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Islamische Geschichte


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Salamu Alykum

wir arbeiten an einer Geschichtsanalyse und eine fleißige Schwester hat schon viel eingetippt. Eigentlich fand ich es noch zu früh, hier etwas zu "presentieren" und es muss noch überarbeitet werden. Ich denke aber, dass es trotzdem nicht schaden kann, wenigsten einige Auszüge reinzusetzen:

So bekommen wir Erzählungen über Personen präsentiert, die überhaupt nicht dazu passen, was der Prophet s.a.s. über dieselben Personen berichtete.

 

Das Beispiel Abu Zarr

Betrachtet man auf der einen Seite was unserer Geschichtsbücher über ihn schreiben, und auf der anderen Seite, was die Sunnah über Abu Zarr sagt, so findet man ganz unterschiedliche Darstellungen.

Laut at-Tirmithi(Fuß Teil 5 Hadith 3801,3802 und Ibn Madja Band 1 S.156 und Ibn Sa`d in Tabaqāt al-Kubra T4 S.328 u.a.) hat der Prophet über Abu Zarr gesagt: „Passt auf, es gibt keinen, der so ehrlich und wahrhaftig ist wie Abu Zarr und wenn er verleumdet wird, so hört auf Abu Zarr und glaubt Abu Zarr und nicht den Berichten der anderen.“ Er sagte auch, dass er immer aufrichtig in seinen Aussagen ist.

Es gab auch andere aufrichtige und gute Sahabah, über die der Prophet s.a.a. nicht so deutliche Aussagen gemacht hat. Über sie wurden auch später keine Lügen erzählt. Warum könnte der Prophet s.a.a. ausgerechnet über Abu Zarr diese Äußerungen gemacht haben? Ein einfacher Blick auf die Geschichte zeigt uns, was der Prophet s.a.a. damit bezweckte. Er wollte sich und seine heiligen Aussprüche (Ahadith) damit schon zu seiner Zeit an die Seite von Abu Zarr stellen. Denn falls es zu Vorwürfen seitens der Ummah, kommender Herrscher und Geschichtsschreiber usw. Abu Zarr gegenüber käme und jemand ihn unglaubwürdig darstellen wollte, machte der Prophet s.a.a. somit deutlich, dass er selbst an der Seite Abu Zarrs steht.

Die Sunnah ist uns, und das grenzt schon an eine Art Wunder, nämlich was der Prophet a.s.a. über Abu Zarr berichtete, von vielen aufrichtigen Gefährten überliefert. Ausgerechnet über Abu Zarr finden wir diese Überlieferungen und es scheint fast so als ob der Prophet s.a.s. ihn vorbeugend in Schutz nehmen wollte, als ob er ahnte/als ob er wusste, dass eines Tages die Geschichtsschreibung ihn als einen Querulanten verurteilen und Lügen über ihn verbreiten würde.

Eine sehr verständliche Erläuterung der Situation finden wir in der folgenden Überlieferung:

Der Prophet s.a.a. ging in die Moschee und fand dort Abu Zarr. Er schlief. Der Prophet s.a.a. fragte ihn: „Schläfst du hier?“ Abu Zarr antwortete: „Wo soll ich sonst schlafen, ich habe kein zu Hause“. Der Prophet s.a.a. fragte weiter: “Was machst du, wenn sie dich aus deiner Heimat vertreiben?“ Abu Zarr antwortete: „Dann gehe ich nach Scham und lebe dort wie jeder andere.“ Der Prophet s.a.a. fragte weiter: „Und wenn sie dich von dort vertreiben?“ Abu Zarr: „Dann komme ich zurück nach Medina und lebe hier.“ Der Prophet s.a.a. fragte ein weiteres Mal: „Und wenn sie dich ein zweites Mal vertreiben?“ Der Prophet s.a.a. wusste, was passieren würde. (Fuß:überliefert bei Musnad Ahmad, Teil 6, S.457 und az-Zahabi in seinem Buch Siar a`lām a`ni-l-balāgh Teil 2, S. 56) At-Tabbari berichtete hingegen, dass Abu Zarr freiwillig in die Einöde gezogen wäre. In dem erwähnten Hadith allerdings spricht der Prophet s.a.a. dreimal von Vertreibung. Das ist es, was der Prophet s.a.a. berichtet hat, die Geschichtsbücher jedoch ablehnen und verleugnen, weil es für die Herrschenden, in diesem Fall Mu`āwiah und seinem Staatsapparat, (die von manchen als Salafiten (Fuß) bezeichnet werden), ein verletzender Vorwurf war. Darum berichtete auch at-Tabbari nicht darüber, außer die Version Mu`āwiahs.

