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(Schiitischer) Islam - Wunsch und Utopie?


Saluton
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Salam,

 

eigentlich passt das hier nicht rein, aber ich möchte gerne etwas nachvollziehen können und ggf. zum Nachdenken anregen.

 

Ich lese hier so häufig Dinge, wie wenn Imam Mahdi wiederkommt, wenn der Feind USrael zerstört ist, wenn die Ummah vereinigt wäre, wenn das "westliche" Geldsystem durch ein islamisches ersetzt wäre usw.

 

Aber mir kommt das ganze so vor als würde das quasi eine unstetige Funktion sein (also eine mit Sprung). Als Ziel vorstellbar, aber der Weg dorthin unklar.

 

Wie sollen denn die (utpischen) Wünsche realisiert werden können?

 

Was würde während der Zerstörung USraels passieren, wie sollte sie beginnen und was würde übrigbleiben?. Israel wird sich bis zum Ende wehren, was bleibt übrig? "Palästina" als Staat an Stelle Israels ist Utopie, denn wie sollte ein solcher Staat existieren können? Es gibt doch jetzt schon eine massive Arbeitslosigkeit dort?

 

Dank der dauerenden Seggretation der arabischen Palästinenser in den arabischen Ländern (ausser Jordanien) ist das wissenschaftliche Bildungsniveau eher niedrig. Wenn man es politisch erzwingen könnte, dass "alle" palästinensischen Araber wieder gen Palästina ziehen dürfen, wo sollen sie dort leben? Gibt es genug Wasser etc. für alle, wovon sollen sie dort leben?

 

Wohlmöglich würde sich dort ein sunnitisches/salafistisches Regierungssystem bilden, in denen die Schiiten auch nicht frei leben könnten. (In allen nicht monarchischen Systemen Arabien (Irak, Ägypten, Syrien, Libyen...) kommt es zu massiven Bürgerkriegszuständen, in den absoluten monarchischen Systemens Arabiens, werden Schiiten meistens massiv unterdrückt (SA, Bahrain...))

 

Das das jetzige "kapitalistische" "Fiat-Money"-System mit Zins und Zinseszins konzeptionell "zusammenbrechen" wird, ist auch nur eine Frage der Zeit. Aber es wird danach aller Wahrscheinlichkeit wieder ein solches geben.

 

Wie sollte ein islamisches (bzw. christliches - Zinsverbot gibt es auch im Christentum) Finanzsystem etabliert werden? Wer sollte es tun und warum sollten die Menschen diesem vertrauen?

 

Gibt es irgendwo in der Welt ein offizielles zinsloses Finanzsystem? Warum bemerkt man keine Muslime in den einschlägigen Lokalgeld/Freigeld-Initiativen? Aber auch solche Währungen kennen Zinsen (im Sinne von Umlauf- und Systemkosten)

 

Kennt jemand Bitcoins? Wie kann man dieses System aus islamischer Sicht werten?

 

Vereinigte Ummah: Gut, das was sich zur Zeit in Deutschland abspielt ist einem schiitischen Supergau schon nahe. Ältere, belesene Menschen (wie ich) können vielleicht noch werten, aber was da gerade auf Youtube und Facebook offen abgeht...?

 

Wie sollte es weltweit zum Frieden zwischen Schia und Sunna kommen, wenn auf allen Seiten Unwissen, Ängste und Hochmut Hochkonjunktur haben?

 

Und gerade die Salafisten beherrschen die Technik des PR nahezu perfekt inklusive der Strategie ihre Gegener öffentlich bloszustellen.

 

Ich finde die Wünsche/Ziele mancher Menschen hier utopisch und auch mit viel Mühe nicht erreichbar. Leider

 

Danke,

Kai

 

PS: Das soll jetzt kein Aufruf zur Untätigkeit sein, aber mir kommt es machmal so vor, dass das Herz mehr Hoffnung hat als der Verstand es zulassen könnte

 

---

 

Korrektur Tippfehler, Fragezeichen und PS

Bearbeitet von Saluton
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Salam,

guter Thread!

Zu deinem P:S: füge ich hinzu, "in der Fantasie geht alles".

