Mohamad A.

Der Gheeba (Verleumdung/Lästerei) Leitfaden

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Salamu3aleikum liebe Geschwister,

Diese Fragen und Antworten entstammen aus einem Artikel von mir, der mithilfe der Werke unserer Gelehrten entstand. Auf verschiedene Fragen wird eingegangen. Ich versuch mich sehr kurz zu halten und bitte, dass man die Worte der Gelehrte zur Kenntnis nimmt, da Gheeba der beste Freund des Menschen geworden zu sein scheint ^^. Nach und nach werden mehrere Artikel in diesem Thread erscheinen.

 

Inhaltsverzeichnis

[1] Was ist überhaupt Gheebah?

[2]Was sagt der Koran über Gheebah?

[3] Gheebah in den Überlieferungen

[4] Gheebah vernichtet die guten Taten, Bedeutung?

[5] Allahs (swt) Vergeltung für die Gheebah

[6] Hörst du der Ghibaah zu, so ist es, als hättest du Ghibaah begangen

[7] Beispiele der Ghibaah über den Charakter, dem Körper, der Religiosität deines Gegenübers

[8] Sag nein zur Ghibaah, und schütze die Ehre deines Bruders/deiner Schwester

[9] Die absolute, offensichtliche und indirekte Gheebah

[10] Fortsetzung folgt...

 

Wa 3aleikum al Salam

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Salamu3aleikum

[1] Was ist überhaupt Gheebah?

 

Gheebah besitzt verschiedene Bedeutungen:

 

Ayatullah Sayyid Sistani sagt: Verleumdung/Geläster (Ghiba) bedeutet: Schlecht über einen Gläubigen reden und dies in seiner Abwesenheit, mit der Absicht ihn zu verunglimpfen (herabwürdigen) oder auch nicht, ganz egal ob sich der vermeintliche (angebliche) Mangel auf seinen Körper, seiner Abstammung, seinem Verhalten, seiner Taten, seiner Aussagen, seiner Religion oder seinem Leben und anderen Mängeln (Fehlern) bezog, die (gewöhnlicherweise) verschleiert sind vor den Menschen. Gleichermaßen macht es auch keinen Unterschied, ob die Schilderung nun mit Worten oder Gesten geäußert wurde.

Shiitische Quelle: As-Sayyid as-Sistani, Minhaju 's-Saliheen, Band 1, Seite 17

 

Hauptaugenmerk auf Mängel "die (gewöhnlicherweise) verschleiert sind vor den Menschen". Hier handelt es sich also um Sünden, die man geheim hält, jedoch jemand etwas davon mitbekommen und dieses gleich einem Anderen bzw. der Gesellschaft preisgibt.

 

In dem Werk al Makasib, auf der Seite 41, definierte der verstorbene shiitische Gelehrte Shaheed al Thani den Begriff "Gheebah" als ''das Zuschreiben von Dingen, hinter dem Rücken einer Person, die diese nicht mag, mit der Absicht das Ansehen dieser Person zu schmälern".

 

Der vorbildliche Gefährte des Propheten Mohamad (saas), gemeint ist Abu Dhar (ra), wurde nach der Bedeutung von Gheebah befragt. Seine Antwort lautete wie folgt: Etwas zu sagen, was deinen muslimischen Bruder verletzen könnte, falls er es hinter seinem Rücken hören würde.

Shiitische Quelle: al Makasib, Seite 41

 

 

Wa 3aleikum al Salam

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Salamu3aleikum

 

[2] Was sagt der Koran über Gheebah?

 

Viele koranische Verse existieren hinsichtlich dieser Thematik. Wir werden hier einige ansprechen:

 

[Verse 1]

[49:12] O die ihr glaubt, meidet viel von den Mutmaßungen; gewiß, manche Mutmaßung ist Sünde. Und sucht nicht (andere) auszukundschaften und führt nicht üble Nachrede übereinander. Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders, wenn er tot sei, essen? Es wäre euch doch zuwider. Fürchtet Allah. Gewiß, Allah ist Reue-Annehmend und Barmherzig.

 

Der obige Vers beschreibt den Zustand/die Stellung des Schwätzers/Lästerers im Jenseits. Dieser wird in einem Zustand erhoben, welcher dem Zustand einer Person gleicht, die totes Fleisch aß.