Abu Zarr sagte: „Ich habe dem Propheten s.a.a. fünf Mal ein Versprechen gegeben, und er hat sieben Male einen Schwur von mir genommen und sieben Male habe ich Allah als Zeugen genommen.“ „Wofür?“ „Dass ich, wenn es um das Erlangen Allahs Wohlgefallen geht, niemals auf die Vorwürfe der Kritiker hören würde.“ (Fuß siehe Qur´an 5:54 …..sie werden auf Allahs Weg kämpfen und werden den Vorwurf des Tadelnden nicht fürchten…)

(überliefert von Musnad Ahmad Teil 5, S. 172 und az-Zahabi in seinem Buch Siar a`lām a`ni-l-balāgh Teil 2, S. 62) Das heißt, dass Abu Zarr dem Propheten s.a.a. viele Male versprochen hat, den Mund nicht zu halten, egal, was es ihn kosten würde.

 

Die Geschichtsschreiber behaupten, dass Abu Zarr von Ibn Saba irregeführt wurde.

Doch der Prophet s.a.s. hatte die Menschen gewarnt:

„Passt auf, es gibt keinen, der so ehrlich und wahrhaftig ist wie Abu Zarr und wenn er verleumdet wird, so hört auf Abu Zarr und glaubt Abu Zarr und nicht zweifelhaften Berichten anderer.“

Die Geschehnisse liefern uns die Gründe, warum der Prophet s.a.a. so viel über Abu Zarr erzählte.

Ebenso verfuhr er mit einigen anderen Prophetengefährten (Sahabah).

 

Das Beispiel `Ammār:

Er war der Sohn der ersten beiden Märtyrer Sumayah und Yasir, die wegen ihres Glaubens umgebracht wurden. Er gehörte zu den Saabiqun (Beweise?). Über ihn hatte der Prophet s.a.s. gesagt, dass sich bei Uneinigkeit zwischen Leuten `Ammār immer mit der Wahrheit ist. (Fuß das überliefert az-Zahabi in seinem Buch Siar a`lām a`ni-l-balāgh und er sagte, dass die Überlieferer aufrichtig sind)

Huzaifah ibnu-l-Yaman, der bei den Sunniten den Beinamen `Aufbewahrer der Geheimnisse des Propheten` s.a.a. trägt, überlieferte, als `er über die Zersplitterung der Muslime nach der Zeit `Uthmāns gefragt wurde, dass man nach der Gruppe von `Ammār schauen und sich an sie halten solle, denn er ist mit dem Buch, wo immer er auch ist. Er meinte damit eigentlich Imam Ali, wollte ihn aber nicht direkt erwähnen. ( Fuß: al-Hakim in al-Mustadrak Teil 3, S.391 )

Eine andere Überlieferung verdeutlicht diese Aussage ein anderes Mal.

Über `Ammār sagte der Prophet s.a.a., dass er, vom Scheitel bis zur Sohle voller Iman ist, und in einem anderen Hadith, dass sich das Paradies nach `Ammār sehnt.

Was die gängigen Geschichtswerke über ihn aber berichten, stimmt nicht mit diesen Aussagen überein. Hier wird behauptet, dass er einer der ersten war, der von Ibn Saba beeinflusst war, dass er fanatischer Anhänger Alis war und offensichtlich ein Kritiker `Uthmans. (Fuß:at-Tabbari in seinem Hadithbuch Teil 4, S. 341, überliefert von Saif ibn `Omar)

Der Prophet s.a.a. warnte die Menschen damit vor einer kommenden Zeit, in der der die Leute an der wahrhaftigen `Aqīda `Ammārs zweifeln werden und man ihm vorwerfen wird, von den Schayatīn der Menschen beeinflusst zu sein. Obzwar der Prophet s.a.a. deutlich über `Ammār sagte, dass er nicht vom Schaitan beeinflusst werden kann, (Fuß Buchari Band 3 Hadith 136#cool# haben die Geschichtsschreiber dies einfach ignoriert. Und sie bezeichneten ihn als einen, der Fitnah (Fuß) macht.

