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Monotheismus vs. Polytheismus


Azada
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Von der Moderation Hinzugefügt:

Ursprungsbeitrag von Dario:

Azada, Wissen ist eine sehr wichtige Angelegenheit, da stimme ich dir vollkommen zu. jedoch muss ich dir Wiedersprechen, was die Götter angeht. Ich persönlich verstehe nicht wie ein Mensch mehreren Göttern folgen und anbeten. Das bedeutet ja, dass der eine Gott abhängig von dem anderen Gott wäre, da der eine Gott Beispielsweise die Aufgaben des anderen Gottes übernimmt. (Allha verzeih mir). Dies ist aus islamischer Sicht nicht möglich und auch mit dem klaren logischem Menschenverstand nicht zu vereinbaren.

 

Ursprungsbeitrag von Ayame:

Hallo Azada, ich würde sagen, wir suchen nach einer tieferen Wahrheit (also nicht nur nach Wissen, das sich wie auf einer Computerfestplatte anhäufen lässt)... viel mehr nach etwas, was sich nicht mehr in Worte fassen lässt. Worte sind begrenzt. Worte gibt es nur, wenn man in Unterscheidungen und Abgrenzungen denkt. Die EINE Wahrheit muss das übersteigen... Ja, wir suchen nach Gott. smile.png

 

Jetzt sehe ich erst, was du, shia Dario, geschrieben hast. Genau das meine ich mit dem, was ich eben geschrieben habe. smile.png Mehrere, voneinander unterscheidbare Götter können nie die Wahrheit sein.

________________________________________________________

Salam

 

Mehrere, voneinander unterscheidbare Götter können nie die Wahrheit sein.

 

Da bleibt nur ein Wort: Warum? O.o

 

Wa Salam

 

Edit: vllt mehr als nur ein Wort:

 

Das bedeutet ja, dass der eine Gott abhängig von dem anderen Gott wäre, da der eine Gott Beispielsweise die Aufgaben des anderen Gottes übernimmt. (Allha verzeih mir). Dies ist aus islamischer Sicht nicht möglich und auch mit dem klaren logischem Menschenverstand nicht zu vereinbaren.

 

Es bedeutet keine Abhängigkeit, wohl aber verschiedene Aufgabengebiete. Ich verstehe, dass es aus monotheistischer Sicht schwer zu verstehen ist. Aber das mit dem Menschenverstand, das möchte ich so nicht stehenlassen. Ich persönlich halte mich für einen klar und vernünftig denkenden Menschen. Bzw. um nicht als Einzelbeispiel dazustehen, ich kenne genug andere Polytheisten - egal welcher Richtung. Und lustigerweise sind alle mit einer guten Portion Intelligenz und Logik gesegnet.

 

Für mich persönlich ist der Polytheismus auch das Natürlichste der Welt. Ich würde aber nie auf die Idee kommen, Monotheisten jetzt als engstirnig oder beschränkt zu beurteilen.

 

So. Das ist jetzt glaube ich ausführlicher smile.png

 

Nochmal Wa Salam

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Azada, du musst denke ich aber unterscheiden zwsichen spiritueller Intelligenz und die alltäglich Intelligenz, die viele Menschen haben.

Schau mal wievie Menschen es gibt, die Atheisten sind aber hoch intelligent sind und viel Geld verdienen, aber nicht an Gott glauben. Diese Menschen haben den Sinn im Leben nicht verstanden und ihr Leben nur auf das Diesseits und den Materialismus ausgerichtet. Das Problem bei diesen Menschen denek ich ist, dass sie die Frage nach dem Sinn im Leben verdrängen bzw. sich einen niederen Sinn suchen, wie z.B. Geld anhäufen.

Was ich mit dem Menschenverstand meine ist, dass jeder Mensch, der bei klarem Verstand ist und aufrichtig nach der Wahrheit sucht, Gott erkennen kann und den Weg Gottes gehen kann. Jeder Mensch egal welchen Intelligenzquotienten er besitzt kann den EINEN Gott erkennen. Gott hat uns Menschen einen Vertsand gegeben, damit wie in gebrauchen und zu ihm finden.

Wie sollen mehrere Götter nebeneinander existieren können. Wer soetwas glaubt schreib Gott menschliche Fähigkeiten zu.

