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Die Philosophie der Brautgabe im Islam


Muhsin ibn Batul
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#bismillah#

 

Die Philosophie der Brautgabe im Islam

angelehnt an einen Vortrag von Sayyed Ammar Nakshawani (H)

Einleitung

[An-Nisaa 4.4]

Und gebt den Frauen ihre Morgengabe gutwillig..

Wa 'Ātū An-Nisā' Şaduqātihinna Niĥla

 

Dieser Vers im heiligen Quran spricht über die Philosophie, die Geschichte und die Entwicklung der Brautgabe, im Arabischen "mahr" genannt. Wir werden sehen, dass tatsächlich eine richtige Entwicklung und Reformation der Brautgabe im Arabischen Raum mit der Zeit stattgefunden hat. Und dieses Thema gehört zu den wichtigen Themen, denn es hat Einfluss auf das Leben von jedem von uns. Wir wissen, dass wenn wir den Quran auslegen, der Quran mit Versen geschmückt ist, welche das Ziel haben, die islamische Familienstruktur anzusprechen. Mit dem Beweis, dass wir sehen, dass viele Geschichten im Quran uns einen tiefen Einblick in das Familienleben vieler Propheten schenkt. Prophet Adam (a.) z.B. wird mit seiner Familie erwähnt, Prophet Ibrahim (a.) wird mit seiner Familie erwähnt, Prophet Lot (a.) wird mit seiner Familie erwähnt, Prophet Noah (a.) wird mit seiner Familie erwähnt und das Ziel der Erwähnung dieser großartigen Persönlichkeiten mit ihren Familien ist, dass wir verstehen sollen, wie wichtig es ist zu verstehen, wie man eine Familienstruktur bildet. Zur selben Zeit sehen wir, dass der heilige Quran großen Wert auf die Gesetze zur Schließung einer Ehe legt, da der Islam fünf Bereiche schützen möchte: Unseren Besitz, unsere Ehre, unseren Verstand, unser Leben und unsere Religion.

 

Wenn der Islam unsere Ehre schützen möchte, dann erklärt er uns zunächst, welche rechtlichen Schritte wir gehen müssen, damit wir ein richtiges Familienleben aufbauen können. Eine der wichtigen Punkte, bevor man eine Familie gründen bzw. zunächst eine Ehe eingehen kann, ist die Brautgabe (mahr). Wer auch immer schonmal bei einer Eheschließung dabei war, wird wissen, dass immer die Frage gestellt wird: wie hoch soll die Brautgabe sein?

 

Viele Menschen stellen immer wieder die Frage: worin liegt die Philosophie der Brautgabe? Viele hören immer wieder von ihren Geschwistern oder Freunden das über die Brautgabe gesprochen wird und so kommt die Frage auf: wozu gibt es die Brautgabe im Islam? Was ist der Sinn der Brautgabe? Kauft man hierbei eine Person von ihrer Familie? Denn wenn ich komme und um die Hand eines Mädchens anhalte und wir uns auf eine Brautgabe geeinigt haben und ich sie dann heiraten darf, habe ich damit dann das Mädchen gekauft? Wenn das Mädchen nicht gekauft wird, was ist dann das Ziel dieser Brautgabe? Ich möchte versuchen dieses Thema zu analysieren, denn es gibt heute immer mehr Leute die sich fragen: welche Philosophie steckt hinter der Brautgabe? Braucht man diese heute im 21. Jahrhundert überhaupt noch? Und viele kennen auch den Hintergrund dieser Brautgabe gar nicht. Daher wird uns diese Analyse dazu führen verschiedene Fragen aufzuwerfen und zu beantworten:

 

Erstens: Wie sind die Araber mit der Brautgabe umgegangen?

Zweitens: Inwiefern hat der Prophet (s.) das Konzept der Brautgabe reformiert?

Drittens: Gibt es Grenzen für die Brautgabe?

Viertens: Wie hoch war die Brautgabe der Mitglieder der Ahlulbayt (a.)?

