mahdi_mohajjer

Wo gehöre ich hin und wieso komm ich nicht an?

54 posts in this topic

Bismillah ar Rahman ar Raheem

 

Salam aleikom geehrte Geschwister,

 

Ich weiss eigentlich garnicht wie ich mein Problem beschreiben soll aber ich versuch es einfach mal. Seit ich Mitte September aus Iran zurueckgekehrt bin gehts mir persönlich ziemlich komisch. Ich fühle mich gesselschaftlich total ausgegrenzt und das obwohl ich Deutsch spreche und hier aufgewachsen bin. Am Anfang dachte ich es ist einfach normal nach so einem langem Auslandsaufenthalt. Mittlerweile nach fast 4Monaten ist es aber immernoch nicht besser geworden. Ds meine Frau versucht Deutsch zu lernen bemüh ich mich weniger Farsi zu sprechen und mehr Deutsch. Ich fühle mich meiner Persönlichkeit und Kultur beraubt wen ich einen Tag kein persisches Fernsehen,Radio oder Internet habe oder nicht spreche. Draussen regt mich alles auf..die Ruhe nervt, die Art der Menschen also die Kälte zerfrisst mich und die Hilfsbereitschaft (also dass es keine gibt) nervt mich tierisch. Die Respektlosigkeit der Menschen untereinander.

 

Ich möchte nicht rummeckern aber ich fuehle mich in meinem eigenem Land fremd und unerwünscht- alles Erfahrungen die meine Frau derzeit auch macht.

 

Um ehrlich zu sein hätte ich mir die Rückkehr einfacher vorgestellt. Jede Nacht tràume ich von Iran oder von der Zeit bevor ich dahin aufgebrochen bin. Hat jemand ähnliches erlebt und kann mir helfen? Nicht dass es mich stören würde, ganz im Gegenteil aber ich bin vieeeel häuslicher geworden hasse es hier rauszugehen und fühle mich draussen auch nicht sicher. Im inneren bereue ich es hier zu sein und wuensche mir schleunigst zurueck zu fahren nach Iran in mein Umfeld dss ich gewöhnt bin wo die Menschen noch Menschen sind und die Kultur fuer Menschen gemacht ist und nicht fuer Geld oder Dienstleistungen.

 

Mein ständiges Doa dass meine Frau und ich mich gewòhnen wirkt einfach nicht und die Leere in Deutschland ist ziemlich entmugigend.

 

Ich wäre euch fuer eure Ratschläge mehr als dankbar

 

Wasalam mahdi

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam

 

Lieber Bruder, man sagt doch. Allah ist mit den geduldigen.

 

Nun ich bin hier in Deutschland geboren und muss sagen, seit ich Kopftuch trage fühle ich mich hier auch unwohl. Die Gesellschaft hier akzeptiert keine andere Kultur. Z.b. im Moment sind überall Weihnachtsfeiern und man möchte einfach nicht daran teilnehmen weil dort Alkohol getrunken wird. Ich spreche fließend deutsch, passe aber optisch nicht ins Bild.

 

Vor den Problemen abhauen ist auch keine Lösung. Ich kann dich gut verstehen, Iran ist nun mal anderes. Die Menschen offener und man wird nicht auf das Aussehen abgestempelt. Ich wünsche mir auch lieber in einem Land zu leben wo ich so akzeptiert werde wie ich bin, wo meine Kinder mit iherer Religion aufwachen statt mit "wo wollen wir heute trinken gehen".

 

Allah swt. Vergisst seine Diener nicht und weiß am Besten was für uns richtig ist.

 

Das Leben ist kein Ponyhof. Versuch doch mal mit deiner Frau unter Leuten zukommen, die so denken wie ihr. Bei denen ihr euch wohlfühlt und einfach ab und zu das drum herum zuvergessen könnt. Vielleicht geht's euch dann nshallah besser.

 

Salam

mahdi_mohajjer likes this

Share this post


Link to post
Share on other sites

bismillah.gif

salam.gif

 

Bruder sei nicht betrübt über deine jetzige Situation, inshaAllah wird alles gut. Denk daran, dass das diesseitige Leben im Vergleich zur Ewigkeit nur wie ein kurzer Traum ist. Die Zeit verfliegt sehr schnell, also nutze jeden Tag, um das Beste aus jeder Situation zu machen, egal wo du bist. Verbringe Zeit mit deiner Mutter, auch wenns nicht immer leicht ist. Je mehr du dich abmühst und erduldest, desto höher ist dein Lohn bei Allah swt.

Natürlich ist es im Iran wärmer, allein schon wegen dem Klima :), aber ein Muslim kann sich überall zu Hause fühlen, erst recht, wenn er nach seiner Religion leben kann und andere vertraute Geschwister um sich herum hat. Und dies finde ich ist auch in Deutschland möglich, alhamdulilah.

 

Möge Allah unsere Herzen leicht und erfüllt im Gedenken an Ihn machen

 

wasalam.gif

mahdi_mohajjer and al-Shafiya like this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam,

 

vielleicht ist es zu einfach, alles mit dem Dajjal zu erklären.

Aber ist es nicht so, daß wir in der Zeit leben, in denen der Dajjal die größte Macht hat?

Und ist es nicht so, daß, wenn die Nacht am Tiefsten ist, der Tag am Nächsten ist?

 

Die Gesellschaften vor allem in den USA und Europa sind völlig zerrüttet.

Nicht alle Menschen dort haben sich dem Dajjal unterworfen, aber es sind

zu wenige um die Gesellschaft zu prägen. In Iran und in Syrien und im Libanon

sind es noch genügend, wenn auch dort der Dajjal versucht an Macht zu

gewinnen.

 

Ich war nur kurze Zeit mal im Iran und habe mich dort sehr wohlgefühlt.

So gut wie in keinen Land auf der Welt, auch wenn der Iran nicht perfekt ist.

Deswegen kann ich es gut verstehen, wenn man sich auch als in Deutschland

geborener Mensch hier fremd fühlt. Mir geht es auch so.

Zudem ist man quasi im Niemandsland der Kulturen und Weltanschauungen,

man gehört nicht mehr zu dem einen Land, ist aber im anderen nicht verwurzelt.

