichtig ist in dieser Angelegenheit, auch wenn natürlich simple Aussagen in dieser Thematik populistisch besser wirken, die Aussagen ernstzunehmender Wirtschaftswissenschaftler zu beachten und diese zu berücksichtigen. Denn beispielsweise die in Deutschland vorherrschende Wirtschaftsform auf selbe Weise zu beurteilen und anzugreifen, wie jene Wirtschaftsform, die in den USA und einigen asiatischen Staaten vorherrschend ist, verfehlt die Wirkung. Wir haben in Deutschland keine absolute Marktwirtschaft (die es in keinem Staat der Welt gibt), aber dennoch wird das hiesige Wirtschaftssystem so angegriffen, als wäre sie dieser Art.

 

Volkswirtschaftliche Aussagen sind übrigens immer nur Tendenzen und nie absolut. Die Wirtschaft in der heutigen Zeit ist ein sehr feines und sensibles Konzept, bei denen mehrere Faktoren miteinander verwoben sind. Deshalb kann niemand eindeutig sagen: Wenn A dann B. Wenn es natürlich auch hier Tendenzen gibt.

 

Um auf den Punkt zu kommen: Es gibt sicherlich wirtschaftliche Fragestellungen, bei denen auch ein Laie sofort erkennen kann, ob sie ungesunder oder gesunder Natur sind. Dennoch sollte man es sich nicht einfach machen und komplexe Zusammenhänge mit simplen Vorstellungen zu erklären oder gar anzugreifen.

 

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wenn wir von "Kapitalismus" sprechen, meinen wir doch meistens dies:

Die Tendenz, dass Menschen verdinglicht und Dinge vergöttlicht werden,

- das unbegrenzte Gelddrucken ohne realen Gegenwert, das virtuelle Kapital. Dazu möchte ich das Buch empfehlen "Der größte Raubzug der Geschichte". Die Autoren, beide übrigens Ökonome, wurden auch vom MM interviewt, ließen es aber entfernen, weil der Muslim-Markt eine "zweifelhafte Seite" sei. Trotzdem ist es inhaltlich sehr wertvoll.

 

Ein Video mit den beiden:

 

http://www.muslim-markt-forum.de/t495f2-quot-Der-Euro-ist-volkswirtschaftliche-Schadensmaximierung-quot.html

 

- weiterhin die "Wachstums"- Ideologie. Deutschland braucht mehr Kinder, weil es Konsumenten braucht, nicht etwa weil es an stabilen Familienstrukturen interessiert ist.

Die Sure "al- Takathur" (der Wettstreit um mehr) ist eigentlich DIE antikapitalistische Sure im Quran.

 

Weiterhin ist mit dem Kapitalismus das Zinssystem verbunden und dass ganze Volkswirtschaften auf dem Rücken künftiger Generationen Schulden machen, weiterhin Ausbeutung anderer Länder, um ihrer Bodenschätze habhaft zu werden.

 

Kapitalismus ist nicht gleichzusetzen mit Handel. Auch das Buch "Iqtesaduna" ist dazu sehr hilfreich, um nicht zu sagen Pflichtlektüre.

 

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Der reine Kapitalismus an sich existiert gar nicht, denn der reine Kapitalismus basiert auf die freie Marktwirtschaft.

Sprich du kannst alles kaufen bzw. verkaufen, unabhängig davon ob es Drogen, Alkohol, Waffen etc. ist.

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