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Fragen zur Gleichberechtigung von Mann und Frau


ovid2000
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Ich habe in der Suchfunktion bereits einige Beiträge gelesen. Ich kann aber dort nicht schreiben, da ich kein Muslim bin. Manche Beiträge haben mich aber zweifeln lassen, ob ich da eine repräsentative Meinung gelesen habe. Daher meine Frage: Wie steht ein gläubiger Schiit zu diesem Thema ?

 

Ich darf auf das Grundgesetz in Deutschland verweisen:

 

http://www.meinhard.privat.t-online.de/frauen/grundgesetz.html

 

Ich möchte nicht verhehlen, dass ich es als nicht tolerabel erachte, falls deutsche Staatsbürger sich nicht an das Grundgesetz gebunden fühlen.

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Bismillah

As-salamu 'alaikum,

 

nein, das ist absolut keine schwierige Frage. Eine kurze Information:

 

 

Die Muslime sind durch die islamischen Gebote zur Vertragstreue verpflichtet.

 

Was-salamu 'alaikum

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Nour-al-Zahraa

Salamu 3alaykum

 

Tut mir leid ich hatte diese Frage nicht gesehn, sonst hätte ich geantwortet. :D

 

Hier indiesem Thread geht es hauptsächlich um die frauen und ihre Pflichten und Rechte

Vielleicht hilft es dir etwas weiter :)

 

unter anderen habe ich da folgendes geschrieben gehabt

 

Imam Khomeini (ra) sagte: „Die Frau muss die gleichen Rechte haben wie der Mann. Der Islam betont die Gleichheit zwischen Mann und Frau. Er gibt beiden das Recht, über die Geschicke zu entscheiden und von sämtlichen Freiheiten Gebrauch machen zu können. Der Islam versah die Frauen mit Macht, er hat sie den Männern gleichgestellt, so dass diese gleichberechtigt sind wie diese. Allerdings betrifft eine Reihe von Anordnungen speziell die Frau, da sie für diese günstig sind und nicht etwa, weil der Islam zwischen Frau und Mann einen diskriminierenden Unterschied setzt. Hinsichtlich der menschlichen Rechte gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, denn beide sind Menschen. Und die Frau hat, ebenso wie der Mann, das Recht, Einfluss auf ihr Geschick nehmen zu können.“

 

 

http://www.shia-forum.de/index.php?/topic/52560-frauenpflichten-vs-frauenrechte/

Wasalamu 3alaykum

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salam.gif

 

Frau und Mann sind im Islam gleichberechtigt? Es kann sein, dass ich als Quereinsteiger ins Thema etwas verpasst habe, aber ich bin der Meinung, dass Mann und Frau nicht gleichberechtigt sind.

 

Einige Beispiele:

- Die Scheidung liegt in der Hand des Mannes.

- Die Frau muss nicht für die Unterkunft des Mannes Sorgen, aber umgekehrt.

- Die Frau mus mit 9 Jahren bereits anfangen ihre religiöse Pflichten nachzukommen, während der Mann es erst mit 15 (Mondjahren) muss.

 

Im Prinzip bedarf dieses Thema eine lange Diskussion, ich schildere euch meine Gedanken und bitte um eine Aufklärung, sollte ich irgendwo falsch liegen.

 

Wir müssen klar unterscheiden, zwischen Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Mann und Frau sind nicht gleichberechtigt, werden von Allah (swt.) aber gerecht behandelt.

 

Was ist nun besser?

 

Nehmen wir mal an, ich habe eine kleine Firma mit 5 Beschäftigten, die alle die selbe Aufgabe haben. Dann bekommt jeder Beschäftigt in der Regel auch den gleichen Gehalt.

 

Das ist Gleichberechtigung, ist das aber auch gerecht?

Ist es tatsächlch so, dass alle 5 Beschäftigten den gleichen Gehalt verdient haben?

Haben sie alle die gleiche Arbeit geleistet?

 

Das ist unmöglich!!

 

Und ebenso ist es unmöglich, dass Allah (swt.) so abrechnet, denn Allahs Waage ist sehr, sehr präzise.

 

Allah (swt.) würde jedes Sauerstoffatom, dass ein Arbeiter bei seiner Tätigkeit verbrennt, mit einberechnen.

 

Ferner, wir als Gläubige glauben daran, dass es nach dem Tod weitergeht, und deshalb kann man -als Gläubiger- nicht klar differenzieren zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Sollte ich im Diesseits benachteiligt werden, z. B. durch eine Behinderung, dann würde es mir nichts ausmachen, weil ich weiß, dass ich den Ausgleich dafür im Jenseits bekomme.

 

Um jetzt auf das Thema zurückzukommen: Allah gab der Frau Rechte/Pflichten, die der Mann nicht bekommen hat und gab dem Mann Rechte/Pflichten, die die Frau nicht bekommen hat. Somit kann man hier, meiner Ansicht nacht, nicht von GLEICHberechtigung reden. Gleichberechtigung von Mann und Frau ist auch völliger Unsinn, da Mann und Frau auch ziemlich unterschiedlich gebaut sind.

 

Das wäre ja so, als würde ich 2 Patienten mit unterschiedlichen Krankheiten den selben Wirkstoff geben.

 

Wenn man das jetzt auf die Ehe beschränkt, so würde ich zusätzlich sagen: "Die Rechte des Einen ergeben sich aus den Pflichten des Anderen."

 

Also, das ist meine Sicht der Dinge, von der ich eigentlich relativ überzeugt bin und die für mich auch logisch ist, aber man kann sich immer irren, deshalb freue ich mich darauf eure Meinung zu hören.

 

 

wa'salam

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Salam

 

Nun man muss aufpassen, dass man nicht Gleichberechtigung und Gleichheit verwechselt. Eine Gleichheit der Geschlechter ist ja grundsätzlich nicht gegeben, das ist nicht abhängig vom Islam.

 

Eine Gleichberechtigung sehe ich gegeben, wenn man mit einem bestimmten Verständnia herangeht. In Deutschland spricht man ja auch davon, dass die Frau grundsätzlich gleichberechtigt ist. Gleichzeitig ist es aber erwiesen, dass die Frau bspw im Beruf keinesfalls gleichgestellt ist (hier kommt die Unterscheidung zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung ins Spiel). Dann gibt es Gesetze, die der Mutterrolle Rechnung tragen (Mutterschutz usw), während die Vaterrolle des Mannes hier bedeutend weniger zum Tragen kommt (klar er kann aich in Elternzeit gehen, aber sowas wie gesetzlichen Vaterschutz gibt es ja nicht). Im Beruf verdienen Frauen immer noch weniger als Männer in vergleichbaren Positionen.

Ergo: Wir reden hier immer von Gleichberechtigung der Geschlechter, obwohl diese auch in westlichen Gesellschaften keineswegs gegeben ist.

 

Der Islam gewährt etwas, was sehr viel wichtiger ist als "Gleichberechtigung", Gleichstellung oder Gleichheit - nämlich die GleichWERTIGKEIT der Geschlechter. Frau und Mann haben den gleichen Wert vor Gott und in der Gesellschaft, wobei auch ihren natürlichen Veranlagungen Rechnung getragen wird. Mädchen sind im Geiste früher reif als Jungen, das erklärt das frühere Erreichen der religiösen Mündigkeit. Meist ist es die Frau, die sich um die familiären Belange sorgt, da ist es nur recht und billig, dass der Mann die Versorgerrolle übernimmt, so dass die Frau sich hier nicht sorgen muss. Wenn sie selbst arbeiten will, kann sie das tun, sofern ihr Mann einverstanden ist. Auch das ist nachvollziehbar, schließlich ist er für die Versorgung weiterhin allein verantwirtlich, während sie ihren Verdienst für sich allein behalten kann. Und das sind nur einige Beispiele.

 

So gibt eins das andere. In meinen Augen ist ein System, welches de facto vorhandene spezifische Faktoren berücksichtigt, sehr viel gerechter als eines, das behauptet, Gleichberechtigung zu gewährleisten, obwohl es diese nicht gibt.

 

Wassalam

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Nour-al-Zahraa

bismillah.gif

salam.gif

 

Frau und Mann sind im Islam gleichberechtigt? Es kann sein, dass ich als Quereinsteiger ins Thema etwas verpasst habe, aber ich bin der Meinung, dass Mann und Frau nicht gleichberechtigt sind.

 

 

#bismillah#

Salamu 3alaykum

Hat ja Auch keiner behauptet das sie gleichberechtigt sind ^^

 

Naja... 5er im großen und ganzen Stimm ich dir zu

Und das die Frau bereits mit 9Jahren ihre religiösen Pflichten antreten muss empfinde ich persönlich als Vorteil ^^ :D

 

Wasalamu 3alaykum

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Vielen Dank, vorerst. Niemand sagt, dass die Frauen im Westen gleichberechtigt sind. Aber wenn im Grundgesetzt diese Formulierung auftaucht, so ist sie natürlich als Zielformulierung zu verstehen und der Staat ist (ebenfalls nach dem Grundgesetzt) verpflichtet, Maßnahmen zu setzen, um das zu erreichen. Der Weg ist noch lange, aber er wird begangen.

 

Folgender Satz ist mir aufgefallen:

"Wenn sie selbst arbeiten will, kann sie das tun, sofern ihr Mann einverstanden ist."

 

Ich möchte daraf verweisen, dass auch im Christentum bis in die ersten Jahre des 20 Jahrhunderts, Frauen die Einwilligung der Männer benötigt haben, um arbeiten zu dürfen.

 

Dieser Satz ist eindeutig nicht in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz.

 

Hier wird oft von der "Gleichwertigkeit" gesprochen, vor Gott sind Mann und Frau gleich. Aber, sie werden mit unterschiedlichen Aufgaben betraut, weil sie auch unterschiedlich gebaut sind. Wer bestimmt denn diese unterschiedlichen Aufgaben? Vielleicht eine gleichberechtigte Kommission aus Männern und Frauen?

Wie mir scheint, sind die Gesetze der Religionen von Männern für Männer gemacht. Besonders gut im Christentum zu sehen, wo das finstere Mittelalter zu Hexenverbrennungen und Zuständen geführt hat, die bis heute nachwirken. Das sehr interessante Video habe ich mir angesehen, und sehe, dass offensichtlich große Unterschiede in den verschiedensten Ausformungen des Islam zu finden sind.

 

Meine Vermutung wurde bis jetzt bestätigt, dass sich auch die Shiitische Lehre in diesem Punkt nicht mit dem Grundgesetz deckt.

 

Wie seht ihr das? Wie kann man das vereinen? Ich möchte übrigens nicht verschweigen, dass sich die Haltung der Männer in vielen deutschen Ehen auch nicht mit dem Grundgesetz deckt. Nur können sich diese Männer nicht auf Gebote und Regeln ihrer Religion beziehen.

 

Ich sehe ein Dilemma. (Ein ähnliches Dilemma haben übrigens die orthodoxen Juden und die katholische Kirche im Bereich der Stellung von Mann und Frau beim Priesteramt und ähnlichem.)