Gott braucht niemanden auch nichts uns, geschweige denn einen "Hilfsgott" (Allah verzeih mir).

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Salam

 

Gut, dann meinst du vielleicht spirituelle Intelligenz, wobei es natürlich schön gewesen wäre, du hättest das vorher miterwähnt. Macht die Sache jetzt für mich aber auch nicht wirklich besser.

 

Glaube mir, ich bin bei äußerst wachem und klarem Verstand. Genauso suche ich die Wahrheit, bin mir aber bewusst, dass die allseligmachende Wahrheit für jeden etwas anderes ist. Für mich ist es meine Religion und die lasse ich mir auch nicht schlecht reden. So gut gemeint es auch sein mag. Aber überleg einfach mal, wenn ich dir genauso käme. Sicher wärst du in deinen religiösen Gefühlen verletzt und das zurecht.

 

Bei uns ist es kein Problem, dass die Götter menschliche Eigenschaften haben. Darüber möchte ich auch jetzt gar nicht groß diskutieren, ich möchte nur, dass es angenommen wird, wie es (für mich) ist. Und zwar ohne Abwertung. Das heißt nicht, dass du es gutheißen musst. Ich möchte, dass in gebührendem Respekt davon geredet wird. Meine Religion ist weder in alltäglicher noch in spiritueller Sicht oder irgendeiner sonstigen Form minderwertig.

 

Immerhin trete ich dir auch respektvoll gegenüber. Und weißt du, woran das unter Anderem liegt? An meiner Religion, die mir sagt: es gibt noch andere Wege neben meinem, respektiere diese. Respekt ist bei uns sowieso unglaublich wichtig. Dieses vermeintliche Überlegenheitsgefühl ist uns fremd. Und da, finde ich, können sogar die noch was lernen, die meine Religion komisch finden und/oder ablehnen.

 

In diesem Sinne,

 

Wa Salam

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Ich für mich glaube an nur einen Gott.. v.a., weil ich damit aufgewachsen bin, also nicht weil ich so schlau gewesen wäre, selbst darauf zu kommen. Im Nachhinein erscheint es mir sinnvoll, nur an einen Gott zu glauben, aber wäre ich anders aufgewachsen, würde mir vielleicht etwas anderes sinnvoll erscheinen. Der Verstand kann sehr konträre Positionen gut begründen.

Warum mir der Monotheismus so zusagt: Wir Menschen sind auf der Suche nach Wahrheit und Heil (beides Singular). Irdische Wahrheit = Wissen (<- wissen kann ich Vieles <- Plural; Wissen ist beschränkt). Irdisches Heil = "episodisches Glück" (also dass es einem mal gut geht und mal schlecht... endliches, beschränktes Glück). Unsere Suche geht weiter, nach etwas Transzendentem, alles Irdische, Endliche, Beschränkte übersteigende. Wenn ich mir da mehrere Götter vorstelle, wäre jeder davon doch wieder nur endlich, beschränkt. Das wäre für mich nicht akzeptabel. Deswegen glaube ich an nur einen Gott, der alles Denkbare übersteigt.

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Salam

 

Alles okay, Julia, du brauchst dich nicht zu rechtfertigen.

 

Ich bin auch katholisch aufgewachsen, hab mich dann aber "umentschieden". That's it. Kein böses Blut, kein Nichts :)

 

Wa Salam

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Ich versuche auch niemanden zu bekehren und ich akzeptiere deinen Glauben natürlich auch, obwohl ich ihn nicht nachvollziehen kann.

Kannst du mir erklären worin du den Sinn siehst, dass es mehrere Götter geben soll? Was ist der Vorteil dadurch? Was bringt dich zu dem Entschluss so zu glauben?

Welcher Religion gehörst du an?

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

@Azada

Genauso suche ich die Wahrheit, bin mir aber bewusst, dass die allseligmachende Wahrheit für jeden etwas anderes ist.

Du sagst, du glaubst an mehrere Götter. Hier sprichst du aber von der Wahrheit.

