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Mohamad A.

Die völlige Hingabe bzw. Zuwendung des Verstandes und Herzens während des Gebets

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Die völlige Hingabe bzw. Zuwendung des Verstandes und Herzens während des Gebets

 

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Alternativ auch hier zu lesen: http://shiat-mohamad.blogspot.com/2012/03/die-vollige-hingabe-bzw-zuwendung-des.html

 

Wie wichtig ist die völlige Hingabe bzw. Zuwendung während des Gebets? Was ist der Lohn eines Gebetes, in welchem die angesprochenen Punkte (Hingabe und Zuwendung) berücksichtigt werden? Lesen wir hierzu die Erklärungen von einem Vorreiter der shiitischen Gelehrten, nämlich Allahmah al Majlisi.

 

Allamah al Majlisi sagt:
Von den Bedingungen des Gebetes gilt eine als die zumeist wichtigste Bedingung, nämlich die totale Hingabe und Zuwendung des Herzens. Denn wenn keine Ergebenheit (Demut) und Furcht (Angst) vor Allah (Khuzu wa Khushu) während des Gebetes besteht, so bleibt es wirkungslos. Ja, sogar kann solch ein Gebet dem Betenden eine Bestrafung zukommen lassen. (Als Beispiel) Wenn sich eine Person mit dem König unterhält, sie jedoch mit ihrem Verstand woanders ist und der König es bemerkt, dass sein angesprochenes Thema nicht die volle Aufmerksamkeit des Gegenübers hervorbringt, so bestraft er möglicherweise die Person, aufgrund ihres Mangels an Aufmerksamkeit.

 

Ergebenheit des Herzens bedeutet, dass das Herz während des Gebets die volle Aufmerksamkeit seinem Schöpfer widmet. So sorgt die (betende) Person dafür, dass sich ihr Körper und Verstand völlig dem Herzen unterwerfen. Sobald dieser Zustand im Gebet erlangt wird, werden selbst die Gebete, die von der Person allein verrichtet (Furada Gebete) werden, im hohen Maße bewertet.
Wohl möglich könnte sie auch den Lohn eines Gemeinschaftsgebetes erlangen, da das Herz in diesem Fall die Rolle des Führers (Imams, Vorbeters) des Gemeinschaftsgebetes übernimmt und die verschiedenen Teile des Körpers des Betenden die Befolger (des Imams, Vorbeters) darstellen.

 

Sobald sich die Stärke des Glaubens erhöht, erhöht sich auch im gleichen Maße die Ergebenheit (Hingabe) des Herzens. Deshalb ist die Ergebenheit des Herzens von den Unfehlbaren Personen aus der Familie des Propheten (die Ahlulbayt) von höchster Natur. Beispielsweise fingen die Glieder und die verschiedenen Teile des Körpers von Imam Ali (as) förmlich an zu zittern, während er dem Gebet nachging:

 

So fragte ihn jemand: O Ali! Ist es etwa nicht der gleiche Körper, der die Festung von Khaibar einnahm und eigenhändig das unbezwingbare Tor der Festung (vom Boden) entriss? Imam Ali (as) antwortete: Kein Zweifel! Dies ist der gleiche Körper, jedoch solltest du wissen, dass ich mich in diesem Moment auf dem Weg befinde die wichtige Verantwortung (Ladung) zu tragen, die selbst vom Land, den Himmeln und den Bergen abgelehnt wird zu tragen.

 

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von al Majlisi, Seite 33

 

[1] Soviel Hingabe dein Herz Allah (swt) schenkt, soviel Lohn bekommt es auch

 

Allamah al Majlisi erwähnt des Weiteren einen Hadith, der wie folgt lautet:

 

Imam Mohamad al Baqir (as) sagte:
Einige Verehrer verrichteten Gebete mit ''ein drittel'' Hingabe des Herzens, einige andere mit ''ein viertel'' und wiederum andere mit ''ein fünftel''. Die Engel werden den Lohn für die Gebete nur in dem Maße niederschreiben, sowie das Herz des Betenden auch an Hingabe zeigt. Deshalb ist es empfohlen, dass die Menschen, neben ihren Pflichtgebeten, so viele Zusatzgebete wie möglich verrichten sollten.

