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Spirituelle Selbsterziehung


Muhsin ibn Batul
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Muhsin ibn Batul

#bismillah#

 

Spirituelle Selbsterziehung

 

von Ayatullah Ibrahim Amini (H)

 

Beginn der Übersetzung: 15. Safar, 1431 n.d.H.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

1. Biographie von Ayatullah Ibrahim Amini (H)

2. Vorwort

 

 

1. Biographie von Ayatullah Ibrahim Amini (H)

Ibrahim Amini wurde 1925 n.Chr. in Nadschaf Aband in der Provinz Isfahan geboren. 1942 wechselte er nach Isfahan, um sich weiter zu bilden und ging 1947 nach Qum. Zu seinen religiösen Lehrern gehörte u.a. Ayatollah Maraschi Nadschafi. Er gehörte 1964 u.a. zusammen mit Imam Khamenei einer der ersten Vereinigung an, die die Islamische Revolution vorbereitete. Er gehörte zu dem Verfassungsgremium an, dass die Verfassung der Islamischen Republik Iran 1989 verändert hat. Heute gehört er der Expertenversammlung [madschlis-e-chobregaan] an, ist Mitglied im Schlichtungsrat und sitzt in zahlreichen bedeutsamen religiösen Gremien des Landes.

 

Während seinem Studium in Esfahan und Qum, lehrte er Literatur, Rechtssprechung sowie Philosophie. Aufgrund seinem speziellen Augenmerk auf die Wissenschaften der: Phsychologie, Kinder-Psychologie, Bildung und Schulung, Familien-Rechte, Familien-Ethik und Überlieferungen des heiligen Propheten und der unfehlbaren Imame, absolvierte er zusätzliche Studien und Forschungen in diesem Bereich.

 

Dies ist eine Liste einiger seiner veröffentlichten Bücher:

  1. Dad-Gustar-e-Dschahan (Weltregierung der Gerechtigkeit) über das Leben des Imam Mahdi (a.)
  2. Barrasi Masail-e-Kulli Imamat
  3. Aayeen-e-Hamsar Dari
  4. Aayeen-e- Tarbiyat dar Tarbiyate-Kudak (Die Methode der Kindererziehung)
  5. Islam wa Talim wa Tarbiyat (Erziehung und Ausbildung im Islam)
  6. Intekhab-e-Hamsar (Wahl des Ehepartners)
  7. Bano-e-Namuna-e-lslam (Die ideale Frau im Islam), über das Leben der Fatima (a.)
  8. Khud Sazi dar Akhlaque (Moralische Selbsterziehung)
  9. Aamuzish-e-Din (Religiöse Erziehung)
  10. Droos min al-Saqafateh al-Islamiyah
  11. Aashnai ba Masail-e-Kulli Islam
  12. Hame Bayad Be Danand (Was jeder wissen sollte)
  13. Islam wa Tammudan-e-Gharb (Islam und westliche Zivilisation)
  14. Eine Menge an Artikel über die verschiedensten Themen, von politischen bis hin zu ethischen und sozialen.

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Muhsin ibn Batul

#bismillah#

Vorwort

Bevor wir mit der Erörterung beginnen, muss betont werden, dass der Islam, die Entsagung von weltlichen Angelegenheiten und die Ablehnung sozialer Verpflichtungen nicht für notwendig ansieht, um bei der Durchführung einer Selbstreinigung erfolgreich zu sein. Wie wir auch später im Buch sehen werden, ist es genau im Gegenteil, denn die Abgeschiedenheit und der Verzicht von individuellen und sozialen Verantwortungen, steht im Widerspruch zur spirituellen Selbsterziehung und Selbstreinigung.

 

Der Islam verlangt von den Muslimen zeitgleich unter den Menschen zu leben und an den sozialen Verpflichtungen teilzunehmen, jedoch sollten sie auch nicht unwissend sein, über ihre spirituellen Pflichten und daher ihrer Selbsterziehung und Selbstreinigung eine spezielle Aufmerksamkeit widmen.

 

Ibrahim Amini

März 1984, Qum, islamische Republik Iran

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  • 3 Wochen später...
Muhsin ibn Batul

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Selbstreinigung - Das Hauptziel der göttlichen Gesandten

Das größte Ziel der göttlichen Gesandten war, die Wichtigkeit der Veredlung, Reinigung und das Trainieren der menschlichen Seele hervorzuheben. Allah der Allmächtige sagt im heiligen Quran:

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[Ali 'Imran 3: 164]
Gott hat den Gläubigen wahrhaftig eine Gnade erwiesen, indem Er einen Gesandten aus ihrer Mitte mit der Botschaft betraute, der ihnen die offenbarten Zeichen Gottes vorträgt, der sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt. Denn zuvor hatten sie sich in schwerem Irrtum befunden.

Daher ist es einleuchtend, dass die menschliche Entwicklung und das Training solch eine grundlegende Wichtigkeit hatte, dass Allah swt göttliche Gesandte speziell für diesen Zweck entsandte, was für die Gläubigen eine wahrhaftige Gnade darstellte. Die individuelle sowie kollektive Persönlichkeit, der Wohlstand oder die Grausamkeit (dieser Welt und der Nächsten) des Menschen basiert darauf, wie viele Anstrengungen er schon unternommen hat oder immer noch unternimmt für die Selbsterziehung. Der Selbsterziehung wird aus dem Grund solch eine Wichtigkeit beigemessen, da es letztendlich das Schicksal jedes einzelnen bestimmt.

Die göttlichen Gesandten wurden geschickt, um die Menschen auf dem Wege der Selbsterziehung, der Nahrung und Perfektion der Seele zu lehren, sowie um sie als ihre Führer und Helfer bei dieser wichtigen und entscheidenden Aufgabe zu begleiten.