 

Wassalam

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Salam

 

Danke erstmal fürs Neueröffnen :), wobei ich "versus" jetzt etwas hart ausgedrückt finde ^^ Hatte eigentlich nicht vor, gegen euch anzutreten und seis nur verbal :D

 

Meine Antwort wird dich wahrscheinlich nicht mal zufrieden stellen - es ist ganz einfach, es fühlt sich einfach richtig an. Wie gesagt, ich kenne ja auch den Monotheismus. Polytheismus fühlt sich für mich persönlich aber "richtiger" an. Also, wohlgemerkt, richtiger für mich :) Ich finde es völlig normal, für jeden Belang einen oder mehrere Götter zu haben. Genauso ist es okay, wenn Götter sterben oder menschliche Attribute haben. Man bekommt einfach einen ganz anderen Zugang (oder Umgang?) dazu. Der Monotheistische Gott hat für mich persönlich etwas unnahbares. Ein irreales perfektes Wesen, ohne Ort ohne alles. Ohne jede Menschlichkeit. Da fehlt mir einfach der Berührungspunkt. Ich hoffe, das beleidigt keinen von euch. Aber für mich ist das einfach so.

 

Du sagst, du glaubst an mehrere Götter. Hier sprichst du aber von der Wahrheit.

 

Einen Satz später führe ich das ja nochmal aus:

 

 

bin mir aber bewusst, dass die allseligmachende Wahrheit für jeden etwas anderes ist.

 

Wa Salam

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

@Azada

Der Satz, den du hinzugefügt hast, ändert nicht die Tatsache, dass du intuitiv von einer Wahrheit ausgehst und nicht von Wahrheiten. Das liegt an unserer angeborenen Natur. Du hast es relativiert aber das ist nur eine verbale Relativierung. Denn entweder hat die Wahrheit einen Gegenstand oder nicht. Wenn nicht, dann ist das keine Wahrheit sondern eine Illusion und wenn doch, dann gilt es objektiv für alle.

 

Meine Antwort wird dich wahrscheinlich nicht mal zufrieden stellen - es ist ganz einfach, es fühlt sich einfach richtig an. Wie gesagt, ich kenne ja auch den Monotheismus. Polytheismus fühlt sich für mich persönlich aber "richtiger" an. Also, wohlgemerkt, richtiger für mich smile.png

Wenn es um die Wahrheit geht, dann kann man nicht eine subjektive Meinung haben, die nicht für alle gilt. Denn entweder beschreibt deine Überzeugung die Welt, wie sie wirklich ist oder nicht. Wenn nicht, dann ist das eine falsche Theorie und wenn doch, dann gilt es für alle.

 

Ich finde es völlig normal, für jeden Belang einen oder mehrere Götter zu haben. Genauso ist es okay, wenn Götter sterben oder menschliche Attribute haben. Man bekommt einfach einen ganz anderen Zugang (oder Umgang?) dazu.

Dann solltest du uns dringend beschreiben, was du unter dem Begriff Gott verstehst. So wie du sprichst, könnten wir deine Götter auch Engel nennen. Das löst aber die Frage nach dem Ursprung der Welt und der Wahrheit nicht. Götter, die sterben, können nicht selbstexistent sein, weil sie von etwas anderem abhängen, das ihnen genommen werden kann, so dass sie sterben können. Wenn sie nicht selbstexistent sind, woher kommen sie? Du glaubst doch an die Ursache/Wirkung Prinzip oder nicht? Die Vernunft kann sich von diesem Prinzip nicht loslösen. Alles, was du in deinem Alltag machst, hängt ja von diesem Prinzip ab.

 

Der Monotheistische Gott hat für mich persönlich etwas unnahbares.

Gott (s.t) sagt über sich selbst:

Wenn dich meine Diener über mich fragen, so sag: Ich bin nah, ich erhöre den Ruf des Rufenden, wenn er mich ruft, so sollen sie auf mich hören und an mich glauben, auf dass sie den rechten Weg finden.

 

"Und wir haben den Menschen erschaffen und wir wissen, was ihm seine Seele zuflüstert und wir sind näher zu ihm als sein Halsschlagader"

 

O ihr, die ihr glaubt, hört auf Allah und den Gesandten, wenn er euch zu etwas aufruft, das euch Leben verleiht, und wisset, daß Allah zwischen den Menschen und sein Herz tritt, und daß ihr vor Ihm versammelt werdet.

 

Das Problem ist nicht dass Gott nicht nah zu uns ist, sondern dass wir nicht nah zu ihm sind.

 

Ein irreales perfektes Wesen, ohne Ort ohne alles.