Doch solange diese Uneinigkeit herrscht, werden wir Marionetten mit Fantasien bleiben und den mahnenden Finger gen USrael zeigen.

Und um ehrlich zu sein, viele, wenn nicht die Mehrzahl ist doch heilfroh in einem Land wie Deutschland zu leben und sein Eigenheim und PKW verschwendungssüchtig mit Zinsen leisten zu können!

Ich möchte niemandem zu Nahe treten, aber dies ist wohl schlichte Heuchelei!

Deswegen lasst uns weiter träumen und UNSERE Schuld anderen (USrael etc.) in die Schuhe schieben.

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Salam,

 

verschwendungssüchtig mit Zinsen leisten zu können!
Mit den Zinsen geht die Wortklauberei doch schon los. Zinsen an sich sind wichtig, da ohne Zinsen keine Finanzwirtschaft möglich ist. Der Begriff Zinsen bedeutet mehr als "Reingewinn" als "leistungsloses Einkommen". In den Zinsen sind auch Kosten inbegriffen und und unternehmerisches Risiko. Der eigentliche Anteil des "Zinses" als im muslimischen und christlichen geächteten "leistungsloses Einkommen" ist so gering wie noch nie, zumindestens in der Euro-Zone. In Japan schon fast negativ. Die "Wucherzinsen", die den Kreditnehmern abgeknöpft werden ist z.T. auf ein immer höher werdenes Ausfallrisiko zurückzuführen.
Kai
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Salam,

 

ich habe nicht das Recht etwas als legal zu definieren. Aber jeder Händler muss einen angemessenen Gewinn erwirtschaften dürfen um z.B. seine Kosten zu verdienen. Wenn Du 100 € in Dollar umtauscht und gleich wieder zurück hast Du ja auch keine 100 € mehr. Wenn Du Geld von A nach B senden möchtest, musst Du dem Dienstleister ja auch entlohnen.

 

Interessant wird es aus finanztheoretischer Sicht dann bei Vorausgeschäften und Versicherungen. Wenn Du eine Parzelle Land hast, warum sollte Dir ein Unternehmer keine x Euro geben, damit Du Saatgut kaufen kannst und Du später nach dem Verkauf des Ertrages die Schuld zurück zahlen. Der Unternehmer geht ein Risiko ein - wie Unwetter etc - hat also ein Anrecht darauf einen Aufpreis zu erwarten und hat auch Kosten, wie Räum, Personal, usw. Diese Kosten nun banal als "Zinsen" zu verteufeln hat keinen Sinn. Er mischt sein Risiko dadurch, dass er das gleiche Geschäft mit vielen Landwirten macht in der Hoffnung, dass nicht alle durch Unwetter etc. geschädigt werden.

 

"Zinsen" sind erst dann zu verteufeln, wenn sie zu "leistungslosem" und "risikolosem" Einkommen führen aber auch dann ist es nicht einfach, denn es muss ja auch die Möglichkeit gegeben werden "fürs Alter" oder so zu sparen.

 

Aber Geldtheorie ist nicht einfach. Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit für die Mathematik hinter diversen Dingen und eben auch des Geldes.

 

Kai

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Salam,

 

Mathe/Physik Leistungskurs und Studium der Elektrotechnik / Technische Informatik. Ja und in der Elektrotechnik wird eigentlich nur gerechnet und mit allen Fallstricken der Mathematik...

 

Kai

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Ich verstehe Kai in einigen Punkten recht gut.

Was er meint sind vielleicht nicht immer als Zinsen zu sehen, aber das müssen die Gelehrten überprüfen, dazu bin ich nicht imstande. Wobei natürlich auch der Fall selbst entscheidend ist. Dies ist Thema des Fiqh und für qualifizierte Leute.

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Ich verstehe Kai in einigen Punkten recht gut.

Was er meint sind vielleicht nicht immer als Zinsen zu sehen, aber das müssen die Gelehrten überprüfen, dazu bin ich nicht imstande. Wobei natürlich auch der Fall selbst entscheidend ist. Dies ist Thema des Fiqh und für qualifizierte Leute.

Zweiter Satz grammatisch ungenügend! Aber hoffentlich verständlich!?