 

 

Was den Vorteil betrifft, den Mädchen haben sollen, wenn sie bereits mit 9 Jahren ihre religösen Pflichten erfüllen müssen, erkenne ich den nicht. Sie werden früher geschlechtsreif, und damit wird verhindert, dass sie eine von der Religion unbeeinflusste Phase sexuellen Erwachens durchleben, welche möglicherweise zu einer kritischen Haltung zum Islam und seinen Geboten führen könnte.

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Fatima Özoguz

Hallo ovid

 

von absoluter Gleichberechtigung würde ich im Islam auch nicht sprechen, wohl aber von Gerechtigkeit. Definiert denn das Grundgesetz in irgendeiner Form, wie diese Gleichberechtigung auszusehen hat? Muss sie so gelebt werden, dass Rechte und Pflichte 100 % identisch sind? Dann wäre das in meinen Augen keine Gleichberechtigung, sondern schlicht ungerecht.

 

Würdest Du es denn auch als grundgesetzwidrig ansehen, dass der Mann seine Frau vollständig zu unterhalten hat, und zwar möglichst in dem Lebensstandard, den sie von ihrem Elternhaus aus gewohnt ist? So er das kann natürlich nur. Und zwar völlig unabhängig davon, ob sie vermögend ist oder nicht. Was die Frau selber verdient oder erwirbt durch Geschenk, Erbe etc. kann sie selber für sich behalten, während in deutschen bzw. in Familien, die den Islam nicht kennen oder leben, alles in einen Topf kommt und sie noch Rechenschaft ablegen muss, wenn sie sich was kaufen will. Den Löwenanteil im Haushalt hat sie meist auch noch zu bewältigen. Wie oft habe ich das in deutschen Familien gesehen und gehört.

 

Der Islam regelt das gesamte Leben. Islam bedeutet Ergebung in den Willen Gottes, möglicherweise für Dich als Atheist nicht leicht zu verstehen. Deswegen gibt es für uns überhaupt keine "von der Religion unbeinflusste Phase".

 

Imam Khamenei hat über die Berufstätigkeit der Frau Folgendes geäußert, dass ihre Hauptaufgabe in der Kindererziehung liegt, denn irgendwelche Jobs können auch andere übernehmen, aber die Mutter ist für ihre Kinder unersetzbar.

 

http://www.youtube.c...&v=KgjnqI8HztE#

 

Ich sehe in der deutschen Gesellschaft aber das krasse Gegenteil: Die Frauen halten sich in ihrem Job für nahezu unentbehrlich, aber vertrauen ihre Kinder irgendwelchen fremden Personen an, auch wenn sie noch klein sind. So sie überhaupt noch welche haben.

 

Was die Erlaubnis des Mannes angeht: Ich glaube, eine sehr große Differenz zwischen religiösem / konservativem Denken und der modernen westlichen Denkweise besteht darin, dass der Westen den Schwerpunkt auf die Entfaltung des Individuums legt, während wir mehr die Interessen des Kollektivs im Auge haben. Die Familie ist das kleinste Kollektiv, und das muss funktionieren. Der Mann kann auch nicht mehr alles tun oder lassen, was ihm gerade in den Sinn kommt, sondern er hat eine große Verantwortung.

Die Frau ebenso, denn sie ist die tragende Säule der Familie. Wenn jeder macht was er will, dann herrscht Chaos, und das kann nicht funktionieren weder im Kleinen (Familie) noch im Großen (Staat). Die Situation der Familien in Europa sprechen ja diesbezüglich eine deutliche Sprache.

Wer absolut frei sein will, soll halt nicht heiraten.

 

 

 

 

.

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Bismihi ta'ala,

a salamu aleikum wa rahmatullah,

 

in seinem Werk "Die Stellung der Frau im Islam" schreibt Ayatullah Mutahari: Gleichberechtigung bedeutet gleiche Rechte. Gleiche Rechte bedeutet aber nicht identische Rechte (das ist der Fehler, der hier im Westen begangen wird). So in etwa führt er das natürlich noch mit Erläuterung aus.

 

Außerdem gibt's ja noch "Faszination Frau im Islam" von Fatima und Mihriban Özoguz, welches sich mit vielen Problematiken auseinandersetzt und sich in großen Teilen auch auf das Werk von Ayatullah Mutahari beruft.

 

wa salam

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Vielen Dank für diese Ausführungen. Ich kann heute nicht länger antworten, aber ich habe euch verstanden und werde versuchen, auch meinen Standpunkt besser verständlich zu machen.

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Salam und guten Morgen!

 

Ein sehr interessantes Thema und für mich immer noch einer meiner größten Kritikpunkte am Islam. Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel :)

 

Ich stehe, was das angeht, voll auf Ovid2000s Seite. Mag mal wieder ein religiös-kultureller Unterschied sein, irgendwie sowas ^^

 

Natürlich sind Mann und Frau im Großen und Ganzen nicht gleich. Und leider auch nicht immer gleich berechtigt.

 

Wie weiter oben schon gesagt wurde, ich persönlich bin - anscheinend typisch westlich - Individualist. Klar, ich unterscheide zwischen Mann und Frau - aber gehe eher nach Neigung und Fähigkeiten der Menschen. Es gibt häusliche Männer und Frauen, die z. B. geborene Führungspersönlichkeiten sind. Beide sollten ihren Neigungen nachgehen dürfen, ohne Einschränkungen bzgl. des Geschlechtes. Bloß, weil ich eine Frau bin, kann ich dies oder das nicht pauschal besser oder schlechter (okay, beim Kinderkriegen, Stillen und dgl. lasse ich nochmal mit mir reden :P). Und vor Allem mache ich dies oder das nicht pauschal lieber. Niemand hat mich gefragt, ob ich als Frau geboren werden will.

 

Ich fände es z. B. auch irgendwie komisch, wenn mein Mann mich komplett aushalten müsste. Es ginge gegen meinen persönlichen Stolz. Ich gehe nämlich wirklich gerne arbeiten - meistens zumindest. Klar, weniger wär manchmal schöner, aber das geht nun mal nicht immer.

 

Und dabei wären wir bei einem weiteren Problem: oftmals reicht hier ein einziger Lohn nicht aus, um die Familie zu ernähren. Dann müssen beide Partner ran. Ist mir persönlich auch 1000 mal lieber, als Geld vom Amt zu bekommen.

 

Was die Kinder angeht: ich halte Kindergärten an sich für keine schlechte Sache, finde es aber traurig, dass Eltern ihre Kinder oftmals viel zu früh abgeben müssen. Nun gut, manche wollen das vielleicht auch. Und wenn Frauen keine Kinder bekommen möchten, dann ist das halt auch so. Besser ehrlich zu sich selbst und keine Kinder, als aus gesellschaftlichem Druck welche zu bekommen. Das macht unglückliche Eltern und im Folgeschluss auch unglückliche Kinder. Aber, wenn wir schon dabei sind - ich halte Deutschland auch für recht kinderunfreundlich, da stimme ich euch zu.

 

Was die ungleiche Bezahlung angeht: in manchen Betrieben ist das so. Mein Mann erzählte, dass Frauen bei ihm weniger verdienen, weil sie z. B. weniger tragen können als Männer. Da wird auch sehr drauf geachtet, dass die Damen sich nicht überheben. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Bei uns im Betrieb läuft das ganz anders: Mann und Frau verdienen gleich - und haben auch gleichermaßen zu buckeln. Die Frauen, die bei mir im Betrieb sind, sind sogar oftmals tougher als die Männer, was z. B. das Verräumen von Erde und dgl. angeht. Wie ich schon mal sagte, ich halte mich als Frau - bis auf Ausnahmesituationen - nicht für schützenswerter als Männer. Ich finde, dieses "schützenswert" ist oftmals nur ein Argument, um Frauen klein zu halten. Zumindest fühlt es sich oft so an.

 

Die Familie ist das kleinste Kollektiv, und das muss funktionieren. Der Mann kann auch nicht mehr alles tun oder lassen, was ihm gerade in den Sinn kommt, sondern er hat eine große Verantwortung.

 

Und trotz aller Unterschiede: so läuft das bei uns auch. Nur mit dem Unterschied, dass wir beide tragende Säulen sind. Jeder geht arbeiten, jeder macht den Haushalt, jeder kümmert sich um die Kinder. Das Geld wandert in eine gemeinsame Kasse und jeder behält noch einen Teil für sich. Natürlich muss es im Kleinen funktionieren, damit es im Großen auch klappt. So etwas ist doch kein rein islamischer Vorzug ;)

 

Natürlich, das klappt leider nicht oft. Das sieht man nicht nur in deutschen Familien. Ich meine, es ist schön, wenn der Islam dies oder das vorschreibt. Ob sich die Leute dran halten, ist eine andere Geschichte. Mein schon so oft gesagtes Credo: das ist Charaktersache.

 

Ich habe muslimische Männer erlebt (die sich sicher auch für unglaublich gläubig hielten), die ihre Frauen arbeiten geschickt haben und selbst daheim auf der faulen Haut lagen. Ich habe schon in Kindergärten mit vielen muslimischen Kindern gearbeitet - da ist die Lage auch nicht gerade besser. Die Kinder haben mit Ausdrücken um sich geworfen, dass einem die Ohren schlackern und in einem Alter, wo ich als pöööhser Westler das Wort noch nicht mal kannte. Das nur mal so am Rande zum Thema "Im Westen ist alles doof". Nö, isses nicht. Ihr habt genauso Baustellen.

 

Aber zurück zum Thema: andersherum ist es eigentlich genauso wurst, was in Deutschland so Usus ist - weil es immer Leute geben wird, die es gut oder schlecht machen, ganz unabhängig von Kultur oder Religion.

 

Zudem, im Islam würde ich mich genötigt fühlen, als Frau unter Frauen zu bleiben. Das wäre für mich undenkbar. Genausowenig wie das oftmals propagierte Idealbild mit viel Weichheit, Nachsicht, Güte, Herzenswärme, Zurückhaltung und Sabr. Ich würde eingehen wie ein Primelpott.

 

Ich bin froh, nicht auf die Erlaubnis meines Mannes in vielen Dingen angewiesen zu sein. Klar, ich frage auch - aus organisatorischen Gründen und aus Respekt (das würde er auch tun). Aber ich muss es nicht.

 

Deswegen. In dieser Hinsicht wäre der Islam für mich nicht der richtige Weg. Und ich finde es immer etwas befremdlich, dass behauptet wird, er wäre es für alle und jeden. Nein, es ist so nicht - und muss es auch gar nicht. Ich finde es auch immer wieder erschreckend, wie sehr beim Thema Deutschland/Westen pauschalisiert wird. Warum eigentlich immer dieses "Wir gut, ihr böse?" Warum nicht einfach mal "Wir so und ihr anders = völlig okay?"

