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Die Heilsgewissheit im Islam


Saluton
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Salam,

 

Kai ich habe mir deine Argumentationsstruktur angeschaut.

 

Danke dafür. Das ist wirklich sehr hilfreich für mich!

 

Scheinbar tust du willkürlich etwas als Glaube ab, was man, deiner Meinung nach, eigentlich nicht wissen kann, und anderes, was deiner Meinung entspricht, ist für dich belegt.

 

Das kann durchaus so erscheinen, denn ich bin teilweise "gefühlsblind".

 

Aber warum sollte ich nicht, wenn ich mal tatsächlich mal eine "Meinung" gefasst habe - auch wenn nur provisorisch - die Herleitung dazu als "belegt" sehen?

 

Wer ist die Wissenschaft? Es gibt genügend Wissenschaftler, die an eine Seele glauben.

 

Man braucht kein Wissenschaftler zu sein, um an eine Seele zu glauben.

 

Kann man das Gehirn aufmachen und dann sehen, ob da Wissen drin steckt? Solange das nicht geht, kannst du es nicht als "glaubwürdiger" darbringen als das mit der Seele.

 

Aber das ist doch sinnlos. Ob es nun eine Seele gibt und welche Eigenschaften sie hat werden wir wahrscheinlich zu Lebzeiten nicht erfahren (können).

 

Also hat es weder Sinn belegen zu wollen, daß es eine (unsterbliche) Seele gibt oder belegen zu wollen, daß es keine (unsterbliche) Seele gibt.

 

Die Annahme, daß es eine (unsterbliche) Seele gibt, und es im Jenseits Gerechtigkeit gibt, ist eine angenehme Sache, so ist oftmals ein grosser Trost, daran glauben zu können.

 

Und wann ist etwas überhaupt wissenschaftlich belegt? Empirisch? Da scheitert man schon an der Existenz von Vernunft, Verstand und Wissen.

 

Eben. Bereits in den Bereichen, die messbar erscheinen, kann es grosse Fehlannahmen geben. Wie soll das dann in der Metaphysik besser gehen.

 

Aber genauso, wie ich gewisse "Arbeitshypothesen" aufstelle und weiterführe machen andere das eben auch. Die Taktik seine Ansicht dadurch zu belegen, daß das Gegenteil nicht belegbar ist, ist hier auch nicht unverbreitet... :-)

 

Die Wissenschaft kann dafür keine Belege finden, und es ist daher auch nur eine Vermutung.

 

Eben

 

Ich sprach vom unmittelbaren Wissen. Es ist insofern notwendig, als dass es eine Gewissheit bringt, was man nicht durch äußerliche Wissenschaft belegen kann.

 

Ja, schön wäre es. Aber die Gewissheit ist doch auch "nur ein biochemischer Prozess im Gehirn". Und somit hinterfragbar. Es ist eben nicht belegt, wie weit die (unsterbliche) Seele nun bestimmte Eigenschaften hat oder auch nicht. Für mich ist halt der Bereich von Interesse, in wieweit eine Seele Erinnerungen ins Jenseits transportieren kann. In wie weit also eine Seele Erinnerungen hat.

 

Hat die Seele jedoch keine materiellen Erinnerungen, stellt sich damit die Frage, ob es überhaupt nötig ist, sein Seelenheil im Jenseits zu suchen. Auch hier könnte man natürlich argumentieren, daß es natürlich eine solche Erinnerung geben muss, denn das Gegenteil wäre nicht logisch zu belegen und ausserdem funktioniert Religion ohne unsterbliche Seele oftmals nicht.

 

Klar reagiert der Körper oder das Gehirn auf Ängste. Das bedeutet doch aber nun nicht, dass das Gehirn diese Gefühle beherbergt.

 

Das kann so sein. Aber es kann auch anders sein. Schliesslich kann man durch "biochemische" Methoden (Medikamente) diese Ängste zumindestens mindern. Und ein Mensch kann Angstkrank sein.

 

Zunächst verallgemeinerst du die Unfähigkeit aller Menschen, etwas bestimmtes wissen zu können und bezeichnest es daher als Glaube

 

Tja. Das ist doch die Konsequenz aus der Annahme, daß alles "nur" biochemische Prozesse in unseren Köpfen sind.