 

 

 

Derselbe Überlieferer schreibt:

Eine Gruppe wird ihn töten, die zum Paradies aufruft, aber sie laden ihn zur Hölle ein.

(Fuß: Buchari Band 1, S.426. Dieses Hadith ist mutawatir)

 

 

 

Sogar folgendes hat der Prophet s.a.a. über ihn gesagt: Derjenige, der `Ammār anfeindet, den behandelt Allah als Feind und denjenigen, der `Ammār hasst, den hasst Allah (arab.: man yu`ada `Ammār, yu`adihi Allah, wa man yubghudu `Ammār, yubghuduhu Allah)

(Fuß Ahmad ibn Hanbal Teil 4, S.90)

Wir stellen fest, dass der Prophet s.a.a zum Teil dieselbe Bewertung, über `Ammār wie über Ali äußerte, denn er wusste, dass, `Ammār immer an der Seite von Ali sein würde. Darum sagte Imam Ali, dass der Nasibi nicht eigentlich uns (Ahlu-l-Bait) offenkundig als Feind betrachten kann, aber euch d.h. unsere Anhänger.

 

Die Ansar

Der Prophet s.a.a. hatte zu den Ansar (diejenigen aus Medina, die ihm geholfen haben) gesagt: „Ihr werdet nach mir vernachlässigt werden“, und er hat sie zu Geduld und Standhaftigkeit aufgefordert, bis dass er sie am Paradiesbrunnen treffen werde.

Der Prophet s.a.a. drückte damit aus, dass die Menschen dort zur Rechenschaft gezogen werden und er an ihrer Seite sein wird, dass er ein Feind derjenigen sein wird, die sie ungerecht behandelten und jeder, dem der Prophet s.a.a. Feind ist, wird zu den Verlieren gehören. .(Fuß: Bucharie Band 3, Hadith 1381)

 

Genauso ist es in der Geschichte auch passiert, sie wurden ignoriert und ungerecht behandelt und ihre Rechte vernachlässigt.

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Ein weiteres Hadith lautet: Die Liebe zu den Ansar ist ein Zeichen des Iman (Glaube) und der Hass für sie ist ein Zeichen von Nifāq (Heuchelei) (Bucharie Band 3, Hadith 3571)

 

Das Beispiel Ali

Abu Zarr, `Ammār und die Ansār gehörten zu den engsten Anhängern Alis, sie wichen keinen Moment von seiner Seite und stellten niemanden außer den Propheten s.a.a. über ihn. Sie waren diejenigen, die Ali geliebt haben und die Ali geliebt hat, und ihre Liebe zu ihm hatte diese Missachtung seitens der Mächtigen zur Folge. Alle drei sind durch die Geschichtsschreibung schlecht gemacht worden, aber eigentlich war Ali das Ziel seiner politischen Feinde. Über Ali hatte der Prophet s.a.a. viel erzählt. Er sagte:

Wer dich nicht liebt ist kein Gläubiger und wer dich hasst ist ein Heuchler (Munāfiq)

(Muslim Teil 1, S.86, at-Tirmithi Teil 5, S. 643, an-Nassā´i Teil 8, S. 116)

Ahmad ibn Hanbal hat gesagt, dass kein Sahabi, auch Abu Bakr und Omar nicht, so viele durch den Prophet s.a.a. genannten Vorzüge aufzuweisen hat, wie Ali.

Al-Mada´ini schrieb in seinem Buch Kitabu-l-Ahdath:

Mu`awiah schickte ein Rundschreiben an alle Herrschenden mit folgendem Inhalt: Wer Vorzüge von Imam Ali erwähnt, ist vogelfrei. Darum sind Ali und seine Familie nicht nur wie fremd und ohne überlieferte Vorzüge geblieben, sondern wurde sogar von den Muslimen verkannt und verflucht.

