Zum Inhalt springen

Sure 2 - Vers 191 -- Tötet die Ungläubigen?


Drilon

Empfohlene Beiträge

#heul#

 

Salam

 

191. Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie von

 

 

dort, von wo sie euch vertrieben; denn Verfolgung ist ärger als

Totschlag. Bekämpft sie aber nicht bei der Heiligen Moschee, solange

sie euch dort nicht angreifen. Doch wenn sie euch angreifen, dann

kämpft wider sie; das ist die Vergeltung für die Ungläubigen.

 

 

 

 

 

Wie darf man das verstehen?

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

#heul#

:(

 

Ich hatte vor längerer Zeit mal folgenden Tafsir dazu übersetzt:

 

[2:191]"Und tötet sie, wo ihr sie auch antrefft, und lasst sie heraustreten, woher sie euch haben heraustreten lassen; denn die Verfolgung ist schlimmer als Töten. Und kämpft nicht gegen sie bei der unantastbaren Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie aber gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist Vergeltung der Ungläubigen."

Der Auftrag besteht darin, die Feinde zu töten, wo immer sie gefunden werden, während der Krieg weiter geht. Dieser Vers bezieht sich nicht auf die Ungläubigen im Allgemeinen.

„Und lasst sie heraustreten, woher sie euch haben heraustreten lassen" bezieht sich auf Mekkah, wo die Heilige Ka'ba, das Zentrum des Islams, steht, denn sie gehörte den Muslimen, die Ungläubigen eigneten sich diese aber widerrechtlich an.

 

Fitna bedeutet Wühlarbeit/subversive Tätigkeiten, die den Frieden und die Rechtsstaatlichkeit zerstören. Mit Verweis auf andere Verse, wie Nisa:135 und Maida:2 und 8, muss gesagt werden, dass der Islam universellen Frieden und Harmonie in der menschlichen Gesellschaft befürwortet und uns lehrt, dass wir andere Glaubensrichtungen tolerieren, so weit, wie ihre Anhänger keine Verschwörungen planen oder Feindschaft verursachen, um die Muslime zu zerstören, und Allah und Seiner Religion Falschheiten zuschreiben.

 

In den Versen 1, 8 und 9 der Sure al-Mumtahanah werden die Gläubigen dazu aufgefordert, Güte zu zeigen und den Ungläubigen gegenüber Gerechtigkeit walten zu lassen, die nicht gegen sie sind, aber auf jeden Fall wurde von der Freundschaft mit den Feinden Allah's abgeraten. Der Islam verhindert die Tötung und die Vernichtung, aber wenn der öffentliche Friede und die Sicherheit auf dem Spiel stehen, müssen schnelle und ernsthafte Maßnahmen ergriffen werden, um Ordnung zu schaffen und die Gesetzlosigkeit zu beseitigen.

 

Der Islam bietet keinen Raum für vorsätzlich handelnde Aggressoren und durchtriebene Störenfriede.

 

Die Unantastbarkeit der heiligen Ka'ba und der heiligen Monate sind sehr wichtig, doch wenn sie angegriffen werden, müssen alle Überlegungen zu Rate gezogen werden, bis die Aggressoren völlig zerstört sind. In Anbetracht dieses Prinzips kämpfte der Heilige Prophet gegen die Feinde von Mekkah in Selbstverteidigung, denn sie wollten die Religion Allah's und ihrer Anhänger ausrotten. Als die syrischen Vasallen des Römischen Reiches Hercules um Hilfe und um Unterstützung der mekkanischen Heiden baten und vor allem dabei, die Muslime auszulöschen, musste der Heilige Prophet in den Krieg gegen die Christen ziehen. Kein friedlicher Mensch, kein friedlicher Stamm und keine friedliche Gemeinschaft wurde jemals von ihm angegriffen. Er verbot seinen Anhängern in seinem Leben und danach, jemanden unnötig umzubringen. Es gibt viele Überlieferungen und Verse im Qur'an, die die friedliche Verkündung der Wahrheit mit Argument und Vernunft, mit Weisheit und einer Ermahnung in der bestmöglichen Art und Weise (Nahl:25) vorschreiben.

 

:(

  • Like 1
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

#bismillah#

#salam#

 

Vielen Dank für die Erläuterung, Schwester.

 

Die sogenannten "Islam- und Terrorexperten" picken sich die Teile einzelner Verse heraus und versuchen so den ganzen Islam und alle Muslime in ein schlechtes Licht zu rücken. So will man Angst gegen uns schüren, was aber nur bei denen gelingen kann, die nicht aufmerksam sind.

Denn wenn man die Verse einfach im Zusammenhang liest, kann sich gar kein falsches Bild ergeben. Es wird sofort deutlich, dass den Muslimen nur ein Verteidigungskrieg erlaubt ist.

 

2:190 - 194

Und kämpft auf dem Weg Gottes gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, und begeht keine Übertretungen. Gott liebt die nicht, die Übertretungen begehen.

Und tötet sie, wo immer ihr sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Denn Verführen ist schlimmer als Töten. Kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie gegen euch kämpfen, dann tötet sie. So ist die Vergeltung für die Ungläubigen.