 

Eine Überlieferung des Propheten (saas) besagt: In der Nacht von Mihraj (Nacht des Aufstiegs) sah ich Menschen in der Hölle, die totes Fleisch aßen. Ich fragte Gabriel (as) wer diese Leute waren. Er (as) antwortete: Sie pflegten es menschliches Fleisch zu essen in ihrem weltlichen Leben ( dies bedeutet, sie pflegten es über andere Menschen, hinter deren Rücken zu lästern, sie zu verleumden oder Gerüchte zu verbreiten).

Shiitische Quelle: (Mustadrak ul-Wasa’il)

 

Wie ernstzunehmend diese Überlieferung ist, erfahren wir aus dem Urteil des Gelehrten Ayatullah Destigayb al Shirazi, der folgendes schreibt, nachdem Er diese Überlieferung auflistete: Demzufolge wird daraus ersichtlich, dass jemand, der über eine Person lästert (hinter dem Rücken redet, verleumdet oder Gerüchte verbreitet), die Bestrafung verdient, die auf ihm zukommen würde, wenn dieser das Fleisch derselben Person gegessen hätte.

 

[Vers 2]

[24:19] Diejenigen, die es lieben, daß sich das Abscheuliche unter denjenigen, die glauben, verbreitet, für sie wird es schmerzhafte Strafe geben im Diesseits und Jenseits. Allah weiß, ihr aber wißt nicht.

 

Der Mensch ist ein soziales Wesen und die Gesellschaft in die er lebt, ist wie sein eigenes Haus. Er sollte sie schützen, sowie er auch sein eigenes Haus schützt und den Einfluss vor jeglichem Verderben verhindern bzw. unterbinden. Der Islam bekämpft was auch immer die Gesellschaft verdirbt. Rumschwätzen/Lästern sollte ebenfalls bekämpft werden, da dieses versteckte Fehler, Schwächen und im allgemeinen Mängel ans Licht bringt. Der Islam mag dieses nicht und befiehlt es den Menschen die eigenen Fehler und die Fehler eines anderen zu verbergen.

 

[Vers 3]

[4:148] ALLAH liebt nicht das öffentliche Vortragen von negativen Aussagen, es sei denn für denjenigen, dem Unrecht widerfahren ist. Und ALLAH bleibt immer allhörend, allwissend.

 

Wir müssen begreifen, dass jegliche Form der negativen Rede in diesem Vers verboten wurde. So gilt folglich auch das Rumschwätzen/Lästern als verboten.

 

Wa 3aleikum al Salam

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Salamu3aleikum

 

[3] Gheebah in den Überlieferungen

 

Es existierten zahlreiche Überlieferungen, die Gheeba als eine Sünde bestimmen und über die Bestrafung sprechen. Wir listen nur einige auf:

 

Erst dann, wenn dein Gegenüber dir die Gheeba vergibt, wird dir auch Allah (swt) deine Gheebah vergeben:

 

Der Prophet Mohamad (saas) sagte: Gheeba ist schlimmer als Unzucht (Zina), denn wenn ein Unzuchtssünder (Hurer) bereut, so verzeiht ihm Allah (swt), jedoch vergibt Er (swt) dem Lästerer (Schwätzer, Verleumder) erst dann, bis die Person, über die er lästerte, ihm vergibt.

Shiitische Quelle: Al Makasibe al Muhrima, von Sheikh al Ansari, Band 3 Seite 310

 

Jabir und Abu Saeed, beide zitierten, sich dabei berufend auf Gottes Propheten Mohamad (saas): Meidet die üble Nachrede, denn sie gilt schlimmer als das Begehen von Unzucht (Zina). Ein Mensch könnte nämlich Unzucht begehen, während Allah (swt) diesem verzeihen könnte. Währendessen die Sünde von demjeniegen, der üble Nachrede betrieben hat, nicht vergeben wird, bis derjeniege, hinter dessen Rücken die üble Nachrede betrieben wurde, diesem schließlich verzeiht.