 

Auf der anderen Seite bist du von der Unterschiedlichkeit der Menschen im Bezug auf das, was gut und böse ist, durch die Sozialisation überzeugt

 

Nein. Überzeugt von dem alleinigen Einfluss der Sozialisation bin ich nicht, aber sie spielt eine Rolle.

 

Daher kann es bspw. etwas wissen, was du nicht weißt. Aber nur weil du es nicht weißt, kannst du diesem Wissen nicht die Existenz absprechen.

 

Nein natürlich nicht. Ich werde ja auch einem Wissenschaftler nicht sein Wissen absprechen, denn mein Wissen ist beschränkt.

 

Du kannst nicht die Existenz einer Seele anzweifeln, und dann sagen, dass man Erfahrungen der Seele nicht nachempfinden kann.

 

Wo bezweifel ich die Existenz einer (unsterblichen) Seele? Ich kann doch die Existenz einer (unsterblichen) Seele bzw. einiger ihrer Eigenschaften hinterfragen, ohne dadurch eine Meinung zu offenbaren. Aber vielleicht verwirrt das ja auch, weil es in vielen Umfelden normalerweise nicht üblich ist, Thesen zu vertreten, die man unter Umständen selbst nicht teilt...

 

Woher weißt du, dass man das nicht kann? Vielleicht ist dein Horizont zu kurz, als dass du das könntest

 

Ich kann nicht segeln. Horizont zu kurz?

Ich kann kein chinesisch. Horizont zu kurz?

etc.

 

Es gibt viele Dinge, die andere Menschen können, ich aber nicht. Das muss nicht am zu kurzen Horizont liegen.

 

Kai

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#bismillah#

As Salamu aleikum,

 

ich bin eigentlich nicht jemand, der seine Meinung dadurch belegt, indem ich die Unbelegbarkeit der gegenüberliegenden Meinung darstelle. Ich wollte jedoch nur damit zeigen, dass es für einen Außenstehender nicht plausibler sein kann oder sollte, wenn "Wissenschaft" eine Vermutung anstellt, oder wenn Religion eine "Vermutung" anstellt (während es aber für mich keine Vermutung ist). Äußerlich tun beide das gleiche, aber dennoch schenkt man dem Anderen mehr Glauben.

 

Auch wenn du die Existenz einer Seele nicht abstreitest, so berechtigt deine Annahme von ihr, die du ja machst, um sie zu hinterfragen, nicht Aussagen über ihre Fähigkeiten zu machen. Denn du hinterfragst ja gerade diese Fähigkeiten und Eigenschaften. Oder habe ich dich da falsch verstanden?

 

Für mich ist halt der Bereich von Interesse, in wieweit eine Seele Erinnerungen ins Jenseits transportieren kann. In wie weit also eine Seele Erinnerungen hat.

Auch wenn mich die Aussagen über biochemische Prozesse im Gehirn dahin drängen, anzunehmen, dass du auf die Unfreiheit des Menschen auf bist, so prägen, nach religiöser Auffassung, gerade diese Erinnerungen die Seele. Im Quran heißt es auch, dass wir im Paradies vieles antreffen werden, was wir vom Diesseits kennen. Klar ist es für dich keineswegs bindend, was im Quran steht. Aber bezüglich Tod, Jenseits haben immer noch die Religionen die Definitionshoheit. Und wenn man von ihren Grundlagen überzeugt ist, dann nimmt man auch das auf den Grundlagen Erbaute an.

Wenn man also die Seele als eine Seiendes anerkennt, das unabhängig von körperlichen Kräften leben kann, den Verstand als ihr leitendes Werkzeug, in ihr das Wissen lagert und die Persönlichkeit, dann kann die Seele gar nicht vergessen. Sie ist das Wesen des Menschen.

Ich merke jedoch, dass viele Menschen nur den Körper oder das Stück Fleisch im Kopf als das Wesen des Menschen anerkennen und ihn auch so betrachten. Es gibt doch bspw. Meditation oder Hypnose, da wird gerade die Aufmerksamkeit eben nicht auf den Körper gelenkt. Also es ist auch dem religionsfernen Menschen nicht fremd, dass es ein Inneres des Menschen gibt.

 

 

ch kann nicht segeln. Horizont zu kurz?

Ich kann kein chinesisch. Horizont zu kurz?

etc.