Wenn sie aufhören, so ist Gott voller Vergebung und barmherzig.

Kämpft gegen sie, bis es keine Verführung mehr gibt und bis die Religion nur noch Gott gehört. Wenn sie aufhören, dann darf es keine Übertretung geben, es sei denn gegen die, die Unrecht tun.

Ein heiliger Monat (darf zur Vergeltung dienen) für einen heiligen Monat. Bei den heiligen Dingen gilt die Wiedervergeltung. Wer sich gegen euch vergeht, gegen den dürft ihr euch ähnlich vergehen, wie er sich gegen euch vergeht. Und fürchtet Gott und wisst, dass Gott mit den Gottesfürchtigen ist.

 

wassalam

  • Like 2
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
  • 5 Jahre später...

Hi Drilon,

dieser in Talkshows, Internetseiten, von Islamgegnern viel zitierter Vers wird oft als vermeintlicher Beweis herangezogen, dass der Koran dazu aufrufe, alle Ungläubigen einfach so zu töten, nur weil sie einfach Ungläubige/Andersgläubige seien, unzwar handelt es sich wie der Titel schon sagt dabei um Kapital 2 Vers 191.

Mir ist sehr oft aufgefallen, dass manche Islamkritiker Vers 191 nur zur Hälfte, bzw. zu einem Teil, also unvollständig zitieren, weshalb ich da schon mal stutzig wurde und mir das ganze genauer angeschaut habe. (Gegen Sachliche und/oder fundierte Kritik hat absolut niemand was, aber schauen wir mal ob die Behauptung, Sure 2 Vers 191 würde einfach so zum Morden aller nicht Muslime aufrufen, schauen wir doch mal ob diese Darstellung fundiert Wahr und Sachlich ist oder ob es eher einer Propaganda für was auch immer gleicht). Stutzig wurde ich auch, weil der Koran ja auch an vielen anderen Stellen eindeutig die Glaubensfreiheit predigt, was auch nochmal ein eigenes Thema für sich wäre und ich hierzu lediglich 2-3 berühmte Stellen dazu aus dem Koran zitieren möchte:

„In der Religion gibt es keinen Zwang (d.h. man kann niemand zum (rechten) Glauben zwingen).“ – 2:256

"Euch euer Glaube und mir mein Glaube!" – 109:6

Und sprich: "Es ist die Wahrheit von eurem Herrn." Darum laß den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will. - 18:29

Wie schon gesagt, hört man von manchen Islamgegnern Vers 191 nie ganz und vollständig zitiert, sondern nur kastriert, unzwar hört man nur:

"Und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft...." (Punkt Punkt Punkt.)

 

(wobei oft sogar Falsch übersetzt zitiert wird in Form von: "Und tötet die Ungläubigen, wo immer ihr auf sie trefft", was so hier im Koran nicht drinne steht)

Der Rest des Verses wird dann oft weggelassen, weil es anscheinend vorallem von manchen Islamgegnern nicht in deren Konzept zu passen scheint bzw. weil wen der Aufmerksame Leser/Hörer den ganzen Vers ohne es hinten zu kastriert, lesen oder hören würde, sofort merken würde, dass es sich um einen anderen Inhalt im Koran handelt als manche verkaufen möchte, sprich um einen Verteidgungsfall, handelt. Hier der ganze Vers, unzwar vollständig, ohne etwas in der Mitte wegzulassen und was auch ganz ganz wichtig ist: samt Kontext aus der Sure(Kapitel) 2 ab Vers 190, denn Vers 191 steht im Zusammenhang und Kontext mit Vers 190 und bezieht sich genau darauf, wenn Vers 191, von "SIE" spricht:

190: "Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht! Allah liebt nicht die Übertreter."

In Vers 190 wird von Anfang an klar gesagt, um was es sich hier handelt und geht, unzwar um reine Selbstverteidigung!, weil man angegriffen wird. Man glaubt es kaum aber auch Muslime haben das Recht ihr Leben im Falle eines Angriffes verteidigen zu dürfen. Deswegen betreibt so ziemlich jedes Land der Erde eine Armee und Polizei und erlaubt in Gesetzen/Verfassungen sich gegen Angreifer Verteidigen zu dürfen. In Vers 190 erlaubt Gott genau auch dies den Muslimen, das normalste der Welt tuen zu dürfen. Und fügt noch hinzu "..doch übertretet nicht!"

So Vers 190 war der Kontext die vorallem manche Islamgegner weglassen und gehört als Einleitung als ganzes zu Vers 191 und darauffolgende und nun kommen wir zu Vers 191, welcher leider oft kastriert also nur zur Hälfte wiedergegeben wird:

191: "Und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben, denn Verfolgung ist schlimmer als Töten! Kämpft jedoch nicht gegen sie bei der geschützten Gebetsstätte, bis sie dort (zuerst) gegen euch kämpfen. Wenn sie aber (dort) gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen."