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Salam

http://mobil.berliner-zeitung.de/home/islam-finanzexperte-michael-gassner-ueber-kreditvergabe-ohne-zinsen--investment-tabus-und-das-potenzial-des-scharia-konformen-bankings-geldgeschaefte-im-einklang-mit-allah,23785270,10678070.html

 

Hier wird es ganz kurz erklärt was die wesentlichen Aspekte des Islamic Banking sind.

 

Beim Fiatgeld und dem jetzigen Finanzsystem geht es um maximalen Profit,nicht darum etwas mit zu verdienen.Das volle Risiko trägt der Steuerzahler am Ende der Kette,wenn die Banken "too big to fail" sind.Problem ist nicht die Gewinnbeteiligung bei einem Handel zwischen Bank und Kunde,sondern das Schuldgeldsystem,was auf Zinsen basiert.Das Geld für die Zinsen wird nicht mitgedruckt....der folgende Film erklärt sehr einfach,was die Probleme dieses Geldsystems sind.

 

http://m.youtube.com/watch?v=ygaiWEXmuv0

 

Im Islam ist der Zins verboten,aber der Handel erlaubt.Ein weites Themenfeld,ich habe es sehr sehr vereinfacht ausgedrückt.

 

Fi aman illah

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Salam,

 

Hier wird es ganz kurz erklärt was die wesentlichen Aspekte des Islamic Banking sind.

 

Mir ist das Konzept des islamic Banking sehr wohl bekannt, aber mir ist nicht klar, ob sich diese Konzepte im allgemeinem Umlauf des Geldes verwirklichen lassen. Zur Zeit ist es ja eher eine Parallelanlageform.

 

Beim Fiatgeld und dem jetzigen Finanzsystem geht es um maximalen Profit,nicht darum etwas mit zu verdienen.

 

Nein. Der maximale Profit liegt im Kapitalismus des 19. Jh. Das ist unabhängig vom Finanzsystem. Auch mit Goldmünzen etc. ist ein "maximaler Profit" und Ausbeutung möglich, wie man ja auch in der Weltgeschichte sehen kann.

 

Das volle Risiko trägt der Steuerzahler am Ende der Kette,wenn die Banken "too big to fail" sind.

 

Ja. Das ist eines der gravierenden Probleme.

 

Problem ist nicht die Gewinnbeteiligung bei einem Handel zwischen Bank und Kunde,

 

Aus islamischer Sicht schon. Denn da werden Zinsen/Kosten erhoben bzw. gegeben.

 

sondern das Schuldgeldsystem,was auf Zinsen basiert.Das Geld für die Zinsen wird nicht mitgedruckt

 

Doch. Das Geld für die Zinsen wird eben "mitgedruckt", bzw als Giralgeld erzeugt.

 

....der folgende Film erklärt sehr einfach,was die Probleme dieses Geldsystems sind.

 

Ja, aber das ist unstrittig. Aber die Frage ist, ob ein anderes Finanzsystem überhaupt realisierbar ist.

 

Im Islam ist der Zins verboten,aber der Handel erlaubt.

 

Ja, aber damit sind wir wieder am Anfang der Fragestellung. Es ist eine Frage der Benennung bzw. scheint so zu sein. Man muss nur den Begriff Zinsen umbennen und schon (scheint es) islamisch korrekt zu sein. Denn Zinsen sind in aller Regel nur Kosten und Risiko und nur zu einem geringen Teil "leistungloses" Einkommen eines Anderen.

 

Ein weites Themenfeld,ich habe es sehr sehr vereinfacht ausgedrückt.

Ja, aber dennoch ist es (nicht nur) mir unklar, wie sich ein Wandel aus dem jetzigen System in ein neues System vollziehen kann.

Das jetzige Bankwesen mit den unterschiedlichsten "Finanzprodukten" (Handel von Schulden unter Nominalwert, Devisengeschäfte auf zukünftige Zeiten usw.) für die meisten einfachen Bankmitarbeitern undurchschaubar geworden und für den Endkunden sowieso.

 

Aber viele der durchaus wichtigen Konstrukte haben sich "verselbständigt" und führen ein Eigenleben. Inklusive Geschäftsmodelle, wie z.B. den Ankauf von Lebensversicherungen von schwer kranken Menschen.