 

Aber wir leben in dem Zeitalter, in dem die Macht des Dajjal schwinden wird.

Das wird nicht von selbst passieren, an diesen Kampf müssen wir mitmachen.

Im Kleinen wie im Großen. Das heißt im persönlichen und familiären Bereich

wie im gesamtgesellschaftlichen/politischen Bereich.

Es kann nur besser werden auch wenn jetzt wirklich alles schlimm ist und wir

Fremde in der Welt hier sind.

 

Wasalam

mahdi_mohajjer likes this

Share this post


Link to post
Share on other sites

salam,

wäre es denn keine Option in den Iran zu ziehen?

wa salam

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam

Das Gefühl kenne ich,wenn ich von Reisen nach Hause komme.Man muss sich erst wieder eingewöhnen.Je länger ich weg war,umso länger brauchte ich zur Eingewöhnung.

Ich weiss nicht wo ihr lebt,aber hier in Berlin gibt es viele Möglichkeiten sich in Viertel und Moscheen zu begeben,die einen ans orientalische Ausland erinnern.Zur Kultur fällt mir ein,dass solange wir überall die Kultur der Ahlul Beit as leben und verbreiten,dort auch das Zuhause sein sollte...Kultur ist ein so schwammiger Begriff...das kann alles Mögliche sein.

Für mich ist Kultur die Lebensweise der Ahlul Beit as.Diese zu leben erleichert es,sich überall wohl zu fühlen...mal mehr,mal weniger,aber hier ist auch nicht das Paradies.

Rein praktisch bedeutet das,soviel wie möglich sie as nachzuahmen...auf dem Boden essen und schlafen.Empfohlene Nahrungsmittel verzehren,bescheiden leben usw..

Man kann sich seine Wohnung orientalisch,was immer das bedeutet für einen,gemütlich machen...und natürlich auch die Sprachen sprechen usw.

So halte ich es ungefähr und es gibt immer einen Mix aus deutsch/europäisch und orientalisch am Ende...im Moment ist auch Winter und da sollte es drinnen gemütlich sein z.B mit iran. Safrantee (hellt die Stimmung auf),Büchern oder Filmen von oder über die Ahlul Beit as (nur ein Beispiel) und ganz wichtig...Christstollen.

 

Allgemein finde ich müssen wir noch besser lernen Schwierigkeiten das Positive abzugewinnen...und Liebe und Hilfsbereitschaft sollten wir geben und weniger erwarten...unser Geben sollte an Allah t gekoppelt sein.Denn wir bekommen ja so oder so von Ihm t.

Dennoch wünsche ich mir nichts sehnlicher als eine menschenfreundliche Welt..aber die gibt es nur wenn wir geben und lieben...und uns für die Wahrheit einsetzen.

 

Sry für die Länge..

 

Fi aman Illah

 

PS Wenn ich vor Verzweiflung nicht weiter weiss,lese ich dua yastasheer.Wenn man das dua liest kommen Engel und trösten einen..man wird wirklich ruhig..habe ich selbst erlebt und da wusste ich nicht das Engel kommen und einen beruhigen.Das las ich erst später irgendwo..subhanallah.

mahdi_mohajjer likes this

Share this post


Link to post
Share on other sites

salam.gif

 

Innere Unruhe, Reise ohne Ende. Als ich das Nest verlassen habe, hatte ich fast ein halbes Jahr Schwierigkeiten mich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Ich war aus meiner Heimat(-stadt) anderes gewohnt. Meine bis dahin bestehenden sozialen Bindungen wurden schlagartig auf ein Minimum reduziert, wirtschaftlich musste ich Rückschläge hinnehmen sowie auch sonst an Lebensqualität einbüßen. Sogar meine Muttersprache konnte ich nicht mehr mit jemand Angesicht zu Angesicht sprechen, Fleisch gab es nur an den Wochenenden (weil es in der Nähe kein halal-Fleisch gab), keine Moschee, kein Auto. Die Liste dessen, worauf ich verzichten musste und auch heute muss ist lang. Es ist für mich immer noch etwas schwer aus der Ferne zu beobachten, wie es sich in der Heimat entwickelt und man kaum bis gar nicht mehr daran teilhaben kann. So gut wie alles hat mich an der neuen Umgebung gestört.

 

Irgendwann wurde mir klar, dass ich mich zusammenreißen muss und selbst für einen lebenswerteren Alltag zu sorgen habe. Was mir fehlte, habe ich besorgt. Was ich ändern konnte, habe ich geändert. Was ich nicht haben konnte, danach verlangte ich nicht. Kurz um, ich habe mich mit meiner neuen Situation und Umgebung arrangiert. Ich wollte nicht mehr mein eigener Gefangener sein, Gefangener der eigenen Begierde, Wünsche und Gewohnheit.

 

Ich möchte dir keinen Vorwurf machen, vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden …, kommt da nicht ein bisschen Nostalgie ins Spiel?

 

 

Ich fühle mich meiner Persönlichkeit und Kultur beraubt wen ich einen Tag kein persisches Fernsehen,Radio oder Internet habe oder nicht spreche.

 

Verbietet dir jemand diesen Aktivitäten nachzugehen? Gut, ich würde an deiner Stelle auch mit der Ehefrau zur Förderung ihrer Sprachkenntnisse Deutsch sprechen. Irgendwann wird auch das nicht mehr nötig sein.

 

 

Draussen regt mich alles auf..die Ruhe nervt, die Art der Menschen also die Kälte zerfrisst mich und die Hilfsbereitschaft (also dass es keine gibt) nervt mich tierisch. Die Respektlosigkeit der Menschen untereinander.

 

Das mit der Ruhe kenne ich, aber das wird sich legen. Was die Kälte der Menschen angeht: Sei die Veränderung, die du dir wünschst. Setze doch ein Zeichen der Wärme, wenn dir Kälte begegnet. Zeige da Respekt, wo es an Respekt fehlt.

 

Das sind vielleicht nicht die besten Ratschläge, weil es an konkreten Beispielen fehlt. Ich bin auch nicht der beste Ratgeber, dennoch hoffe ich auf etwas aufmerksam gemacht zu haben.