Shiitische Quelle: Al-Mahajjah al-Bayda, Band 5, Seite 251

 

Weitere Überlieferungen:

 

Der Prophet Mohamad (saas) sagte auch: Allah (swt) wird eine Person, welche die Fehler (Mängel) eines Mu2mins enthüllt, nicht mit ihm (dem Mu2min) im Paradies verweilen lassen und wenn dieser ihn mit Fehlern (Mängel) bezichtigt, die der Mu2min nicht besitzt, so wird die reine Beziehung ihres Glaubens (Vertrauens) erlöschen und der Lästerer (Verleumder, Schwätzer) wird für immer in der Hölle verweilen. Welch ein schrecklicher Platz sie (die Hölle) doch ist.

Shiitische Quelle: Al Makasibe al Muhrima

 

In einer weiteren Überlieferung heißt es: Selbst wenn ein Lästerer (Schwätzer, Verleumder) bereuht, wird dieser der Letzte sein, der ins Paradies eintreten wird. Und jener, der stirbt ohne zu bereuen, wir der Erste in der Hölle sein.

Shiitische Quelle: Al Makasibe al Muhrima

 

Shahid al Thani überliefert von Imam al Sadiq (as) und dem Gesandten Allahs (saas), dass die Angelegenheit, die der Untreue am nähersten steht, ist, wenn eine Person den Worten einer anderen Person Gehör schenkt, um diese Worte zu einem späteren Zeitpunkt gegen diesen zu gebrauchen, und zwar indem die Person es den Anderen weitererzählt und diesen somit kränkt. Derartige Menschen werden am Jüngsten Tag nie etwas erlangen können.

Shiitische Quelle: Kashful Rabi of Shahid al-Thani

 

 

 

Wa 3aleikum al Salam

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Salam

Möge Allah t dich belohnen geehrter Bruder.Vielen Dank.

Leider ist es so üblich geworden,dass vieles nicht mal als Gheeba betrachtet wird..es wird verharmlost.Ich suche Zuflucht bei Allah t vor dem Übel das die Zunge anrichten kann.

 

Fi aman Allah

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Salamu3aleikum

 

 

[4] Gheebah vernichtet die guten Taten, Bedeutung?

 

In einer Überlieferung heißt es:

 

Imam Ja’far as-Sadiq (a.s.) sagt: Gheebah gilt als Haram, und zwar für alle Muslime und es besteht kein Zweifel darin, dass Gheebah die guten Taten vernichtet, sowie das Feuer das Holz vernichtet.

Shiitische Quelle: Al Kafi

 

Was ist hiermit gemeint?

 

Sheikh al Ansari sagt: "Ghiba vernichtet die guten Taten" bedeutet, dass Ghiba alle guten Taten für ungültig erklärt, die jemand ausführt, [...] oder auch, dass die Taten des Lästerer (Schwätzer, Verleumder) auf die Schriftrolle der Taten desjenigen übertragen werden, über den er lästerte (schwätzte, hinter seinem Rücken redete, verleumdnete). Diese Punkte werden in zahlreichen Überlieferungen angesprochen. Über den Gesandten Allahs (saas) wird berichtet, dass Er (saas) sagte, dass eine Person am jüngsten Tag aufgerufen wird für die Abrechnung (der Taten) und dieser dann die Schriftrolle der Taten übergeben wird. Sobald diese Person sieht, wie die guten Taten, die sie ausübte, nicht aufgezeichnet sind, wird diese sagen: ''O Allah, diese sind nicht meine Eintragungen, da ich meine guten Taten, die ich ausübte, darin nicht finde. Dieser Person wird dann gesagt: Dein Gott irrt sich nicht, weder noch vergisst er, deine guten Taten verschwanden, da du über die Menschen lästertest (üble Nachrede betriebst, verleumdetes, schlecht hinter deren Rücken geredet hast). Dann wird eine andere Person aufgerufen und die Aufzeichnung der Taten wird dieser gegeben. Sobald diese Person darin gute Taten finden wird, die sie nicht praktizierte, wird diese sagen: Oh Allah! Dies ist nicht meine Schriftrolle der Taten, da ich darin gute Taten finde, die ich nicht ausübte. So wird sie dann schließlich informiert: Diese sind die guten Taten dieser gewissen Person, die über dich lästerte (Üble Nachrede betrieb, rumschwätze, hinter deinem Rücken redete) und als eine Art Entschädigung, wurden ihre guten Taten, dir zu gute geschrieben.

