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JabalAmel

Sayyid Sistani fordert angeblich den Rücktritt von Bashar

8 posts in this topic

Salam,

 

Wenn man "Sistani Assad" googelt, so trifft man auf unzählige Links, die dem Inhalt des von dir geposteten Links ähneln. Ich gehe auf diese angebliche Aussage ein, wobei ich sie dabei nicht als eine von ihm geäußerte Aussage betrachte, denn davor will ich auf jeden Fall etwas anmerken:

 

Allgemein ist es schwer, sich über einer vermeintlichen Aussage Sayyed Sistanis sicher zu sein, da (erstens) Sayyed Sistani nicht direkt spricht, (zweitens) nicht jeder, der meint, ihn zu zitieren, vertrauenswürdig ist, und (drittens) die Passivität Sayyed Sistanis in vielerlei Angelegenheiten ausgenutzt wurde und werden könnte, um in seinem Namen etwas zu verbreiten, da man sich bewusst ist, dass er großen Einfluss hat. In diesem Fall kommt noch ein weiterer Punkt hinzu, der die Vertrauenswürdigkeit schwächen könnte: Sayyed Sistani hält sich normaleweise aus (außen-) politischen Angelegenheiten raus.

 

Meine Meinung: Jeder, der behauptet, ein umstrittener Präsident müsse verschwinden (oder Gegenteiliges), der muss zwangsläufig Vorstellungen über das Land und die Region haben, die ohne (oder mit) dem Präsidenten besser (oder schlechter) als die aktuelle Situation sind.

Denn wer etwas kritisiert, ohne anschließend ein eigenes Modell des Kritisierten vorzustellen, das besser ist, der gleicht dem, der ein Haus auseinandernimmt, weil es ihm nicht gefällt, ohne es anschließend neu zu bauen. Wessen Vorgehensweise so aussieht, der denkt nur an den Moment und trägt nichts Produktives für den weiteren Verlauf bei.

 

Sayyed Sistani müsste sich also - wenn es überhaupt seine Meinung ist - mehr oder weniger Gedanken über ein neues Syrien bzw. über einen neuen nahen Osten (und eventuell über ein neues Kräfteverhältnis zwischen USA+Israel und Iran etc.) gemacht haben. Wie würde das neue Kräfteverhältnis ohne Assad aussehen und wer würde davon profitieren?

 

Bezogen auf die Situation in Syrien:

 

Was vielleicht die meisten Menschen, die eine Revolution in Syrien befürworten, außer Acht lassen, ist, dass nicht jeder, der gegen den Präsidenten seines Landes ist, automatisch die selbe Meinung im Bezug auf die mögliche Zukunft ohne dem Präsidenten hat wie jemand anderes, der gegen den Präsidenten ist. Das einzige, was sie bis dato ganz sicher gemeinsam haben, ist es, den Präsidenten loswerden zu wollen. Bezogen auf das Beispiel von davor würde das heißen, dass sie sich nur einig sind, dass das Haus auseinandergebaut werden muss, aber wie es dann neu aufgebaut werden soll, ist nicht sicher. Dazu kommt, dass vielleicht sogar die Mehrheit gar nicht dafür ist, dass das Haus auseinandergebaut werden soll. Es gibt keine einheitliche Vorstellung über ein Syrien ohne Assad und ein Indiz dafür ist, dass sich die Rebellen doch in eroberten Gebieten bereits untereinander bekriegen. Ein Sturz Assads könnte vielleicht nur die Einleitung eines weiteren Bürgerkrieges oder jeglichen Unruhen sein (Ägypten).

 

Wer sich nicht auf die Medien im Westen beschränkt, der weiß, wie offen sich Assad in Damaskus zeigt und wie viele Menschen für ihn demonstrieren. Syrien unter salafistischer Kontrolle wäre die Hölle, besonders für religiöse Minderheiten.

 

Bezogen auf die Region:

 

Wenn Syrien unter Assad als geographische Relevanz zwischen dem Iran und Libanon fällt, dann ist es wichtig für Israel und schlecht für die Schiiten im Libanon. Die zwei größten Gründe dafür wären:

1. Die Waffenzufuhr an die schiitischen Widerstandsorganisationen, die die Waffen aus dem Syrien und Iran gegen Israel nutzen wollen, würde erheblich eingedämmt und verschlechtert werden.

