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Polytheismus unter der Lupe


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Ein Religionswissenschaftler sagte mal: "Der Polytheismus ist im Endeffekt nichts weiter als Ausdruck der Vielseitigkeit des Monotheismus."

 

Was denkt ihr darüber?

 

Wenn man sich die 99 Namen Allahs anschaut, so sieht man das für jede Eigenschaft ein bestimmter Name vorhanden ist. Dennoch ruft man mit allen dieser Namen immer den selben Gott an, anstelle sich unter jedem Attribut eine eigene Gottheit vorzustellen.

 

Viele als "polytheistisch" aufgefasste Religionen sind übrigens im Grunde gar keine "Vielgötterei" , sondern eigentlich auch Monotheismen, in denen die angeblichen "Gottheiten" nur personifiziert dargestellte Erscheinungsformen der Attribute des einen selben Göttlichen sind.

 

Im Hindusimus etwa gibt gar es keine dutzende Götter. Es gibt nur ein göttliches Urprinzip (Brahman) und eine wahre göttliche Allmacht, die in verschiedenen Erscheinungsformen angebetet wird. Diese teilt sich in den Trimudi und dutzende andere sog. Avatare auf. Was aber keine eignen Götter (wie es fälschlicherweise immer angenommen wird) sind. Ähnlich wie in der christl. Theologie Vater, Sohn und Heiliger Geist ja auch nur drei verschiedene Erscheinungsformen, also Avatare (griechisch Logos) sein sollen, aber doch wesensgleiche Manifestationen des einen Gottes sind und nicht etwa drei eigene Gottheiten repräsentieren.

 

Natürlich liegt islamisch betrachtet darin dennoch Shirk begründet, da man nicht nur an verschiedene Götter glauben muss, die man dem einen Gott beigesellt, um in diese Sünde zu fallen, sondern es reicht schon das unteilbare und unvergleichbare Wesen Gottes in Frage zu stellen. Sprich: zu glauben, dass der Schöpfer eine Synthese mit Seiner Schöpfung eingeht und somit in dieser inkarniert (etwa in Jesus oder Krishna). Dies ist auch das eigentliche Problem mit der Trinität. Deswegen heisst es ja in Sure Ichlas nicht nur "Ahad", sondern auch "Samad" in Bezug auf Allah.

 

Ein Grund warum Menschen zu solchen Vorstellungen neigen ist, dass Gott für sie ansonsten zu abstrakt erscheint. Für Christen ist es fassbarer, wenn sie an Gott als "den Vater" mit dem weißen Bart im Himmel glauben, oder das sie in der Gestalt von Jesus den "Fleisch gewordenen Gott" und "Sohn Gottes" der sie erlöst vor sich haben und anhand des Handelns von Jesus (a.s.) Rückschlüße auf Gott selber ziehen können und darauf ihre Beziehung zu Gott bzw. Jesus gründen.

 

Doch im Islam wissen wir, dass man Gott nicht erst "vermenschlichen" muss, um zu Ihm in Beziehung zu treten und Ihn zu fühlen. Da Gott in Seiner Transzendenz allgegenwertig ist. Aber nicht im pantheistischen Sinne, wo es heisst das Gott von Seinem Wesen her in jedem Atom präsent sei. Nein, es ist enie spirituelle und keine physische Allgegenwart und Verbundenheit zu Gott aus unserem Innersten heraus. Es heisst ja nicht umsonst, dass Allah einem stets näher als die eigene Halsschlagader ist oder man Ihm im Sujud am nähesten ist.

 

wa salam

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