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Mohamad A.

Erwidere die schlechte Tat mit einer guten, auch wenn dein Gegenüber ein Nicht-Muslim sein mag

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Erwidere die schlechte Tat mit einer guten, auch wenn dein Gegenüber ein Nicht-Muslim sein mag

 

Die gute Tat mit einer Guten zu erwidern, gilt als ein Grundprinzip im Islam, unabhängig davon welcher Religion dein Gegenüber angehört [siehe hier]. Diesmal jedoch möchten wir aufzeigen, wie der Koran vorgibt, selbst die schlechte Tat mit einer Guten zu erwidern. Folgende Verse stehen hierbei zur Diskussion:

 

[23:96] Wenn dir Schlechtes getan wird, erwidere es mit einer guten Tat! Wir wissen genau, was sie erdichten.

 

[41:34] Nicht gleich sind die gute Tat und die schlechte Tat. Wehre mit einer Tat, die besser ist, (die schlechte) ab, dann wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft besteht, so, als wäre er ein warmherziger Freund.

 

Ohne Zweifel gehört nämlich diese Art der Gegenreaktion zu den exzellenten Eigenschaften eines Menschen. So muss der Mensch eine lange spirituelle Reise auf sich nehmen, die es ihm ermöglicht zu lernen was es heißt, geduldig zu sein und die Flamme des Zornes in seinem Herzen auszulöschen. Doch was bringt es uns, wenn wir das Schlechte mit dem Guten erwidern?

 

Mache Feinde zu Freunden, um sie zu Gott einzuladen, lautet hier das Motto. Es ist die beste Lektion für dein Gegenüber. Denn Schmutz mit Schmutz zu bekämpfen, kann zu nichts Nützlichem führen. Folglich könnte deine vorbildliche Reaktion die Feindschaft versiegeln und das Tor zur Freundschaft öffnen. Denn es ist nämlich so, dass jene Menschen, die dir etwas Schlechtes antun, davon ausgehen, dass du mit Rache bzw. Vergeltung antwortest, wie beispielsweise wenn sie dich beleidigen. Doch tust du das Gegenteil, indem du ihnen etwas Gutes erwiderst, löst dies einen "Schock" bei ihnen aus. Du weckst, aufgrund deines guten Umgangs, wohl möglich ihr Gewissen, gefolgt von Gewissensbissen bzw. Schuldgefühlen. Oft ändern sie dann ihre Haltung dir gegenüber, gefolgt vom Respekt oder einer wohl möglichen Freundschaft.

 

All das Besagte, wurde vom Propheten Mohamad (saas) und seiner Familie, der Ahlulbayt (as), im perfekten Maße verkörpert. Es folgen kurze Beispiele.

 

[1] Der Prophet Mohamad (saas), ein Paradebeispiel dieses Prinzips

 

Es heißt, dass die Art und der Charakter des Propheten Mohamad (saas) die Menschen dazu verleiten ließen zum Islam zu konvertieren. Dementsprechend ist es wenig verwunderlich, dass der Koran den Propheten Mohamad (saas) wie folgt beschreibt:

 

[68:04] Und gewiß, du verfügst doch über einen vortrefflichen Charakter.

 

Eine schlechte Tat zu vergeben bzw. sie mit einer guten Tat zu erwidern, zeugt ohne Frage von einem guten Charakter. Deshalb rief der Prophet Mohamad (saas) auch stets dazu auf, siehe folgende Überlieferung:

Ali ibn Ibrahim berrichtet von seinem Vater, von ibn abu ‘Umayr, von ‘Abdallah ibn Sinan, von abu ‘Abd Allah (as), der folgendes erzählte:
Der Gesandte Allahs (saas) sagte in einer Predigt: Soll ich euch sagen, was die beste Fähigkeit der Geschöpfe, bezüglich dieser Welt und auch der Nächsten, ist? Es ist die Vergebung, bezüglich jener, die euch mit Ungerechtigkeit begegnen, gute Beziehungen mit jenen zu schaffen, die euch ignorieren, jenen einen Gefallen zu tun (Gutes zu tun), die euch verletzen und jenen etwas zu geben, die euch etwas vorenthalten (geizig zu euch sind).

Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 107

Haditheinstufung: Al Majlisi, Hassan kal Sahih (gut, wie ein authentischer Hadith), Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 192

 

 

Hielt sich der Prophet Mohamad (saas) denn selbst an dieses Konzept? Es folgen nun einige krasse Beispiele, die uns aufzeigen, wie er eine schlechte Tat mit einer guten erwiderte:

 

[a.] Vergebung der Jüdin, die ihn umbringen wollte

 

Muhammad ibn Yahya, von Ahmad ibn Muhammad ibn ‘Isa, von ibn Faddal, von ibn Bukayr, von Zurara, von abu Ja’far (as), der folgendes sagte:
Die jüdische Frau, die das Schaf vergiftete, um auch den heiligen Propheten zu vergiften, wurde an ihn herangeführt. Er fragte sie: Was veranlasste dich dies zu tun? Sie antwortete: Ich dachte mir, wenn er doch ein Prophet ist, dass dies ihn nicht schädigen würde und falls er ein König ist, die Menschen dann folglich vor seinem Ärger befreit wären. Der Gesandte Allahs vergab ihr.

Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 108

Haditheinstufung: Al Majlisi, Muwathak kal Sahih, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 196

 

 

[b.] Wahshi, jener, der den Onkel des Propheten Mohamad (saas) tötete

 

Hamza (ra) war ein enger Unterstützer des Propheten Mohamad (saas), der sich durch Frömmigkeit auszeichnete. Hind, die Frau von Abu Sufyan, befahl Wahshi entweder Prophet Mohamad (saas), Imam Ali (as) oder Hamza (ra) zu töten. Als dieser sich eingestand, dass er an den Propheten Mohamad (saas) und Imam Ali (as) nicht herankommen würde, entschied er sich auf einer hinterhältigen und abscheulichen Art und Weise Hamza (ra) zu töten, welches ihm schließlich auch gelang. Als letztendlich dem Propheten Mohamad (saas) die Kunde zueilte, dass sein Onkel Hamza (ra) getötet wurde, war er folglich zutiefst bedrückt über diesen herben Verlust, gefolgt von Wut gegenüber Wahshi. Doch nach einer Weile kam ein Gefährte zum Propheten Mohamad (saas) und sagte ihm, dass Wahshi den Islam annehmen wolle, gefolgt von der Frage, ob er diesem dann schließlich vergeben würde. Der Prophet entschied sich dafür diesem zu vergeben. Was passierte mit Wahshi? Wahshi wurde zu einem guten Muslim und pflegte es zu sagen: Ich werde und muss den Islam unterstützen sowie ich den Unglauben gegenüber dem Islam unterstützte. Wahshi leistete infolgedessen viel für den Islam und nahm auch an den Verteidigungskriegen der Muslime teil. Welch ein schönes Ende, eingeleitet vom Prinzip des Propheten ''Erwidere das Schlechte mit dem Guten''.

 

[c.] Habbar, jener, der Zeinab (as), die Tochter des Propheten Mohamad (saas) und ihr Kind tötete

 

Habbar gehörte zu den hartherzigsten Menschen aus Mekka und schürte seinen Hass gegenüber vielen Muslimen. Er war für den Tod von Zeinab (as) verantwortlich, der Tochter des Propheten Mohamad (saas). Sie war sehr fromm im Glauben und ähnelte dem Propheten sowohl vom Äußeren als auch vom Verhalten (ihre Mutter war Khadjia ra.). Habbar sorgte dafür, dass sie vom Sattel fiel, was wiederum dazu führte, dass ihr Kind in einer Fehlgeburt endete. Sie blieb nach diesem Vorfall krank, bis zu ihrem Tode hin. Der Prophet Mohamad (saas) wollte zuerst an Habbar Rache nehmen, aufgrund dieses Vorfalls und anderer Pläne, die Habbar gegen die Muslime schmiedete. Daraufhin kam ein Mann zum Propheten Mohamad (saas) und sagte zu ihm, dass er doch jedem vergeben habe und Habbar auch vergeben sollte, da der Prophet doch der zumeist vergebende mit dem edelsten Charakter auf Erden ist. Schließlich vergab der Prophet Mohamad (saas) auch Habbar. Auch hier sehen wir, wie der Prophet, bezüglich der Einladung zu Gott, auf Rache verzichtete, auch wenn es seine eigene Familie betraf.

 

[d.] Imam Hassan und der Syrer

 

Die Ahlulbayt des Propheten Mohamad (saas), damit ist seine Familie gemeint, ahmte ihn in allen Belangen nach. Imam Hassan (as), der Enkelsohn des Propheten Mohamad (saas), liefert uns ein außergewöhnliches Beispiel, wie aus Feinden Freunde werden können. Und dies allein wegen dem Prinzip ''Erwidere eine schlechte Tat mit einer guten'':

 

 

Ein Syrer kam nach Madinah. Er sah einen attraktiven Mann, der auf einem Kamel saß. Nachdem er sich über diesen Mann informierte, erfuhr er, dass es Imam Hassan (as) war. Er trat mit voller Wut hervor und sagte zu Imam Hassan (as): Bist du der Sohn von Ali ibn Abi Talib?

 

Er antwortete: Ja, ich bin der Sohn von Ali (as).