2. Dazu kommt, dass Syrien, was 80% der libanesischen Grenze ausmacht und somit den Libanon umrahmt, unter salafistischer Führung in der Lage wäre, ohne Weiteres durch die Bekaa-Ebene das möglich zu machen, was Extremisten und Schiitenfeinde in der Vergnagenheit im Libanon nicht schafften. Das wäre ein Desaster. Der Libanon ist kein Land, das mit 18 Konfessionen ohne weiteres friedlich zum Instrument einer radikalen Gruppe werden könnte. Außerdem könnte Israel ab da an tun und lassen, was sie wollen.

 

Meine Meinung ist also, dass es eine undurchdachte Aussage wäre, da es für die Schiiten und für die Situation allgemein nicht gerade von Vorteil wäre, wenn Assad jetzt weg ist.

 

Wa salam

mahdi_mohajjer, Zaynabiya and JabalAmel like this

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Salam

Habe heute das hier gefunden:

 

http://www.abna.ir/data.asp?lang=3&Id=483794

 

Ein Offizieller des Büro des Sayyed h bestreitet,dass er solche Aussagen getroffen habe.In den Gesprächen mit dem türk.Aussenminister ginge es nur um besseren Wasserzugang für den Irak.

 

Verschiedene Ansichten über den Einsatz von schiitischen Kämpfern in Syrien existieren schon aber länger.Najaf hält den Einsatz für politisch -nicht religiös motiviert und unterstützt daher das Kämpfen in Syrien nicht.Hier ein Artikel der die verschiedenen Positionen ganz gut darlegt.

 

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/2/8/76926/World/Region/Syria-war-widens-rift-between-Shia-clergy-in-Iraq,.aspx

 

Ich stimme Bruder Abu Aziz in viele Punkten zu.

Und ganz allgemein vertrete ich nicht die Meinung,dass der Kampf in von Schiiten in Syrien nur politisch motiviert ist...es ist ein Überlebenskampf von Schiiten,Christen und Alawiten geworden.Wenn die Schiiten dort nicht kämpfen würden,dann wäre der Libanon als nächstes dran,Allah t bewahre.Und Widerstandsgruppen im besetzten Palästina wären dann gar nicht mehr erreichbar..nicht mal für Hilfsgüter.Das sind so meine persönlichen Gedanken dazu.

 

Fi aman Illah

Fatima Özoguz likes this

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salam.gif

 

es fällt mir schwer zu glauben, dass Ayatollah Sistani das gesagt hat, weil er im allgemeinen mit politischen Statements sehr zurückhaltend ist, wie ich schon an anderer Stelle bemerkt habe.

 

wasalam.gif

sinat96 likes this

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Salam,

 

das habe ich mal auf Facebook gelesen, doch meistens nur von Leuten, die die Terroristen in Syrien unterstützen und Anti Shia Predigten halten. Wahrscheinlich wollen sie bloß, dass wir unsere Meinung ändern. Dafür müssen sie wohl Lügen über einen der höchsten schiitischen Gelehrten verbreiten.

 

Wenn wir nicht mal auf die Spiele der westlichen Mächte reinfallen, dann ganz bestimmt nicht auf Spiele von kleinen Internet-Wahhabiten. cool.png

 

Wa-Salam

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bismillah.gif

salam.gif ,

 

hier ist noch einmal meine Meinung zu einem Syrien ohne Bashar zusammengefasst, ganz unabhängig vom Wahrheitsgehalt meiner zitierten Meldung. Sie geht einher mit der von Bruder Aziz:

 