 

Zum Thema Gleichberechtigung nochmal: ich finde, dass die Emanzipation eigentlich eine gute Sache ist. Nur leider - wie so vieles - unglaublich schiefgelaufen.

 

Sodele. Soviel erstmal dazu.

 

Jetzt werden sicher Stimmen laut, die sagen: "Typisch Azada, sie sieht das alles zu weltlich". Ähm ja. Sicher irgendwie, auch wenn meine Religion in dieser Weltsicht auch mitspielt. Trotzdem möchte ich nochmal anmerken, dass für mich persönlich völlig okay ist, wenn Leute anders glauben und leben als ich. Hauptsache, sie tun es freiwillig und sind damit glücklich und zufrieden. Glückliche und zufriedene Familien sind die Basis für alles andere. Und ob es nun auf diesem oder jenem Wege passiert, ist mir persönlich relativ :) Ich muss nicht alles verstehen und gut finden - aber ich respektiere es trotzdem, auch wenn mein Weg ein anderer ist. Bitte fasst also meine Worte nicht als Schlechtreden eurer Religion auf, sondern lediglich als andere Sichtweise. Danke :)

 

Bestimmt hab ich wieder die Hälfte vergessen - aber reicht ja jetzt auch, gell? ^^

 

Wa Salam

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Salam,

 

@Ovid2000s und Azada,ich muss gestehen, ich habe auch mal so gedacht wie ihr. Ich dachte auch, die Rechte und Freiheit der Frau wird im Islam beschnitten.

Jedoch dann lernete ich meinen Mann kennen. Er ist Shia-Moslem aus Pakistan. Das hätte ich auch niemals für möglich gehalten, so wie mein Bild vom Islam war (verzerrt von den Medien und den radikalen "Moslems"). Ich habe nun aber intensiver angefangen mich über den Islam zu informieren.

 

Ich finde es sowie schonmal ganz schwierig, die Lebensweisen der islamischen Menschen mit denen der westlichen (oder christlichen?) Menschen zu vergleichen. Sie haben völlig andere Vorstellungen ihr Leben zu führen und "arbeiten" auf ganz andere Ziele hin.

Zum Beispiel sagtest du, dass dir befremdlich wäre, wenn du dich von deinem Mann unterhalten lassen würdest. Wenn du jedoch mit den Lehren des Islams aufgewachsen wärest zum Beispiel, dann wäre es für ganz normal. Und dann würdest du deinen Mann fragen, ob du arbeiten kannst. Und er wird es dir sicher auch zugestehen, sofern du mit der Arbeitaufnahme nicht dem Wohle der Familie schadest, zum Beispiel durch Vernachlässigung der Kinder.

 

Soviel erstmal dazu. Ich möchte gerne noch etwas auführlicher antworten, jedoch fehlt mir gerade die Zeit! ;) Ich komme vielleicht später nochmal darauf zurück. :)

 

Wa salam

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Salam!

 

Danke schon mal für deine Antwort :)

 

Genauso wie du es sagst, ist es auch. Ich versuche ja immer zu betonen, dass es halt meine Sichtweise ist, weil ich so aufgewachsen bin, so lebe und glücklich bin. Ich will eure deswegen aber nicht schlechtreden, keineswegs. Ihr seid so aufgewachsen, lebt so und seid glücklich. Und das ist doch die Hauptsache. Wie gesagt, ich respektiere das voll und ganz - und wer weiß, wie ich denken würde, wenn ich damit großgeworden wäre ;)

 

Also, Freiheit beschnitten würde ich so drastisch nicht ausdrücken. Ich mag halt diese Mann/Frau Pauschalisierung nicht so. Aber das kann ja jeder halten, wie er/sie möchte :)

 

Ganz früher war ich auch noch etwas radikaler in meiner Freiheitsliebe. Nie hätte ich einen Mann als Familienoberhaupt zugelassen. Patriarchat war ein totales Unwort für mich. Seit ich meinen Mann kenne, weiß ich aber, dass Patriarchat wunderbar funktionieren kann, wenn auch im Detail etwas anders als bei euch. Ich ernte auch manchmal Unverständnis dafür. Aber so ist das halt. Solange man selbst glücklich ist, braucht einem da keiner reinreden :)

 

Oh, und ich glaube, unsere Ziele sind vllt. gar nicht so unterschiedlich - mal vom Jenseits und so abgesehen. Wir (also ich red von meinem Mann und mir, für den Rest möchte ich mich nicht erdreisten zu sprechen) sind die absoluten Familienmenschen, die Familie ist das höchste Gut überhaupt. Denn, wie schon gesagt wurde, die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft. Wir möchten glückliche, gläubige Kinder (egal in welche Richtung), damit sie später die Welt besser machen - zumindest ein stückweit.

 

Ich würde die westliche Welt nicht per se christlich nennen. Höchstens christlich geprägt, btw :)

 

Würde mich freuen, wenn du später noch mal drauf zurückkommst, das Thema ist nämlich sehr spannend und interessant :)

 

Wa Salam

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Fatima Özoguz

salam.gif

 

Salam und guten Morgen!

 

Ein sehr interessantes Thema und für mich immer noch einer meiner größten Kritikpunkte am Islam. Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel smile.png

 

mitnichten...solange die Kritik so sachlich erfolgt wie deine, hilft es uns sogar. Nicht dass wir den Islam ummodeln, sondern unseren eigenen Standpunkt zu hinterfragen und auch besser zu untermauern. Was nicht heißt, dasss wir erwarten, dass Nichtmuslime ihn übernehmen.

 

Wie weiter oben schon gesagt wurde, ich persönlich bin - anscheinend typisch westlich - Individualist.

 

das ist in der Tat ein Unterschied zwischen der islamischen und der westlichen Kultur. Ich glaube, die Menschen aus Ostdeutschland haben damit weniger Probleme, weil ihre Gesellschaft sehr vom Kollektiv geprägt war, wenn auch in einer Art und Weise, die ich ebenfalls nicht billige. Der Islam ist - meiner bescheidenen Meinung nach jedenfalls - die Balance, der Mittelweg zwischen westlichem Individualismus und des völligen Aufgehens im Kollektiv wie im maoistischen China. Heute dagegen ist es in Deutschland so, dass jedes Kollektiv bekämpft und zerschlagen wird, so erreicht man eine Atomisierung der Gesellschaft, und der Einzelne ist leichter lenk- und manipulierbar.

 

Keiner ist dagegen, dass jeder seine Anlagen und Fähigkeiten optimal einsetzt. Aber Führungspersönlichkeit muss nicht zwangsweise bedeuten, einem Konzern vorzustehen oder irgendwo Abteilungsleiter zu sein. Ich weiß nicht, ob Du Kinder hast....da empfiehlt es sich schon, wenn die Frau eine "Führungspersönlichkeit" ist, vor allem, wenn der Nachwuchs in die Pubertät kommt. zwinker.gif Ohne gewisse Führungsqualitäten ist Mama da nämlich ziemlich aufgeschmissen bei der heutigen Jugend. Das hilft also auch bei der Erziehung.

 

 

 

Ich fände es z. B. auch irgendwie komisch, wenn mein Mann mich komplett aushalten müsste. Es ginge gegen meinen persönlichen Stolz. Ich gehe nämlich wirklich gerne arbeiten - meistens zumindest. Klar, weniger wär manchmal schöner, aber das geht nun mal nicht immer.

 

Und dabei wären wir bei einem weiteren Problem: oftmals reicht hier ein einziger Lohn nicht aus, um die Familie zu ernähren. Dann müssen beide Partner ran. Ist mir persönlich auch 1000 mal lieber, als Geld vom Amt zu bekommen.

 

Da es mein Recht ist, habe ich kein Problem damit "ausgehalten" zu werden. Die Frau liegt ja zu Hause nicht auf der faulen Haut, bzw. sollte sie nicht. Dass ein Gehalt häufig nicht mehr reicht, ist bedauerlich, das ist ein wirtschaftspolitisches Problem. Die Niedriglöhne bringen diese Entwicklung leider mit sich.

 

 

Was die Kinder angeht: ich halte Kindergärten an sich für keine schlechte Sache, finde es aber traurig, dass Eltern ihre Kinder oftmals viel zu früh abgeben müssen. Nun gut, manche wollen das vielleicht auch. Und wenn Frauen keine Kinder bekommen möchten, dann ist das halt auch so. Besser ehrlich zu sich selbst und keine Kinder, als aus gesellschaftlichem Druck welche zu bekommen. Das macht unglückliche Eltern und im Folgeschluss auch unglückliche Kinder. Aber, wenn wir schon dabei sind - ich halte Deutschland auch für recht kinderunfreundlich, da stimme ich euch zu.

 

ich halte Kindergärten auch nicht grundsätzlich für schlecht, aber unter drei Jahren finde ich es nicht gut, da braucht das Kind noch mehr die Bindung zur Mutter oder falls die verhindert ist, zur Großmutter oder anderen Verwandten. Ich weiß nicht, ob Du dir das Video angeschaut hast, aber Imam Khamenei spricht auch von Frauen, die keine Kinder bekommen wollen, auch wenn das in den orientalischen Gesellschaften seltener der Fall ist als hier.

 

 

Was die ungleiche Bezahlung angeht: in manchen Betrieben ist das so. Mein Mann erzählte, dass Frauen bei ihm weniger verdienen, weil sie z. B. weniger tragen können als Männer. Da wird auch sehr drauf geachtet, dass die Damen sich nicht überheben. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Bei uns im Betrieb läuft das ganz anders: Mann und Frau verdienen gleich - und haben auch gleichermaßen zu buckeln. Die Frauen, die bei mir im Betrieb sind, sind sogar oftmals tougher als die Männer, was z. B. das Verräumen von Erde und dgl. angeht. Wie ich schon mal sagte, ich halte mich als Frau - bis auf Ausnahmesituationen - nicht für schützenswerter als Männer. Ich finde, dieses "schützenswert" ist oftmals nur ein Argument, um Frauen klein zu halten. Zumindest fühlt es sich oft so an.

 

na danke....schweres Tragen als "Wertschätzung"? Davon ab, ist es für Frauen schlicht schädlich, schwer zu tragen, rein anatomisch, will hier nicht weiter ins Detail gehen. Es sei denn, sie trägt ihre Lasten auf dem Kopf wie in Afrika, das ist gesünder. Nur nicht immer machbar, muss man auch gelernt haben. Allerdings in einem sehen die Damen das schon etwas einseitig: Sie wollen gleiche Rechte, aber nicht immer gleiche Verpflichtungen.