Mu`awiah schrieb an seinen `Ummal, dass niemand von Ahlu-l-Bait als Zeuge auftreten darf, d.h. sie wurden wie öffentliche Sünder (fasiq) betrachtet. Das bedeutete auch, die Ablehnung einer Hadithüberlieferung ihrerseits. (Hadith munkar)

Mu`awiah schrieb an seine Beamten: Alle, die Anhänger von `Uthman sind, sollen unterstützt und bevorzugt werden und berichtet mir über sie, damit ich ihnen Geschenke schicke.

So wurde vieles positives über `Uthman erfunden und Mu`awiah überließ ihnen Land und Besitz. Im ganzen islamischen Reich blühte ein Geschäft mit den Überlieferungen über `Uthman, so dass sie überhand nahmen.

Außerdem erließ Mu`awiah die Anordnung, sich gut über die Vorzüge Imam Alis zu informieren und ebensolche Überlieferungen auch über die Kalifen zu erzählen, denn das würde die Anhänger Imam Alis härter treffen, als sie direkt zu beschimpfen.

Seine Wünsche wurden in die Tat umgesetzt. Diese Überlieferungen wurden nicht nur bei den Freitagspredigten wiederholt sondern auch den Kindern in der Schule beigebracht, so dass sie diese neben dem Qur´an auswendig konnten. Das ganze Volk hat mit erfunden, sogar kritische Leute haben gutgläubig diese Überlieferungen weitererzählt, weil sie diese von so vielen gehört hatten.

Imam Baqir berichtete über Mu`awiahs Zeit: Sogar ein guter, aufrichtiger Mann erzählte über die Vorzüge vergangener Menschen, die Allah niemals erschaffen hatte, und er glaubte, dass es die Wahrheit wäre, weil so viele, die nicht als Lügner galten, dasselbe überlieferten.

Die meisten erlogenen Ahadith wurden von den Menschen erfunden, um die Nähe der Herrschenden zu erlangen.

Jeder, der was anderes berichtete, als den Massen bekannt war, dessen Überlieferungen waren abzulehnen und galten als munkar.

 

 

Asch-Schāfa`i sagte, als er über Imam Ali gefragt wurde: Was kann ich über jemanden sagen, dessen Anhänger seine Vorzüge aus Angst verschweigen und dessen Feinde seine Vorzüge aus Hass und Neid versteckt haben und dessen ungeachtet füllt das, was wir über ihn wissen, das, was zwischen Himmel und Erde ist obwohl vieles versteckt gehalten wurde.

Die Überlieferung des Propheten s.a.a.:

Dessen Freund und Helfer ich bin, dessen Freund und Helfer ist auch Ali, ist mutwātir (von vielen überliefert, was daher bei allen Gelehrten anerkannt ist ) Der Prophet s.a.a. sagte auch: Ich bin ein Krieger dem, der Ali bekriegt und Friede für den, der euch in Frieden begegnet (Fuß: Ahmad Ibn Hanbal Teil 2, S. 442, at-Tirmithi Teil 5, S. 699)

Es gibt noch viele andere Ahadith ähnlichen Inhalts, trotzdem schloss die Geschichte Freundschaft mit dem Bösen.

 

Die Sunnah näherte ihn, Abu Zarr, dem Propheten s.a.a., aber die Herrscher haben ihn verkannt, und die Geschichte letztendlich verbannt und entschied sich ihn alleine zu lassen, genauso wie die Gemeinde ihn verlassen hat.

Ebenso beschloss die Geschichte mit `Ammār zu verfahren. Die Geschichte hat ihn einfach ausgelassen, genauso wie er in Wahrheit umgebracht wurde.

Desgleichen die Ansar, die Sunnah hat sie dem Propheten s.a.a. genähert, die aber die Oberhand hatten, hielten sie fern vom Geschehen und die Geschichte hat sie ausgelöscht.

Die Sunnah hatte mit Ali einen Pakt geschlossen, doch die Machthaber die ihre Versprechungen brachen, haben ihn als Feind betrachtet.

Die Sunnah hat die Geschichte mehrmals verurteilt und einen Termin bei Allah vereinbart, und die Wahrheit wird sich offenbaren.