 

 

Wa 3aleikum al Salam

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Salamu3aleikum

 

[5] Allahs (swt) Vergeltung für die Gheebah

 

Al Barra sagte: Der Prophet (saas) hielt eine Predigt. Viele waren bei dieser Predigt anwesend. Der Prophet (saas) sagte: Oh jene, die den Islam mit ihren Zungen bekundet haben, jedoch nicht mit ihren Herzen daran glauben. Begeht keine üble Nachrede hinter dem Rücken der Muslime und verfolgt nicht ihre verborgenen Geheimnissen. Wer jedoch so handeln sollte, so wird Allah (swt) seine verborgene Geheimnisse verfolgen und wenn Allah (swt) dies tut, wird Er Schande über ihn bringen, auch wenn es in seinem eigenen Haus sein sollte.

Shiitische Quelle: Al-Mahajjah al-Bayda, Band 5, Seite 252

 

 

 

Sheikh al Saduq zitierte den heiligen Propheten Mohamad (saas) wie folgt:

 

Jener, der üble Nachrede hinter dem Rücken seines muslimischen Bruders begeht und es beabsichtigt seine Geheimnisse zu enthüllen, begeht einen Schritt in Richtung Hölle. Gott wird seine verborgenen Geheimnisse der Öffentlichkeit bekannt machen. Wer auch immer üble Nachrede hinter dem Rücken eines Muslims begeht, verliert die Gültigkeit seines Fastens und seiner Waschung. Falls dieser in diesem Zustand sterben sollte, so starb er folglich als jemand, der jenes erlaubte, was Gott verboten hat.

Shiitische Quelle: Al-Mahajjah al-Bayda, Band 5, Seite 254

 

Mit Geheimnisse in den Überlieferungen, sind nicht nur anvertraute Geheimnisse gemeint, sondern auch die versteckten Sünden. Das heißt, falls ein Gläubiger Sünden begeht, jedoch im heimlichen, du davon Kenntnis bekommst, so darfst du dieses keinem weitererzählen, ansonsten ist es Gheebah. Allah (swt) befiehlt es den Muslimen ihre Sünden geheim zu halten, sodass sie die Gesellschaft damit nicht anstecken. Da die Ehre eines Muslims einen hohen Wert bei Allah (swt) trägt, darfst du diese letzten Endes auch nicht verletzen, indem du seine Sünde der Gesellschaft offenbarst.

 

Wa 3aleikum al Salam

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Salamu3aleikum

 

[6] Hörst du der Ghibaah zu, so ist es, als hättest du Ghibaah begangen

 

Der heilige Prophet Mohamad (saas) sagte: Jener, der zuhört, sobald Gheebah begangen wird, gilt als Beteiligter in der Ausübung dieser Tat.

Shiitische Quelle: Jami’al-Sa’dat, Band 2, Seite 393-396.

 

Deshalb kommt dem Zuhörer auch ein Teil der Strafe für diese Sünde zu, sofern er denn nicht verbal die jeweilige üble Nachrede verurteilt, sie unterbricht oder auch die Sitzung verlässt. Falls dieser nicht derartig agieren kann, so sollte er diese Handlung in seinem Verstand als schlecht befinden. Falls er sich dem Besagten (dem Inhalt der Lästerei) verbal entgegenstellt, jedoch im Inneren damit übereinstimmt, so gilt er als Heuchler.

 

In einer weiteren Überlieferung heißt es:

 

Der Prophet Gottes (saas) sagte: Wer auch immer sieht, wie ein Gläubiger vor ihm herab gemindert wird (sein Ansehen geschmälert wird), während dieser ihn dabei helfen kann (es verhindern kann), es jedoch nicht tut, wird im Jenseits von Gott in aller Öffentlichkeit herab gemindert.

Shiitische Quelle: Al-Mahajjah al-Bayda

 

Wa 3aleikum al Salam

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Salamu3aleikum

 

[7] Beispiele der Ghiba über den Charakter, dem Körper, der Religiosität deines Gegenübers

 

 

Laut den eindeutigen Überlieferungen und den Meinungen der Gelehrten, stellt es keinen Unterschied dar, ob du nun über den Charakter, dem Körper, dem Verhalten, der Religiosität etc. deines Gegenübers Ghibaah betreibst. Es folgen einige Beispiele, wie solch eine Gheebah aussehen könnte:

 

[O] Gheebah bezogen auf den Körper deines Gegenübers: Von einer körperlichen Schwäche ist die Rede, wenn man beispielsweise sagt, ''Er ist einäugig, kahlköpfig(haarlos), klein gewachsen, groß gewachsen, dunkel, gelbhäutig''. Sobald diese Eigenschaften in einer Art und Weise geäußert werden, sodass derjenige, über den man dies sagt, traurig bzw. unglücklich sein würde, wenn er Kenntnis davon bekäme, so ist es eine Form der Ghibaah.