 

 

 

Und trotz aller Unterschiede: so läuft das bei uns auch. Nur mit dem Unterschied, dass wir beide tragende Säulen sind. Jeder geht arbeiten, jeder macht den Haushalt, jeder kümmert sich um die Kinder. Das Geld wandert in eine gemeinsame Kasse und jeder behält noch einen Teil für sich. Natürlich muss es im Kleinen funktionieren, damit es im Großen auch klappt. So etwas ist doch kein rein islamischer Vorzug zwinker.gif

 

mit dem Geld machen wir es auch so, wir teilen uns halt, was übrig bleibt. Es ist ja auch nicht so, dass ein Mann sich gar nicht um die Kinder kümmern soll, die brauchen ihren Vater schließlich. Aber grundsätzlich bin ich schon für Arbeitsteilung, aber das muss jedes Paar halten wie es möchte. Mein Mann könnte nicht 8 und mehr Stunden am Tag arbeiten und dann auch noch den Haushalt erledigen und mit den Kindern spielen oder Hausaufgaben machen. Hängt auch etwas vom Beruf ab. Wenn z.B. beide Lehrer sind, geht das eher.

 

 

Ich habe muslimische Männer erlebt (die sich sicher auch für unglaublich gläubig hielten), die ihre Frauen arbeiten geschickt haben und selbst daheim auf der faulen Haut lagen. Ich habe schon in Kindergärten mit vielen muslimischen Kindern gearbeitet - da ist die Lage auch nicht gerade besser. Die Kinder haben mit Ausdrücken um sich geworfen, dass einem die Ohren schlackern und in einem Alter, wo ich als pöööhser Westler das Wort noch nicht mal kannte. Das nur mal so am Rande zum Thema "Im Westen ist alles doof". Nö, isses nicht. Ihr habt genauso Baustellen.

 

"wir " haben sicher Baustellen, aber nicht der Islam. Wenn sich die Leute nicht daran halten und ihre Gören nicht erziehen können oder wollen, dann ist das nicht Schuld des Islam.

 

Aber zurück zum Thema: andersherum ist es eigentlich genauso wurst, was in Deutschland so Usus ist - weil es immer Leute geben wird, die es gut oder schlecht machen, ganz unabhängig von Kultur oder Religion.

 

eben.

 

 

Zudem, im Islam würde ich mich genötigt fühlen, als Frau unter Frauen zu bleiben. Das wäre für mich undenkbar. Genausowenig wie das oftmals propagierte Idealbild mit viel Weichheit, Nachsicht, Güte, Herzenswärme, Zurückhaltung und Sabr. Ich würde eingehen wie ein Primelpott.

 

hast Du den Eindruck, dass alle muslimischen Frauen so sind?

 

 

Ich bin froh, nicht auf die Erlaubnis meines Mannes in vielen Dingen angewiesen zu sein. Klar, ich frage auch - aus organisatorischen Gründen und aus Respekt (das würde er auch tun). Aber ich muss es nicht.

 

anders läuft das bei uns auch nicht, also in meiner Familie. Oder denkst du, ich frage meinen Mann, ob ich mal zu Aldi gehen darf? Wenn es Dinge sind, die die gesamte Familie betreffen, sollte man sich generell absprechen.

 

Deswegen. In dieser Hinsicht wäre der Islam für mich nicht der richtige Weg. Und ich finde es immer etwas befremdlich, dass behauptet wird, er wäre es für alle und jeden. Nein, es ist so nicht - und muss es auch gar nicht. Ich finde es auch immer wieder erschreckend, wie sehr beim Thema Deutschland/Westen pauschalisiert wird. Warum eigentlich immer dieses "Wir gut, ihr böse?" Warum nicht einfach mal "Wir so und ihr anders = völlig okay?"

 

Der islam kam für die gesamte Menschheit, das ist richtig. Aber das heißt nicht, dass jeder ihn annehmen muss.

 

 

Zum Thema Gleichberechtigung nochmal: ich finde, dass die Emanzipation eigentlich eine gute Sache ist. Nur leider - wie so vieles - unglaublich schiefgelaufen.

 

Manches war sicherlich reformierungsbedürftig. Aber jetzt geht es sehr in Richtung gender mainstreaming, also Gleichmacherei. Oftmals weiß man bei manchen Leuten nicht mal, ob sie männlich oder w eiblich sind, die Grenzen verschwimmen. Da geht natürlich auch die gegenseitige Anziehung flöten.

 

Grüße

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Salam,

 

ich habe diesen, wie ich finde sehr interessanten Link gefunden. Hier wird sehr ausführlich die "beidseitige Überlegenheit von Mann und Frau" beschrieben.

 

http://islam-pure.de/iw/frauimschutzedesislam/zur_beidseitigen_ueberlegenheit.htm

 

Es wurde das Beispiel der im finsteren Mittelalter stattgefundenen Hexenverbrennung genannt. Hat eine solche Verfolgung der Frauen im Islam stattgefunden? Irgendetwas vergleichbares? Nur mal nebenbei.

 

Ich persönlich hoffe, dass niemals ein komplette Gleichberechtigung von Mann und Frau stattfindet. Ich denke, dass das garnicht Möglich ist eben wegen der (körperlichen und geistlichen) Verschiedenheiten nicht nur von Mann und Frau, sondern auch von Frau und Frau und von Mann und Mann. Nicht alle Frauen sind gleich und nicht alle Männer sind gleich. Was manche für gleichberechtigt halten, finden andere wieder nicht gleichberechtigt.

 

Ich hoffe, dass das was ich hier grade sage, Sinn macht! :D Manchmal habe ich Schwierigkeiten mich simpel auszudrücken! :)

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bismillah.gif

As Salamu aleikum,

 

die öffentliche Präsenz, die höhere Wertschätzung des Mannes, seine (vermeintliche) Überlegenheit ist auch christlich geprägt. Denn nach christlicher Auffassung, ist Eva von der Rippe Adams entstanden, also aus ihm hervorgekommen und es war Evas Schuld, dass sie beide vom Baum der Erkenntnis gegessen haben und daraufhin auf die Welt geschickt wurden, um selbst ihren Lebensunterhalt unter harter Arbeit zu bestreiten und die Kinder unter Schmerzen zu gebären. Dieses Denken, dass das Leid auf Evas Verhalten zurückführen ist, hat die Frau die Jahrhunderte hindurch unterdrückt. Sie war schuld, also durfte sie mindergeschätzt werden. Und es ist auch heute noch so, Frauen werden als schwache Wesen angesehen, die nicht den gleichen Wert des Mannes haben. Denn die Frau macht nur reproduktive Arbeit im Hintergrund, also Kinder gebären und erziehen, kochen jeden Tag, putzen usw. Der Mann hingegen macht produktive Arbeit, stellt Autos, Tische her, ist Chef, usw. Diese Tätigkeit ist öffentlich und somit anerkannter als die der Frau.

 

Obwohl gesetzlich verankert, bekommen Frauen in Deutschland 30 % weniger Gehalt bei gleicher Arbeit. EU-Durchschnitt ist 18 %. Heutige Altersarmut ist Frauenarmut. Was ich damit sagen will, dass das Denken über die Minderschätzung von Frauen immer noch weit umfasst ist.

 

Auf Chefetagen sind auch fast nur Männer zu begegnen. Auch in Frauenberufen haben Männer die Führungsposition. Und dass die Männer immer "ihr Revier" vor der Frau markieren müssen, indem sie ihre Überlegenheit und Stärke zeigen, hängt damit zusammen, dass die Vorstellung von Männlichkeit darin gründet, dass alles männlich ist, was nicht weiblich ist. Die Männer wollen sich also immer vom Weiblich-sein abgrenzen, darum sind sie manchmal auch so extrem rational und bestimmend.

Jetzt haben wir ein Dilemma: Die Männer wollen sich vom Weiblichen abgrenzen, um als Männer zu gelten und die Frauen streben dem "Machtideal" der Männer hinter her, indem sie in die Chefetagen wollen, indem sie die Kinder abgeben, um mit dem männlichen Berufsbestrebungen mitzuhalten. Das ist ein Teufelskreis.

 

Man kann es nicht leugnen, dass Frauen Kinder gebären und sie die besten Voraussetzungen dafür haben, sie zu erziehen. Wenn man sich die kognitive Entwicklung des Kindes anschaut, dann muss die Mutter das Kind bestärkt erziehen, weil das Kind am Anfang noch sehr an der Mutter gebunden ist. Erst wenn es sich "loslöst", bekommt der Vater eine Schlüsselrolle. Sie bilden dann eine Triade, in der das Kind Kommunikation, Ausschluss, seine Individualität usw. lernt.

Ich bin jemand, für den die Wissensaneignung, z.B. durch das Studium, sehr wichtig ist, und ich will es auch in der Arbeitswelt anwenden und somit einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Aber sobald Kinder da sind, haben sie einen Vorrang und ich will sie erziehen. Kinder lernen von den Eltern. Wenn die Mutter ganze Zeit zu Hause ist und nichts anderes tut, als zu kochen, putzen und den Mann zu bedienen, dann betrachten die Kinder das als normal. Aber man/frau kann auch mehr tun, z.B. vor dem Kind lesen, beten usw., damit sie erkennen: "Meine Mama ist ein Multitalent" briggin.gif . Es ist auch wichtig, dass das Kind die liebe-, verständnis-, respektvolle, sich gegenseitige helfende Beziehung der Eltern sieht. Dann kommt dieses archaische und männerüberlegende Verständnis von Beziehung kaum auf.

Denn auch wenn der Mann arbeiten geht, das Geld nach Hause bringt, die Frau den Haushalt macht und die Kinder erzieht, muss das nicht als eine Ungleichberechtigung angesehen werden. Wir (die im Westen, im Orient, Christen, Juden, Muslime usw.) müssen dem Haushalt und der Erziehung bzw. der Tätigkeit der Frau einfach mehr Wert und Bedeutung zuschreiben.

Und ich finde, der Islam hat da einen ganz guten Ansatz gemacht. Es gibt eine Überlieferung, in der es heißt, dass der Frau bei der Geburt ihres Kindes ihre Sünden getilgt werden, während der Schwangerschaft ist sie wie ein Kämpfer auf Gottes Weg (bitte nicht radikal interpretieren), dass jedes Saugen des Säugling so angerechnet wird, als würde sie einen Sklaven befreien. Und dann gibt es noch eine Überlieferung, dass das Haushalten als Gottesdienst betrachtet wird, also wenn sie ein Glas von der Spülmaschine in den Schrank räumt, dann bekommt sie dafür eine gute Tat aufgeschrieben. (Es sollte alles natürlich wegen Gottes Zufriedenheit gemacht werden, ansonsten funktioniert das mit der guten Tat nicht so, wie es sein sollte). Und der Mann? Ihm muss so vieles vorgeschrieben werden, denn Tatsache ist, im Islam hat der Mann bei weitem viel mehr Pflichten als die Frau.

 

Imam Khomeini (ra) sagte, dass die Frau ihr Geschick selbst in die Hand nehmen sollte. Wenn es um die Veredlung der Seele geht, dann werden Mann und Frau im Koran gleichermaßen angesprochen. Also die Frau muss unbedingt selbstbestimmt sein, jedoch für das Funktionieren von Familie, Gesellschaft usw. muss es eine gewisse Arbeitsteilung geben. Und jeder sollte nach seinen Vorzügen und Gaben um die eigene Tätigkeit bestrebt sein. Man kann darin aber dennoch eigene Ziele anstreben. Im Allgemeinen sind wir alle gleich, und sind dazu verpflichtet, uns und unser Geschick frei selbst zu wählen und zu bestimmen. In der Spezifkation haben wir auch äußerliche Verpflichtung, die nicht gleich sein müssen, sondern nur dem besseren Leben aller dienen müssen.