Das Verbrechen kann nicht entschuldig werden als ein Fehltritt bestimmter Leute, es war eine bewusste Irreführung. Denn wenn Abu Zarr und `Ammār, Ali und die Ansār und viele andere an der Seite des Propheten s.a.a. der Fitna (Fuß) beschuldigt werden, so muss man daraus schließen, dass die anderen wahrheitsgemäß gehandelt haben. So wurde die Geschichte geschrieben, um den Sieg der Herrschenden zu gewährleisten. So geht es dem Schicksal der Wahrheit, wenn die Geschichte mit den Stiften der Vorwände Suchenden geschrieben wird, so wurde die Diskrepanz zwischen dem wie es gehört werden wollte und dem wie es wirklich war unüberbrückbar. Und dies alles, um die Zufriedenheit und das Wohlwollen der Herrschenden zu erreichen. Fast alle Historiker waren loyal zu den Herrschenden.

Es war eine Zeit wo religiöse und politische Meinungsverschiedenheiten aufeinander prallten.

Buch über Geistesströmungen, Geisteswissenschaften im Islam

Jede Partei sprach schlecht über den anderen, man war nicht objektiv, sondern versteckte das Gute des Gegners und erfand dazu Lügen und Verleugnungen. So konnten viele erlogenen Ahadith und Zitate entstehen, die zur Unterstützung der jeweiligen Meinung gebraucht wurden.

 

Warum wollte at-Tabbari diese Aussagen nicht erzählen und warum hat Ibn Hisham in seiner Sirah gesagt, dass er nicht wollte, dass die Leute „soetwas“ hören und deswegen nichts berichtet. Wer sind diese Leute überhaupt? Sie sind genau diejenigen, die auch nicht wollten, dass Aban gut über die Ansar berichtet und dass Alis Name erwähnt wird. Sie sind die Herrschenden und Massen des Volkes, die unter dem Einfluss ihrer Regierenden standen und abhängig von ihrer Gunst waren.

Trotz alledem wird at-Tabbari eher als schi`ah-nah eingestuft. Das ist schwer zu verstehen und man fragt sich, welche Vorstellung man von einem Anhänger Ahlu-l-Baits, einem Schi`i hatte.

 

Alle späteren Geschichtswerke basierten auf den Büchern at-Tabbaris.

So haben Ibn Chaldun und Ibn Aathir, die etwa 3 Jahrhunderte nach ihm lebten, auf sein Werk als fundamental verwiesen.

Ibn Aathir, 230n.H.gest, schreibt in seinem Buch al-Kamal im Vorwort über seine Vorgehensweise. Nämlich dass er mit dem Werk at-Tabbaris, welches nach seiner Meinung bei allen Historikern als Grundlage gilt und dessen Autor als Instanz bei Unstimmigkeiten Beachtung geschenkt wurde, begonnen und alles von ihm ohne Ausnahme in sein Werk aufgenommen hat. Aus anderen Werken hat er einige Überlieferungen, die at-Tabbari nicht erwähnt hat aufgenommen, mit Ausnahme der Geschehnisse zwischen den Sahabah wie z.B. Ali, `Uthman, Mu`āwiah, Abu Zarr usw. zu denen er nichts hinzufügte. Er bezeichnete at-Tabbari perfekt in Bezug auf Wissen, `Aqīdah, und Wahrhaftigkeit. Er überlieferte ihn auch ohne Kette, wodurch er den Überlieferungen nicht nur eine unangezweifelte Vertrauenswürdigkeit verlieh, sondern auch das Vorwort ignorierte (Fuß: At-Tabbari hatte sich entschuldigt für Überlieferungen, die vielleicht nicht stimmen könnten und es dem Leser selbst überlassen zu entscheiden, im Gegensatz zu Ibn Athir, der die Ketten wegließ und in seinem Vorwort erwähnte, dass alles sahih(Fuß) ist, mit der Begründung, dass at-Tabbari ein Imam ist, dessen Wissen nicht anzuzweifeln ist) So wurden seine Texte wie zweifelsfreie Fakten für die Generationen nach ihm aufgenommen und Fehler, Verdrehungen und Lügen als Tatsachen übernommen und somit die islamische Geschichte auf den Kopf gestellt.

