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Die Geschichte von Sakina


Gast Cara

Empfohlene Beiträge

Assalamu alaykum

 

diesen Beitrag hat 2004 eine Schwester im MM-Forum eingestellt, ich kopiere in einfach mal hierher.

 

Sakina

 

Bibi Sakina war die jüngste Tochter Imam Husseins (a. s.). Sie war ein lebhaftes Kind, voller Liebe und Glück. Jeder mochte Sakina. Sie war auch ein sehr religiöses Kind, las gerne im heiligen Qur’an und ließ nie ein Gebet aus. Ab ihrem 2. Lebensjahr war sie sehr darauf bedacht, dass ihr Kopf und Gesicht in der Öffentlichkeit entsprechend bedeckt waren.

 

Sakina war das von Imam Hussein (a. s.) am meisten geliebte Kind. Oft hörte man den Imam sagen: "Ein Haus ohne Sakina hat keinen Wert, dass man in ihm lebt." Immer lächelte sie fröhlich und lieb und hatte eine freundliche Natur. Andere Kinder, ebenso die Erwachsenen suchten ihre Nähe. Sie war sehr großzügig und teilte immer mit den anderen, was sie hatte.

Die Beziehung zwischen Sakina und ihrem Onkel Abbas war eine ganz besondere. Er liebte sie mehr als seine eigenen Kinder. Wenn Sakina einen Wunsch äußerte, fand Abbas keine Ruhe, bis er ihren Wunsch erfüllt hatte. Es gab nichts, was Abbas nicht unternommen hätte um sie zu erfreuen.

Während der Reise von Medina nach Mekka und von Mekka nach Kerbala versicherte sich Abbas immer wieder, dass Sakina alles hatte, was sie sich wünschte. Sie liebte ihren Onkel ebenso wie er sie. Noch in Medina besuchte sie ihren Onkel in seinem Haus, in dem er mit seiner Familie und seiner Mutter Imm-ul-Banien lebte, mehrere Male.

 

Wie jedes vier- bis fünfjährige Kind wollte Sakina, wenn sie zu Bett ging, etwas Zeit mit ihrem Vater verbringen. Imam Hussein (a. s.) erzählte ihr dann Geschichten vom Propheten und von den Schlachten, die ihr Großvater Ali geschlagen hatte. Ihr Kopf ruhte auf der Brust ihres Vaters und Hussein blieb, bis sie eingeschlafen war.

Als die Armee Yazids sich am 2. Muharram in Kerbala versammelte, sagte Hussein zu seiner Schwester Zeynab: „Es ist nun Zeit, dass du Sakina daran gewöhnst, dass sie ohne mich schlafen geht.“

Trotz allem folgte Sakina ihrem Vater am Abend und Hussein musste sie sanft zu Zeynab oder Rubab zurückbringen.

Als am 7. Muharram das Wasser knapp wurde, teilte Sakina ihre noch so kleine Menge mit anderen Kindern. Als dann gar kein Wasser mehr da war, schauten die durstigen Kinder hoffnungsvoll auf Sakina. Und weil sie ihnen nicht helfen konnte, weinte sie. Sakinas Lippen waren ausgedörrt vor Durst.

 

Ausgedörrt vor Durst.

 

Am Tag von Aschura gab sie Abbas ihren Wasserbeutel. Und er machte sich auf, um für sie Wasser zu holen. Die Kinder versammelten sich um Sakina mit ihren Bechern, weil sie wussten, dass Sakina ihnen zuerst etwas abgeben , bevor sie selber trinken würde, wenn Abbas Wasser brächte. Als aber Sakina sah, wie Imam Hussein (a. s.) die blutgetränkte Fahne brachte, wusste sie, dass ihr Onkel getötet worden war. Von diesem Tag an beklagte sie sich nie mehr über Durst.

Dann kam die Zeit, als die Erde bebte und Sakina zur Waise wurde. Aber selbst dann dachte sie zuerst an die anderen. Sie tröstete ihre Mutter nach dem Tod von Ali Aschghar, und wenn sie eine andere Frau oder ein Kind weinen sah, legte Sakina ihre kleinen Arme um sie. Ja, Sakina fragte nie mehr nach Wasser. Hz. Zeynab überredete sie, eine paar Schluck zu trinken, aber sie selbst fragte nie mehr nach Wasser oder beklagte sich über Durst.