 

Und liebste Azada, ich erachte dich als sehr respekt- und verständnisvoll. Und es tut mir Leid, wenn du von uns Schlechtes oder Unverständliches vernommen hast. Ich bin auch dagegen, den Westen als per se schlecht zu beurteilen. Er hat in einigen Dingen ein Ideal, was wir alle anstreben sollten. Jedoch ist er auch nicht frei von Fehlern. Genau so wie der Orient und wir Muslime. smile.png

 

wassalam

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Salam!

 

Nur ganz kurz zwischendurch...

 

Ich würde natürlich niemalsnicht erwarten oder wollen, dass man meinetwegen oder um anderer Quengelnasen willen den Islam ändert ^^ Ich denke auch, es hilft der eigenen Religion sich mit fremden/kritischen/wasauchimmer Meinungen auseinanderzusetzen. Schön, dass wir darin d'accord gehen :)

 

Ja, ich hab Kinder, zwei Jungs um genau zu sein. Was die Jungs angeht, bin ich aber eher weich und mein Mann der Strenge redface.gif

 

Die Frau liegt ja zu Hause nicht auf der faulen Haut, bzw. sollte sie nicht.

 

Nee, das weiß ich ja, war ja selbst mit den Kindern zu Hause. Beim Kleinen waren es etwas über 2 Jahre, weil ich auch so lange gestillt habe. Dann aber wollte ich wieder raus, arbeiten. Nur Hausfrau sein füllt mich irgendwie nicht aus.

 

Mein großer Kritikpunkt an unserer Kultur ist die Nichtwertschätzung der Hausfrau. Die tut nämlich weitaus mehr als so mancher Mann. Ohne geregelten Feierabend, Pausenzeiten - und vor Allem ohne Lohn. Die Leute tun aber gern so, als wäre man auf einem Bahamasurlaub. Das Top-Thema, egal wie klein das Kind auch sein mag, ist: Wann gehst du eigentlich wieder arbeiten? Das hat mich persönlich echt genervt.

 

Oh, was noch nervt ist die - ich drücks mal überspitzt aus - normierte Kinderzahl. Eins oder zwei sind okay, drei schon grenzwertig und vier ist fast schon asozial. Dabei hätte ich so gerne drei, vier oder mehr redface.gif

 

na danke....schweres Tragen als "Wertschätzung"?

 

Neee, so meinte ich das nicht :) Ich meinte nur, dass bei uns wenigstens keiner sagen kann "ihr könnt weniger tragen, also verdient ihr auch weniger"

 

Dass schweres Tragen gerade für Frauen ungesund ist, hab ich am eigenen Leib erlebt. Sehr unschön, das mad.gif Trotzdem, gehört halt mit zur Arbeit.

 

Allerdings in einem sehen die Damen das schon etwas einseitig: Sie wollen gleiche Rechte, aber nicht immer gleiche Verpflichtungen.

 

DAS ist etwas, was mich an der Damenwelt auch ziemlich aufregt. Sie wollen auf der einen Seite gleichberechtigt und ja soooo unabhängig und ernstgenommen werden - auf der anderen Seite spielen sie aber das Püppchen um zu bekommen, was sie wollen. Schön Augenklimpern und Powackeln. Wie ätzend ich das finde mad.gif Schön die Vorteile genießen, sich einladen lassen und wunders was, weil sie sind ja die Prinzesschen. Aber dann auf der anderen Seite wundern, dass sie nur als Püppchen wahrgenommen werden.

Ich persönlich könnte mich da ellenlang aufregen. Ein Exkollege sagte mal, wir Frauen hätten es soooo leicht. Wir müssten ja nur mal mit den Augen klimpern und würden alles bekommen. Da bin ich fast ausgeflippt und meinte nur: Schon an die Frauen gedacht, die gerade das vllt gar nicht wollen, sondern einfach als Person überzeugen? Die haben es doppelt schwer, gerade wegen Leuten, die so denken und handeln.

 

Mein Mann könnte nicht 8 und mehr Stunden am Tag arbeiten und dann auch noch den Haushalt erledigen und mit den Kindern spielen oder Hausaufgaben machen.

 

Wir haben beide körperlich anspruchsvolle Jobs - er ist Koch, ich bin z. Zt. Floristin - und wir arbeiten ungefähr gleichlang. Da gibts dann leider kein zu müde oder ähnliches. Für keinen von uns. Wer da ist, kümmert sich um die Kinder und macht den Haushalt.

 

"wir " haben sicher Baustellen, aber nicht der Islam. Wenn sich die Leute nicht daran halten und ihre Gören nicht erziehen können oder wollen, dann ist das nicht Schuld des Islam.

 

Weiß ich doch :) Wollte damit nur aufzeigen, dass es - egal ob Muslim oder Nichtmuslim - überall Leute gibt, die Dinge gut oder schlecht machen. Wie gesagt, ich lese sooo oft Pauschalisierungen von wegen "Westen ist schlimm" - und das trifft mich immens. Wir erziehen unsere Kinder im Schnitt auch liebevoll und gut - bzw. versuchen es zumindest. Es liest sich manchmal einfach so, als wären wir total verroht irgendwie. Wahrscheinlich bin ich damit auch nicht unbedingt persönlich gemeint, aber es ist nun mal mein Kulturkreis und meine kulturelle Identität.

 

hast Du den Eindruck, dass alle muslimischen Frauen so sind?

 

Nee, nicht zwangsläufig. Aber es klingt manchmal zwischen den Zeilen durch, wenn es z. B. um Heiratskandidatinnen geht. Ich lese gerne auch in anderen Themen bei euch mit (Familie, ect.) und irgendwie war mir so, als hätte ich öfters mal was davon gelesen. Ich musste dann schmunzeln und dachte, da würde ich wohl für immer unverheiratet bleiben briggin.gif

 

Ich schätze z. B. Saloua Mohammed sehr, die ist ja auch nicht gerade wenig präsent ;) Von daher: ich weiß wohl, dass es anders geht :)

 

Oder denkst du, ich frage meinen Mann, ob ich mal zu Aldi gehen darf? Wenn es Dinge sind, die die gesamte Familie betreffen, sollte man sich generell absprechen.

 

Nee, glaub ich nicht :) Also, es geht ja auch nicht um Alltäglichkeiten. Wenn ich z. B. mit meinem Ex einen Kaffee trinken möchte, muss ich z. B. nicht vorher groß fragen. Es reicht, wenn ich später davon erzähle. Klar, mein Mann war anfangs auch nicht gerade begeistert (welcher Mann fände das schon toll?), aber er hat akzeptiert, dass wir ein Kind zusammen haben und wir dementsprechend kommunizieren. Ich mag meinen Ex als Person und mich interessiert natürlich wie es ihm so geht und was er so treibt. Mein Mann weiß, dass keinerlei Gefühle mehr im Spiel sind und vertraut mir da völlig. Die beiden sind auch sowas wie... befreundet. Naja, sie haben zumindest nix gegeneinander und quatschen auch mal zwischendurch. Finde ich relativ wichtig, da wir ja wie gesagt, alle irgendwie Eltern sind :) Ich weiß nicht, ob sowas bei euch denkbar wäre. Ich könnte halt auch zwischendurch in die Stadt und einen Kaffee trinken, allein oder mit Freunden. Was sowas angeht, muss ich halt nicht fragen. Das Stückchen Freiheit ist mir auch relativ wichtig.

 

Oftmals weiß man bei manchen Leuten nicht mal, ob sie männlich oder w eiblich sind, die Grenzen verschwimmen. Da geht natürlich auch die gegenseitige Anziehung flöten.

 

Da hast du allerdings Recht :) Also von mir aus kann gern jeder so weiblich oder männlich sein, wie er/sie/es möchte. Trotzdem. Ich bin froh, dass mein Mann ein Mann ist und zwar ein ganz normaler, so mit Bart und ganz ohne Augenbrauen zupfen, rasierten Beinen und Kajal um die Augen :D

 

Jasmina, du hast natürlich total Recht. Ich halte das auch für eine (natürlich nicht nur rein) christliche Angelegenheit. Man lese sich nur mal durch, was die alten Kirchenväter bis hin zu Martin Luther so über Frauen gesagt haben no.gif Okay, in vorchristlicher Zeit herrschte wohl auch das Patriarchat (auch wenn manche das nicht wahrhaben wollen) und über Frauengeschichten ist aus der Zeit auch nicht viel bekannt - wahrscheinlich, weil man es für nicht so erwähnenswert hielt.

 

Wenn ich ehrlich bin, mache ich auch lieber "Männerarbeit" - ich muss einfach sehen, was ich mit meinen Händen erschaffe. Wahrscheinlich ticke ich da zu simpel :D

 

Denn auch wenn der Mann arbeiten geht, das Geld nach Hause bringt, die Frau den Haushalt macht und die Kinder erzieht, muss das nicht als eine Ungleichberechtigung angesehen werden. Wir (die im Westen, im Orient, Christen, Juden, Muslime usw.) müssen dem Haushalt und der Erziehung bzw. der Tätigkeit der Frau einfach mehr Wert und Bedeutung zuschreiben.

 

Wie schon oben gesagt: d'accord :)

 

Und der Mann? Ihm muss so vieles vorgeschrieben werden, denn Tatsache ist, im Islam hat der Mann bei weitem viel mehr Pflichten als die Frau.

 

Ich weiß. Trotzdem, ich als Person könnte mit den männlichen Pflichten besser leben. Deswegen finde ich es schade, dass man es sich nicht aussuchen kann :)

 

Und liebste Azada, ich erachte dich als sehr respekt- und verständnisvoll. Und es tut mir Leid, wenn du von uns Schlechtes oder Unverständliches vernommen hast. Ich bin auch dagegen, den Westen als per se schlecht zu beurteilen. Er hat in einigen Dingen ein Ideal, was wir alle anstreben sollten. Jedoch ist er auch nicht frei von Fehlern. Genau so wie der Orient und wir Muslime.

 

Alles ist gut :) Man kann ja drüber reden. Tu ich ja auch, wenns mich stört :) Ansonsten hatten wir ja schon diskutiert, dass jedes System so seine Fehlerchen, aber auch Vorteile hat. Wir müssen halt zusehen, wie wir damit umgehen und das Beste draus machen.

 

So, ich muss wieder. Mann kommt von der Arbeit und möchte auch seine Aufmerksamkeit ^^

 

In diesem Sinne,

 

Wa Salam

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Salam

 

Auf die Schnelle fiel mir noch Folgendes ein:

 

hängt damit zusammen, dass die Vorstellung von Männlichkeit darin gründet, dass alles männlich ist, was nicht weiblich ist. Die Männer wollen sich also immer vom Weiblich-sein abgrenzen

 

Also, wenn ich etwas repräsentiere, von dem sich knapp 50% der Menschheit abgrenzen wollen, dann kannste sicher sein, dass ich das auch nicht mehr sein möchte.