 

:D Tut mir Leid, mir ist das richtige Antonym von "Horizont erweitern" nicht eingefallen. Ich meine einfach damit, dass es eine (Erfahrungs-)Welt über den Tellerrand gibt.

 

wassalam

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Salam,

 

ich bin eigentlich nicht jemand, der seine Meinung dadurch belegt, indem ich die Unbelegbarkeit der gegenüberliegenden Meinung darstelle.

 

Das erinnere ich aus dem Thema Koran und logische (notwendige und nicht nur hinreichende) Folgerung zum Weg der Schia aber anders...

 

Ich wollte jedoch nur damit zeigen, dass es für einen Außenstehender nicht plausibler sein kann oder sollte, wenn "Wissenschaft" eine Vermutung anstellt, oder wenn Religion eine "Vermutung" anstellt (während es aber für mich keine Vermutung ist).

 

Es ist doch klar, daß Wissenschaft einen grösseren "Vertrauensvorschuss" besitzt, denn im Laufe der Zeit kommen die Erkenntnisse von unterschiedlichen Gruppen zum gleichen oder ähnlichen Ergebnissen. Das solche Ergebnisse manchmal durch die "Sturheit" "etablierter" oder mächtiger Personen/Institutionen verzögert werden, kommt vor.

 

Äußerlich tun beide das gleiche, aber dennoch schenkt man dem Anderen mehr Glauben.

 

Nein ganz und gar nicht. Die "Wissenschaft" ist sich ihrer Fehlbarkeit und Irrwege in aller Regel bewusst und fordert in aller Regel keine bedingungslose Nachfolge und Anerkennung als moralische Überlegenheit.

 

Religionen hingegen haben in aller Regel eine Art Absolutionsanspruch, sofern sie nicht inkludierend sind.

 

Auch wenn du die Existenz einer Seele nicht abstreitest, so berechtigt deine Annahme von ihr, die du ja machst, um sie zu hinterfragen, nicht Aussagen über ihre Fähigkeiten zu machen.

 

Das habe ich nicht verstanden. Ich bin mir der Eigenschaften (m)einer Seele halt nicht im Klaren.

 

Denn du hinterfragst ja gerade diese Fähigkeiten und Eigenschaften. Oder habe ich dich da falsch verstanden?

 

Im Prinzip hast Du mich nicht falsch verstanden.

 

Auch wenn mich die Aussagen über biochemische Prozesse im Gehirn dahin drängen, anzunehmen, dass du auf die Unfreiheit des Menschen auf bist, so prägen,

 

Das sind zwei Paar Schuhe. Die biochemischen Prozesse im Gehirn können pysikalisch "vorherbestimmt" sein. Mit der Erinnerungsfähigkeit der Seele hat das nichts zu tun.

 

nach religiöser Auffassung, gerade diese Erinnerungen die Seele.

 

Jein. Da gibt es solche und solche.

 

Im Quran heißt es auch, dass wir im Paradies vieles antreffen werden, was wir vom Diesseits kennen.

 

Das ist kein Widerspruch. Ist doch die Schnittstelle zwischen Gehirn und Seele noch nicht bekannt.

 

Klar ist es für dich keineswegs bindend, was im Quran steht. Aber bezüglich Tod, Jenseits haben immer noch die Religionen die Definitionshoheit.

 

Ja und derer gibt es viele.

 

Und wenn man von ihren Grundlagen überzeugt ist, dann nimmt man auch das auf den Grundlagen Erbaute an.

 

Ja, wenn das so einfach wäre. Was passiert mit jemandem, dessen Grundlagen ihm entzogen wurden? Wenn doch der ganze Erlebnishorizont in Zweifel gerät?

 

Wenn man also die Seele als eine Seiendes anerkennt, das unabhängig von körperlichen Kräften leben kann, den Verstand als ihr leitendes Werkzeug, in ihr das Wissen lagert und die Persönlichkeit, dann kann die Seele gar nicht vergessen. Sie ist das Wesen des Menschen.

 

Sie könnte aber auch ein Fingerabruck sein. Oder so etwas wie die DNA nur auf einer anderen Ebene oder gar Mitursache der sog. Junk-DNA...