 

[O] Gheebah bezogen auf die Familie deines Gegenübers: Ghibaah hinsichtlich der Familie deines Gegenübers trifft zu, wenn du beispielsweise sagst, ''Sein Vater war ein Sünder, ein Schlimmer, ein Geiziger etc.".

 

[O] Gheebah bezogen auf den Charakter deines Gegenübers: Ghibaah hinsichtlich des Charakters einer Person trifft zu, wenn du sagst, ''Er besitzt einen schlechten Charakter, ist geizig, arrogant, ein Feigling, schwach, ein Heuchler, ein Dieb und ein Unterdrücker.''

 

[O] Gheebah bezogen auf die Religiosität deines Gegenübers: Ghibaah hinsichtlich religiöser Angelegenheiten trifft zu, wenn du sagst, ''diese Person ist ein Lügner, ein Trinker, sie vernachlässigt die Gebete, ist vom schlechten Verhalten, ist undankbar, sie realisiert ihre niedrige Stellung nicht, ist ein Fresser, ein übermäßiger Schläfer''.

 

Es sollte gesagt sein, dass es keinen Unterschied macht, ob man denn nun die Schwäche bzw. den Fehler einer Person in Worten äußert oder mittels eines Aktes bzw. einer Gäste. Selbst wenn man nur eine Andeutung bzw. eine Anspielung macht und diese Andeutung bzw. Anspielung auch so verstanden wird, wie es derjenige überbringen wollte, ist es Ghibaah. In einigen Fällen sind Anspielungen bzw. Andeutigungen sogar schlimmer als die Ghibaah selbst, sowie wenn man beispielsweise sagt, ''Alhamduillah, dass Allah uns nicht gierig nach Vermögen machte'', oder auch, ''Wir suchen Zuflucht bei Allah vor Eifersucht, Geiz und Scharmlosigkeit''. Dieses trifft zu, wenn all diese Dinge gesagt werden, um auf die jeweilige Person hinzudeuten, die diese Züge oder auch Eigenschaften besitzt.

Wa 3aleikum al Salam

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Salamu3aleikum

 

[8] Sag nein zur Ghibaah, und schütze die Ehre deines Bruders/deiner Schwester

 

Der Prophet Mohamad (saas) sagte folgendes: Alles was zu einem Muslim gehört, sollte von einem Muslim respektiert werden, sei es sein Blut, sein Vermögen und seine Ehre.

Shiitische Quelle: Al-Mahajjah al-Bayda, Band 5, Seite 251

 

Allah (swt) wird jene belohnen, die die Ehre der Geschwister schützen und nicht mitlästern bzw. die Ghibaah unterbinden:

 

Der Prophet Mohamad (saas) sagte auch: Am Tag der Abrechnung wird Gott die Ehre von demjenigen schützen, der die Ehre seines Bruders während seiner Abwesenheit schützt.

Shiitische Quelle: Al-Mahajjah al-Bayda

 

Auch sagte der Prophet Mohamad (saas): Es obliegt Gott (Gotte machte es sich zur Pflicht) jenem vor dem Feuer der Hölle zu schützen, der die Ehre seines Bruders während seiner Abwesenheit verteidigt (schützt).

Shiitische Quelle: Al-Mahajjah al-Bayda

 

Die Ehre eines Muslims wird verletzt, sobald man seine geheimen Fehler/Sünden der Öffentlichkeit preisgibt. Dieses wurde schon in den anderen Punkten angesprochen.