Nun kann man verstehen, welchen Wert seine Aussage hat, dass er nur aus vertrauenswürdigen und berühmten Werken überliefert hat, von denen man weiß, dass ihre Texte sahih (Fuß) sind. Um seine Berichte zu untermauern sagt er über sich selbst, dass er doch nicht wie einer ist, der in der Dunkelheit seinen Weg nicht findet und/oder alles von der Ede aufhebt, ohne eine Perle von einem Stein zu unterscheiden.

Nachdem jetzt untersucht wurde, wie er recherchiert hat, muss man feststellen, dass seine Aussagen wertlos sind.

Ibn Chaldun ist noch extremer, denn er greift jeden an, der etwas anderes als at-Tabbari überliefert.

Er hat sogar jeden Historiker angegriffen, der etwas anderes, als das, was at-Tabbari von Saif ibn `Omar überlieferte, berichtet hat. Nachdem er über die Kamelschlacht aus at-Tabbaris Werk berichtete, kommentierte er, dass dies das Ereignis der Kamelschlacht, zusammengefasst aus dem Werke at-Tabbari sei, das als zuverlässige Quelle betrachtet wird, weil sein Autor wahrhaftig ist, weil er keine Bida`h im Herzen hatte, wie es in anderen Büchern anderer Autoren zum Ausdruck kommt, wie z.B. bei Ibn Qutaibah. An einer anderen Stelle erwähnt er, dass er alles, was er über das islamische Kalifat erzählt habe, sowie den Schlachten und Kriegen und Zersplitterungen der Muslime, aus der Quelle at-Tabbaris genommen hat. Er sagt über ihn: Er ist der zuverlässigste, den wir kennen und nicht anzuzweifeln, denn er ist erhaben darüber die Sahābah und Tābi`īn schlecht darzustellen.

 

Dass aber z.B. ein ehrenwerter Mensch wie Abu Zarr nicht besonders gut dargestellt wurde, scheint hier keine Beachtung zu finden.

Ibn Chaldun schreibt weiter: Leider gibt es andere unglaubwürdige Autoren, die diese großartigen Menschen auch schlecht und zweifelhaft darstellen, jedoch wollen wir unsere Seiten nicht mit ihren Worten beschmutzen. Ibn Hazm hat in seiner Sirah ähnlich kommentiert.

 

Das Problem ist, dass at-Tabbari und seine Verehrer sich entschlossen haben, Mu`awiah mit der Begründung zu verteidigen, die wahren muslimischen Vorfahren (as-Sallaf) in Schutz nehmen zu wollen.

Sie haben dabei vergessen, dass sie einerseits Mu`awiah nicht in Schutz nehmen können, egal wie sie auch die Überlieferungen auswählen und drehen, ohne gleichzeitig seine Gegner anzugreifen und das andererseits genau diese die eigentlichen Vorfahren waren, unvergleichlich mit Mu`awiah.

Nach allen gesammelten Fakten muss man zu dem Schluss kommen, dass sie mit as-Sallaf nur Mu`awiah und seine Anhänger meinen. Für sie sind asSsallaf nichts anderes als die Feinde von Ahlu-l-Bait.

 

Allerdings schrieb at-Tabbari auch ein Buch über Ghadir mit 70 Überlieferungen und ihm wurde vorgeworfen, den Schiiten damit Argumente zu liefern.

 

Al-Mada´ini schreibt in seinem Buch Kitabu-l-Ahdath:

Mu`awiah schickte ein Rundschreiben an alle Herrschenden mit folgendem Inhalt: Wer Vorzüge von Imam Ali erwähnt, ist vogelfrei. Darum sind Ali und seine Familie nicht nur wie fremd und ohne überlieferte Vorzüge geblieben, sondern wurde sogar von den Muslimen verkannt und verflucht.

Mu`awiah schrieb an seinen `Ummal, dass niemand von Ahlu-l-Bait als Zeuge auftreten darf, d.h. sie wurden wie öffentliche Sünder (fasiq) betrachtet. Das bedeutete auch, die Ablehnung einer Hadithüberlieferung ihrerseits. (Hadith munkar)

Mu`awiah schrieb an seine Beamten: Alle, die Anhänger von `Uthman sind, sollen unterstützt und bevorzugt werden und berichtet mir über sie, damit ich ihnen Geschenke schicke.