 

Es gibt doch bspw. Meditation oder Hypnose, da wird gerade die Aufmerksamkeit eben nicht auf den Körper gelenkt. Also es ist auch dem religionsfernen Menschen nicht fremd, dass es ein Inneres des Menschen gibt.

 

Ja, das Gehirn ist halt geheimnissvoll und bei weitem noch nicht erforscht. Und auch die Psychsomatik ist noch nicht am Wissensende angekommen.

 

Man kann also auch ohne "religiösem" Unterbau die Seele versuchen zu erforschen. Für einen Selbst kann es hilfreich sein, nur oft genug genau hinzuspüren. Gefährlich wird es für mich aber dann, wen man das Seelenkonzept z.B. einer Gruppe anderen Menschen aufnötigen will oder gar, um das eigene Seelenheil zu erreichen, andern Menschen Schaden zufügt.

 

Die ganze Esoterik-Branche lebt und boomt davon.

 

Ich bin mir nicht im Klaren, ob ich den Zeitpunkt des Erreichens der technologischen Singularität noch erleben werde, aber spannend wäre das schon...

 

Grüsse,

Kai

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#bismillah#

As Salamu aleikum,

 

Das erinnere ich aus dem Thema Koran und logische (notwendige und nicht nur hinreichende) Folgerung zum Weg der Schia aber anders..

 

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dies tat, weil ich das eigentlich auch vehement ablehne. Vielleicht hast du mich damals falsch verstanden. Wenn es jedoch so rüberkam, dann tut es mir Leid. Ich kann (zumindest für mich) die Schia und Islam so erklären, ohne auf andere Lehren zurückzugreifen, indem ich diese bspw. widerlege.

 

Die "Wissenschaft" ist sich ihrer Fehlbarkeit und Irrwege in aller Regel bewusst und fordert in aller Regel keine bedingungslose Nachfolge und Anerkennung als moralische Überlegenheit

 

Die Wissenschaft an sich tut es nicht. Aber es gibt aber auch darin solche und solche. Manche meinen sehrwohl, dass nicht an die Wissenschaft herankommt, und erklären sie damit fast als unfehlbar. Wissenschaft fragt nach den letzten Dingen bzw. den ersten Ursachen, eine Antwort findet sie nicht immer darauf. Dass Religion diesen Anspruch aber haben, hat damit zu tun, da ihr wesentlichster Bestandteil (Gott) absolut ist. (Absolut im Sinne, ausnahmslos gut, wissend, lebend, mächtig ist). Daher sollten Religion und Wissenschaft zusammenarbeiten, was übrigens der (ideale) Islam möchte. Denn nach islamischer Auffassung hat Adam gesündigt, nachdem er Wissen hatte, er hat also wider besseres Wissen gehandelt. In der jüdisch-christlichen Version sollte er aber nicht vom Baum der Erkenntnis essen, um nicht die Geheimnisse zu erkennen. Das ist mit dem Islam keineswegs vereinbar. Aber das lässt erkennen, warum westliche Wissenschaft Religion also "rückständig" betrachtet.

 

Ja, wenn das so einfach wäre. Was passiert mit jemandem, dessen Grundlagen ihm entzogen wurden? Wenn doch der ganze Erlebnishorizont in Zweifel gerät?

 

Grundlagen der Religion sind die Einheit Gottes, das Prophetentum und die Wiederauferstehung. Das sind Grundlagen jeder monotheistischen Religion. Inwieweit kann einem die Grundlagen also entzogen werden? Deswegen sollte sich jeder erst an diese Thematik ranmachen, um das weitere verstehen zu können.

Imam Ali (as Vetter und Nachfolger des Propheten Muhammad sas) sagte: "Gott erbarme sich jedem, der weiß woher, wo und wohin". Und diese ebengenannten Grundlagen erklären diese W-Fragen.

 

Sie könnte aber auch ein Fingerabruck sein. Oder so etwas wie die DNA nur auf einer anderen Ebene oder gar Mitursache der sog. Junk-DNA...

Sollte man nicht lieber erst verfügbare "Konzepte" hinterfragen, anstatt eigene Überlegungen anzustellen. Wir beide haben scheinbar jeweils ein anderes Verständnis für den Seelenbegriff.

 

Gefährlich wird es für mich aber dann, wen man das Seelenkonzept z.B. einer Gruppe anderen Menschen aufnötigen will oder gar, um das eigene Seelenheil zu erreichen, andern Menschen Schaden zufügt.