 

Aber wer oder was sollte das "Islamic Banking" regulieren? Wie soll sichergestellt werden, dass es wirklich islamisch korrekt läuft? Vielleicht gibt es Unterschiede je nach Rechtschule oder je nach Gelehrtem. Wer sorgt dafür, dass es sich nicht um eine Art Pyramiden/Ponzi-System ist?

 

Kai

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Salam

Ja, das Geld-Banken-Finanzsystem ist natürlich dem kapitalistischen Profitsystem unterworfen und bedient das Profitsystem..Eine reines Zinsverbot würde wenig bewirken.Das Hauptproblem ist das Wesen des heutigen Witrschaftssystems, nämlich die Vermehrung des Kapitals der Kapitalbesitzer durch Profit.Später mehr inshallah...

 

Fi aman illah

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Salam,

 

Dies ist Thema des Fiqh und für qualifizierte Leute.

 

Das Problem stellt sich dadurch noch schwieriger dar. Man benötigt Gelehrte, die sowohl islamwissenschaflich als auch wirtschaftswissenschaftlich sehr gebildet sind.

 

Bislang scheinen sich die Anbieter von islamischkonformer Anlagen was den Kapitalertrag betrifft, darauf zu beschränken, Zinsen "umzubenennen". Während die Auswahl der Investitionsobjekte islamisch korrekt grösstenteils islamisch korrekt ist. Das ist aber ausseralb von islamischen Gebieten eher schwierig.

 

Aber mir erscheit es utopisch, eine solche Struktur weltweit dominierend erschaffen zu können.

 

Leider,

Kai

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Salam alaikum,

 

zu deinem

 

PS: Das soll jetzt kein Aufruf zur Untätigkeit sein, aber mir kommt es machmal so vor, dass das Herz mehr Hoffnung hat als der Verstand es zulassen könnte

 

meiner Meinung nach ist dies gerade eine der grundlegenden Eigenschaften die Herz und Verstand voneinander trennen und eine der Hauptursachen für Herz <-> Verstand Konflikte ;-)

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Salam,

 

Ja, das Geld-Banken-Finanzsystem ist natürlich dem kapitalistischen Profitsystem unterworfen und bedient das Profitsystem

 

Aber wie sollte sich das ändern (lassen)? Wir sind alle - die wir keine Selbstversorger sind - Gefangene und tw. Opfer dieses Systems.

 

Das Hauptproblem ist das Wesen des heutigen Wirtschaftssystems, nämlich die Vermehrung des Kapitals der Kapitalbesitzer durch Profit

 

Das ist an sich nicht das Problem. Weil eine freie und soziale Marktwirtschaft ist einer bürokratischen Planwirtschaft immer überlegen. Das Problem ist die Hortung und das "leistungslose Einkommen".

 

Aber auch in islamischen Gesellschaften ist die "Vermehrung des Kapitals der Kapitalbesitzer durch Profit" möglich, Ausbeutung, Menschenhandel etc ist ebenso möglich, wie in anderen Gesellschaften.

 

Das Problem des heutigen Wirtschaftssystem ist kein religiöses!

 

Kai

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Salam

Das ist ein Riesenthema,aber es gibt eine ausgezeichnete Arbeit über ein islamisches Wirtschaftssystem, welches gerecht wäre und auch global funktionieren könnte. Der Verfassser ist ein schiitischer Theologe und hat auch andere Fächer studiert.Sayyed Muhammad Baqir as-Sadr, möge Allah t ihm die höchsten Ränge schenken.Im link kann man sich durch den ersten Teil seines Werkes "Unsere Wirtschaft " klicken.Es ist sehr lehrreich und er geht auch auf die anderen Wirtschaftsformen ein.

 

http://www.eslam.de/manuskripte/buecher/unsere_wirtschaft/unsere_wirtschaft_inhalt.htm

 

Bei der Shia muss alles was nicht genutzt/ausgegeben und angehäuft wird am Ende eines Jahres ein Fünftel dessen abgegeben werden.