Allah sagt über sich selbst:

Weder meine Erde noch mein Himmel haben mich umfasst, doch das Herz meines gläubigen Dieners hat mich umfasst.

 

Ein Dichter sagte mal:

Bei jedem Ruf "O Gott" sind tausend "Hier bin ich"

 

Nur durch den Eingottglauben kann man die Nähe Gottes spüren, denn in jedem Geschöpf (Inklusive sich selbst), in jedem Ereignis und in jedem Komplex sieht man seine Unterschrift und seine Spuren, sei es eine Lehre, etwas Schmerzhaftes, etwas Bewältigendes, etwas Großartiges oder einfach nur etwas Schönes.

 

Ohne jede Menschlichkeit.

Das ist für dich ein Kritikpunkt aber in Wirklichkeit genau das Schöne. Die Menschlichkeit steht für Schwäche und Abhängigkeit. Wir benötigen aber den Starken, der unsere Schwäche aufheben kann, den Reichen, der unsere Armut beseitigen kann und der Unabhängige der unsere Abhängigkeit stillen kann. Wir brauchen das Wesen, dem wir die Zügel unseres Herzen anvertrauen können, so dass er in dieses Herz Licht und Frieden setzen kann. Ein Wesen, das von uns nicht hart abgegrenzt ist und doch über uns erhaben ist. Ein Wesen, das unsere tiefe Wahrheit darstellt (Schau die die Worte über die Nähe nochmal an).

 

Da fehlt mir einfach der Berührungspunkt. Ich hoffe, das beleidigt keinen von euch. Aber für mich ist das einfach so.

Wer sagt, dass es keinen Berührungspunkt gibt? Die Schöpfung an sich ist unser Berührungspunkt vor allem Muhammad (s.a.a.s) und seine Familie (a.s) (aber auch die früheren Propheten, Gesandten und Heilige). Muhammad (s.a.a.s) ist für uns das erste Licht, was Allah erschaffen hat, aus dem er alles andere hervorgebracht hat. Er und seine Familie sind die höchste Verkörperung der göttlichen Schönheit und Majestät. Über ihn und seine Familie erkennen wir die höhere Wahrheit. Und der zweite Berührungspunkt ist die eigene Seele. In einer Überlieferung vom Unfehlbaren (a.s) heißt es: "Wer sich selbt erkennt, erkennt seinen Herrn"

 

Wassalam

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Salam :)

 

Danke für deine Ausführungen :)

 

Also, in vielen Dingen gibt es "eine" Wahrheit. In anderen wiederum aber verschiedene Sichtweisen, die für den jeweiligen Menschen die Wahrheit sind. Wenn ich von der Wahrheit sprach, redete ich von meiner ganz persönlichen Wahrheit.

 

Denn entweder beschreibt deine Überzeugung die Welt, wie sie wirklich ist oder nicht.

 

Die Welt, wie sie für *mich* ist, wohlgemerkt. Wie gesagt, es gibt verschiedene Sichtweisen. Nehmen wir mal ein Gewitter. Jeder weiß, okay, das sind verschiedene Luftmassen, die aufeinandertreffen. Blitze sind elektrische Ladungen, und so weiter. Ich persönlich denke dabei an Thor, der mit seinem Wagen rumfährt und Riesen erschlägt, wobei ich die rein wissenschaftliche Sichtweise auch akzeptieren kann. Es muss sich ja nicht per se ausschließen.

 

Dann solltest du uns dringend beschreiben, was du unter dem Begriff Gott verstehst. So wie du sprichst, könnten wir deine Götter auch Engel nennen.

 

Erstmal ganz banal, ein Gott ist ein höheres Wesen, ein erschaffendes. Ich denke, darin stimmen wir überein. In Details geht unsere Sichtweise aber auseinander. Engel sind meine Götter definitiv nicht.