 

Das hat so diesen Anklang von Minderwert. Da kann mir auch bitte dann keiner sagen: "Jaaaa, die Frau ist soviel wert in unseren Augen, wir wertschätzen sie ja sooooooo" - egal ob Muslim oder Nichtmuslim. Das ist doch paradox: ich ehre etwas, von dem ich mich abgrenze? Von dem ich froh bin, dass ich selbst anders bin???

Fragt doch mal die Männer, ob sie lieber Frauen wären. Die Antwort wird ganz einhellig NEIN lauten und von einem Blick des Entsetzens begleitet sein. Also, ich frage heute nachmittag auch gern mal meinen deutschen, heidnischen Mann, so rein für die Quote ^^ Das Ergebnis wird nicht anders ausfallen, das weiß ich jetzt schon ;)

 

Kein Mensch - egal ob Mann oder Frau - möchte, dass man sich von ihm abgrenzt, kein Mensch möchte minderwertig sein oder sich so fühlen. Das ganze hat so den Beigeschmack von "Der Türke dort ist sicher total nett - aber ich möchte nicht, dass er in mein Haus einzieht oder gar meine Tochter heiratet" - das ist auch eine Art Feindlichkeit.

 

So, und unter diesem Aspekt verstehe ich auch die Frauen, die dann männlichen Idealen hinterherrennen. Natürlich ist das ein Teufelskreis und sicher auch ein gesellschaftspolitisch gefährlicher. Trotzdem. Verstehen kann ich es.

 

 

Lasse mir natürlich gern widersprechen ;)

 

Wa Salam

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As Salamu alaikum,

 

Salam!

 

Nur ganz kurz zwischendurch...

 

Ich würde natürlich niemalsnicht erwarten oder wollen, dass man meinetwegen oder um anderer Quengelnasen willen den Islam ändert ^^ Ich denke auch, es hilft der eigenen Religion sich mit fremden/kritischen/wasauchimmer Meinungen auseinanderzusetzen. Schön, dass wir darin d'accord gehen smile.png

 

Ja, ich hab Kinder, zwei Jungs um genau zu sein. Was die Jungs angeht, bin ich aber eher weich und mein Mann der Strenge redface.gif

 

 

 

Nee, das weiß ich ja, war ja selbst mit den Kindern zu Hause. Beim Kleinen waren es etwas über 2 Jahre, weil ich auch so lange gestillt habe. Dann aber wollte ich wieder raus, arbeiten. Nur Hausfrau sein füllt mich irgendwie nicht aus.

 

Mein großer Kritikpunkt an unserer Kultur ist die Nichtwertschätzung der Hausfrau. Die tut nämlich weitaus mehr als so mancher Mann. Ohne geregelten Feierabend, Pausenzeiten - und vor Allem ohne Lohn. Die Leute tun aber gern so, als wäre man auf einem Bahamasurlaub. Das Top-Thema, egal wie klein das Kind auch sein mag, ist: Wann gehst du eigentlich wieder arbeiten? Das hat mich persönlich echt genervt.

 

Oh, was noch nervt ist die - ich drücks mal überspitzt aus - normierte Kinderzahl. Eins oder zwei sind okay, drei schon grenzwertig und vier ist fast schon asozial. Dabei hätte ich so gerne drei, vier oder mehr redface.gif

 

DAS ist etwas, was mich an der Damenwelt auch ziemlich aufregt. Sie wollen auf der einen Seite gleichberechtigt und ja soooo unabhängig und ernstgenommen werden - auf der anderen Seite spielen sie aber das Püppchen um zu bekommen, was sie wollen. Schön Augenklimpern und Powackeln. Wie ätzend ich das finde mad.gif Schön die Vorteile genießen, sich einladen lassen und wunders was, weil sie sind ja die Prinzesschen. Aber dann auf der anderen Seite wundern, dass sie nur als Püppchen wahrgenommen werden.

Ich persönlich könnte mich da ellenlang aufregen. Ein Exkollege sagte mal, wir Frauen hätten es soooo leicht. Wir müssten ja nur mal mit den Augen klimpern und würden alles bekommen. Da bin ich fast ausgeflippt und meinte nur: Schon an die Frauen gedacht, die gerade das vllt gar nicht wollen, sondern einfach als Person überzeugen? Die haben es doppelt schwer, gerade wegen Leuten, die so denken und handeln.

 

 

 

Wir haben beide körperlich anspruchsvolle Jobs - er ist Koch, ich bin z. Zt. Floristin - und wir arbeiten ungefähr gleichlang. Da gibts dann leider kein zu müde oder ähnliches. Für keinen von uns. Wer da ist, kümmert sich um die Kinder und macht den Haushalt.

Dem stimme ich zu. Auch dem aller letzten. Wenn ihr so glücklich seid und es gut hinbekommt, dann macht es bitte. Das wäre auch islamkonform. (Das ist jetzt keine Anspielung darauf, bitte Muslima zu werden, sondern ich wollte nur zeigen, dass es nicht so ganz starr ist, wie manche denken)

 

 

Nee, glaub ich nicht smile.png Also, es geht ja auch nicht um Alltäglichkeiten. Wenn ich z. B. mit meinem Ex einen Kaffee trinken möchte, muss ich z. B. nicht vorher groß fragen. Es reicht, wenn ich später davon erzähle. Klar, mein Mann war anfangs auch nicht gerade begeistert (welcher Mann fände das schon toll?), aber er hat akzeptiert, dass wir ein Kind zusammen haben und wir dementsprechend kommunizieren. Ich mag meinen Ex als Person und mich interessiert natürlich wie es ihm so geht und was er so treibt. Mein Mann weiß, dass keinerlei Gefühle mehr im Spiel sind und vertraut mir da völlig. Die beiden sind auch sowas wie... befreundet. Naja, sie haben zumindest nix gegeneinander und quatschen auch mal zwischendurch. Finde ich relativ wichtig, da wir ja wie gesagt, alle irgendwie Eltern sind smile.png Ich weiß nicht, ob sowas bei euch denkbar wäre. Ich könnte halt auch zwischendurch in die Stadt und einen Kaffee trinken, allein oder mit Freunden. Was sowas angeht, muss ich halt nicht fragen. Das Stückchen Freiheit ist mir auch relativ wichtig.

 

Ich denke, dass dieses "Erlaubnis-Fragen" sowohl unter den Nicht-Muslimen als auch Muslimen eine etwas überspitzte Bedeutung hat. Wenn ich jemanden heirate, dann schaue ich ja darauf, ob man ihm/ihr vertrauen kann, ob er/sie geistig auf der Höhe ist, was für Ziele und Prinzipien er/sie hat. Und wenn der Mann schon solche Panik hat, wenn die Frau zu Aldi oder zu ihrer Nachbarin gehen will, dann hat er zu wenig Vertrauen und mutet ihr zu wenig zu. Das ist kein Ideal. Aber einfach, ohne etwas zu sagen, weggehen, das tut man doch nicht. Man will ja wissen, wo die liebe Ehefrau bzw. der liebe Ehemann hingeht, um ein wenig Gewissheit zu haben, falls mal was passiert. Aus "organisatorischen" Gründe wäre das ja nicht in Ordnung.

Zu dem "mit dem Ex treffen": Wenn man dies tut, wegen den Kindern, dann ist es ja in Ordnung. Ich würde es aber von mir aus gar nicht wollen, mich mit ihm einfach so zu treffen. Wozu? Ich glaube nicht daran, dass wenn man das Bedürfnis hat, ihn zu treffen, keine Gefühle mehr vorhanden sind. Ich kann es mir nicht vorstellen, aber vielleicht könnt ihr das ja smile.png .

 

 

 

Wenn ich ehrlich bin, mache ich auch lieber "Männerarbeit" - ich muss einfach sehen, was ich mit meinen Händen erschaffe. Wahrscheinlich ticke ich da zu simpel briggin.gif

 

Das schließt ja die "Rollenverteilung" gar nicht aus. Ich habe auch den Wohnzimmerschrank meiner Eltern aufgebaut, die zwei großen Kommoden meiner Schwester, ich streiche auch usw. Das Handwerkliche wird zwar als Männerberuf betrachtet, weil da hauptsächlich Männer arbeiten und es auch körperlich anstrengend ist. Aber der Handwerk an sich schließt ja keine Frauen aus.

 

 

Ich weiß. Trotzdem, ich als Person könnte mit den männlichen Pflichten besser leben. Deswegen finde ich es schade, dass man es sich nicht aussuchen kann smile.png

Ich würde nicht mit dem muslimischen Mann tauschen wollen. Als Frau hat man in diesem Sinne mehr Möglichkeiten etwas anderes zu tun. Man kann auch arbeiten gehen. Aber der Mann muss es und ist verpflichtet für die Familie zu sorgen.

Es ist auch in dieser deutschen Gesellschaft nicht unbedingt allgemein anerkannt, wenn der Mann den Haushalt macht, Kinder erzieht und die Frau das Geld nach Hause bringt. Es gibt immer noch eine Rollenverteilung, nur umgekehrt. Ändert aber nichts dran, dass es geteilt ist.

 

 

Also, wenn ich etwas repräsentiere, von dem sich knapp 50% der Menschheit abgrenzen wollen, dann kannste sicher sein, dass ich das auch nicht mehr sein möchte.

 

Das hat so diesen Anklang von Minderwert. Da kann mir auch bitte dann keiner sagen: "Jaaaa, die Frau ist soviel wert in unseren Augen, wir wertschätzen sie ja sooooooo" - egal ob Muslim oder Nichtmuslim. Das ist doch paradox: ich ehre etwas, von dem ich mich abgrenze? Von dem ich froh bin, dass ich selbst anders bin???

 

Du hast in deiner Ausführung aber auch ein Männerbild inne, das besser ist als das der Frau. Denn wenn du sagst "Wenn die Männer sich von mir abgrenzen, dann will ich nicht so sein", was impliziert, die Männer haben die richtigere Meinung über die Welt. Ich lasse mich gerne korrigieren, wenn du es nicht so meinst.

Dieses Denken "ich bin männlich, wenn ich nicht weiblich bin" dient zur Definition von Männlichkeit. Frauen sind emotionaler, das bedeutet Männer müssen rationaler bzw. weniger emotionaler sein. Das ist eher psychologisch zu betrachten. Ich habe schon öfters davon erzählt, dass man sagt, dass Männer eine fragile Persönlichkeit haben und sich deswegen immer in ihrem Mann-Sein behaupten wollen. Das geht darauf zurück, als der kleine Junge sich von der Symbiose mit der Mutter trennen musste. Er musste erkennen, dass er nicht zur Mutter gehört und er auch anders ist als sie. Er konnte sich also nicht mit ihr identifizieren. Das ist sehr schmerzhaft für ihn. Auch die Umwerbung um die Mutter als Partnerin geht "daneben", weil der Papa mit ihr zusammen ist. Also der Junge erfährt eine härtere Abgrenzung von der Mutter als das Mädchen, und will sich demnach von ihr "abwenden". Und darin gründet dieses Sich-Abgrenzen von weiblichen Eigenschaften. Denn der Junge musste erfahren, dass er nicht weiblich bzw. anders als die Mutter ist. Und darin muss er sich in der Gesellschaft bewähren.