 

Ja das würde ich auch gefährlich finden.

 

wassalam

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Salam,

 

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dies tat, weil ich das eigentlich auch vehement ablehne. Vielleicht hast du mich damals falsch verstanden. Wenn es jedoch so rüberkam, dann tut es mir Leid. Ich kann (zumindest für mich) die Schia und Islam so erklären, ohne auf andere Lehren zurückzugreifen, indem ich diese bspw. widerlege.

 

Erst mal ein Beispiel: http://www.shia-foru..._40#entry471403

 

Die Wissenschaft an sich tut es nicht. Aber es gibt aber auch darin solche und solche. Manche meinen sehrwohl, dass nicht an die Wissenschaft herankommt, und erklären sie damit fast als unfehlbar.

 

Was manche tun ist für mich zunächst nicht so wichtig. Aber zu einem Wissenschaftler gehört auch ein offenes Wesen.

 

Dass Religion diesen Anspruch aber haben, hat damit zu tun, da ihr wesentlichster Bestandteil (Gott) absolut ist. (Absolut im Sinne, ausnahmslos gut, wissend, lebend, mächtig ist).

 

Ja, nur weil Religionen sich mit diesem Thema seit Menschengedenken damit "beschäftigen" heisst das noch lange nicht, daß diese ein Deutungsmonopol haben (sollten).

 

Die Forschung um den Menschwerdungsprozess und letztendlich auch der Sterbeprozess sind auch für nichtreligiöse Wissenschaftler und Interessierte interessant. Ganz im Gegenteil, Religionen müssen in aller Regel bei ihren Grundaussagen bleiben, auch wenn man denken könnte, daß bestimmte Lehren durch "die Wissenschaft" und "den Fortschritt" abrogiert sein könnten...

 

Der Drang, bestehende (bequeme) Standpunkte und Denkweisen möglichst zu zementieren, ist vielen Religionen und Religiösen nicht Fremd. Wobei das auch in "nichtreligiösen" Wissenschaften und Wissenschaftlern Tagesgeschäft ist...

 

Daher sollten Religion und Wissenschaft zusammenarbeiten, was übrigens der (ideale) Islam möchte.

 

Es gibt mittlerweile Bereiche, da wäre das durchaus angebracht, aber was könnten reine Islamkenner zur "Eulerformel" sagen. 9702829bff46da063a1526261f79b27f.png Der Basiswert des natürlichen Logarithmus potenziert mit dem Produkt aus der Kreiszahl Pi und der imaginären Einheit und um 1 erhöht ergibt Null... In dieser absurden Formel steckt so viel Weltwissen (Beweis einer Schöpfung?) Algebra, natürliche Vorgänge und Formen.

 

Oder der ebenfalls berühmten "Äquivalenzformel von Masse und Energie" E=mc²? Energie ist das Produkt aus einer Masse und der doppelten Lichtgeschwindigkeit. Das ist doch eigentlich ebenfalls "absurd". Aber auch da eine Verbindung von auf dem ersten Blick unzusammenhängenden Werten.

 

Oder auch in den bislangs kleinsten Dingen (Quarks) oder den größten Dingen (Universien)

 

Grundlagen der Religion sind die Einheit Gottes, das Prophetentum und die Wiederauferstehung.

 

Grundlagen einiger Religionen. Wobei die Form der Wiederauferstehung durchaus sehr verschieden gesehen wird.

 

Inwieweit kann einem die Grundlagen also entzogen werden?

 

In dem etwas anderes als obiges akzeptiert wird. Z.B. das es keinen Zusammenhang zwischen dem diesseitigen Leben und dem jenseitigen "Leben" gibt. Wenn die unsterbliche Seele halt nicht für die Taten ihres "Wirtskörpers" belangt wird....

 

Deswegen sollte sich jeder erst an diese Thematik ranmachen, um das weitere verstehen zu können.

 

Warum sollte man sich zunächst daran machen? Man kann doch das eine "glauben" und trotzdem etwas anderes durchdenken? Ich weiss, daß ich mit grosser Wahrscheinlichkeit morgen mit der U-Bahn zur Arbeit fahre, aber trotzdem kann ich doch überlegen, ob ich das auch per Bus kann?