In den meisten vorchristlichen und vorislamischen Kulturen waren Götter anthropomorph, also menschenähnlich. Manche waren sogar tiergestaltig oder Mischwesen, siehe das alte Ägypten. Sie waren größeren Mächten wie dem Schicksal und dergleichen untergeordnet, das war völlig normal und logisch für die Leute. Götter sterben, Götter kommen wieder (siehe Osirismythos der Ägypter oder unser Ragnarök). Götter werden verletzt (siehe Diomedes und Ares bei den Griechen), Götter sind menschlich, haben menschliche Begierden (Zeus zum Bleistift), menschliche Gefühle (Apollon und Daphne beispielsweise). Götter werden geboren, Götter zeugen. Manchmal zugegeben auf komische Art und Weise ^^ Früher hätten die Leute euch doof angeguckt, wenn ihr von einem Gott erzählt hättet (es gab ja in Ägypten ne Zeitlang sogar Monotheismus, der wurde aber fix wieder abgesetzt), weil eben der Polytheismus das war, was die Leute als normal und natürlich empfanden. Alles eine Frage der Sichtweise :)

 

Es ist wie ich schon sagte, sehr schwierig, die Sache vom eigenen Standpunkt aus zu bewerten. Du gehst von einem selbstexistenten Gott aus, das ist deine Wahrheit und deine Sichtweise. Unsere Götter sind einfach nicht so, und deswegen haben sie für uns nicht weniger Göttlichkeit als dein Gott für dich. Es ist einfach anders und scheinbar komplett :D

 

Du glaubst doch an die Ursache/Wirkung Prinzip oder nicht?

 

Nur bedingt. Es gibt einfach Dinge, die man nicht erklären kann. Und auch das Prinzip ist so nicht immer stur anwendbar. Wenn du etwas Gutes tust, kommt nicht automatisch immer etwas Gutes zurück und so weiter. Manche Sachen sind - im wahrsten Sinne des Wortes - unberechenbar.

 

Mit Unnahbarkeit meinte ich jetzt nicht unbedingt die Lokalität - naja, wobei euer Gott ja theoretisch eh keine hat. Wie gesagt, es ist vielleicht eher die Schnittstelle. Mohammed wäre für mich auch keine Schnittstelle, es tut mir Leid es so sagen zu müssen. Er war ein wichtiger Mann und hat vieles geleistet, das erkenne ich an. Für mich ist es ein besonderer Mensch, mehr nicht.

 

Nur durch den Eingottglauben kann man die Nähe Gottes spüren, denn in jedem Geschöpf (Inklusive sich selbst), in jedem Ereignis und in jedem Komplex sieht man seine Unterschrift und seine Spuren, sei es eine Lehre, etwas Schmerzhaftes, etwas Bewältigendes, etwas Großartiges oder einfach nur etwas Schönes.

 

Wenn du das Wort "Eingottglauben" weglässt und daraus Polytheismus machst und das "man" durch Azada ersetzt, könnte ich das genauso für mich auch unterschreiben ;) Und ich glaube nicht, dass es anderen von uns anders geht. Wir kennen alle dieses überwältigende Gefühl. Ich denke, jeder der an irgendwas glaubt, hat das, und es eint uns. Eigentlich doch schön, oder? :)

 

Die Menschlichkeit steht für Schwäche und Abhängigkeit. Wir benötigen aber den Starken, der unsere Schwäche aufheben kann, den Reichen, der unsere Armut beseitigen kann und der Unabhängige der unsere Abhängigkeit stillen kann

 

Menschlichkeit ist für mich nur bedingt Schwäche. Ein Charakter kann für mich stark oder schwach sein. Ich denke, der Knackpunkt ist einfach, dass wir eine verschiedene Wertung der Dinge haben. Daraus gründet denke ich viel Unverständnis.

Ich finde, die Menschen wurden ganz wunderbar geschaffen wie sie sind. Unsere Schwächen, unsere Armut, all das können wir selbst beseitigen. Müssen wir auch. Wie ich schon mal sagte, der Mensch ist mit Tatkraft geboren worden. Dazu, dass wir sie nutzen. Ich persönlich warte nicht darauf, dass jemand kommt und die Welt besser macht. Das müssen wir schon ganz alleine tun. Die Götter helfen dem, der sich selbst hilft.

 

Das Problem ist nicht dass Gott nicht nah zu uns ist, sondern dass wir nicht nah zu ihm sind.

 

Ich persönlich fühle mich diesem Wesen nicht nah. Wie sollte ich? Ich kann mich jemand nahefühlen, den ich kenne. Euer Gott hat für mich zwar gewisse Eigenschaften, aber kein Wesen, keinen Charakter, nichts was es für mich irgendwie "greifbar" machen würde. Gut, das macht für euch wahrscheinlich seine Göttlichkeit aus. Für mich ist es halt etwas, was ich nicht mit meinem Glauben vereinbar machen könnte.