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Erstens: Wie sind die Araber mit der Brautgabe umgegangen?

Als Soziologen die historische Beziehung zwischen Mann und Frau betrachteten, sahen sie, dass die meisten Beziehungen auf finanziellen Verlangen basierten. Wenn man sich die heutige Situation anschaut, so sieht man das auch heute noch die meisten Beziehungen auf wirtschaftlichen Verlangen baiseren, nach dem Motto: wie du mir, so ich dir. Wenn du auf mich achtest, so achte ich auf dich. Und so sieht man in der Geschichte, dass viele Beziehungen einem finanziellen Ziel hinterher strebten. Soziologen meinen, dass wenn man die Situation des Mannes seit der Steinzeit betrachtet, so war die Basis jeder Beziehung stets wirtschaftlichen Ursprungs. Sie sagen es gab vier Stufen der wirtschaftlichen Beziehung zwischen Mann und Frau.

 

In der ersten Stufe führte die Frau den Mann, in der barbarischen Zeit. Wie meinen sie das? Es war so, dass wenn aus der Ehe ein Kind enstand, der Höhlenbewohner nicht wusste, wieso das Kind ihm ähnlich sieht und dachte daher: da diese Frau es ist, die ihm dieses Kind geschenkt hat, so müsse sie unter seiner Obhut stehen und er müsse sich so gut wie möglich um sie kümmern. Später dann, als der Steinzeitmensch verstand, dass die Ähnlichkeit zwischen dem Kind und den Eltern bestand, weil er Verkehr mit der Frau hatte, so fühlte er, dass er die Verantwortung dafür trägt und das wenn er eine Frau von einem anderen Stamm heiraten möchte, er jemanden bekommen würde, für den er zahlen müsste, d.h. er fühlte sich für sie verpflichtet. Es heißt auch, dass man in dieser Zeit kein Mädchen aus dem eigenen Stamm heiraten durfte, man musste ein Mädchen aus einem anderen Stamm heiraten und das würde dann bedeuten, dass man dem Mädchen auch finanzieles bieten muss.

 

Mit der Zeit entwickelte es sich so, dass nicht sofort Geld gezahlt wurde dafür, sondern der Mann mit dem zukünftigen Schwiegervater ausmachte, dass er für ihn für eine gewisse Zeit arbeiten würde, damit er dann dadurch seine Tochter kriegen könne. Wir sehen auch in der Geschichte als Nabi Shu'ayb (a.) wollte, das Nabi Musa (a.) seine Tochter heiratet, er sagte:

 

[Al-Qasas 28.27]

"...Ich will dir eine von diesen meinen zwei Töchtern zur Frau geben unter der Bedingung, dass du dich mir auf acht Jahre zum Dienst verpflichtest. Willst du dann zehn (Jahre) vollmachen, so steht es bei dir. Ich möchte aber nicht hart sein zu dir; du wirst mich, so Allah will, als einen der Rechtschaffenen erfinden.

 

Das heißt in der Zeit, in der man eine Frau geheiratet hat, da sah man die Frau nicht als einen Ehepartner für's Leben an! Man sah sie als ein Geschäft, das man durch sie trieb, d.h. anstatt das sie die Brautgabe direkt zahlen, arbeiten sie für für den Vater und einzig und allein er profitiert dann davon

 