 

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von Al Majlisi, Seite 33-34

 

 

So sollte man stets aufpassen, dass die Hingabe des Herzens im Gebet bestehen bleibt, so wie es der shiitische Gelehrte al Majlisi mit der folgenden Überlieferung andeuten möchte:

 

Imam Jafar al Sadiq (as) sagte: Sobald die Aufmerksamkeit einer Person während ihres Gebets davon schwindet, sagt Allah (swt): O mein Geschöpf! Ist da irgendein Gott größer als ich, zu dem du deine Aufmerksamkeit gelenkt hast? Daraufhin beachtet Allah (swt) den Mangel an Aufmerksamkeit noch drei Male und schenkt ihr (der betenden Person) keine Aufmerksamkeit mehr.

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von Al Majlisi, Seite 34

[2] Ein Beispiel, wie die Ahlulbayt (as) ihrem Herrn Aufmerksamkeit schenkte

 

Die Mitglieder der Ahlulbayt (as) nahmen sich ein Beispiel an ihrem Führer, dem Propheten Mohamad (saas). Während des Gebets schenkten sie ihrem Herrn eine unbeschreibliche Aufmerksamkeit, die sich selbst nach außen hin bemerkbar machte:

 

Abu Ayyub berichtet von Mohamad al Baqir (as):
Sobald sich Imam Jafar al Sadiq (as) zum Gebet aufmachte, färbte sich die Farbe seines roten Gesichtes in eine gelbe und es erweckte oft den Eindruck, dass er von Angesicht zu Angesicht gegenüber Allah (swt) stand, beschäftigt damit mit Allah (swt) zu sprechen.

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von Al Majlisi, Seite 36

 

 

Auch wird in einer anderen Überlieferung folgendes berichtet:

 

Sobald Imam Hassan (as) die Gebetswaschung vollzog für das Gebet, zitterte sein Körper und die Farbe seine Gesichts färbte sich gelb. Die Menschen befragten ihn über den Grund dieser Veränderung. Er antwortete: Es ist für jeden Betenden wichtig, dass, wenn er sich darauf vorbereitet die Anwesenheit mit seinem Herrn zu teilen, er an seine Größe und Allmacht denkt. Aufgrund dieses Gefühls wird sich das Gesicht der Person gelb färben und ihr Körper wird zittern.

 

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von Al Majlisi, Seite 34

 

 

Auch wird folgendes berichtet:

Es wird gesagt, dass, nachdem Imam Zain ul Abideen (as) seine Waschung vollendete, sein Körper zu zittern begann und sein Gesicht gelb wurde. Sobald er von den Menschen darüber befragt wurde, pflegte er immer zu sagen: Kennt ihr etwa nicht den großartigen Schöpfer, vor dem ich meine Gebete halten werde?

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von Al Majlisi, Seite 34

 

 

Auch sagt Imam al Baqir (as) über Imam Zain al Abideen (as) folgendes:

 

Imam Baqir sagte:
Imam Zayn al Abideen (as) pflegte es 1000 Rakat der Gebete zu verrichten, in einem Zeitraum von einem Tag und einer Nacht. Als er sich erhob zum Gebet, färbte sich die Farbe seines Gesichtes und es schien so, als ob er wie eine hilflose Person vor einem großen König stehen würde. Sein gesamter Körper zitterte, was den Eindruck erweckte, als würde er sein letztes Gebet verrichten. Sobald er über seinen Zustand während des Gebets befragt wurde, erwiderte er mit den Worten, dass man sich dem großen Schöpfer in angemessener Form präsentieren sollte.