Darüber hinaus tragen wir allesamt auch Verantwortung – wir, die in einer vorwiegend nicht-islamischen Gesellschaft leben.
Wir kennen die Wahrheit und leben mitten in einer Gesellschaft, die diese Wahrheit nicht kennt. Lasst uns von den Ketten des Nationalismus befreien, in denen wir noch stecken. Das ist unsere entscheidende Schwäche gegenüber den Nawasib.

Dazu ist es nötig, dass wir anfangen zu akzeptieren in Deutschland leben. In der Realität sind viele von uns noch nicht angekommen, die Generationen vor uns sogar noch weniger. Seien es Bestattungen in den Heimatländern oder das ständige umziehen von Ort zu Ort in der Hoffnung ein Stück der Vergangenheit aufzugraben.

Ich bin etwa abgeschweift, doch sehe ich hier eine Verbindung zwischen Nostalgie und unserem mäßigen Engagement in der hiesigen Gesellschaft.

 

Lieber Bruder, Mahdi jan. Als ich die Überschrift dieses Themas gelesen habe und auch deinen Namen, des Themenerstellers, musste ich auch an den zu Erwartenden denken. Wie er sich wohl fühlen mag?

Ich vermag diese Zeilen nicht zu übersetzen, weil ich keine Worte finde. Vielleicht kann das jemand anderes übernehmen.

ابا صالح بیا دردم دوا کن مـرا با دیدنت حاجت روا کن

ابا صالح فقیرم من فقیرم

wasalam.gif

 

mahdi_mohajjer, belkis, Fatima Özoguz and 3 others like this

Share this post


Link to post
Share on other sites

salam.gif

 

ich habe ja noch deine alten Beiträge im Kopf, wo du über Iran ähnlich geschrieben hast. Die Leute sehen hektisch, aggressiv und unruhig. Und jetzt ist es eben Deutschland. Du suchst die Ursachen für deine Unzufriedenheit in äußeren Faktoren, aber so wirst du niemals ankommen, worauf Ammar ja schon hingewiesen hat.

 

Und wenn es im Iran so schön war, warum bist du dann nach Deutschland zurückgekommen?

Das Glück ist nicht ortsabhängig. Ich habe noch niemanden gesehen, der durch einen Umzug in eine andere Umgebung glücklicher geworden ist.

 

wasalam.gif

belkis likes this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Bismillah

Salam

 

In einem Vortrag sagte ein Bruder mal: "Warum sehen wir einiges als Prüfung und anderes als Glück an? Glück kann auch eine Prüfung sein, ebenso wie Unzufriedenheit" (sinngemäß)

 

Dass wir hier in Deutschland leben, muss nichts schlimmes sein, im Gegenteil, wir haben es uns alle so ausgesucht. Und Hand aufs Herz, geht es uns hier nicht gut?

Klar, man fühlt sich manchmal nicht akzeptiert, weil man zum Beispiel eine andere Religion oder Kultur oder sonst was hat. Aber kann nicht jeder was dazu beitragen, um akzeptiert zu werden?

Kommt es nicht darauf an, wie wir uns präsentieren?

Ich denke jeder, trägt Mitschuld daran, ob er sich hier wohl fühlt oder nicht ;)

 

Wir können nicht immer alles auf einem Silbertablett serviert bekommen, oder die Schuld auf die Religion schieben..

 

Geehrter Bruder Mahdi, es ist sicher eine Umstellung von Iran auf Deutschland, aber wieso trägt ihr nicht ein Stück Iran hierher, indem ihr das was ihr dort macht, auch hier macht?

Geht in eine Moschee, da interessiert es keinen, was für eine Nationalität ihr habt, welche Sprache ihr sprecht oder welches Alter ihr habt.

 

Und wenn es keine Moschee gibt, dann macht auf Eigeninitiative und stellt ein Programm auf, es kann sich ja erstmal auf eure Wohnung begrenzen, ladet Freunde und Glaubensgeschwister ein, knüpft Freundschaften, macht zusammen Gottesdienst. :)

 

Dass, als ein paar Beispiele :)

 

Wasalam

Jnoub_Lady likes this

Share this post


Link to post
Share on other sites

salam aleikom geehrte Geschwister,

 

vielen Dank für eure Ratschläge und Beiträge. Was einem hier schon auffält in Deutschland, ist dass aufgrund der schrägen Familienverhältnisse, die ich als Konvertit hier ebenfalls sehr nah mitbekomme, weil ich sie aus meiner eigenen Familie kenne, einfach ein ganz anderes häusliches Gefühl gegeben ist. In Iran lebten wir eine Weile bei den Eltern meiner Frau- am Anfang war es mir noch ziemlich schwer mit so vielen Menschen auf kleinstem Raum bei einander zu leben, eben grade weil ich es von Zuhause ganz anders kenne. SIcherlich gab es auch mal die eine oder andere Meinungsverschiedenheit mit den Geschwistern meiner Frau, aber das alles ist im Vergleich zu der eisigen Kälte die hier in deutschen Familien herscht einfach garnichts. Ich muss um ehrlihc zus ein auch zugeben dass ich mich daran gewöhnt habe, morgens von den Stimmen anderer Personen aufzuwachen oder durch Lachen oder halt Streit. Ich bin keinesfalls ein asozialer Mensch, bin gerne mit Menschen zusammen, aber hier habe ich einfach nur das Gefühl dass grade draussen alles oberflächlich abläuft- es interessiert heir einfach niemanden was man für Probleme hat, es gibt nur noch ganz bedingt zwischenmenschliche Beziehungen. Mal kurz mit dem Nachbar quatschen ist drinnen, aber ich finde nicht dass sowas soziale Notwendigkeiten erfüllt und ausreichen ist.

 

Leider scheine ich den Eindruck gemacht zu haben, ein griesgrämiger, nach innen gekehrter Bruder zu sein, dem ist ganz sicher nicht so. Dass es einen aber nach unten zieht wenn man um sich herum niemanden hat und einsam ist, das macht sicherlich traurig und auch nachdenklich. Natürlich sollte man auch bei sich selber nach den Gründen suchen, aber ich sehe es nicht so dass ich aktiv dazu beigetragen hätte dass man mir gegenüber kalt ist- ich bin nämlich persönlich ein warmer Mensch, lächle viel, und trete I M M E R mit Respekt vor dem Gegenüber auf- auch wenn man mich beleidigt beleidige ich nicht, ich rege mich zwar auf, aber ich bleibe sachlich und beschimpfe niemanden.