Sie wurden geschickt, um die menschliche Seele von ihren unanständigen moralischen Charaktereigenschaften und animalischen Instinkten zu reinigen und ihnen erhabene, spirituelle Tugenden zu gewähren. Die Propheten lehrten die Menschen über die Selbsterziehung, agierten als Helfer und wissende Führer um sie die Hässlichkeit ihres moralischen Benehmens erkennen zu lassen und zeigten ihnen die Wege und Mittel zur Selbstbeherrschung gegen ihre selbstsüchtigen Leidenschaften.

Durch zeitgerechte Methoden der Warnung waren sie erfolgreich dabei, die Menschen von den moralischen Unanständigkeiten zu reinigen. Sie wurden geschickt, für die Pflanzung von Bäumchen höherer moralischer Vorzüge in der menschlichen Seele, um sie aufzuziehen und zu beschützen, um letztendlich aufzublühen. Der heilige Prophet (s.) sagte:

"Ich habe die Wichtigkeit guter Sitten aus dem Grund so betont, da Allah der Allmächtige mich speziell für diesen Zweck entsandte." -Bihar al-Anwar vol. 69, p-375.

Und weiter sagte er:

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"Ich wurde für das Prophetentum berufen, um den wichtigen Auftrag der Erreichung einer moralischen Perfektion in der menschlichen Seele zu erzielen." -al-Mustadarak, vol. 2, p-282.

Imam as-Sadiq (a.) sagte:

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"Allah der Allmächtige stattete die Propheten mit einer guten Moral aus, daher sollte jeder, der diese Tugenden in sich findet Allah dankbar sein für diese Großzügigkeit, und wem auch immer diese Tugenden fehlen, der sollte beten, weinen und Tränen vergießen, bevor er Allah den Allmächtigen um so einen Segen flehen kann." -al Mustadarak, vol. 2, p-283.

Der Fürst der Gläubigen Imam Ali (a.) sagte:

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"Selbst wenn es weder das Verlangen nach dem Paradies oder die Angst vor der Hölle gäbe, und selbst kein Glaube an den Lohn und die Strafe im Jenseits geben würde, selbst dann währe es naheliegend die moralische Perfektion anzustreben, denn eine gute Moral ist der Weg zum Erfolg und Sieg." -al-Mustadarak, vol. 2, p-283.

Imam Baqir (a.) sagte:

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"Der ausgezeichneteste Gläubige von der Sicht des Glaubens her ist jener, welcher im moralischen Benehmen (andere) übertrifft." -al-Kafi, vol. 2, p-99.

Der heilige Prophet (s.) sagte:

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"Es gibt nichts besseres, was im Buch der Taten am Tag der Auferstehung stehen kann, als gutes moralisches Benehmen." -al-Kafi, vol. 2, p-99.

Und er (s.) sagte:

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"Die meisten meiner Ummah, werden aufgrund ihrer Frömmigkeit und Vortrefflichkeit in moralischem Benehmen in das Paradies eintreten." -al-Kafi, vol. 2, p-l00.

Und er (s.) sagte:

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Ein Mann ging zum Propheten (s.) und fragte ihn: "Was ist Religion?" Der heilige Prophet (s.) antwortete: "Gutes moralisches Verhalten." Der Mann fragte den Propheten die selbe Frage, während er ihn von der rechten, von der linken und von hinten fragte. Schließlich schaute der Prophet ihn an und sagte: "Wieso verstehst du nicht? Die Religion ist definiert als nie wütend zu werden." -Mohajateh al-Baiza, vol. 5, p-89.

Der Islam legt großen Wert auf die Moral und aufgrund dieser Betrachtung, besteht der heilige Quran aus mehr Versen über die Moral als aus Versen über Verpflichtungen. Innerhalb der Überlieferungsbücher findet man tausende von Überlieferungen über die Moral, mehr als man über andere Themen findet. Der Lohn und die Versprechen die für eine gute moralische Taten versprochen werden, ist nicht weniger als der Lohn der für andere Taten beschrieben ist. Und genau so sind auch die Warnungen und Strafen bei unanständigen unmoralischen Taten nicht weniger als die Strafe für andere Taten.

Daher wird im Islam die Moral als eine Basis angesehen und sollte nicht einfach als eine zweitrangige religiöse Verpflichtung gesehen werden oder etwas, was als Verschönerung oder Dekoration einer religiösen Person dient. So wie die Religion erlaubte und unerlaubte Dinge definiert hat, so hat sie das selbe auch für die Sitten gemacht. Genau so wie Ermutigungen, Lohn , Strafen und Warnungen für die Pflichten ausgesprochen wurden, so gilt das selbe ebenfalls für die moralischen Angelegenheiten. Daher exisitiert kein Unterschied zwischen der Moral und den Verpflichtungen, anders als die religiösen Empfehlungen und um die Perefktion und Erfolg zu erzielen, kann man nicht unwissend über ethische Angelegenheiten verbleiben.

Die moralischen Verpflichtungen können nicht ingoriert werden mit der Entschuldigung, dass man sie halt einfache wie moralische Pflichten ansieht. Genau so wie das tägliche Gebet verpflichtend ist und es zu unterlassen eine göttliche Strafe mit sich zieht, genau so ist es wichtig ein Versprechen zu halten und es nicht zu halten bringt eine göttliche Strafe mit sich. Der wahre Gläubige und Erfolgreiche ist jener der sich an seine religiösen Pflichte hält, so wie rechtschaffen seine moralischen Verpflichtungen einhält. Abgesehen davon, spielt die Moral eine Wichtige Rolle bei der Erreichung spiritueller Perfektion, worauf später im Buch weiter eingegangen wird, inshaAllah.

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