Ausbeutung kann viel leichter statt finden, wenn es keine einschränkenden Gesetze und Verbote bestimmter wirtschaftlicher "Instrumente" gibt.Dazu gehört eben auch die Akkumulation von Kapital in den Händen einiger weniger Konzerne.Der Rest der Menschen muss Leistung und Zeit opfern für sehr viel weniger Lohn.

 

Beim Islamic Banking werden die Zinsen nicht einfach nur umbenannt, es funktioniert ganz anders als Zinsen.

Die Bank wird am Gewinn beteiligt, aber auch am Risiko.Wenn ich einen Kredit aufnehmen möchte, um ein Haus zu bauen, dann ist das eher wie Leasing, allerdings ohne Zinsen.Ich kann, wenn ich kein Geld mehr habe, der Bank das Haus überlassen und muss nur einmalig eine Gebühr zahlen an die Bank, dafür, dass sie mir Kredit gab.Diese Gebühr wird aber nicht höher im Laufe der Zeit wie bei der Erhebung von Zinsen.

Wenn ich aber hier den Kredit nicht zurück zahlen kann, dann hafte ich und zwar nicht nur mit meinem Haus plus Kreditgebühr bspw., sondern auch mit den zu zahlenden Zinsen und Zinseszins.Das ist Wucher und religiös verboten, auch in den anderen Schriftreligionen.

 

Fi aman illah

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Salam,

 

Beim Islamic Banking werden die Zinsen nicht einfach nur umbenannt, es funktioniert ganz anders als Zinsen.
Die Bank wird am Gewinn beteiligt, aber auch am Risiko.

 

Das war "früher" hier ähnlich und ebenso in den USA. Als es noch Hypotheken gab und in den USA ist es teilweise noch immer so. Bei einer Hypothek ist das Darlehen ausschliesslich über die Immobilie besichert und es war in den USA "üblich", wenn man die Raten nicht mehr zahlen konnte, hat man der Bank den Hausschlüssel überreicht und ist ausgezogen.

 

Mit der Einführung des Grundschulddarlehens hat sich das geändert. Sehr zu Lasten der Kreditnehmer. So wurde es unter Schrüder (SPD) möglich, die Grundschuld unabhängig von dem Kredit zu dessen Sicherheit zu verkaufen. So haben "Heuschrecken" die Grundschulden gekauft und konnten daher vom dem Inhaber der Immobilie nochmal Geld verlangen, obwohl der Kredit korrekt getilgt wird.

 

einmalig eine Gebühr zahlen an die Bank, dafür, dass sie mir Kredit gab.

 

Das ist halt auch eine Art Zins.

 

Diese Gebühr wird aber nicht höher im Laufe der Zeit wie bei der Erhebung von Zinsen.

 

Diese Gebühr wird bei regelmässig bedienten Krediten auch nicht unbedingt höher.

Wenn ich aber hier den Kredit nicht zurück zahlen kann, dann hafte ich und zwar nicht nur mit meinem Haus plus Kreditgebühr bspw., sondern auch mit den zu zahlenden Zinsen und Zinseszins.

 

Ja. Das ist ein Dilemma.

 

Das ist Wucher und religiös verboten, auch in den anderen Schriftreligionen

 

Wucher definiert sich anders. Aber die Auswirkungen sind nicht wenig fatal

 

Aber auch da stellt sich mir die Frage, wie kann es zu einem Umbruch im Finanzsystem kommen?

 

Kai

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Salam

Nein, es ist kein Zins, es ist ein Handel.Ich zahle einmalig für eine Leistung und zwar nur den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten Betrag, der Betrag erhöht sich nicht.

 

Kennst du den Josefspfennig ?Hier noch ein link, wo viele Menschen an einer Lösung arbeiten.Jeder kann seine Idee hin mailen.Weiter unten im link wird der Josefspfennig erklärt und wie eben auch niedrige Zinsen zur Verschuldungsfalle werden für die Menschen.

 

http://www.bandbreitenmodell.de/zinsproblem

 

Fi aman illah

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Salam,

 

Im link kann man sich durch den ersten Teil seines Werkes "Unsere Wirtschaft " klicken.Es ist sehr lehrreich und er geht auch auf die anderen Wirtschaftsformen ein.

http://www.eslam.de/manuskripte/buecher/unsere_wirtschaft/unsere_wirtschaft_inhalt.htm

 

Das liest sich schon sehr interessant.