 

In eine andere Stadt zu ziehen mit mehr Muslimen könnte die Situation vielleicht ändern. Ich glaube es war die geehrte schwester Belkis welche fragte wo wir wohnen- wir wohnen in Heidelberg bei Mannheim- leider gibt es hier ziemlich wenig Shia, ich kenne lediglich einen Bruder. In Mannheim bzw Ludwigshafen besteht eine größere Gemeinde an libanesischen Shias- ich gehe dort eigentlich gerne hin, aber die Programme sin größtenteils auf Arabisch- da fehlt also wieder der Bezug. Nicht dass ich nicht gerne dort sei, aber es ist schon schade wenn man nichts versteht- Freunde habe ich dort wenige- richtige Freunde sind es nicht, eher Bekannte-leider (was sicherlich daran hängt dass ich halt nicht die selben Hintergründe habe und sich daher vielleicht einfach niemand zu mir hingezogen fühlt)

 

In Heidelberg gibt es sehr wohl viele Iraner- 99 Prozent jedoch sind praktizierende NIchtmuslime. Meine Frau hat dementsprechend auch wirklich keine Freunde- was sicherlich ebenfalls nicht ihre Schuld ist. Hier haben wir 2 salafistische Moscheen, 2 Sunnitische und eine Ahmadi-Moschee, eine schiitische Gemeinde würde ich gerne gründen- es liegt eher an den Finanzen als an dem Willen dass es noch nich geschehen ist.

 

Vielleicht sind auch nur meine Anforderungen an eine Geselschaft zu hoch, in der man sich gegenseitig akzeptiert für was man ist, und nicht auf einander rumhackt und sich gegenseitig griesgrämig anmeckert. Was mir in Iran auffiel war dass trotz der für einige Menschen doch schwere Situation (finanziell) die Menschen dennoch freundlich, offen und herzlich waren. Ich habe sieben Jahre in Iran gelebt, weiß was Taruf ist, aber ich weiß auch was kein Taruf ist, und wann es ernst gemeint ist- und ich muss sagen dass wir hier in unserer Geselschaft diese Wärme oder Freundlichkeit nicht verwerfen sollten.

 

Würde ich in einer anderen STadt wohnen, in der eine Moschee vorhanden ist, und Shias leben, sähe es wahrscheinlich schon viel besser aus- ich muss dazu aber auch sagen dass man als deutscher Konvertit wirklich anders behandelt wird als geborene Muslime. Ich bin in den Augen aller immer der Konvertit- mit weniger Wissen, und man wird wirklich garnicht als Teil dessen angesehen was man für sich selber angenommen hat. Für deutsche ist man "der Muslim", für Muslime ist man "der Deutsche"- wieso ist es nicht möglich als deutscher auch "der Muslim" zu sein? Zumindest aus Sicht der geborenen Muslime?

 

Nur damit sich niemand auf mich stürzt, ich meine damit niemandem hier im Forum, cih meine das nur generell, denn ich würde eigentlich schon gerne am Leben in einer Gemeinde teilnehmen- doch ich sehe nicht dass ich dazu eingeladen bin und sich selber einladen tut man einfach nicht (zumindest nach meinen Vorstellungen ist sowas "zesht" also "man tut es nicht".

 

So dient das Forum um ehrlich zu sein als einzige Möglichkeit "unter Menschen zu kommen" die zumindest auf religiösem Level mit mir was gemeinsam haben und mich nicht aufgrund meines Aussehens oder meines Deutsch seiens beurteilen, sondern nach meinen Beiträgen. Dass man nicht mit jedem befreundet sein kann ist mir ebenfalls klar- das geht auch garnicht.

 

Lange Rede kurzer Sinn: Es liegt wohl wirklich eher bei mir, wie ich mit der Situation umgehe- die Geselschaft wird sich für mich nicht ändern- ich lehne die Geselschaft nicht ab- soll jeder tun was er für richtig hält- aber mein Ding ist es nicht. Vielleicht ist es ja auch einfach nur noch nicht so weit- in 20 oder 30 Jahren wenn hier neue Generationen da sind, wird es vielleicht endlich eine Geselschaft geben, die sich nicht nur um Alkoholkonsum und Drogen dreht, sondern auch mal um Wissen, um zwischenmenschliche Beziehungen und um Benehmen.

 

Entschuldigt für den langen Beitrag.

 

Wsalam,Mahdi

Tatjana-Salima likes this

Share this post


Link to post
Share on other sites

salam.gif

 

dann zieht doch nach Delmenhorst briggin.gif Hier interessiert niemanden, ob man Konvertit ist oder nicht.

 

wasalam.gif

Saluton and mahdi_mohajjer like this

Share this post


Link to post
Share on other sites

salam aleikom,

 

geehrte Schwester Fatima, ich weiß du glaubst mir das sicherlich nicht- aber ich habe vorgestern im Internet einen Beitrag auf dem NDR über Bruder Yavuz gesehen- und ich habe mir gesagt "masha Allah haben diejenigen die mit ihm arbeiten/leben/beten können es gut". Er wirkt auf mich beruhigend- solltet ihr mal irgnedwann einen Fremdsprachenkorrespondent brauchen- dann stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung. Ich kann auch Nachrichten übersetzen oder Texte schreiben- habe eine Weile bei PRESS TV gearbeitet und bin seit 7 Jahren bei der ABNA (majma jahani ahlul bayt) gewesen.

 

Möge Allah SWT euch reichlich belohnen- ihr seid beide ein Segen für uns (gerade jüngeren) Shias. Ziemlich viel was schon erreicht wurde haben wir euch beiden zu verdanken.

 

Wsalam,Mahdi

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam Mahdi Jan!

 

 

Ich mache es sehr kurz: Lebe dort wo du wirklich glücklich bist!

 

Wassalam

Khodahafez

 

ali

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam,

 

wir haben hier auch das Problem, dass es keine Shia Moscheen gibt, die unsere Sprachen sprechen, es gibt nur an islamischen Festen so organisierte Feste von iranischen oder afghanischen Muslimen, die leider sehr unter sich bleiben, also kann ich mich etwas in dich hineinversetzen.