Nach der Psychoanalyse sucht sich der Junge dann aber im Erwachsenenalter eine Frau, die der Mutter ähnelt hehe.

 

Wenn man sich die Arbeitswelt anschaut, dann findet man aber wirklich diese Abgrenzung von der Frau. Es ist einfach eine gesellschaftliche Norm bzw. Gesetz geworden, dass Frauen gleichberechtigt zu Männer sind. Da das aber in das "Territorium" des Mannes eingreift, nimmt er Abstand davon. Er sagt es vielleicht so wegen der Gesellschaft, aber meint es nicht so. Denn es wäre zu seinen Ungunsten. In Deutschland gibt es nur eine chirurgische Chefärztin und ansonsten nur männliche. In einem Ingenieursbüro, wo nur Männer arbeiteten, sagten sie, dass sie weibliche Kollegen mit Rock, Stöckelschuhen usw. nicht ernst nehmen können.

 

Ich bin auch dafür, dass ein Umdenken stattfinden sollte. Und zwar nicht, dass die Männer endlich die Frauen in ihren Berufen lassen sollen, sondern die Berufe, die Frauen besonders gut können, mehr wertschätzen, allen voran die Hausfrau und Mutter.

Ich betrachte die Frauenquote und dieses Hinterherlaufen nach männlichen Berufsideal als Verzweiflungsakt. Man ist nach einer Anerkennung bestrebt, die einen zerstört. Letztens habe ich gelesen, dass berufstätige Frauen mehr unter Burn-Out leiden, weil sie eine Dreifachbelastung haben: Arbeit, Hausfrau und Kindererziehung. Und das soll wirklich das Ideal der Frau sein? Sie ist nun in der beruflichen Männerwelt und muss trotzdem die früheren Tätigkeiten machen. Ich finde es, ehrlich gesagt, schändlich einer Frau sowas zu zumuten zu müssen, damit sie anerkannt wird.

 

wassalam

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Salam :)

 

(Das ist jetzt keine Anspielung darauf, bitte Muslima zu werden, sondern ich wollte nur zeigen, dass es nicht so ganz starr ist, wie manche denken)

 

Nee, so habe ich das auch nicht aufgefasst :) Ich bin ja gerade dabei zu erkunden, wie straff diese Strukturen sind. Deswegen frage ich auch so viel ;)

 

Zu dem "mit dem Ex treffen": Wenn man dies tut, wegen den Kindern, dann ist es ja in Ordnung. Ich würde es aber von mir aus gar nicht wollen, mich mit ihm einfach so zu treffen. Wozu? Ich glaube nicht daran, dass wenn man das Bedürfnis hat, ihn zu treffen, keine Gefühle mehr vorhanden sind. Ich kann es mir nicht vorstellen, aber vielleicht könnt ihr das ja

 

Klar, das geht. Also Gefühle sind da, aber rein freundschaftlicher Art. Ich mag ihn als Person immer noch. Klar interessierts mich dann auch, was er so macht und wies ihm geht. Mein Mann weiß, dass ich da gut trennen kann und vertraut mir in der Hinsicht. Hat ja auch einen Grund, warum ich mich von meinem Ex getrennt habe und ihn geheiratet ;)

Für das Kind finde ich es eigentlich auch wichtig. Er kann ruhig lernen, dass man sich zwar trennen, aber trotzdem noch gut verstehen kann. Man kann auch freundschaftlich besser über Erziehungsziele und dgl. reden, als wenn das Verhältnis jetzt sehr steril wäre. Also, finde ich zumindest. Wir sind wie gesagt alle Eltern und müssen an einem Strang ziehen. Geht in Freundschaft einfach besser. Ich hatte eh schon immer mehr männliche Freunde, das ist nix Neues ^^

 

Man will ja wissen, wo die liebe Ehefrau bzw. der liebe Ehemann hingeht, um ein wenig Gewissheit zu haben, falls mal was passiert

 

Was passieren kann ja überall was. Aber ich hab z. B. auch nix dagegen dass er mit Kollegen ein Feierabendbier trinken geht, wenn die Kinder woanders und ich im Spätdienst bin. Da reicht es locker, wenn ers später erzählt :)

 

Du hast in deiner Ausführung aber auch ein Männerbild inne, das besser ist als das der Frau. Denn wenn du sagst "Wenn die Männer sich von mir abgrenzen, dann will ich nicht so sein", was impliziert, die Männer haben die richtigere Meinung über die Welt. Ich lasse mich gerne korrigieren, wenn du es nicht so meinst

 

Puh, schwer. Also, ein wenig hast du wohl damit Recht. Trotzdem. Es geht ja weniger ums Rechthaben als um die Abgrenzung an sich. Wie gesagt, das möchte keiner und dann versucht man denke ich oft, etwas anderes zu sein. Ich denke, deswegen geben auch viele Leute eine andere Nationalität an (Sinti und Roma beispielsweise), weil eben die eigene negativ belastet ist. Heißt ja nicht, dass die Leute Recht hätten, die sowas behaupten. Trotzdem. Das Gefühl von Minderwertigkeit bleibt doch irgendwie.

 

Ja, Männer sind eigentlich sehr verletzliche, empfindliche Wesen, da hast du total Recht. Merkt man schon, wie sie auf manche Sachen reagieren ^^

 

Leider muss ich schon wieder los (Arbeit ruft -.-), mache mir aber übers WE nochmal ordentlich Gedanken drum.

 

Danke für deine Ausführungen :)

 

Wa Salam

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Fatima Özoguz

Hallo Azada

 

ehrlich gesagt würde es mir nicht einfallen, mich mit einem anderen Mann zu treffen, egal ob es der Ex ist oder jemand anders. Ausnahme wäre nur wegen der Kinder, falls ich denn einen Ex hätte, aber auch da würde ich den Kontakt nicht zu eng gestalten. Mein Mann würde auch nicht mit einer anderen Frau Kaffee trinken gehen.

 

Das hat auch nichts mit mangelndem Vertrauen zu tun, sondern dass man mit einer Person des anderen Geschlechts nicht allein sein bzw. allzu private Gespräche führen soll, ist einfach eine Vorsichtsmaßnahme. Das bedeutet nicht, dass ich mit Männern gar nicht reden würde, aber dann nur Sachliches.

 

LG

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As Salamu aleikum,

 

die öffentliche Präsenz, die höhere Wertschätzung des Mannes, seine (vermeintliche) Überlegenheit ist auch christlich geprägt. Denn nach christlicher Auffassung, ist Eva von der Rippe Adams entstanden, also aus ihm hervorgekommen und es war Evas Schuld, dass sie beide vom Baum der Erkenntnis gegessen haben und daraufhin auf die Welt geschickt wurden, um selbst ihren Lebensunterhalt unter harter Arbeit zu bestreiten und die Kinder unter Schmerzen zu gebären. Dieses Denken, dass das Leid auf Evas Verhalten zurückführen ist, hat die Frau die Jahrhunderte hindurch unterdrückt. Sie war schuld, also durfte sie mindergeschätzt werden. Und es ist auch heute noch so, Frauen werden als schwache Wesen angesehen, die nicht den gleichen Wert des Mannes haben. Denn die Frau macht nur reproduktive Arbeit im Hintergrund, also Kinder gebären und erziehen, kochen jeden Tag, putzen usw. Der Mann hingegen macht produktive Arbeit, stellt Autos, Tische her, ist Chef, usw. Diese Tätigkeit ist öffentlich und somit anerkannter als die der Frau.

 

Obwohl gesetzlich verankert, bekommen Frauen in Deutschland 30 % weniger Gehalt bei gleicher Arbeit. EU-Durchschnitt ist 18 %. Heutige Altersarmut ist Frauenarmut. Was ich damit sagen will, dass das Denken über die Minderschätzung von Frauen immer noch weit umfasst ist.

 

Auf Chefetagen sind auch fast nur Männer zu begegnen. Auch in Frauenberufen haben Männer die Führungsposition. Und dass die Männer immer "ihr Revier" vor der Frau markieren müssen, indem sie ihre Überlegenheit und Stärke zeigen, hängt damit zusammen, dass die Vorstellung von Männlichkeit darin gründet, dass alles männlich ist, was nicht weiblich ist. Die Männer wollen sich also immer vom Weiblich-sein abgrenzen, darum sind sie manchmal auch so extrem rational und bestimmend.

Jetzt haben wir ein Dilemma: Die Männer wollen sich vom Weiblichen abgrenzen, um als Männer zu gelten und die Frauen streben dem "Machtideal" der Männer hinter her, indem sie in die Chefetagen wollen, indem sie die Kinder abgeben, um mit dem männlichen Berufsbestrebungen mitzuhalten. Das ist ein Teufelskreis.

 

Man kann es nicht leugnen, dass Frauen Kinder gebären und sie die besten Voraussetzungen dafür haben, sie zu erziehen. Wenn man sich die kognitive Entwicklung des Kindes anschaut, dann muss die Mutter das Kind bestärkt erziehen, weil das Kind am Anfang noch sehr an der Mutter gebunden ist. Erst wenn es sich "loslöst", bekommt der Vater eine Schlüsselrolle. Sie bilden dann eine Triade, in der das Kind Kommunikation, Ausschluss, seine Individualität usw. lernt.

Ich bin jemand, für den die Wissensaneignung, z.B. durch das Studium, sehr wichtig ist, und ich will es auch in der Arbeitswelt anwenden und somit einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Aber sobald Kinder da sind, haben sie einen Vorrang und ich will sie erziehen. Kinder lernen von den Eltern. Wenn die Mutter ganze Zeit zu Hause ist und nichts anderes tut, als zu kochen, putzen und den Mann zu bedienen, dann betrachten die Kinder das als normal. Aber man/frau kann auch mehr tun, z.B. vor dem Kind lesen, beten usw., damit sie erkennen: "Meine Mama ist ein Multitalent" briggin.gif . Es ist auch wichtig, dass das Kind die liebe-, verständnis-, respektvolle, sich gegenseitige helfende Beziehung der Eltern sieht. Dann kommt dieses archaische und männerüberlegende Verständnis von Beziehung kaum auf.

Denn auch wenn der Mann arbeiten geht, das Geld nach Hause bringt, die Frau den Haushalt macht und die Kinder erzieht, muss das nicht als eine Ungleichberechtigung angesehen werden. Wir (die im Westen, im Orient, Christen, Juden, Muslime usw.) müssen dem Haushalt und der Erziehung bzw. der Tätigkeit der Frau einfach mehr Wert und Bedeutung zuschreiben.

