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Mohamad A.

Finde deine eigenen Fehler bevor du bei anderen nach Fehlern suchst

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Finde deine eigenen Fehler bevor du bei anderen nach Fehlern suchst

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Um die Perfektion anzustreben, besitzt der Mensch die Fähigkeit, seinen eigenen spirituellen Zustand zu begutachten bzw. zu untersuchen. Durch ein Einblick in sein „Inneres Ich“, richtet er seinen Blick auf seine eigenen Mängel, Fehler oder auch moralischen Schwächen. Mittels dieser Selbsterkenntnis, ist er folglich im Stande all die Wurzeln der schlechten Eigenschaften, die er sich im Laufe der Zeit aneignete, zu beseitigen.

 

Nach Ansicht der Gelehrten ist die Diskussion hinsichtlich der Selbsterkenntnis dermaßen wichtig, dass sie folgendes darüber sagen:

Die Person, die es sich wünscht, die Ketten der Unreinheit (Sünden) von sich zu nehmen und sich vor den negativen Auswirkungen, die die spirituellen Mängel (Fehler) verursachen, zu schützen, muss nicht nur über diese Probleme in gewissen Zeiten ihres Lebens nachdenken, sondern sie sollte sich eher über diese jeden Tag, während ihres hektischen Zeitplans, Gedanken machen.

 

Sobald sie eine ruhige und friedvolle Zeit vorfindet, muss sie sich hinsetzen, ein Stück Papier zur Hand nehmen und all die Handlungen
niederschreiben
, die sie an diesem Tag ausübte, ohne Partei zu ergreifen (ehrlich in der Beurteilung sein) und muss alle diese Taten überprüfen. Sollte sie einiges vorfinden, welches ausgeübt wurde, jedoch nicht vorbildlich war, so muss sie folglich beschließen den jeweiligen Akt nicht mehr zu wiederholen.

Shiitische Quelle: Ayatullah Jafar al Subhani, Tafsir zur Surah al Hujarat, Vers 11

 

Manchmal müssen sich Menschen ihre eigenen Taten vor Augen führen, um zu verstehen, wie sie vieles doch falsch machten. Genau deshalb ist es sinnvoll unsere Taten auf ein Stück Papier niederzuschreiben. So lernen wir unsere Seele kennen (die Selbsterkenntnis) und wissen wo unsere Schwächen liegen. Dies wiederum verleitet uns dazu nachzudenken. Menschen, die die Perfektion beanspruchen möchten, nutzen diese Gedankengänge wiederum dafür, um Besserung zu geloben.

Amir al-Mu2minin Ali ibn Abi Talib (as) sagte:
Für jede vernünftige Person ist es verpflichtend, gewissenhaft nach ihren Schwächen hinsichtlich der Religion, ihrer Gedanken, ihrer Benimmregeln[...]Ausschau zu halten und sie sollte entweder diese (Schwächen) in ihrem Herzen verzeichnen oder sie
niederschreiben
und sich dementsprechend bemühen, all diese (schlechten Eigenschaften) von sich zu beseitigen.

Shiitische Quelle: Ghurur al-Hikm, Seite 559

 

[1] Jene, die bei anderen nach Fehlern suchen, ihren eigenen Zustand jedoch missachten

 

Nun gibt es jedoch auch Menschen, die unaufhörlich nach Fehlern bei anderen suchen. Förmlich versuchen sie die Vorhänge zu öffnen, die die Fehler und Schwächen anderer bedecken und sie haben Freude daran, die Fehler anderer herauszupicken und zu verbreiten. All dieses tun sie, da sie eine gewisse Unterlegenheit in der Gesellschaft verspüren. Um die eigene Unterlegenheit gegenüber den Anderen zu bekämpfen, suchen sie nach ihren Schwachpunkten (geheime Sünden etc.), um sie anderen wiederum weiterzuerzählen. Somit beabsichtigen sie die Stellung und das Ansehen ihres Opfers in der Gesellschaft zu zerstören.

 

Bezüglich solcher Persönlichkeiten, die dermaßen vorgehen, sagte Imam Muhammad ibn Ali al-Baqir (as) folgendes:
Gügendend sind von einer Person die eigenen Schwächen (Fehler, Mängel), statt das sie versucht die Fehler anderer Menschen herauszupicken und nach ihnen zu suchen, wobei sie selbst doch diese gleichen Fehler mit sich trägt (und sie wohl möglicherweise nicht erkennt).

Shiitische Quelle: al-Kafi, Band 2, Seite 459

 

Jene, die ihre Energien dafür investieren, um das Schlechte bei ihrem Gegenüber zu finden, sollten diese Energien lieber für ihr „eigenes Ich“ nutzen. Sie sollten ihre eigenen Seelen erkennen, um folglich ihre Fehler beseitigen und sich bessern zu können, statt andere Seelen zu jagen, mit der Absicht sie vor der Öffentlichkeit zu entblößen. Würden sie all diese Energien, die sie für diese schlechte Tat aufopfern, für ihr „eigenes Ich“ aufwenden, so könnte man sich vorstellen, welch eine Glückseligkeit sie erlangen würden.

 

Unsere Imame tadeln derartige Personen wie folgt:
Die Person, die sich damit beschäftigt nach den Fehlern anderer zu suchen, sollte zuerst damit anfangen, nach ihren eigenen Fehler Ausschau zu halten.