 

Wir glauben einfach.. anders ^^

(ändert aber nix daran, dass ich den Islam mag, hehe)

 

Wa Salam

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

@Azada

Damit es nicht immer länger wird, möchte ich einen Punkt ansprechen:

Als ich das mit der Selbstexistenz erwähnt habe, habe ich es nicht aus einem religiösen Standpunkt erwähnt, sondern aus einem logischen Standpunkt, der besagt: Wenn dein Gott stirbt, dann ist er abhängig von etwas, das ihm das Leben nimmt, wenn er es nicht hat. Daher hat er eine Ursache und ist somit ein Geschöpf. Was sagst du hierzu?

 

Wassalam

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Salam

 

Dazu sage ich ganz klar: ja, bei uns ist das so :) Aber ein Gott ist per se nicht von einem anderen Wesen abhängig. Klar, Götter können Götter töten. Menschen können sie verletzen. Sie interagieren mit Menschen, schlafen mit Menschen(frauen) und so weiter (so von wegen "Schnittstelle" ;)). Abhängig sind sie aber z. B. von der Zeit und vom Schicksal. Das macht sie aber in unseren Augen nicht weniger göttlich und wir sehen keine Veranlassung, das Schicksal oder die Zeit anzubeten ^^

 

Wa Salam

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Bismillah

Assalamu Alaikum

 

Du beschreibst mir, was ihr glaubt aber du gehst nicht direkt auf das Argument ein. Musst du auch nicht, wenn du nicht möchtest. Ich möchte dich keineswegs zwingen oder ähnliches.

 

Mein Argument ist:

Da dein Gott sterben kann, gibt es Voraussetzungen, die ihm das Leben verleihen, wenn sie da sind und es ihm nehmen, wenn sie nicht da sind. Daher ist er von diesen Voraussetzungen abhängig. Wenn ein Wesen A von etwas (d.h. auch von einem oder mehreren Wesen) B in seiner Exsitenz abhängig ist, dann ist er nicht selbstexistent und wenn er nicht selbstexistent ist, dann gibt es zwei weitere Fälle: Entweder entstand er aus dem Nichts oder von einem anderen Wesen. Dass er aus dem Nichts entsteht, wird von der Vernunft verstoßen. Daher müssen alle diese Götter von einem oder mehreren anderen Wesen "stammen". smile.png

 

Wassalam

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Salam

 

Ja, es ist so, dass die Götter von anderen Wesen abstammen. Das versuche ich ja die ganze Zeit zu sagen. Sie sind abhängig von gewissen Faktoren. Das stellt aber kein Problem für uns dar, bzw. ist für uns nicht unlogisch. Ich hoffe, das war jetzt besser erklärt redface.gif

 

Wa Salam

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Ich kann dem Bruder 3Aliy voll und ganz zustimmen. Sehr schöne Argumente hast du gbracht. Jeder Wahrheitssuchende Mensch wird dieses verstehen und auch akzeptieren.

 

Azada.

Erkkäre mir doch bitte einmal, wer dich erschaffen hat? Thor, der wenn es blitzt und donnert Riesen jagt? Und eventuell dabei stirbt? Wer hat Thor erschaffen? Wo ist die Ursache alles Seins bei deiner Religion?

Du meinstest das man das Ursache Wirkungsprinzip nicht immer anwenden kann. Du sagst, dass wenn man etwas gutes tut nicht immer etwas gutes zurückkommt. Das behauptet das Ursache Wirkungsprinzip ja auch auch gar nicht. Es sagt lediglich aus, das irgendeine Wirkung folgen wird, ob diese jetzt gut oder schlecht ist ist irrelevant.

 

Besteht deine Religion nur aus den germanischen Göttern oder auch aus den altgriechischen/römischen/ägyptischen Göttern?

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Salam

 

Ich glaube, ich weiß, worauf du hinauswillst ;) Aber doch, unsere Götter können erschaffen, auch wenn sie erschaffen wurden.

 

Das war es doch, was du wissen wolltest? :D

 

Das mit dem Geben, das ist eine schwierige Sache. Ich würde natürlich sagen: sie haben. Du würdest sagen: sie haben nicht. Wie immer eine Frage der Sichtweise.