In eine Salafi Moschee würde ich keinen Fuß reinsetzen!

 

Aber nochmal, wieso seid ihr zurückgekehrt?

 

wa salam

Share this post


Link to post
Share on other sites

salam aleikom,

 

der Grund für die Rückkehr? Nun ja, um ehrlich zu sein ist das Leben in IRan SEHR TEUER (!!!) Mindestens genauso teuer wie hier, das Einkommen aber nichtmal die Hälfte von dem Einkommen hier. Du brauchst also entweder einen guten Job oder halt viel Erspartes. Ich möchte nicht meckern- in Iran ging es mir besser als hier, auch wenn alles teurer war, Geld kam einfacher und die Hilfsbereitschaft der Menschen ist sehr stark ausgeprägt.

 

Hier kämpfst du ums nackte Überleben- du bekommst zwar Hilfe von einem Jobcenter usw, aber das ist ja eher Erpressung, und deswegen will ich da auch einfach nur schleunigst wieder raus, selber die Kröten verdienen.

 

Ich denke mittlerweile auch, dass es sehr viel mit meiner Familie zu tun hat, dass es mir hier nicht gefällt. Die Lebensweise, die Einstellung, die Überzeugung (also garkeine) und diese ständige Einmischung aufgrund nicht-verständlicher kultureller Unterschiede machen dass man sich aus der Geselschaft und sogar der eigenen Familie distanziert.

Wenn z.B. meine Mutter zuhause ist, kommt andauernd die Frage "warum arbeitet deine Frau nich???" und ich habe wirklich keine Lust ihr dann eine halbe Stunde vorzusprechen- doch ich muss es tun, in dem wissen dass sie es niemals verstehen wird. Warum sollte sie denn arbeiten? Könnte meine Mutter z.B. in Iran arbeiten? Ohne Sprache? Ohne sich in ein System eingelebt zu haben? Zudem möchte meine Frau z.B. garnicht arbeiten- und ich bin Allah SWT wirklich dankabr dass sie es nicht muss, weil es ohnehin schon schlimm genug ist hier, warum sollte sie arbeiten gehen müssen? Das ist allein meine Aufgabe- dieses Argument zählt bei ihr jedoch nicht. Selbst wenn ich ihr erkläre dass bei uns die Rollenverteilung halt anders ist, besteht sie darauf dass beide ihr eigenes Einkommen brauchen, und sie sich ja nicht gut fühlen kann wenn ich ihr alles bezahlen müsste. Das sehe ich einfach anders- meine Frau hat das Recht nicht arbeiten zu müssen und ich bin glücklich wenn sie sich um nichts gedanken machen braucht, und sich einfach zurücklehnen kann, immerhin gibt der Islam ihr dieses Recht.

 

So komme ich auch zu dem REsultat dass die einzige Möglichkeit jene ist, sich von meiner Familie zu distanzieren, und den Kontakt so weit wie möglich einzuschränken. Letzte Woche war meine Mutter für eine Woche im URlaub- alhamdulilah. Doch mittlerweile (seit einem Tag wieder da) merke ich dass sie der Hauptstressfaktor nummer Eins in meinem Leben ist- und das war nicht immer so. Ich bin ein geduldiger Mensch, aber ich mische mich ja auch nicht in ihr Leben ein und befehle ihr nicht arbeiten zu gehen oder abends nicht trinken zu gehen- jeder des seinen- so sage ich ihrs auch immer. Es ist einfach sowas von Deutsch, dass wir uns immer erlauben uns in die Leben anderer Menschen einzumischen, unsere Meinung müssen alle akzeptieren,aber andere Meinungen zu akzeptieren und auch anzunehmen und gut sein zu lassen geht anscheinend nicht. (auf meine Mutter bezogen)

 

Naja, ich möchte euch nicht die Ohren vollmeckern ;-) aber es tut wirklich gut das mal rauszulassen- denn meiner Frau das zu sagen wäre nicht richtig- sie würde sich hier noch unwohler fühlen, und auch wenn ihr sabr sehr stark ist, man muss sie nicht überstrapazieren und absichtlich kränken.

 

Ich überlege sogar eine Wohnung von der Stadt zu mieten, weiß leider nicht was dazu die nötigen Schritte sind- im Internet werde ich nicht fündig- da kommen die ganze Zeit nur Angebote von irgendwelchen Immobiliendienstleistern. Ensha Allah wird Allah SWT mir mehr sabr geben.

 

Um auf die Frage von schwester alinya zurückzukommen, hätte ich dort einen Job gehabt, der mich finanziell soweit abdeckt dass ich meine Rechnungen selber begleichen kann, Essen kaufen und nen Teil sparen kann- dann wäre ich eher da geblieben. Ich weiß auch dass ich hier nicht ewig bleiben werde, weil ich mich mit nichts identifizieren kann- weder mit den Menschen, noch mit dem System, noch mit der "Kultur"

 

Wsalam,Mahdi

Share this post


Link to post
Share on other sites

bismillah.gif

salam.gif

 

Bruder such dir doch für dich und deine Frau eine günstige Wohnung. Du könntest mit dem Mietvertrag dann zum Jobcenter gehen. Dann kannst du dir in aller Ruhe Arbeit suchen. Deiner Mama brauchst du dann auch nicht alles Privates oder so erzählen, damit sie sich nicht einmischt. Oder sprich Gutes zu ihr, so wie ihr es gefallen würde, um einen friedlichen Umgang zu schaffen, ohne Allahs Grenzen zu überschreiten. Allah kennt ja deine Absichten.

 

Allah liebt die, die sich auf Seinen Weg bemühen, und auch wenn dir vielleicht ein Weg steiniger und schwerer erscheint als ein anderer, ist es vielleicht doch der segensreichere.

 

Möge Allah mit euch sein.