 

Er sagte: Du bist der Sohn einer Person, die ein Mushrik (Polytheist) war. Und er fuhr fort mit seinen verdorbenen Äußerungen, bis er müde wurde. Imam Hassan (as) verblieb still. Zu guter Letzt verfiel der Mann in Scham (er schämte sich). Der Imam sagte, während er seine Reue (Gewissensbisse) sah: Du siehst aus wie ein Reisender, bist du aus Syrien?

 

Ja mein Herr, antwortete er.

 

Imam Hassan (as) sagte: Wenn du einen Ort brauchst, um dort zu verweilen, so werden wir für dich sorgen. Wenn du Geld brauchst, so werden wir es dir geben. Falls du irgendwelche anderen Probleme haben solltest, so werden wir dir helfen.

 

Nicht nur war der Syrer beschämt, sondern auch sprachlos, aufgrund solch eines vorzüglichen Benehmens.

 

Folgende Worte äußerte der Syrer:

 

Nachdem ich das Glück hatte die Gastfreundlichkeit von Imam Hassan ibn Ali (as) zu genießen, fand ich seine Persönlichkeit sympathischer (liebenswerter) als jene, von irgendeiner andere Person in dieser Welt.

 

Imam Hassan gewährte auch Asam bin Mutlaq, ebenfalls ein Syrer, die gleiche Art der Gastfreundschaft, der sich wiederum auch zu seinen Anhängern zählen durfte.

Shiitische Quelle: Ayatullah Desteghayb zitiert diese Überlieferung in seinem Werk "Die größeren Sünden", aus dem shiitischen Werk Kashf ul Ghumma

 

[2] Schlussfolgerung

 

Der Islam ist eine barmherzige Religion, auch wenn es die Islamhasser nicht verstehen möchten. Es gilt für uns diese Paradebeispiele in unseren Alltag zu intergrieren, sei es bei Muslimen oder auch Nicht-Muslimen, besonders auch in diesen schwirigen Zeiten, in welchen die Medien einen Krieg gegen den Islam entfachen. Leider sind auch viele, sich zum Islam zählende, Menschen für diesen Krieg verantwortlich, da sie nur mit Gewalt überzeugen wollen, statt mit dem oben angesprochen Prinzip. Sie behaupten mit dem Koran und der Lebensweise des Propheten zu handeln, wobei sie in Wahrheit nur ihren Zorn als Wegbegleiter bestimmen.

 

Autor: Mohamad.A Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com

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Salam

 

Für mich persönlich,wird dies die schwerste Prüfung überhupt sein.Es gehört schon sehr viel Disziplin,Liebe zu ALLAH(swt),Glaube uvm. dazu schlechten Taten mit guten Taten gegenüber zutreten.

Wer dazu bereit ist,ist dem wahren Islam wohl sehr Nahe.

 

wasalam

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Salamu3aleikum liebe Schwester,

 

Du hast recht Schwester. Es ist sehr schwer, solch eine Ruhe auszustrahlen, sodass man im Stande ist, schlechte Taten mit guten "abzuwehren". Wir erleben es selbst unter Shiiten, dass bei einigen Themen die Emotionen schnell überkochen, sowie ist es dann erst mit deinen Emotionen wenn dich jemand beleidigt, dir deinen Besitz weg nimmt, oder gar jemanden aus deiner Familie tötet...

 

Es gibt Zeiten, wo man nicht verzeihen kann und dem Gegenüber aus dem Weg gehen sollte, was total gerechtfertigt ist. Beispielsweise wenn dein Gegenüber deine Verzeihung für schlechte Zwecke ausnutzt.

 

Jedoch gibt es auch Zeiten, wo man einfach die Kraft haben sollte eine schlechte Tat mit einer guten zu erwidern. Doch leider steht uns unser Zorn, den wir als Gegenreaktion auf eine schlechte Tat ausleben, öfters im Wege.

Imam Baqir (as) sagte:
Zorn und Wut ist die brennende Flamme des Feuers, die im Herzen des Menschen von Satan angefacht (angezündet) wird.

Shiitische Quelle: Bihar ul Anwar, Band 73, Seite 278

 

 

Wir müssen versuchen in vielen Situation diese Flamme auszulöschen und vorbildlich zu reagieren. Denn Dreck mit Dreck zu bekämpfen, zeugt vom geringen Menschenverstand, da man wissen sollte, dass nichts Nützliches daraus entspringen würde.

 

Ich kenne Menschen, die strahlen derartig viel Ruhe aus, sodass selbst wenn sie reden, mehr Ruhe zur Geltung kommt, als an einem verlassenen Ort.

 

Möge Allah (swt) derartigen Menschen diese Ruhe festigen und uns helfen, diese wunderbare Eigenschaft hinzu zu gewinnen.

 

Wa 3aleikum al Salam

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