 

Wa Salam

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Nour-al-Zahraa

Salam

 

Ja, es ist so, dass die Götter von anderen Wesen abstammen. Das versuche ich ja die ganze Zeit zu sagen. Sie sind abhängig von gewissen Faktoren. Das stellt aber kein Problem für uns dar, bzw. ist für uns nicht unlogisch. Ich hoffe, das war jetzt besser erklärt redface.gif

 

Wa Salam

 

#bismillah#

#salam#

 

Aber glaubst du nicht, es müsste jemand geben, der all diese Faktoren geschaffen hat?

Wir drehen uns im Kreis. Ich habe diese Diskussion mitverfolgt und ersten Mashallah die verläuft recht interessant ^^

 

Meiner Meinung nach, kommen deine Aussagen liebe Azada immer an einen Punkt an, wo es nicht mehr weitergeht.

Dass es EINEN gott geben muss, der alles erschaffen hat, wird in allen Argumenten von Bruder 3aliy deutlich

 

Zu deiner aussage lieber Bruder (ich stimme dir in allen Punkten zu) ^^ natürlichen gibt es Sachen die wir nicht beherrschen und nie beherrschen werden.

Z.B ist etwas für mich unmöglich, was für andere Aber möglich ist. In diesem fall bedeutet es ja nicht, dass es das nicht gibt, nur weil ich es nicht kann.

 

#wasalam#

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

@Azada

ich muss dich leider enttäuschen. Das war nicht worauf ich hinauswollte. Ich persönlich glaube, dass auch Menschen erschaffen können (Beispiel Jesus aber auch alle anderen Menschen auf ihre Art und Weise). Du schuldest mir noch eine klarere Antwort (nur wenn du möchtest).

 

Wassalam

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Salam

 

Thor hat mich nicht erschaffen. Er schützt die Menschheit. Thor ist der Sohn von Odin, der wiederum Sohn von Bör ist, der wiederum... ;)

Erschaffen wurden wir aus Holz, Esche und Ulme, von Odin, Vili und Ve.

 

Die Frage nach der Ursache ist natürlich schwierig. Ganz am Ende werden wir den Göttern beim letzten Kampf (Ragnarök ist vielleicht ein Begriff?) helfen. Allerdings nur die Tapfersten von uns. Die meisten wollen wohl dieses Ideal erfüllen. Ansonsten, ich persönlich finde natürlich, das wichtigste ist, gut gelebt zu haben. Etwas geleistet. Und sei es "nur", seine Familie glücklich gemacht zu haben. Wir leben ja irgendwie in unseren Kindern weiter. Ich persönlich will die Welt besser machen, weil sie mir so wie sie ist, oft genug auf die Nerven geht. Wir sind im Vergleich zu euch recht diesseitig. Ehre ist bei uns ein wichtiger Begriff, Rechtschaffenheit, Disziplin und Verantwortung. Ich denke, darauf basierend kann man sich ungefähr vorstellen, wie wir glauben und leben wollen. Das wars so ganz grob umrissen. Vielleicht würde dir ein anderer Asatruar etwas anderes erzählen. Wir unterscheiden uns ja auch untereinander :)

 

Das behauptet das Ursache Wirkungsprinzip ja auch auch gar nicht. Es sagt lediglich aus, das irgendeine Wirkung folgen wird, ob diese jetzt gut oder schlecht ist ist irrelevant.

 

Okay. Auf einer unsicheren Wirkung basierend, glaube ich wohl daran :) Unter Vorbehalt *lach* Inwiefern ist das dann noch relevant für das Thema?

 

Besteht deine Religion nur aus den germanischen Göttern oder auch aus den altgriechischen/römischen/ägyptischen Göttern?

 

Ich persönlich glaube nur an die germanischen Götter. Würde aber die Existenz oder Göttlichkeit eines anderen Gottes tendenziell nicht infrage stellen. Ich kann sie anerkennen, muss ihnen aber nicht folgen. Ich kenne Polytheisten aus allen Richtungen, also Kelten, Griechen und Römer. Für mich völlig in Ordnung, es gibt da keinen Kampf um irgendwelche Wahrheiten. Wenn wir miteinander kommunizieren ist es ungefähr wie "Okay, bei euch ist das also so... wir sehen das anders nämlich...". Und damit hat sich das dann meist. Wir freuen uns dann immer, was über den jeweils anderen gelernt zu haben. Ich kenne übrigens auch Leute, die innerhalb der verschiedenen Religionen Götter haben. Auch in Ordnung, wenn auch nicht mein Weg.