In Vers 191 sehen wir also ganz klar, dass es hier KEINEN Aufruf gibt, Andersgläubige einfach so zu töten nur weil sie Andersgläubig wären, sondern hier geht es wie schon im Kontext in Vers 190 beschrieben und weiter in Vers 191 erörtert wird um reine Selbstverteidigung gegen über einem Angreifer der einen, in dem Fall damals die Muslime aus ihrer Heimat und Häusern VERTRIEBEN haben, denn es heißt: "und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben" Hier wurden also Muslime Angegriffen, vertrieben und verfolgt auch mit dem Ziel die Muslime zu töten. Genau dies geschah auch damals in der Geschichte, Muslime wurden aus ihrer eigenen Heimat vertrieben, verfolgt, wiederholt angegriffen und getötet.

Außerdem habe ich das Wort "sie" im Vers 191 mit rot markiert, um die Frage zu stellen, auf WEN bezieht sich das "sie" ? Also wer ist mit "sie" gemeint ? Ist mit "sie" etwa wie manche Islamgegner behaupten ALLE Ungläubigen auf der Welt gemeint ? Wer mit "sie" gemeint ist, sehen wir einen Vers zuvor in Vers 190, was zum Eingangskotext von Vers 191 gehört, mit "sie" sind demnach die jenigen gemeint die die Muslime damals angegriffen haben, Beweis: "Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen..."

Wir sehe also, dass es hier im Vers 191 keinen Aufruf gibt, alle Nicht Muslime einfach so zu töten weil sie nicht Muslime wären oder nicht den Islam annehmen würden. Hier handelt es sich um jene Personen die die Muslime damals aktiv bekämpften und umbringen wollten, sprich um einen Selbstverteidigungsfall. Mit "sie" sind also die Angreifer gemeint und nicht ALLE nicht Muslime. Diese Differenzierung wird im weiteren Kontext auf dem darauffolgenden Vers nochmal ausdrücklich wiederholt:

192: "Wenn sie jedoch aufhören, so ist Allah Allvergebend und Barmherzig."

Hier wird gesagt, wenn die Angreifer mit ihrer Verfolgung, Vertreibung, morden, aufhören, sprich mit ihrem Unrecht aufhören, dass man Allvergebend und Barmherzig sein soll und ebenfalls die Kampfhandlung, sprich die Selbstverteidigung einstellen soll.

Und abermals im darauffolgendem Vers sagt Gott nochmals explizit, dass man gegen die Angreifer die aufhören und von ihrem Angriff ablassen, nichts tuen darf oder kein feindseliges Vorgehen gegen sie haben darf:

193: "Und kämpft gegen sie, bis es keine Verfolgung mehr gibt und die Religion (allein) Allahs ist. Wenn sie jedoch aufhören, dann darf es kein feindseliges Vorgehen geben außer gegen die Ungerechten."

Leider machen manche Islamkritiker genau das was extremistische Guppen auch machen, ob absichtlich oder nicht absichtlich unzwar: Verse nicht nur kastrieren, sondern auch aus ihrem gesamten Kontext schmeisen. Der Kontext ist das A und O in jedem Buch bzw. zum Verständnis eines textes. Überall spielt der Kontext eine extrem wichtige Rolle, sei es bei Geschichten, bei Gesetzestexten, bei Paragraphen, bei AGB's, Verträgen, Geschichten, Religionstexte/Bücher, Verfassungen, Poltischen texten, Wissenschaftliche texte.. kurz um überall da wo ein Text ist. Viele Texte oder Aussagen brauch man erst gar nicht ohne Beachtung des Kontextes anfangen zu lesen, denn ohne den Kontext wird man sie nicht verstehen können.

Google sagt dazu: "Kontext Substantiv [der]

1.umg. der sprachliche oder außersprachliche Zusammenhang, in dem eine Äußerung vorkommt.
"Aus dem Kontext gerissen, erhält dieses Zitat eine völlig andere Bedeutung."
2.geh. Zusammenhang.
"Man sollte diese Ereignisse im geschichtlichen Kontext betrachten."

Quelle: (Google)

Wenn man Aussagen oder Verse wie oben von Google erwähnt, aus dem Kontext schmeist, können diese eine völlig komplett neue andere Bedeutung haben. Oder wenn man den historischen Kontext nicht beachtet, wozu z.b. eine Aussage oder ein Koranvers aus welchem Anlass gesandt worden ist.

Fazit: Vers 191 wurde damals aus dem Grund gesandt, weil Muslime vertrieben und wiederholt angegriffen worden sind. Wir stellen also fest, dass Muslime damals das Recht hatten sich zu verteidigen, jedoch mussten sie damals die Kampfhandlung unterlassen, wenn der Feind aufhört sie zu bekämpfen, also von seinem Unrecht ablässt. Kapitel 2 Vers 191 ruft also ganz klar nicht einfach so zum töten aller Nicht Muslime auf.

Lg

  • Like 1
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Deine Meinung

Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Benutzerkonto hast, melde Dich bitte an, um mit Deinem Konto zu schreiben.
Hinweis: Dein Beitrag muss vom Moderator freigeschaltet werden, bevor er sichtbar wird.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

  • Wer ist Online   0 Benutzer

    Keine registrierten Benutzer online.

×
×
  • Neu erstellen...