Nun, das war also die zweite Stufe der Brautgabe, dass der zukünftige Schwiegersohn für den zukünftigen Schwiegervater arbeitet und dadurch das Mädchen heiraten darf. Jedoch später heißt es, als das Geld immer verbreiteter wurde, so dachten sich die Männer, dass es viel einfacher wäre, wenn sie dem Schwiegervater einfach Geld zahlen für das Mädchen, anstatt für ihn zu arbeiten. Das heißt, hier in dieser dritten Stufe wurde die Frau gekauft, entweder mit Geld oder mit Gütern. Daher war es damals so, dass wenn z.B. ein Mann kam und die Tochter für 10 Schafe kaufen wollte und dann ein anderer Mann kam, der 12 Schafe geboten hat, der Vater dann dem Mann der mehr geboten hat seine Tochter verkaufte. Das heißt es ging nicht um die Partnerschaft, sondern darum das Mädchen zu kaufen und das Geld ging nicht an das Mädchen, sondern an den Vater und so wurde das Mädchen als Gut nicht als Mensch angesehen. Und das war nicht alles, manchmal ging es sogar so weit, dass die Brautgabe der Frau das verheiraten der Schwester war. Das heißt z.B. ich habe eine Schwester und möchte die Schwester von jenem Mann heiraten und wenn ich seine Schwester heiraten darf, dann darf er meine Schwester heiraten, so weit ging das.

 

Meistens war es dann leider auch so, dass diese Ehefrauen nicht gerade gut behandelt worden sind und der Mann dann nach kurzer Zeit keine Lust mehr auf die Frau hatte, jedoch damit er kein Geld zahlen müsse, gab es zwei Wege um sie los zuwerden. Erstens: Er behandelt seine Frau auf die schlechteste Art und Weise, schlägt sie, quält sie usw. bis sie aufgibt und sich scheiden lässt ohne die Brautgabe zahlen zu müssen, und das passiert leider auch noch heute in unserer Gesellschaft! Der zweite Weg um seine Frau loszuwerden war, dass der Mann verbreitete, dass die eigene Ehefrau Unzucht beging, obwohl die Frau gar nichts getan hat, aber damit der Mann sein Geld nicht verliert, verleumdete er sie. Dadurch wurde die Frau schlecht dargestellt, ihr Ruf wurde zerstört, sie hatte damals sowieso keine Rechte und dadurch hat sich die Frau dann am Ende durch die Qual und den Druck der Gesellschaft scheiden lassen, ohne Geld.

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Zweitens: Inwiefern hat der Prophet (s.) das Konzept der Brautgabe reformiert?

 

Bezüglich anfangs genanntem Vers, gibt es nun zwei Ansichten:

 

[An-Nisaa 4.4]

Und gebt den Frauen ihre Morgengabe gutwillig..

Wa 'Ātū An-Nisā' Şaduqātihinna Niĥla

 

Die eine Ansicht sagt, dass mit jenen, welche die Brautgabe gutwillig übergeben sollen, der Vater gemeint ist. Er hat nicht die Tochter erschaffen und sie ist kein Gut damit er sie verkauft. Die Brautgabe ist das Recht des Mädchens, nicht das Recht des Vaters, daher solle er sie ihr gutwillig übergeben. Die andere Ansicht sagt, dass mit jenen, welche die Brautgabe gutwillig übergeben sollen der Ehemann gemeint ist, welcher seiner zukünftigen Frau gutwillig und mit freiem Willen diese Brautgabe geben soll und wenn dann die Ehefrau freiwillig dem Mann etwas davon zurückgeben möchte, dann ist das ihr Recht und kein Problem.

 

Nun taucht die Frage auf: weshalb heißt es im Vers "gebt den Frauen ihre Morgengabe gutwillig?" Der Grund ist, dass früher wie schon erwähnt, die Frauen gekauft wurden und wie Waare behandelt wurden, nicht als menschliches Wesen. Das Geld ging an ihren Vater, nicht an sie. Jedoch hier sprechen wir davon, dass die Brautgabe an das Mädchen übergeben werden soll, so dass dieses Geld symbolisch zeigt, dass das Mädchen in dieser Beziehung finanziell unabhängig und frei ist. Und daher unterscheiden die Fiqh-Gelehrten zwischen: rida'a und 'irda'a. Rida'a ist wenn die Frau ihr Kind stillt, aber 'Irda'a ist, wenn die Frau Geld verlangt für das Stillen ihres Kindes und die einzige Religion in der es das tatsächlich gibt, ist der Islam. Der Islam sagt erstens: und gebt den Frauen ihre Morgengabe gutwillig bedeutet, dass die Frau nicht mehr als Gut betrachtet werden soll sondern als Mensch und dieses Mädchen finanziell unabhängig ist, dadurch das das Geld an sie geht nicht an ihr Vater. Zweitens: das diese Frau der Partner für den Rest des Lebens ist. Durch die Brautgabe kauft man nicht die Frau, nein, man zeigt den Wert dieser Frau auf. Nicht durch die Menge der Brautgabe sondern allein dadurch, dass man alles geben würde für diese Frau und sogar Geld zahlt für sie, um ihr zu zeigen, dass sie sich keine Sorgen machen muss finanziell und nur damit man sie zu seinem Partner nehmen darf. Und damit die Frau:

 

[Ar-Rum 30.21]

Und unter Seinen Zeichen ist dies, dass Er Gattinnen für euch schuf aus euch selber, auf dass ihr Frieden in ihnen fändet, und Er hat Liebe und Zärtlichkeit zwischen euch gesetzt.

 

Das bedeutet, wenn Allah swt von der Liebe und Zärtlichkeit spricht, dann ist die Brautgabe die gezahlt wird ein Zeichen für den Beginn von Barmherzigkeit und Liebe, nicht des Symbols das man die Tochter von irgendwem kauft. Diese Liebe und diese Gnade soll zwischen den Ehepartnern vorhanden sein. Einer der Personen, der wundervoll gezeigt hat, wie diese Liebe umgesetzt werden soll, ist Abu Talha al-Ansari. Er hat gezeigt, dass er seine Frau nicht gekauft hat, sondern sie geheiratet hat, damit sie ihn unterstützt und stärkt und zu einer besseren Persönlichkeit führt.

 

Einmal war der Sohn von Abu Talha krank. Bevor das Kind krank wurde, betete Abu Talha jeden Tag zu jeder Gebetszeit das Gemeinschaftsgebet hinter dem Gesandten Gottes. Als dann sein Sohn krank wurde, besuchte er nicht mehr das Gemeinschaftsgebet, sondern blieb zu Hause und kümmerte sich um sein Kind. Umm Talha saß neben ihm und sagte ihm: "Abu Talha, wenn unser Kind krank ist, wieso hörst du dann auf hinter der Barmherzigkeit für die Menschheit zu beten?"

 

So ging Abu Talha wieder in die Moschee zum Gebet und an diesem Tag verstarb dann sein Sohn. Er kehrte zurück vom Gemeinschaftsgebet und seine Frau wusste nicht wie sie ihm klarmachen sollte, dass sein Sohn gestorben sei. Als er kam sagte sie ihm: "Abu Talha, du hast viele positive Eigenschaften, aber es gibt eine Eigenschaft in dir, die ich nicht mag." Er fragte sie: "Was ist es, meine Liebe?" Sie sagte ihm: "Wenn dir jemand etwas anvertraut, so findest du es sehr schwer ihnen das Anvertraute zurückzugeben." Er sagte dann: "Im Gegenteil, mein Liebes, wenn mir jemand etwas anvertraut, dann geb ich ihm das sofort wieder zurück?!" Sie sagte dann: "Allah gab dir deinen Sohn als Anvertrautes und jetzt hat er deinen Sohn (zu sich) zurückgenommen."

 

So ist die Beziehung zwischen zwei Personen, die den wahren Sinn der Ehe verstanden haben und zwischen denen Allah swt Liebe und Barmherzigkeit geschaffen hat. Das ist auch der Grund, weshalb Abu Talha den Propheten fragte: "Wird meine Frau neben mir im Paradies sein? Wird sie mit mir zusammen sein?"

 

Heutzutage gibt es kaum einen der sich das wünscht, die meisten können es nicht erwarten, wann sie ihren Ehepartner endlich loswerden und in Frieden ruhen und dann soll er sie noch im Paradies verfolgen?! Das wäre zu viel für sie! Allerdings sagt unser sechster Imam (a.) sinngemäß: "Die Frau, die ihrem Mann gehorcht hat, wird wunderschöner erscheinen als die Hurr ul-'Ayn (Paradiesfrauen) im Paradies!"