 

Sollte man nicht lieber erst verfügbare "Konzepte" hinterfragen, anstatt eigene Überlegungen anzustellen.

 

Tue ich doch. Und eigene Überlegungen für Alternativwege sind auch in der "Ingenieurwesen" (im Computerwesen auch Computervoodoo genannt) der Anfang einer neuen Gangart, wobei natürlich keine Produktreife erzielt werden muss.

 

Wir beide haben scheinbar jeweils ein anderes Verständnis für den Seelenbegriff.

 

Ja, ich könnte das als Zusammenhang Seele und Wirtskörper sehen, wobei wir uns nicht über die genauen "Schnittstellen" - also was wirkt aus der Seele zum Wirtskörper und was zurück. Ab wann und wie die Seele im Wirtskörper entsteht sind wir uneins und wann genau die Seele sich aus dem WK entfernt ist auch in unseren Ansichten unterschiedlich. Z.B. kann ich nicht glauben, daß sich die Seele während des Schlafes aus dem WK entfernt und beim Aufwachen wieder da ist. Siehe http://www.islam-pedia.de/index.php5?title=Aufwachen

 

Danke für die Geduld,

Kai

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#bismillah#

As Salamu aleikum,

 

ich erkenne immer noch nicht, wo ich die schiitische Lehre dadurch rechtfertige, indem ich andere Glaubenslehren widerlege. Wenn ich sage, dass die schiitische für mich die plausibelste und vernünftigste ist, dann habe ich zwar andere Glaubenslehren relativiert, aber sie jetzt nicht in allem verworfen.

Also von der schiitischen Lehre bin ich mit und ohne andere Lehren überzeugt.

 

wassalam

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Salam,

 

ich erkenne immer noch nicht, wo ich die schiitische Lehre dadurch rechtfertige, indem ich andere Glaubenslehren widerlege.

 

Nein. Du siehst die schiitische Lehre dadurch als wahr an, weil Du meinst, daß sie wahr sein muss, denn alles andere was man aus dem Koran sonst hätte folgen können, wäre Sinnlos.

 

Weil der Koran perfekt (mal verallgemeinert) ist, muss der Prophet perfekt sein. Und weil z.B. jedes Volk seinen Führer hat, muss der Führer perfekt sein, denn sonst könnte der Koran nicht perfekt ausgelegt werden.

 

Und das ist meiner Meinung nach ein Zirkelschluss. Der Koran kann perfekt sein. Der Prophet muss ausschliesslich perfekt sein, wenn es um die Niederschrift des Koran geht. Wenn der Prophet in anderen Dingen unperfekt ist, ist das unbedeutend für die Perfektion des Korans an sich. Usw. Du nimmst also den Strang der Geschichte und denkst, daß dieses ja von Gott so vorhergeplant sein muss und deswegen die Personen, die einen Rank als Perfekte bekommen haben, diese ja von Gott so vorherbestimmt sind und deswegen Perfekt sein müssen. Aber es könnte doch auch völlig anders gelaufen sein. Denn es ergibt sich diese Perfektion ja nicht aus einer ex-ante Betrachtung aus dem Koran.

 

Stell Dir die Werdung der Menschheit wie ein Gemälde vor. Zunächst wird das eine gemalt und dann das nächste usw. und nach vielen Pinselstrichen steht der Schöpfer vor seinem Werk und sieht ein perfektes Gemälde. Und wir befinden uns irgendwo in diesem Prozess. Der Maler hat einen Teil des Gemäldes bereits fertig gemalt, zumindestens nach dem Willen des Malers zu diesem Zeitpunkt. Es befinden sich in der Nähe dieses Teils scheinbar ebenfalls perfekte Bereiche, zumindestens würde man das aus dem bereits perfekten Teil so sehen können, aber trotzdem kann letztendlich nur der Schöpfer an sich entscheiden, ob das wirklich perfekt war und wenn nicht, z.B. übermalen.

 

Ich bin müde,

gute Nacht,

Kai

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#bismillah#

As Salamu aleikum,

 

ich habe lediglich dargelegt, warum sich die schiitische Lehre für mich erschließt. Und wenn man von etwas überzeugt ist (ein Wort, das heute immer fremder wird) dann sollte es eine solide Grundlage haben. Ich sage nicht, dass die sunnitische Lehre sinnlos ist, wenn ich sage, dass die schiitische Lehre für mich logisch ist.