 

 

Wa 3aleikum al Salam

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Salamu3aleikum

 

[9] Die absolute, offensichtliche und indirekte Gheebah

 

Die Gheebah könnte man in drei Kategorien unterteilen, sowie es Sheikh al Ansary getan hat. Man spricht von der absoluten, der offensichtlichen und der indirekten Gheebah. Es folgen die Erklärungen:

 

Die absolute Gheebah: Zu ihr gehört die Verleumdung und das Geläster. Es wird ein Fehler/eine Sünde von einer Person preisgegeben, der/die mit der Sharia (die islamische Rechtsprechung) zusammenhängt. Auch allgemeine Fehler/Mängel gehören zu dieser Kategorie. Die absolute Ghibaah trifft zu, wenn man dies hinter dem Rücken der jeweiligen Person tut, während die betroffene Person gekränkt wäre, sobald sie es mitbekommen würde, dass dieses oder jenes hinter ihrem Rücken gesagt wurde. Jener, der sich dieser Art von Ghibaah hingibt, tut dies zumeist mit der Absicht die jeweilige Person bloßzustellen bzw. zu entlarven.

 

Die offensichtliche Gheebah: Diese Art von Gheebah wird nicht begangen, um eine Person zu entlarven, jedoch aufgrund anderer Absichten und Ziele. Beispielsweise wird diese Art von Gheebah im Scherz ausgeführt oder auch um zu beweisen, dass man im Recht ist. Wenn man die versteckten Fehler bzw. verborgenen Mängel einer Person enthüllt und preisgibt, endet auch all dies in der verbotenen Gheebah.

 

Die indirekte Gheebah: Von ihr ist die Rede, sobald man die Fehler bzw. Mängel einer Person, einer anderen Person erzählt, diese jedoch schon längst Kenntnis über diese Fehler und Mängel besaß. Hinsichtlich dieser Thematik bestehen Überlieferungen, die einerseits besagen, dass es keine Gheebah sei, während wiederum andere Überlieferungen besagen, dass diese Handlung zum Geläster und der Verleumdung gehöre, insbesondere wenn die Person in ungestümer Weise schimpft und beleidigt. Eine derartige Gheebah ist absolut haram (verboten), trotz der Tatsache, dass es zweifelhaft ist, ob es nun im wahren Sinne Gheebah ist, denn auch dies würde einem Gläubigen Leid, Kummer, Erniedrigung und Beschämung bereiten.

 

Wa 3aleikum al Salam

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Salamu3aleikum.

 

 

Ich lese in dem Vortrag eigentlich nur raus, dass es als schlimm gilt, wenn man über einen Glaubensbruder lästert.

Wie sieht es allerdings mit den Ungläubigen aus? Ich denke nicht, dass man über jene einfach lästern darf. Ich frage mich aber, ob das mit dem Übertragen der Taten vom Lästerer auf die geschädigte Person, auch auf die Ungläubigen trifft? Denn soweit ich weiß, gehen die guten Taten der Ungläubigen, ja in soweit verloren, oder dass das Lästern erst dann vergeben wird, wenn jene Person der das Lästern galt, vergibt. Gilt das mit den Ungläubigen alles genau so, oder gibt es da Differenzen?

 

Wa salam

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Salam.

 

Immer wenn Probleme der muslimischen Gesellschaft im allgemeinen angesprochen werden, behaupten einige es sei Gheeba.

Aber wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, ist es nur Gheeba wenn es um eine bestimmte Person geht über die ich etwas sage was ihr missfallen würde.

 

Und nicht wenn man allgemein über eine Gruppe/Problematik redet. Zum Beispiel "Frauen ohne Hijab begehen Sünde. Sie sind schlecht angezogen" usw. Das wäre dann keine Gheeba, oder?

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Salam alaykom

 

Salam.

Immer wenn Probleme der muslimischen Gesellschaft im allgemeinen angesprochen werden, behaupten einige es sei Gheeba.

Aber wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, ist es nur Gheeba wenn es um eine bestimmte Person geht über die ich etwas sage was ihr missfallen würde.

Und nicht wenn man allgemein über eine Gruppe/Problematik redet. Zum Beispiel "Frauen ohne Hijab begehen Sünde. Sie sind schlecht angezogen" usw. Das wäre dann keine Gheeba, oder?

Nein das ist kein Lästern, sonst könnte man ja praktisch gar nicht über irgendwelche Themen diskutieren. Solange man nur eine Problematik anspricht und keine bestimmte Gemeinde oder Namen erwähnt (auch kein Deuten, so dass man ohne den Namen genannt zu haben trotzdem wissen könnte wer gemeint ist), ist es keine Sünde.

Wslm

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