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Drittens: Gibt es Grenzen für die Brautgabe?

 

Nun stellt sich uns die Frage: gibt es in der islamischen Jurisprudenz ein Maxmium und ein Minimum in der Brautgabe? Es gibt hier verschiedene Meinungen unter den Rechtsschulen. Imam Abu Hanifa sagt: der mindest Betrag der Brautgabe beträgt 10 Dirham, aber er setzt kein Maximum. Imam Malik ibn Anas sagt: der mindst Betrag der Brautgabe beträgt 3 Dirham, aber auch er setzt kein Maximum. Imam Shafi'i und Imam Ahmad ibn Hanbal, genau so wie auch Imam Jafar as-Sadiq (a.) setzen kein mindest Betrag und auch kein Maximum.

 

Wenn also jemand fragt: gibt es ein Maximum in der Brautgabe? Kann meine Brautgabe eine Milionen Euro betragen? Würde das gehen? So ist die Antwort: nein, es gibt kein Maximum. Als Ummar ibn al-Chattab Khalif war, wollte er ein Limit setzen für die Brautgabe, er empfand dass die Brautgabe viel zu hoch angesetzt wird und wollte daher eine Grenze haben. Dann kam eine Frau und sagte zu ihm: wie kannst du ein Limit setzen für die Brautgabe, wenn der Quran das nicht tat? Wer bist du, damit du Ijtihad gegenüber dem Nass betreibst? (Ijtihad qibal al-Nass), denn wir wissen das der Ijtihad gegenüber den Aussagen des Quran nicht erlaubt ist. Und so sah Ummar ein das er falsch lag und die Frau richtig und unterlies es.

 

Es gibt also kein Maximum der Brautgabe, allerdings sehen wir, dass es nichts erstrebenswertes ist das man eine sehr hohe Brautgabe als Vorraussetzung anlegt. Warum? Als der Prophet (s.) kam um die Brautgabe zu reformieren, so sagte er, dass die Frau nun wirtschaftlich Unabhängig ist und sie nun ein wertvoller Partner in seinem Leben ist. Warum soll man dann so ein wundervolles Konzept zerstören? Warum soll man ankommen und die höchste Brautgabe verlangen, wo unser Prophet (s.) doch sagt: "Die schlechteste Frau ist jene, welche eine hohe Brautgabe verlangt!"

 

Allerdings ist es meistens so, dass nicht die Frau so eine hohe Brautgabe verlangt sondern eher die Eltern. Und manchmal sind es auch gar nicht erst die Eltern sondern andere Verwandte, die einfach auf die Eltern einreden und ihnen sagen, dass ihre Tochter viel zu wertvoll ist als sie für so eine Brautgabe herzugeben. Oder das die Hochzeit gefilmt wird und dieser Film gelangt an viele Bekannte und Verwandte und die müssen ja sehen das beim Katib al-Kitab eine hohe Brautgabe angesetzt wurde, sonst wäre das ja peinlich. Und so heizt man das an und so kommt es dazu, dass sich die Eltern mit der Tochter streiten und die mit dem Mann usw. und am Ende wird die Ehe nicht geschlossen, weshalb? Weil die Brautgabe zu hoch angesetzt ist, so dass der Mann sie nicht erfüllen kann. Jedoch hier sagt uns der Gesandte Gottes (s.): hör nicht auf deine Eltern! Widersprich ihnen! Sag ihnen dieser Mann hat einen wundervollen Glauben, einen wundervollen Charakter, weshalb wollt ihr uns im Weg stehen, aufgrund solcher materiellen Dinge?