 

wasalam.gif

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam aleikum,

 

irgendwie kann ich dich voll verstehen, Bruder Mahdi. Im Libanon bin ich auch immer die Deutsche und in Deutschland die Libanesin. Weißt du eigentlich wie schlimm es ist, vor allem als pubertierender Identitätssucher sozusagen, nicht zu wissen, wo man hingehört? Darüber mach ich mir seit ich 13 bin Gedanken. Und weißt du zu welchem Ergebnis ich nach 4 Jahren intensiven Denkens gekommen bin? Ich gehöre einfach nirgendwo hin. Punkt. Nimm dir Imam Rida a.s. als Beispiel-er ist der Fremde von Toos. Imam Hussein a.s.-Der Fremde von Karbala usw. Imam Ali a.s. hat mal gesagt, dass das Diesseits kein Ort zum verbleiben, sondern ein Durchgangsort ist. Du denkst zwar, dass Einheimische in ihren Ländern lebend "dazugehören", aber das stimmt nicht. Unser Imam a.s. hat gesagt: Reichtum in der Fremde ist eine Heimat, und Armut in der Heimat ist eine Fremde.(sorry kann dir leider keine Quellen angeben)

 

Wir sind alle nur Menschen, die sterben müssen,wir gehören hier alle nicht hin. Einsicht zu gewinnen was das angeht ist natürlich schwierig, wenn man es vorher gewohnt war "dazuzugehören" aber man muss sich das wirklich klarmachen.

 

Außerdem hab ich gemerkt, dass es mir an gesegneten Orten gut geht. Ich glaube, dass wenn ich inshaAllah mal nach Mekka und zu den Gräbern unserer Heiligen kann, mich diese Frage nach der wahren Heimat gar nicht mehr interessieren wird. Wo mein Prophet, Fatima Zahraa und unsere Imame sind a.s., da will ich auch sein. Denk doch mal an Sahib u Zaman a.s., er hat weder Familie noch Heimat, sollten wir dann nicht versuchen, da wir unsere Frage nach der Heimat ja eh nicht lösen können, eine Heimat für ihn zu sein? Mir geht es schon besser wenn ich nur dran denke, dass es da jmd gibt, der sich noch fremder fühlt als ich. Vielleicht kann er sich auch damit trösten, dass wir uns ebenfalls fremd fühlen und seiner Fremde gedenken.

 

Und kennst du das Zitat, ich weiß leider nicht mehr genau von wem : Je zufriedener ein Mensch mit sich selbst ist , desto unzufriedener sind die Leute mit ihm. ? Die Gesellschaft wird es dir nie recht machen und du es ihr auch nicht.

Natürlich ist es schön, liebe Menschen um sich herum zu haben, mit denen man über alles reden kann und die einen verstehen.Die muss man erstmal natürlich finden. Vielleicht können sie dann eine Heimat sein?

 

Wasalam

mahdi_mohajjer likes this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam aleikom geehrte Schwester Fatima Zainab,

 

Dein Beitrag gibt mir echt Kraft! Danke!!! Manchmal frage ich mich ob ich ob es nicht an mir liegt dass die Situation voj mir so empfunden wird. Ich mein ob ich in Iran bin oder in Deutschland bin während ich bete oder während ich schlafe ist doch eigentlich egal. Die Kultur hier auszuleben ist nicht das Problem..nur gibt es eben Dinge die kann man nicht nachbauen. Das ist das um einen herum...also Familienmitglieder, die Situation, die Geselschaft. Zuhause kann ich durch meine Taten die selbe Umgebung nachbilden also ich fuer meinen Teil..aber der unersetzliche Teil ist das was es eben in Deutschland nicht gibt. Sayyeda Mahsoumah (AS) oder Imam Redha (AS) oder das Ambiente dass es eben nur in einem islamischen Land gibt. Es ist schwer es zu beschreiben aber ein Fernseher oder ein paar Youtube Videos koennen die Situation eben nicht ändern.

 

Die Hoffnung die in mir weiter steckt eines Tages dieses schöne Ambiente wieder um mich herumzuhaben oder zumindest fuer eine kurze Zeit wieder nach Iran zu fahren hält mich am Lächeln. Schlechtes gibt es sowohl hier als auch dort. Egal wo ich bin ich hab meine eigene Kultur und die ist eben eine Kultur die ij diesem Land noch nicht bekannt ist und die es gillt umzusetzen und zu leben.

 

Wer die Kultur der Ahlulbayt einmal kennenlernt den lässt diese nie wieder los. Wo ich hingehöre weiss ich aber trotzdem einfach noch nicht.

 

Wasalam mahdi

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam aleikum,

 

freut mich, dass ich dir zumindest ein bisschen helfen konnte.

 

Wie ich sehe, hat die Charakteristik eines Ortes, z.b. der traditionellen Bau der Häuser im Iran, großen Einfluss auf dich. Glaub mir, das war bei mir auch so. Ich würd so gern wieder zurück zum Garten meiner Großeltern im Libanon.

Aber mir ist klar geworden, der Garten wäre ohne meine Großeltern nicht dasselbe. Stell dir den Iran ohne die Maqamat,deine Frau und deine Kontakte vor. Würdest du dich dann nicht genauso verloren und fremd fühlen, wie in DE? Immerhin haben wir unsere Kultur und vor allem unsere Religion, die kann uns keiner nehmen, mögen sie noch so oft die Augen über uns verdrehen...

 

Darf ich fragen, ohne dass du dich von mir "entfremdet" fühlst, wann und wieso du konvertiert bist? Ich weiß du findest die Frage bestimmt nervig, aber ich bin noch nicht solange hier im Forum, deshalb weiß ich nicht so viel über deine Lebensgeschichte ;)

 

Wasalam

André and mahdi_mohajjer like this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam aleikom geehrte Schwester,

 

Vielen vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Ja,genau das sind auch meine Gedankengänge-dass man denkt wenn man eine Situation die mal war versucht woeder zu erzwingen indem man alle Faktoren nachstellt. Es wird dann nie wieder so wie es damals war. Das kann viele Gruende haben. Zum Beispiel dass die Personen sich geändert haben oder sich die Situation also die Faktoren geändert haben. Oder auch dass die Situation nicht mehr neu ist sonder bereits vertraut. Und dann merkt man dass die Zeiten sich geändert haben und man in den Erinnerungen lebt ohne zu beachten dass die Zeiten sich geändert haben.