Shiitische Quelle: Ghurur al-Hikm, Seite 659

 

Die Gefahr hinsichtlich solcher Personen, die mit dieser schlechten Eigenschaft bestückt sind, besteht darin, dass sie die inneren Geheimnisse anderer Menschen in der Gesellschaft bekannt machen (wie Sünden, die im geheimen praktiziert werden). So ist dementsprechend keiner vor ihnen sicher. Dies ist auch der Grund weshalb es uns Imam Ali (as) verboten hat, mit diesen Leuten in Kontakt bzw. in einer engeren Beziehung zu stehen. Sie würden nämlich aus Eifersucht bei jedem Fehler finden bzw. hinzu erdichten:

 

Imam Ali (as) sagte:
Ich warne euch davor eine Beziehung mit Leuten zu pflegen, die nach Fehlern bei anderen suchen, da wahrlich keine einzige Person existiert, die vor solchen Menschen sicher sein wird.

Shiitische Quelle: Ghurur al-Hikm, Seite 148

 

Im Islam ist es verboten die Fehler (Sünden) einer anderen Person in der Gesellschaft preiszugeben. Nehmen wir mal beispielsweise an, dass ein Mensch zu Hause im geheimen Alkohol trinkt, so ist es verboten, vor diesem Menschen zu warnen oder hinter seinem Rücken mit anderen Menschen über seine Sünde zu sprechen. Dies würde dann als Ghiba (üble Nachrede) gelten. Es gilt in diesem Fall die Ehre eines Muslims zu wahren. Würde er diesen Fehler jedoch öffentlich begehen und mit einer Alkohol Flasche in der Öffentlichkeit umher wandern, so dürfte man wiederum gegen ihn warnen, da er seine Sünden nicht mehr geheim halten würde und somit wohl möglich andere Menschen zu dieser schlechten Tat verleiten könnte.

 

Menschen die bei anderen nach Fehlern suchen, beachten derartige Grundregeln nicht und verfolgen das alleinige Interesse, ihre Opfer in der Gesellschaft schlecht darzustellen.

 

[2] Fehler mit Aufrichtigkeit aufzuzeigen ist nicht zu vergleichen mit der Fehlersuche

 

Nach all dem Besagten sollte man jedoch nun eins nicht verwechseln. Das Herauspicken der Fehler von anderen Menschen in der Anwesenheit anderer, sowie auch die Beschimpfung hinsichtlich ihnen, ist eine Sache. Wiederum ist die Betreuung von Menschen und das Aufzeigen des richtigen Weges, indem man ihnen ihre Fehler zeigt bzw. sie darauf hinweist, eine andere.

 

Das Herauspicken von Fehlern (die Suche nach Fehlern) bei anderen Personen gilt als eine unsittliche Eigenschaft, währenddessen sie auf den wahren Weg zu führen, indem man sie über ihre eigenen Defizite informiert, beispielsweise mittels eines Ratschlags, als religiöse und menschliche Verantwortung gilt. Deshalb obliegt es jeder gläubigen Person, seinem Mitmenschen vor einem schlechten Ende im Jenseits (dem jüngsten Tag) zu wahren.

 

Menschen auf ihre eigenen Mängel hinzuweisen, ist dermaßen wichtig und nützlich, sodass Imam Jafar ibn Muhamad al Sadiq (as) dies als das größte Geschenk bestimmte, dass eine Person einer anderen überreichen kann:

 

Imam Jafar al Sadiq (as) sagte:
Möge Allahs Barmherzigkeit auf der Person weilen, die mir ein Geschenk macht, indem sie mich auf meine eigenen Fehler und Mängel hinweist.

Shiitische Quelle: Tuhaf al-`Uqul, Seite 366

 

Zusätzlich sagte Amir al Mu2mineen Ali ibn Abi Talib (saws):
Lasse die beste Person in deiner Bewertung (Einschätzung) jene Person sein, die dich auf deine Fehler und Mängel hinweist und sie dir als Geschenk präsentiert.

Shiitische Quelle: Ghurur al-Hikm, Seite 558

 

In aufrichtigerweise muss man sein Gegenüber auf das Fehlverhalten aufmerksam machen. Man muss der Person zu verstehen geben, weshalb die ausgeübte Tat falsch ist, zu was sie führen könnte und warum sie zu unterlassen ist.

 

Menschen, die jedoch bei anderen nach Fehlern suchen, geben die Fehler anderer in der Öffentlichkeit preis (was nicht erlaubt ist im Islam) und wünschen sich nicht ihre Rechtleitung, sondern eher ihren Untergang.

[3] Schlussfolgerung

[49:11]...Und macht euch nicht gegenseitig schlecht...

Wir sollte nach unseren eigenen Fehlern suchen, statt andere auszuspionieren, um ihre Fehler zu finden. Wir müssen uns unsere Schwächen eingestehen, statt diese mit dem Vorwand zu rechtfertigen, dass andere Menschen ja auch Fehler begehen, denn Menschen, die wissen, dass sie Fehler begehen, suchen zumeist bei anderen die Fehler, um ihre eigenen rechtzufertigen. Sie meinen mit diesem Verhalten ihre spirituelle Unterlegenheit gegenüber den anderen ausgleichen zu können. Und genau dieses Verhalten wird ihnen am Jüngsten ein schlechtes Ende bereiten.

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Zusammengefasst von: Mohamad.A

Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com

 

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