 

Wenn man in die Geschichte blickt und sich einige übertriebene Brautgaben ansieht, so sieht man z.B. die Brautgabe von Zabida der Frau von Harun al-Rashid, welche eine Milionen Dinar betrug und das war nicht alles! Sie wollte noch ein Kleid aus Rubinen. Harun al-Rashid schaute sie an und fragte: wie bitte? Sie sagte: ich möchte ein Kleid aus Rubinen.

 

'Abda, die Tochter von Abdullah ibn Yazid ibn Muawiyah, ihr Kleid war voller Rubinen und anderen wertvollen Steinen. Nun, ihr Kleid wurde geklaut und so nutzte Harun al-Rashid 'Abdas Kleid als Brautgabe für Zabida der Tochter von Abu Jafar und heiratete sie. In den Überlieferungen heißt es, dass als der Maamum Bawran heiraten wollte, sie das Gold des gesamten Palastes als Brautgabe verlangte.

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  • 4 Wochen später...

#salam#

 

Schade, dass der letzte Teil noch nicht erschienen ist, aber Inschaallah kann dieser Teil bald auch folgen? Ich denke, an der Verfahrensweise der Ahl ul Bait #as# kann man genau erkennen welchen Sinn die Brautgabe genau hat und wie hoch sie am Besten sein sollte.

 

Wie vielleicht schon viele von euch wissen, beträgt im Islam eine empfohlene Brautgabe maximal 500 Dirham.

 

Besitzt ein Mann dennoch so viel Vermögen, dass er seiner zukünftigen Frau eine höhere Brautgabe schenken möchte (weil er es will und nicht weil sie oder die Eltern oder beide es voraussetzen), gibt es hier einen Fall, der klar verdeutlicht, ab welchem Betrag eine Brautgabe viel zu hoch ist:

 

Imam Khamene'i selbst legt großen Wert auf die Einfachheit des Hochzeitsritus und darauf, daß beispielsweise die Mehr (islamische Hochzeitsgabe des Bräutigams an die Braut) nicht übertrieben, und damit zum Hindernis für Heiratende wird. Ein zum Islam konvertierter österreichischer Bruder wollte mit seiner muslimischen Braut von Imam Khamene'i getraut werden. Nach einer Wartezeit kamen sie an die Reihe und flogen in den Iran; schließlich möchten unzählige Paare von Imam Khamene'i getraut werden. Im Vorzimmer von Imam Khamene'i, so erzählte es der Bruder, erkundigte sich ein Sekräter des Imams über die vereinbarten Details und die vereinbarte Mihr. Der österreichische Bruder hatte in seiner hohen Wertschätzung und als Zeichen seines großen Respektes in Anlehnung an die Zahl der Suren im Qur'an 114 Goldstücke mit seiner zukünftigen Ehefrau vereinbart.

 

Als der Sekretär dieses hörte, schreckte er auf und wies das Brautpaar darauf hin, daß Imam Khamene'i die Trauung unter diesen Umständen nicht durchführen würde. Das überraschte Paar fragte nach dem Grund und erfuhr, daß die vereinbarte Höhe der Mehr ein Hindernis für weniger bemittelte Gläubige darstellen würde, und Imam Khamene'i Tendenzen zu übertriebenen Heiratsgeschenken entgegentreten möchte. Beeindruckt von der Argumentation vereinbarte das Hochzeitspaar, das auf jeden Fall die Ehe mit dem Gebet von Imam Khamene'i beginnen wollte, an Ort und Stelle die Zahlung auf 14 Goldstücke (die maximal von Imam Khamene'i akzeptierten Menge) zu reduzieren. Die eins vor der 14 bei 114 konnte im bereits aufgesetzten standesamtlichen Heiratsvertrag leicht eliminiert werden, und schließlich entspricht die 14 der Zahl der Reinen des Hauses des Propheten (Ahl-ul-Bait). So konnte die Trauung doch noch durchgeführt werden, und das Brautpaar konnte seinen Lebensweg mit der gesegneten Trauung durch den höchsten Geistlichen der Zeit beginnen. Aus: Imam Khamenei, von Dr. Yavuz.