Einen wichtigen Punkt, welchen es zu beantworten gilt ist die Frage, welche Alternative den Syrern angeboten wird und wie die Zukunft ohne Assad aussehen mag. Glaubt ihrSchiiten aller Welt, welche gerade in Syrien gegen die Terroristen kämpfen, tun dies aus Liebe zu Bashar ? Natürlich nicht, ihr Kampfeinsatz hat ganz andere Gründe. Bashar als Person ist ihnen im Grunde egal. Ich erinnere an die Intervention von der Hizbullah in Qusair, wo sie den Takfiris eine bittere Lektion erteilt haben. Dort wurde erst eingegriffen, nachdem Sayyid Nasrallah den Iran besucht hat und dort von Sayyid Khamenei angewiesen wurde einzuschreiten. Dies stand im Kontext von zunehmenden Überfällen und Massakern an Schiiten im Schaam. Die Syrer stürmten in deren Häuser und schlachteten sie bestialisch. Deren Dörfer sind bis heute besetzt und wen al Assads System verschwinden sollte, dann droht den Schiiten ein Genozid in Syrien. Aber nicht nur ihnen, sondern auch den Christen, Kurden und anderen Minderheiten. Folglich gibt es derzeit keine Alternative zu Bashar und er ist der einzige, welcher Syrien durch den Weg der Reformen bringen kann. Dies ist im Übrigen nicht meine Meinung, sondern auch die bedeutender Deutscher Nahostexperten und Publizisten.

Auch muss diese Gelegenheit genutzt werden, damit den Takfiris gezeigt werden kann, wer nun langsam aber sicher die Vormachtsstellung im Orient einnimmt. Den Salafis geht es in Syrien wie den Israelis während ihrer Besatzung des Libanons: Sie sprechen von einem starken Feind, den sie in einer solchen Form noch nie gesehen haben.

Derzeit beginnt die vermutlich entscheidenste Schlacht in Syrien: Der Kampf um Kalamuun, wo sich die Terroristen versammelt haben. Gehen die Schiiten siegreich daraus hervor, und ich betone die Schiiten, weil die Hisbullah und die Iraner dort das Kommando angeben, dann wird den Terroristen ein schmerzlicher Schlag zugefügt.
Nicht der Westen ist es, welcher den Terrorismus bekämpft und seine christlichen Glaubensbrüder verteidigt, sondern die Shia übernimmt diese Aufgabe in Syrien.

 

wasalam.gif

NurunnisaFatima, manar and mahdi_mohajjer like this

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Salam,

 

es kommt ständig zu Verdrehungen von angeblichen Zitaten verschiedenster Politiker, Geistlicher, Militärs usw.

bzgl. Syrien vor allem in der türkischen Presse. Die wiederum wird oft als Quelle hergenommen.

Der türkische Geheimdienst bringt gewiß jede Menge Falschmeldungen hervor.

Also sollte man grundsätzlich vorsichtig mit angeblichen Zitaten sein, stets die Ursprungsquelle suchen und

auch schauen ob es einen bestätigten vollständigen Wortlaut gibt.

 

Wasalam

Shia-Karim likes this

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Bismihi ta'ala,

a salamu aleikum wa rahmatullah,

 

ich bin zu 100% sicher, dass es sich hier um eine gezielte Falschmeldung handelt.

 

Allein schon, wenn man schaut, wo diese Meldungen herkommen, wird man sehen, dass hier jemand versucht gezielt Zwietracht unter den Schiiten zu schaffen. Gerade weil ihre barbarischen Söldner in Syrien offenbar gerade untergehen.

 

Der erste Link, den Bruder JabalAmel hier einfügte, führt uns zur "Al Siyassa/The Gulf Daily News". Das ist eine Zeitung aus Kuwait, nicht gerade bekannt als Shia-freundlich.

Ebenso bei der "Ahram" aus Ägypten - der Link den Schwester Belkis hier einfügte.

Sie ist dafür bekannt gegen Hezbollah und Co aufs Übelste zu hetzen.

 

Dass man hier versucht Zwietracht zu schaffen sieht man auch ganz deutlich an der Art wie diese Artikel geschrieben sind - sie weisen genau auf diesen angeblichen Widerspruch unter den Schiiten hin, ganz so als wollen sie uns ganz deutlich sagen, dass unsere großen Gelehrten in dieser Sache uneinig sind, und vor allem, dass man Imam Chamenei widerspricht.

 

"Wenn ein offenkundiger Sünder euch eine Nachricht überbringt, dann überprüft sie"

 

Dieses qur'anische Prinzip sollten wir immer beachten.

 

wa salam

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