Ich streite mich auch notfalls mit den eigenen Leuten rum, wenn sie z. B. behaupten, dass nur unsere Religion das Nonplusultra ist, oder der Islam hier in Deutschland keine Daseinsberechtigung hat, weil ich das für grundlegend falsch halte. Kommt zum Glück nicht oft vor, aber leider manchmal doch...

 

Wa Salam

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Salam :)

 

Nein, wir werden da glaube ich auch nicht weiterkommen - nicht böse gemeint. Es liegt noch nicht mal an euch, es liegt wohl daran, dass ich es nicht besser erklären kann :) Ich wünschte, ich könnte. Unsere Religion ist leider lückenhaft, so ist das einfach. Zumindest lückenhaft überliefert. Vielleicht schafft es auch jemand, die Frage so klar zu formulieren, dass ich es besser beantworten kann? Ich brauch einfach manchmal klare Fragen mit klaren Beispielen :D

 

Letztendlich bleibt wohl nur zu akzeptieren, dass ich an etwas glaube, das unlogisch für euch ist. Etwas, das mich aber glücklich macht und mich dazu anhält, mich zu perfektionieren. Ich kenne wie ihr das erhabene Gefühl, wenn man die Spuren Gottes oder in meinem Fall der Götter in der Schöpfung erkennt. Ich weiß, wie sich ihre Gegenwart anfühlt. Und so weiter.

 

Das ist letztendlich meine Grundaussage. So unterschiedlich wir auch sein mögen, gewisse Dinge haben wir gemein, das merke ich einfach, wenn ich hier so lese. Oft wollte ich schon sagen "Hey, das ist bei uns auch so!" (finde das total interessant). Darauf sollten wir uns besinnen. Und das bedeutet ja wie gesagt nicht, dass ihr meinen Glauben jetzt verstehen und gutheißen müsst.

 

Auf jeden Fall, ich finde es schön, dass ihr euch damit auseinandersetzt. Wirklich, es freut mich immens. Jede Frage, auch jede Kritik. So sachlich, wie es gerade abläuft... wie die Schwester schon sagte: Masha'allah ;)

 

Letztendlich lassen Diskussionen wie diese den jeweiligen Glauben stark werden. Man setzt sich automatisch auch mit seinem eigenen Glauben auseinander, wenn man über den der anderen redet. Das halte ich für sehr wertvoll und hoffe, dass es euch mit eurem Glauben ebenso nützt rose.gif

 

Wa Salam

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

@Azada:

danke für die interessanten (für mich nicht nachvollziehbaren) Ausführungen aber ich weiss nicht, ob du in deinem Beitrag auch auf meine Frage eingegangen bist. Ich konnte nämlich leider nichts finden, was auf meine Frage passt. Nachdem du uns erklärt hast, dass deine Götter von anderen Wesen stammen, lautete meine Frage:

Kann Jemand der etwas nicht besitzt, es weitergeben?

 

So ist es auch für die Leser übersichtlich, damit ein roter Faden erkennbar bleibt.

 

Wassalam

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Ah, soooo war das gemeint.

 

Okay, also, erstmal war da Ginnungagap. Man kann sich das wie eine Schlucht vorstellen. Auf der einen Seite gab es eine Art "Feuerwelt", auf der Anderen eine "Eiswelt" - es kamen Funken auf das Eis und schmolzen es. Aus einem dieser Tropfen entstand das erste Wesen - der Urriese Ymir. Von ihm stammen die Eisriesen ab. Das Eis schmolz weiter und es erschien eine Kuh, die Ymir ernährte. Die Kuh schleckte an dem Eis und legte noch ein Wesen frei - Borr. Er zeugte mit der Eisriesin Bestla 3 Söhne (unter Anderem Odin), die wiederum die Menschen erschufen.

 

Die Geschichte ist vereinfacht und auch unvollständig, das so am Rande. Außerdem gibt es unterschiedliche Versionen - die kommen aber ungefähr aufs Gleiche raus. Ferner sind wir uns dessen bewusst, dass sich das alles um rein menschliche Überlieferung handelt :)

 

Wa Salam

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