 

Als Imam Hussein (a. s.) in der Schlacht fiel, vergaß Sakina zu lächeln. Kufa sah sie als melancholisches kleines Mädchen gedankenverloren. Oft schreckte sie nachts plötzlich auf und erklärte: "Ich hörte gerade ein Baby schreien. Ist es Ashgar? Er hat sicher nach mir gerufen." Sakina wusste, dass ihr Weinen ihre Mutter beunruhigte und schmerzte; so weinte sie leise und wischte sich schnell ihre Tränen ab. Im Gefängnis von Damaskus starrte sie auf einen Schwarm von Vögeln, der bei Sonnenuntergang zu seinen Nestern flog, und unschuldig fragte sie Hz. Zeynab: „Wird Sakina auch nach Hause kommen so wie diese Vögel?“

Dann in einer grauenvollen Nacht legte sich Sakina auf den kalten Boden des Gefängnisses. Lange Zeit starrte sie in die Dunkelheit. Dann kam die Zeit des Morgengebetes, und Sakina lag noch immer da mit weit geöffneten Augen. Ihre Mutter rief: „Sakina, wach auf, wach auf! Es ist Zeit für das Morgengebet, mein Kind.“

Aber da war nur schmerzhafte Stille. Unser 4. Imam ging zu Sakina hinüber und legte seine Hand auf ihre Stirn. Sie war kalt. Er hielt seine Hand vor ihren Mund und ihre Nase. Sakina hatte aufgehört zu atmen. Unter Schluchzen sagte Imam Sadschad (a. s.): „Inna lillahi wa inna ilahi radschi’un!“

 

Wo wurde Sakina begraben?

 

Zeynab hielt das tote Kind, während Imam Zein-ul-Abedien in der Zelle das Grab herrichtete. Als das Grab geschlossen war, schrie die Mutter laut. Wie konnte jemand Bibi Rubab trösten? Was konnten sie sagen? Sie kauerten sich um sie herum, und die Gefängnismauern erbebten unter ihrem Schrei: „Oh Sakina, oh mathlum!“

Bibi Rubab legte ihre Wange auf Sakinas Grab und schrie: „Sprich zu mir Sakina. Nur ein Wort, mein Kind! Sprich zu mir."

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Assalamu alaykum

 

bei www.islamischer-weg.de gibt es auch das Buch "Imam Hassan und Imam Hussain, Kurzaufsätze über die Enkel des Propheten".

 

Das ist auch sehr schön, und ruft die Geschichte der Fürsten der Jugendlichen im Paradies wieder in Erinnerung.

 

Wasalam

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  • 7 Monate später...

#bismillah#

#salam#

#salam#

 

Das Wort Sakina wird oft im Koran erwähnt.

 

eslam.de

Sakina ist ein im Heiligen Qur'an erwähnter Zustand, den die Seele [nafs] erreichen kann. Er wird am geeignetesten mit Seelenfrienden übersetzt, ein Seelenfrieden, der durch das Bewusstsein der göttlicher Gegenwart, und einer inneren Ausgeglichenheit bewirkt wird. Sakina kann durch die Liebe zu den Zwei Gewichtigen [thaqalain] erreicht werden.

Im Heiligen Qur'an wird Sakina an mehreren Stellen erwähnt. So zum Beispiel im Zusammenhang mit der Bundeslade (2:248) die, wenn sie wieder auftaucht, zum Seelenfriede führen wird.

 

Auch die Beschreibung Prophet Muhammad (s.) und der Gläubigen [mumin] erwähnt Sakina (9:26). So erlangt Prophet Muhammad (s.) bei der Auswanderung und dem Versteck in der Höhle Thaur Sakina, mit der er auch Abu Bakr tröstet (9:40). Sakina in dem Herzen eines Gläubigen [mumin] bewirkt, dass sein Glaube zunimmt (48:4).

 

In Sure 16 beschreibt Gott die Häuser, also das Heim und als Plätze in denen man Sakina erfahren kann. Jene Häuser [buyut] werden auch als Synonym für die Ahl-ul-Bait (a.) verstanden.

 

Sakina oder die verniedlicht Form Sukaina wird im Islam als Mädchenname verwendet, so u.a. für Sakina bint Husain.

 

Ein wunderschöner Name.

 

Alles Lob gebührt Allah swt, dem Herrn der Welten

Bi Amen Allah

#as##herz#:D

wassalam

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