 

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von Al Majlisi, Seite 35

[3] Die Ahlulbayt vergaß ihre Umwelt, während des Gebets

 

Wenn man mit solch einer Aufmerksamkeit das Gebet antritt, befindet man sich in einer spirituellen Welt, die nur einen Gedanken mit sich bringt, Gott! So ist es wenig verwunderlich, dass der Prophet Mohamad (saas) und seine Familie, die Ahlulbayt (as), während des Gebets nur Gott wahrnahmen. Die folgenden Beispiele, von denen unzählige existieren, geben uns nur einen Hauch von dieser Spiritualität während des Gebets wider:

 

Al Majlisi berichtet in seinem Werk Ayn ul Hayat:
Eines Tages war Imam Zain ul Abideen (as) in seinen Gebeten vertieft, während Imam Muhamad al Baqir (as), der noch ein Kind zu dieser Zeit war, in den Brunnen (Quelle) ihres Hauses fiel. Seine Mutter fingt an zu schreien: O Sohn des Propheten (saas)! Mohamad al Baqir (as) ist in den Brunnen (Quelle) gefallen. Jedoch führte Imam Zaynul Abideen (as) trotzdem seine Gebete fort. Die Mutter von Imam Mohamad al Baqir (as) lief zwischen dem Geländer des Brunnens (Quelle) und dem Gebetsplatz von Imam Zain ul Abideen (as) umher. Als Imam Zain ul Abideen (as) mit seinem Gebet fertig war, ging er zum Brunnen (Quelle) und befreite seinen Sohn, der noch gesund und munter war. Der Imam sagte zu seiner Frau: Du weißt, dass ich mich im Gebet vor meinem Herrn befand. Wäre er gegenüber mir unzufrieden, so würde die Konsequenz gravierend sein. Unsere Absicht ist es, die Gefälligkeit unseres Herrn zu erlangen[...].
Es herrschte kein Grund für mich, mir über die Sicherheit meines Sohnes sorgen zu machen. Denn ich war anwesend vor meinem Herrn mit der vollen Hingabe meines Herzens und schenkte in diesem Moment den Haushaltsangelegenheiten keine Beachtung.

 

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von al Majlisi, Seite 33

 

 

Ein anderer kurzer, jedoch aussagekräftiger Bericht lautet wie folgt:

Ebenfalls berichtet Al Majlisi:
Eines Tages fing das Haus von Imam Zain ul Abideen (as) Feuer und die Nachbarn löschten es. Der Imam hatte diesen Vorfall gar nicht bemerkt. Als die Menschen ihn über den Grund dessen befragten (weshalb er nichts bemerkte), antwortete er:
Ich war beschäftigt damit ein anderes Feuer zu löschen (beim Gebet).

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von al Majlisi, Seite 36

[4] Schlussfolgerung

 

Während wir uns auf Treffen mit unseren Mitmenschen vorbereiten, ihnen zuhören und Aufmerksamkeit schenken, schwinden genau diese Eigenschaften, wenn es um unseren Schöpfer geht. Erstaunlich ist es, wie Menschen heutzutage Gedichte in voller Betonung vortragen und förmlich jedes rezitierte Wort mit Gesten wiedergeben, das Gebet jedoch wie ein Aufsatz runter rattern, den Punkt setzen und am Ende des Tages dafür eine gute Note verlangen (Lohn von ihrem Herrn). Bemerkenswert ist es, wie viele Worte Menschen verschwenden, während sie sich über Not und Elend des Lebens beklagen, wenn sie jedoch mal mit einer Gabe (Gesundheit, Nahrung, Geld) beschenkt werden, nur einen kurzen Dank aussprechen (Allah swt. kaum beachten).

 

So stellt sich die Frage, wen betet der Mensch heutzutage überhaupt an? Sind es seine Mitmenschen und Bedürfnisse? Oder ist es doch der allmächtige Herr?

 

Autor: Mohamad.A

 

Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com

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