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Aschura_ und die Szene von Hurr


Gast

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Salamu Alykum liebe Geschwister

 

hier ein Ausschnitt aus der Aufführung.

 

7.Szene

Hurr

 

 

Bühne: leer, hell

Hurr auf der Bühne zügig hin und her laufend....:

 

„Sie fragen mich, warum ich unruhig hin und herlauf, als hätt ich Angst... Bei Allah, ich habe Angst. Sie sagen mir, dass ich doch der Mutigste von ihnen bin und mutig bin ich schon, das stimmt!

Angst war ein Fremdwort für mich. Jedem Befehl, den man mir gab, befolgte ich sofort: "Sam´an wa Taa´ -gehört und gehorcht", genügt hat ein Wort.

 

Jetzt bleibt er stehen und spricht ins Publikum:

 

Hussain sollte ich den Zutritt nach Kufa verwehren und genau das habe ich getan.

Dann lautete mein Auftrag, ihn nicht aus den Augen zu lassen. Und wieder habe ich gehorcht. Dann wurde ihm das Wasser verwehrt und selbst dann habe ich nichts unternommen. "sam´an wa Taa´."

 

Hurr setzt sich hin und senkt beschämt seinen Kopf, dann redet er weiter:

 

Ich habe ihn kennen gelernt in diesen Tagen, den Hussain. Ein Abtrünniger, sagte man mir. Ein Unruhestifter, versicherte man mir. Bei Allah ich sah niemanden, der frommer wäre als er. Ich traf niemanden, der den Frieden so sehr liebt, wie er. Wenn man mich fragen würde, nach dem Islam in Person, dann hätte ich auf ihn gezeigt.

Als wir ihm durstig entgegenkamen, eine Armee, von der er wusste, dass sie ihm nicht wohl gesonnen war, befahl er seinen Männer Wasser zu verteile. An uns, das feindliche Heer! Nun haben wir ihm das Wasser verwehrt. Ihm und seiner kleinen Schar, ihm und seinen Kindern und Frauen.

Wie kann ich je wieder in den Spiegel schauen?

Er hat mit mir geredet in diesen Tagen, mit mir diskutiert. Erklärt, dass er friedliche Absichten habe, doch ich blieb stur und nach außen hin unberührt.

 

Er steht wieder auf:

 

Nach Kerbela, zu ihrem Schicksal, habe ich sie gebracht, ich und eine Übermacht. Ich frag mich, wer sich von uns nach diesem Tage noch mutig nennen kann. Tausende gegen siebzig Mann! Ich frag mich, wie ich es schaffen soll in diese Gesichter zu schlagen. Ich frag mich, wie ich es lassen soll, habe nie gelernt zu hinterfragen.

Nun steh ich hier, in der Nacht vor der Schlacht und ganz beängstigend fremd, ist mein Gewissen erwacht. Ich bin nicht derselbe, wie vor 10 Tagen. Hat er mich verzaubert? Und weiß die Antwort doch! Er hat nichts Unrechtes getan, weder mir, noch jemand anderem.

(Wer es als Unrecht empfindet, dass das Gute das Böse offensichtlich macht, der mag ihn ungerecht nennen.)

 

Fängt wieder an hin und her zu gehen:

 

Zu wem will ich gehören? Mein Herz sagt deutlich und klar, zu der kleinen Schar, zum Sohn des Propheten Allahs.

Er schüttelt zweifelnd den Kopf:

 

Zu lange habe ich den Falschen gedient, habe ihren Wörtern geglaubt, an ihren Plänen mitgebaut.

Kann ich noch umkehren oder ist es zu spät? Ich habe Angst, wie noch nie, doch die Entscheidung steht.

Wem gehört mein Gehorsam an erster Stelle? Wen muss ich grüßen im Gebet? Es ist die Familie des letzten Gesandten! Wie blind wat ich, dass ich das nicht sah!

Ich werde ruhig, so ruhig wie noch nie. Jetzt ruft er wieder: "Gibt es einen Helfer, der mir hilft?" Ich, Aba Abdillah! Sam´an wa Taa´!“

 

Geht ab.

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