Und die Vollkommenheit betrifft das ganze Wesen des Propheten bzw. Imams, und nicht nur im Bereich der Offenbarung. Wenn jemand eine gottgefällige Lebensweise und Lehre, die das ganze Leben betrifft, dem Menschen nahebringt, dann muss er auch in allen Lebensbereichen vollkommen sein, ansonsten ist er unglaubwürdig.

 

Im Islam gibt es einen freien Willen des Menschen, der sich jedoch im Gott geschaffenen Rahmen bewegt. Und auch ist die Kraft zum freien Willen von Gott gegeben. Gott kann also jederzeit in unseren Willen eingreifen und etwas verhindern, dann sind wir aber in dieser Hinsicht nicht mehr rechenschaftspflichtig, für diese Tat. Daher ist dein Gemälde-Beispiel nur teilweise richtig.

Und wir müssten bestimmte Begriffe definieren, bevor man diskutiert, hier z.B. Begriffe wie Seele, Vollkommenheit.

Jedenfalls gehört dieses Thema in den anderen Thread. :)

 

Dir auch eine gute Nacht

wassalam

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Salam,

 

ich habe lediglich dargelegt, warum sich die schiitische Lehre für mich erschließt. Und wenn man von etwas überzeugt ist (ein Wort, das heute immer fremder wird) dann sollte es eine solide Grundlage haben.

 

Und diese hat sie bei Dir sicherlich. Aber es gibt bestimmt viele (vor allem jüngere)

schiitische Muslime, die diese nicht haben.

 

Ich sage nicht, dass die sunnitische Lehre sinnlos ist, wenn ich sage, dass die schiitische Lehre für mich logisch ist.

 

Aaaber: Ist der Schiitismus gegenüber den Sunnitismus "inkludierend"?

 

Und die Vollkommenheit betrifft das ganze Wesen des Propheten bzw. Imams, und nicht nur im Bereich der Offenbarung.

 

Ja, ich weiss, das dieses Teil der schiitischen Weltsicht ist.

 

Wenn jemand eine gottgefällige Lebensweise und Lehre, die das ganze Leben betrifft, dem Menschen nahebringt, dann muss er auch in allen Lebensbereichen vollkommen sein, ansonsten ist er unglaubwürdig.

 

Das kann sein, muss es aber nicht. Auf jeden Fall ist die schiitische Vorstellung der "Vollkommenheit"/"Fehlerfreiheit" der betroffenen Personen "mutig". In meinen Augen. Denn es wird (wieder mal) vom Ergebnis auf die Ursache projeziert. Weil man A heute glauben will/muss B sein, weil sonst aus Nicht-B Nicht-A folgt und das ist zum Widerspruch das herrschenden Glauben und somit nicht zulässig. So kommt mir das so vor.

 

Daher ist dein Gemälde-Beispiel nur teilweise richtig.

 

Nun es entstand gestern abend kurz vorm Einschlafen...

 

Und wir müssten bestimmte Begriffe definieren, bevor man diskutiert, hier z.B. Begriffe wie Seele, Vollkommenheit.

 

Eben. Und da können die Bedeutungen u.U. sorgar disjunkt sein.

 

Jedenfalls gehört dieses Thema in den anderen Thread. smile.png

 

Dann aber ohne mich.

Grüße,

Kai

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  • 2 Wochen später...

Salam,

 

Im Thread "Projekt: Warum Salafiten/Wahabiten/Takfiri fehlgeleitet sind" schreibt Jasmina

 

 

Wir brauchen nämlich keine andere Lehre widerlegen, um zu zeigen, dass unsere Lehre "allgemeintauglich" und wahrhaftig ist. Aber da müsste sie auch jemand verstehen können...

 

Womit man wieder an dem Punkt ist, der auch mir "virtuelle" Kopfschmerzen bereitet... Jeder nicht extrem gebildete Schiit wird den (wohl) geschulten Salafisten argumentativ hoffnungslos unterlegen sein und bei solchen Konflikten kommt es dann schnell zu überzogenen Handlungen.

 

Aber was macht das für einen Unterschied, ob der eine sein Heil in der schiitischen oder sunnitischen oder speziell ibaditischen Lehre sucht?

 

Kai

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