Und ich finde, der Islam hat da einen ganz guten Ansatz gemacht. Es gibt eine Überlieferung, in der es heißt, dass der Frau bei der Geburt ihres Kindes ihre Sünden getilgt werden, während der Schwangerschaft ist sie wie ein Kämpfer auf Gottes Weg (bitte nicht radikal interpretieren), dass jedes Saugen des Säugling so angerechnet wird, als würde sie einen Sklaven befreien. Und dann gibt es noch eine Überlieferung, dass das Haushalten als Gottesdienst betrachtet wird, also wenn sie ein Glas von der Spülmaschine in den Schrank räumt, dann bekommt sie dafür eine gute Tat aufgeschrieben. (Es sollte alles natürlich wegen Gottes Zufriedenheit gemacht werden, ansonsten funktioniert das mit der guten Tat nicht so, wie es sein sollte). Und der Mann? Ihm muss so vieles vorgeschrieben werden, denn Tatsache ist, im Islam hat der Mann bei weitem viel mehr Pflichten als die Frau.

 

Imam Khomeini (ra) sagte, dass die Frau ihr Geschick selbst in die Hand nehmen sollte. Wenn es um die Veredlung der Seele geht, dann werden Mann und Frau im Koran gleichermaßen angesprochen. Also die Frau muss unbedingt selbstbestimmt sein, jedoch für das Funktionieren von Familie, Gesellschaft usw. muss es eine gewisse Arbeitsteilung geben. Und jeder sollte nach seinen Vorzügen und Gaben um die eigene Tätigkeit bestrebt sein. Man kann darin aber dennoch eigene Ziele anstreben. Im Allgemeinen sind wir alle gleich, und sind dazu verpflichtet, uns und unser Geschick frei selbst zu wählen und zu bestimmen. In der Spezifkation haben wir auch äußerliche Verpflichtung, die nicht gleich sein müssen, sondern nur dem besseren Leben aller dienen müssen.

 

Und liebste Azada, ich erachte dich als sehr respekt- und verständnisvoll. Und es tut mir Leid, wenn du von uns Schlechtes oder Unverständliches vernommen hast. Ich bin auch dagegen, den Westen als per se schlecht zu beurteilen. Er hat in einigen Dingen ein Ideal, was wir alle anstreben sollten. Jedoch ist er auch nicht frei von Fehlern. Genau so wie der Orient und wir Muslime. smile.png

 

wassalam

 

1. Alle Vorstellungen, die die Frau als ideale Erzieherin sehen, gehen von liebevollen Frauen aus, die ihr Handwerk (Mutter zu sein) verstehen. In meiner schulischen Praxis habe ich aber mindestens 25% an Müttern erlebt, denen man das Kind lieber schon am ersten Tag wegnehmen hätte sollen.

 

2. Ich habe schon einmal versucht, die Tatsache zu erwähnen, dass alle großen Religionsstifter und ihre Schüler Männer waren. Deshalb sehen auch die entsprechenden Regeln und Gesetze so aus, wie sie aussehen.

 

3. Das Argument, die Frauenarbeit zu Hause endlich höher zu bewerten ist ein gefährliches. Mit ähnlichen Argumenten haben die Sklavenhalter in den USA versucht, den Sklaven einzureden, welch wichtige Rolle sie in den Haushalten spielen. Schließlich wurden in den wohlhabenden Familien ja fast alle Kinder von schwarzen Sklavenfrauen gestillt, gewickelt, aufgezogen, bekocht, usw.

 

4. Hier wird oft erwähnt, der Mann habe ja im Islam die "Pflicht" für die Familie zu sorgen, also sei man als Frau in Wirklichkeit nicht abhängig. Diese Versorgungspflicht ist aber den Männern 1000 Mal lieber, als wenn sie den Haushalt führen müssten. Es ist keine Pflicht für sie, es ist ein Geschenk.

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Fatima Özoguz

salam.gif

 

1. Alle Vorstellungen, die die Frau als ideale Erzieherin sehen, gehen von liebevollen Frauen aus, die ihr Handwerk (Mutter zu sein) verstehen. In meiner schulischen Praxis habe ich aber mindestens 25% an Müttern erlebt, denen man das Kind lieber schon am ersten Tag wegnehmen hätte sollen.

 

solche gibt es leider auch, und immer weniger Eltern generell scheinen in der Lage zu sein, ihre Kinder zu erziehen. Trotzdem sind bei den schlimmsten Fällen von Kindesmisshandlungen immer noch mehrheitlich die Väter beteiligt, weil sie weniger Geduld haben.

 

http://www.focus.de/schule/familie/erziehung/psychologie/kindesmisshandlung_aid_228517.html

 

Was sexuellen Missbrauch angeht, sind die Stiefväter die größte Gefahr, vor allem für Mädchen.

 

 

Das Argument, die Frauenarbeit zu Hause endlich höher zu bewerten ist ein gefährliches. Mit ähnlichen Argumenten haben die Sklavenhalter in den USA versucht, den Sklaven einzureden, welch wichtige Rolle sie in den Haushalten spielen. Schließlich wurden in den wohlhabenden Familien ja fast alle Kinder von schwarzen Sklavenfrauen gestillt, gewickelt, aufgezogen, bekocht, usw.

 

 

du willst doch jetzt nicht ernsthaft Familienarbeit mit Sklavenarbeit gleichsetzen? In der Familie arbeite ich ja auch für mich und nicht für irgendwelche Fremden gegen Kost und Logis. Ich freue mich auch, wenn die Wohnung sauber ist und sich alle wohlfühlen. Außerdem sollte sich diese Wertschätzung auch finanziell niederschlagen. Aber es wäre schon viel damit gewonnen, wenn die Hausfrauen nicht verschämt zu Boden gucken müssen, wenn man sie nach dem Beruf fragt, denn mit Hausfrau assoziiert fast jeder automatisch ein kleines Dummerchen, das von nichts eine Ahnung hat.

 

Allein für die Familie sorgen zu müssen, ist ein Geschenk? Das sehe ich aber gerade bei deutschen Männern ganz anders. Denen ist es zuviel Verantwortung und Last, für Frau und Kinder sorgen zu müssen, zumal die Arbeitsverhältnisse ja auch immer unsicherer werden. Aussage eines deutschen Mannes:

 

"Ich arbeite doch nicht, damit meine Frau daheim auf meine Kosten die Möbel abwohnt".

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Nour-al-Zahraa

#bismillah#

#salam#

 

 

 

1. Alle Vorstellungen, die die Frau als ideale Erzieherin sehen, gehen von liebevollen Frauen aus, die ihr Handwerk (Mutter zu sein) verstehen. In meiner schulischen Praxis habe ich aber mindestens 25% an Müttern erlebt, denen man das Kind lieber schon am ersten Tag wegnehmen hätte sollen.

 

 

Aber ich bezweifle, dass diese 25% muslimische Mütter waren. Warum? Ganz einfach, bei uns nehmen sich die Mädchen fast immer als Vorbild die Mama. Und da die Mama versucht ihre Kinder auf Gottes Wegen zu erziehen, glaube ich nicht, dass sie soooo schlimm sind. Ich gebe ja zu, auch ich habe einige muslimische Mutter gesehen, die bestimmt nicht fähig sind, ein Kind zu erziehen. Aber da ist meiner Meinung nach, der Mann dran was zu ändern. Denn das sind ja auch seine Kinder. Es ist keinesfalls so, dass Männer von der Erziehung befreit sind. #aah#

Nein, auch Männer müssen ihre Kinder miterziehen, es wird nur oft behauptet, dass es de Mutters Arbeit ist, was aber nicht stimmt

Diese Behauptungen beruhen darauf, dass meist die Mutter daheim ist und der Vater arbeitet und somit hat die Mutter mehr Zeit sich um die Erziehung zu kümmern. Tatsache ist aber, dass die Männer sich nach Feierabend meist mit den Kindern beschäftigen, und sei es einfach nur in Form von zusammensitzen, sie sind dennoch für ihre Kinder da :)

 

 

 

3. Das Argument, die Frauenarbeit zu Hause endlich höher zu bewerten ist ein gefährliches. Mit ähnlichen Argumenten haben die Sklavenhalter in den USA versucht, den Sklaven einzureden, welch wichtige Rolle sie in den Haushalten spielen. Schließlich wurden in den wohlhabenden Familien ja fast alle Kinder von schwarzen Sklavenfrauen gestillt, gewickelt, aufgezogen, bekocht, usw.

 

4. Hier wird oft erwähnt, der Mann habe ja im Islam die "Pflicht" für die Familie zu sorgen, also sei man als Frau in Wirklichkeit nicht abhängig. Diese Versorgungspflicht ist aber den Männern 1000 Mal lieber, als wenn sie den Haushalt führen müssten. Es ist keine Pflicht für sie, es ist ein Geschenk.

 

 

Ich nehme mal Beide Punkte in einer Anwort zusammen:

Also, du stellst also Frauen mit Sklaven vergleichsweise dar? Das finde ich persönlich, ziemlich weit hergeholt.

 

1. Jedes Mädchen weiß, auf was sie sich in einer Ehe einlässt, und das ist ganz bestimmt keine Art der Sklaverei.

Aus diesem Jahrhundert sind wir raus :)

 

2. Keiner Versucht ihnen irgendwas einzureden. Eine Ehe wird von beiden Seiten geregelt, meist ist es aber halt so, dass die Frau sich um den Haushalt kümmert, während der Mann arbeiten geht.

D.H beide sind dazu da, um sich zu ergänzen!!

 

Ich könnte deine These genauso anders formulieren: der Mann ist der Sklave, weil er arbeiten muss, während die Frau den ganzen Tag daheim ist, und sie ganz sicher nicht die ganze zeit nur im Haushalt beschäftigt ist.

So wäre es jetzt nach deiner Theorie ;)

 

Ja es ist ein Geschenk^^, was denkst du, weshalb Soviele Männer ihre Frauen so sehr lieben. unter anderem deshalb, denn sie sind für sie ebenso da, wie die Männer für die Frauen. Und es ist doch schön, dass die Männer das zu schätzen wissen ^^

 

Und zum Abschluss noch zwei Hadithe, damit es nicht heißt, dass Frauen unterdrückt werden

 

Imam Sadiq (a) fragte einen Mann: "Bist du verheiratet?" "Nein!" Er (a): "Ich wollte nicht einen einzigen Abend ohne meine Frau sein, auch wenn mir die ganze Welt gehörte!"

(Bihar-ul-Anwar, B. 103, S. 217

 

Folgendes Wort ist von Imam Ridha (a.s.): "Auf Erden gibt es nichts Besseres als eine gute Gattin, durch die, wenn "er" sie ansieht, sein Herz durchströmt wird von Freude und die während seiner Abwesenheit seine "Treuhänderin" ist."

(Wasaa'il-ush-Shi'ah, B. 14, S.23)

 

#wasalam#

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