 

Und ja,subhan Allah! Du hast Recht: Die Situation wird durch die Personen bestimmt. Wenn ich jezt zum Beispiel wieder nach Iran fahren würde mit meiner Frau dann wird es eine ganz andere Situation sein.(vielleicht aber auch so eine Situation wo ich dann im Nachhinein wieder dieses Gefühl habe zurück in diese Zeit und Situation zu wollen)

 

Iran war so sinnlich- die Erfahrung war so süss. Es war eine Zeit die nicht fabriziert war. Sie war echt. Würde ich sie erneut versuchen zu produzieren würde soe nicht so empfunden werden wie damals weil die Erfahrung ja bereits gemacht wurde. Ich erinnere mich so gerne...

 

Nein geehrte Fatima Zainab, du nervst mich überhaupt nicht mit der Frage. Ganz im Gegenteil. Ich erzähl dir gerne weshalh ich den Islam angenommen habe. Es ist eine etwas längere Geschichte, ich schreibe grade mit meinem Handy aber da ich mich sehr gerne daran zurückerinnere erzähle ich es dir auch vom Handy aus :-)

Als ich 13 war und mein Opa starb habe ich nachts ziemlich oft wachgelegen und konnte nicht schlafen. Wir waren garnicht nah aber es brachte mich dazu darüber nachzudenken was wohl nach dem tod mit uns geschieht. Meine Mutter ist Atheistin...mein Vater lebt nicht mit uns weshalb ich ebenfalls zwangsweise als Atheist aufgewachsen bin. Ich konnte mich mit dem Gedanken nicht anfreunden dass man nach dem tod im nichts ist. Das das herz einfach stehen bleibt und wir dann fuer immer im dunkeln nichts weilen. Doch egal wie sehr ich mich auch damit ausseinandersetzte konnte ich einfach nicht schlafen. Hatte jede Nacht Herzrasen und echt Panik dass mein Herz stehen bleiben könnte und ich dann in dieses nichts kommen würde wo ich eben auf keinen fall sein will. Das ging sogar soweit dass ich nachts manchmal atemstillstànde hatte und richtig angefangen habe am ganzen Leib zu zittern.

 

Als ich 16 war lernte ich einen pakistaner kennen..mit dem habe ich sehr viel gemeinsam gehabt. Wir beide sprachen oft ueber politik und den irakkrieg hatten oft die selben meinungen und nach etwa zwei jahren die wir uns kannten kam es so dass er mich zum iftar in die moschee einlud. Damals war ich in einer ausbildung und lebte wirklich wie ein tier...nachts wach tagsüber kaputt und am lernen und insgesamt war ich zu dem punkt gekommen dass es einfach nicht sein kann dass das leben nach dem tod zu ende ist und keine fortführung hat. Ich kannte zwar den islam oberflächlich wusste die wichtigsten sachen und dass muslime eben fünf mal am tag nach mekkah beten und pilgern..dass iran schiiten hat und saudi sunnis..aber eben nur oberflàchlich.

 

An diesem Abend in der Moschee war das Gebet gerade abgehalten und mein Freund war eben beten als ich mich an einem Tisch ein bischen umschaute nach broschüren und informationen. Da lag auch ein Koran in Deutsch von dem ich uebrigend erst spàter herausfand dass es ein Koran ist. Ich nahm dieses Buch mit nachhause und las jeden Abend ein paar Seiten und da war die Rede von Gärten durch die Bäche fließen und jungen Knaben die mit Krügen ihre Runden machen und dem ewigen Leben in Ruhe und Frieden.

Nach und nach konnte ich nachts wieder schlafen...ich hatte das Gefühl dass dies das ist wonach ich immer gesucht hatte und das einzige was mir im inneren yruue gibt und mir innerlich diesen Stress und dies Angst vor dem Tod und dem was dannach kommt nimmt. Langsam merkte ich auch dass ich die Existenz agottes schon längst akzeptiert hatte und angenommen hatte. So sprach ich die shahadatein aus und wurde im frühjahr (januar 2005) muslim.

 

Es war die beste entscheidung meines lebens...ich bereue sie nicht. Nur 3monate dannach wurde ich shia und nur einen monat später lernte ich meine frau kennen. Ich wollte unbedingt mehr ueber die shia wissen. Damals gabs hier auch nue ganz wenige möglichkeiten den islam zu studieren. Ich ging also nach iran um es dort zu studieren in qom. Und so kam es dass ich dort heiratete und sieben Jahre dort lebte

 

Du darfst gerne fragen falls du was genauer wissen möchtest...

 

Wasalam mahdi

al-Shafiya and NurunnisaFatima like this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam aleikum,

 

das darf doch nicht wahr sein! Da hab ich doch tatsächlich jmd gefunden der fast genauso denkt wie ich :)

ich hatte sehr lange das Problem, dass ich in der Vergangenheit gelebt hab und weil ich sie nicht loslassen konnte, bekam ich furchtbare Zukunftsängste.

Bei mir war es so, dass nach dem Libanonkrieg 2006 nichts mehr so war wie vorher. Meine Kindheit war schön und die Sommer die ich bis zu dem Zeitpunkt im Libanon verbracht habe einfach nur himmlisch. Dann kam der Krieg, den ich übrigens live und in Farbe mitbekommen hab...ich bin immernoch einbisschen traumatisiert muss ich sagen und das schlimmste:niemand da, mit dem ich drüber reden konnte. Das kapitel meiner kindheit war so gesehen mit 10 jahren abgeschlossen und mein ganzes altes heiles leben futsch.weg.einfach so. Hatte nicht mal die Gelegenheit, mich von ihr zu verabschieden. Dafür, dass ich in der Friedensära DE aufgewachsen bin hab ich einiges durchgemacht und sowas haut mich natürlich noch mehr aus der bahn weil ich eigentlich das komplette gegenteil gewohnt war und klar dass keiner meiner Mitmenschen das versteht. Die einen sind dran gewöhnt, die anderen habens nie erlebt.

Die paar Wochen Herbstferien, die ich 2008 und 09 im libanon verbracht habe, haben mich nur trauriger gemacht. Meine verwandten und ich hatten ja so lange keinen kontakt mehr und alle sind erwachsener geworden. Es ist traurig, dass du die alten zeiten nicht mehr wiederherstellen kannst, egal wie sehr du dich bemühst. Aber man muss damit abschließen lernen...