So wurde vieles positives über `Uthman erfunden und Mu`awiah überließ ihnen Land und Besitz. Im ganzen islamischen Reich blühte ein Geschäft mit den Überlieferungen über `Uthman, so dass sie überhand nahmen.

Darauf erließ Mu`awiah die Anordnung auch Überlieferungen über die Prophetengefährten und die Kalifen erzählen. Wenn es dabei Vorzüge über Imam Ali gab, sollten diese ebenso über andere berichtet werden, denn das würde sie härter treffen als die Vorzüge `Uthmans.

Seine Wünsche wurden in die Tat umgesetzt. Diese Überlieferungen wurden nicht nur bei den Freitagspredigten wiederholt sondern auch den Kindern in der Schule beigebracht, so dass sie diese neben dem Qur´an auswendig konnten. Das ganze Volk hat mit erfunden, sogar kritische Leute haben gutgläubig diese Überlieferungen weitererzählt, weil sie sie von so vielen gehört hatten.

Imam Baqir berichtete über Mu`awiahs Zeit: Sogar ein guter, aufrichtiger Mann erzählte über die Vorzüge vergangener Menschen, die Allah niemals erschaffen hat, und er glaubte, dass es die Wahrheit wäre, weil so viele, die nicht als Lügner galten, dasselbe überlieferten.

Die meisten erlogenen Ahadith wurden von den Menschen erfunden, um die Nähe der Herrschenden zu erlangen.

Jeder, der was anderes berichtete, als den Massen bekannt war, dessen Überlieferungen waren abzulehnen und galten als munkar.

 

At-Tabbari wählte das aus, was die Massen hören wollten, was mit ihrer jeweiligen Situation konform ging, d.h., was ihrer Überzeugung entsprach, obwohl es bekannt ist, dass die Massen immer an die innerpolitische Stimmung gebunden waren. Auch konnten sie nicht so kritisch sein, denn man hörte nur das, was von den Herrschenden in der Öffentlichkeit zugelassen wurde. So muss man leider feststellen, dass die Geschichtsschreibung at-Tabbaris einseitig und parteiisch ist. Trotz seiner Parteilichkeit ist ihm vorgeworfen worden, asch-Schi`ah zu unterstützen, denn er hat auch ein Werk über al-Ghadir geschrieben, was den Schiiten angeblich gewisse Argumente für ihre Überzeugung liefert.

Man muss feststellen, dass es keine saubere Geschichtsschreibung gab. Die Widergabe der Zeitgeschehnisse ist immer irgendwie subjektiv. Jeder Verfasser ist von den Herrschenden beeinflusst, oder auch abhängig gewesen und so wurde die Geschichte meistens zum Vorteil der Herrschenden geschrieben. Leider gibt es kaum einen Verfasser, von dem man Sachlichkeit erwarten kann. Nur weil etwas in Büchern steht, ist es deswegen noch lange nicht sachlich. Aus vielen Begebenheiten wurde ein Politikum gemacht.

So soll man ein Werk bewusst und kritisch lesen und sich Informationen über den Autor beschaffen. Wie hat er gelebt, welche gesellschaftliche Position hatte er, welchen Beruf und was war sein Anliegen. Wie war die politische Lage usw. Man sieht, man muss sich viel Mühe bei der Wahrheitsfindung geben.

Man kann leider auch bei vielen Gelehrten beobachten, dass ein Verhalten, das wir auch heute finden, vorherrschte, nämlich, dass die meisten Menschen zu einer einseitigen Betrachtung neigen.

Mit welcher Einseitigkeit, die eine traurige Tatsache ist und die man immer wieder findet die Ereignisse aufbereitet werden, zeigt uns das nächste Beispiel. Die Lügen über seine eigene Gruppe treffen und verletzen einen und werden angeprangert, aber die Lügen über einen anderen interessieren einen nicht. Man findet wenige Geschichtsschreiber, die überhaupt sachlich und erst recht gegenüber ihren Feinden aufrichtig geblieben sind.

Es ist eine Schwäche und eine Unzulänglichkeit, dass die meisten Gelehrten nicht in der Lage sind sachlich bei Themen zu bleiben, die ihrer Auffassung widersprechen.

 

Fie Amanillah

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