 

Ein Goldstück ist 8,43 g schwer. D.h. 14 Goldstücke betragen 118,02 g.

Die Beispiele, über Forderungen in Millionen Höhe als Brautgabe, sind daher irreführend, denn da geht der Leser davon aus, dass erst ab solch einem Betrag, die Forderung als schlecht gegolten werden kann.

 

Im Islam ist eine Ehe im jungen Alter sehr empfohlen. Der heilige Gesandte #sas# sagte: „Der Teufel eines jeden jungen Mannes, der am Anfang seiner Jugend heiratet, wird jammern und es zutiefst bedauern, dass dieser (junge Mann), dadurch 2/3 seines Glaubens vor Satan geschützt hat.“ Bihar-ul-Anwar, vol. 103, S. 221

 

Der Prophet #sas# hat gesagt: „O ihr Jugendlichen! Falls jemand von euch die Möglichkeit hat zu heiraten, dann soll er es tun. Es ist gut für eure Augen (hindert das Starren auf andere Frauen) und schützt euren geheimen Teil (fromm zu bleiben).“ Mustadrak Wasa'il-ush Shi'ah, vol.14, S.153

 

Ein junger Mann, der vielleicht grade in seinem Studium ist, muss jetzt neben den üblichen finanziellen Aufbringungen wie eine Wohnung einrichten, eine islamische Hochzeitsfeier veranstalten und sonstige grundlegende Ausgaben darbringen, auch noch eine Brautgabe zahlen die weit über 14 Goldstücke geht? Wofür? Damit der Ehemann verschuldet in die Ehe geht? Ist das der Sinn der Ehe? Der edle Prophet Muhammad #sas# sagte: „Je günstiger die Brautgabe, desto größer ist der Segen dieser Heirat.“ Kanz-ul-'Ummal, vol. 16, p. 299

 

Jeder der sich heute bemüht seinen Unterhalt halal zu verdienen, nicht durch Schwarzarbeit oder durch verbotene Tätigkeiten, weiß wie schwer es ist (wenn überhaupt möglich), bei all den Ausgaben die man hat, auch noch so eine Hohe Summe anzusparen.

 

Vielleicht versteht man jetzt denn Sinn, warum eine empfohlene Brautgabe bei maximal 500 Dirham liegt und warum Imam Khamenei eine Brautgabe ab 14 Goldstücke ablehnt.

Der Imam lehnt es ab, dass 2 ihren Glauben vervollständigen, wenn die Brautgabe 14 Goldstücke übersteigt.

Eine Ehe, dessen Vorzüge hier nachzulesen sind, wird vom Imam, unserem Vorbild, abgelehnt, wenn sie die zuvor genannte Summe übersteigt. Aba Abdullah Jaafar al-Sadiq #as# : „Der heilige Prophet gab seine Tochter Fatima für eine Rüstung, dessen Preis ca. 30 Dirham ausmachte, zur Heirat mit Ali.“ Wasa'il-ush Shi'ah, vol. 21, p. 251

 

Der Prophet Muhammad ibn Abdullah #sas# hat gesagt: „Die vortrefflichen Frauen meiner Gemeinschaft sind diejenigen, die je hübscher ihre Gesichter, umso günstiger ihre Brautgaben.“ Bihar-ul-Anwar, vol. 103, p. 236

 

Abal-Zahraa Muhammad #sas# sagte: „Heirate und sei es mittels eines Eisenrings (als Brautgabe).“ Kanz-ul-'Ummal, vol. 16, p. 321

 

 

Und wie eine Schwester schon bereits hier im Forum schrieb:

 

„... ich finde es auch nicht gut wenn man mit der brautgabe übertreibt.. denn verschwendung ist überhaupt nicht gut

und nichts womit man prahlen sollte.. man sollte sich eher schämen..“

 

 

Imam Ali #as# sagte: ,,Wo es Gier gibt, da gibt es keine Gesundheit."

 

#salam#

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