 

Das mit deiner sinnlichen erfahrung im iran lässt sich gut mit meinem 1. richtigen Ashura - Erlebnis letztes jahr vergleichen. Es war einfach nur so wunderschön und voller Seligkeit, ich war süchtig nach ashura und war am boden zerstört als die 10 tage vorüber waren. Ashura dieses jahr hingegen war nicht so wie letztes jahr...ich hab wirklich 365 tage lang muharram entgegengefiebert, aber ich hatte das gefühl, dass dieses jahr was gefehlt hat, was ganz wichtiges,-keine ahnung was. Ich werde diese intensive erfahrung nie wieder vergessen (inshaAllah)

 

Das ist doch wunderbar. Siehst du, seitdem du den islam angenommen hast, hast du voll den lauf ;)

könnte man die mangelnde zufriedenheit mit der eigenen lage auf teufelseinflüsterung schieben? Der verfluchte teufel versucht uns dazu zu bewegen, undankbar zu sein und der Vergangenheit nachzutrauern, in einer zeit, in der bewusstes Aktivsein gegen leid und Unterdrückung gefragt ist...

 

ok dann noch ne frage:dein name war bestimmt nicht von anfang an mahdi, deine mutter ist ja atheistin. War das nicht die totale umstellung für dich auf einmal einen anderen namen zu tragen, als den, den du seit geburt an getragen hast,? Auch innerlich?

 

Wasalam

mahdi_mohajjer likes this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam aleikom geehrte Schwester,

 

Ya Allah! Das tut mir sooo leid!!!!! Weisst du was daran am schlimmsten ist?Dass diejenigen die damals für diesen Krieg verantwortlich waren in Tel Aviv sich null Gednken darüber machen was für ein unheimlich großes Leid sie anrichten und wie schlimm das Ausmaß für die Menschen ist die aie du alles miterlebenmüssen ohne dass sie es für sich selber gewählt hätten. Ich war nie im Krieg ich hab sicherlich auch nichtmal annähernd die Erfahrung gemacht die du machtest. Meine Frau war aber mit 3Jahren im Krieg. Als Saddam Hussain (La) Iran angriff und allein aus den Erzàhlungen..von dieser so tieeefen Intensivität und den Emotionen mit denen sie erzählt...und die Angst die sie immernoch hat wenn ein Flugzeug zb ueber uns hinwegfliegt...oder bei lauten Knallen wie Feuerwerken...das nimmt einen ja schon mit. Wie schlimm und unheimlich schwer es wohl also gewesen sein muss für dich oder auch sie das alles ganz nah mitbekommen zu haben..da wird einem echt trocken im Mund und ich bekomm dabei einfach ein ganz schlimmes Gefühl den Wunsch zu schreien so laut ich kann :-((

 

Ich denke dass Libanon vor dem Krieg bestimmt viel ..hmm wie nennt man das.. viel vitaler war..nicht dass es jezt dort irgendwie toter wäre als davor aber sicherlch hat sich eben grade durch das was an den verschiedenen orten geschehen ist viel veràndert. Man kann es einfach nicht mhr aus den selben augen betrachten. Ich mein es is vielleicht ein blòdes beispiel aber kennst du es wenn zb mal angenommen du siehst ein auto das dir sehr gefàllt..und eines tages geschieht zb in diesem auto etwas sehr schlimmes oder pràgendes was dich dann fuer immer bis an dein lebensende jedes auto was so aussieht eie dieses oder die selbe form oder farbe hat hassen lässt? Du kannst es nicht mehr mögen weil dich alles daran erinnert was zb darin geschehen ist.

 

Wegen meiner Konvertierung..hehe nein ich bin sehr froh dsss ich meinen Namen ändern konnte. Ich bin um ehrlich zu sein trauig dass meine mutter micj immernoch bei meinem alten namen ruft. Ich wuenschte jeder wuerde mich auch immer Mahdi nennen...ich habe mich sehr gefreut den Namen zi wählen..

 

Schwester,so schade dass man deinen Beitrag nur einmal liken kann..er gefàllt mir so gut..masha Allah! Diese unheimlich tiefgreifende und detailierte Schreibweise macht Lust immer mehr zu lesen...das ist sehr selten in diesem Forum.

 

Wasalam mahdi :-)

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam aleikum,

 

Der Krieg war ein einziger Psychoterror.

Alles was nach dem krieg passiert ist, alles was mich auch nur im entferntesten daran erinnert, habe ich zerfetzt und weggeworfen. Ich konnte diese dinge wirklich nicht mehr sehen, es ist genauso wie in deinem bsp.

 

Ich glaube wenn ich du wäre hätte ich mich auch für diesen namen entschieden...:)

 

Wow ich danke dir für dieses Kompliment, ich bin total gerührt :)

 

Wasalam

mahdi_mohajjer likes this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Salam aleikom

 

Ja oh Schwester ich kenne dieses Bild. Ich erinner mich an dieses hässliche Zionistenmädchen voller Hass..from israel with love..was ich nicht lache...an dem Abend hatte ich wegen genau diesem Bild einen sehr sehr schlimmen Streit mit meiner Mutter- weil meine Meinung zu diesem Thema ihr nicht gefiel. Unmenschlich..faschistisch und einfach nur dumm..ich habe echt ziemlich lang gebraucht um meine Wut an dem Abend unter Kontrolle zu bekommen. Und weisst du waw das Schlimmste war? Dsss im deutschen Fernsehen um 50Verwundete Zionisten getrauert wurde. Hat es hier denn jemanden interessiert wer die namenlosen Màrtyrer sind? Was im Süden an der Grenze zu Usrahell alles geschah? Oder wie Frauen und Kinder im Schlaf in Stücke gebombt wurden? Es hat hier niemanden interessiert. Ich war damals auf drei Demos hier...ich kann dir sagen..diese Gleichgültigkeit...es tut wirklich weh!! Möge Allah SWT den Menschen einen Verstand geben ya Allah!!!

 

Ich wäre so gerne nach Libanon gefahren. Meine Frau ebenfalls.. eines Tages! Ya rabb ensha Allah ya emam az zaman

 

Wasalam mahdi

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!


Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.


Sign In Now
    • 1 Posts
    • 288 Views
    • Gem. der Mitte
    • Gem. der Mitte

  • Recently Browsing   0 members

    No registered users viewing this page.