 

Bei der Shia muss alles was nicht genutzt/ausgegeben und angehäuft wird am Ende eines Jahres ein Fünftel dessen abgegeben werden.

 

 

So sollte es sein, aber wie kann es erzwungen werden?

Ausbeutung kann viel leichter statt finden, wenn es keine einschränkenden Gesetze und Verbote bestimmter wirtschaftlicher "Instrumente" gibt.Dazu gehört eben auch die Akkumulation von Kapital in den Händen einiger weniger Konzerne.

 

 

Das schreibt sich so leicht, aber es ist nicht so krass, wie man denken mag. Man schaue sich mal den "Lebensstandard" hier in Westeuropa an, selbst arme Menschen haben fliessend Wasser, Heizung etc und ggf. auch Urlaub im Ausland. Nur sehr wenige (im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung) gleiten in die Obdachlosigkeit ab.

 

Der Rest der Menschen muss Leistung und Zeit opfern für sehr viel weniger Lohn.

 

Wenn ich mir anschaue, wie sich das Leben hier in Europa "vereinfacht" hat, kann ich dem nicht vollständig zustimmen. Wenn man die Kaufkraft des Arbeiters anschaut, also wie lange muss man für ein Brot arbeiten...

 

Acht Minuten für zehn Eier als Beispiel

 

Selbt arme Menschen finden hier in Deutschland meistens eine gute medizinische Versorgung vor, etc.

 

Das ist aber Resultat einer sozialen Marktwirtschaft und eines Sozialsystems.

Das Neoliberale das gerne abschaffen möchte, damit die Reichen noch reicher werden können, ist offensichtlich.

 

Im Sozialismus, in dem es kein kapitalistisches Banksystem für die breite Masse gab, funktionierte die Wirtschaft auch nur "ach und krach", er starb an einer enormen Bürokratie und einem Überwachungsapperat...

 

Kai

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Salam,

 

Nein, es ist kein Zins, es ist ein Handel.Ich zahle einmalig für eine Leistung und zwar nur den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten Betrag, der Betrag erhöht sich nicht.

 

Das ist bei Zinsen auch nicht das Problem, solange alles korrekt läuft und es keinen Zinseszins gibt. Zinseszins bedeutet, Zinsen auf nicht bezahlte Zinsen.

 

Wenn man sich 1000€ leiht und sich für 10% pro Jahr für zwei Jahre leiht, dann zahlt man bei einem ehrbaren Kaufmann nach zwei Jahren 1200€ zurück. Bei einer Bank, die den Zins einmal pro Jahr kalkuliert jedoch 1000 plus 100 (Zins erstes Jahr) und 110 (Zins für das zweite Jahr auf 1100).

 

Und je kleiner die Zinsbezugsdauer bei der Bank wird, desto mehr zahlt man, obgleich der Nominalzins gleich bleibt. (Das ist dann der Effektivzins, dessen Angabe auch erst von den Verbraucherzentralen etc. erzwungen werden musste)

 

Und das Schulden dadurch beglichen werden, in dem man neue Schulden aufnimmt führt erst zu dem "Josephspfennig"-Problem.

 

Islamisch korrekt und auch korrekt im Sinne eines ehrbaren Kaufmanns sind nur Kredite für Waren und Investitionsgüter, bei denen eben auch der/die Kreditgeber einen Teil des Risikos tragen. Aber dieses Risiko und die Kosten sind eben "die Zinsen".

 

Aber wie bislang die Frage, wie ist ein solches ehrbares Finanzsystem etablierbar?

 

Fragt sich,

Kai

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Salam

Stimmt,für Lebensmittel und Kleidung zahlen wir weniger, aber ich halte dagegen, dass wir sehr hohe Mieten und Betriebskosten zu zahlen haben, wenn man denn überhaupt eine Wohnung findet..hier in Berlin.Das hart erarbeitete Geld verschwindet halt nur woanders hin..irgendwer findet immer einen Weg uns das Geld aus den Taschen zu ziehen.

 

http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/studie-teure-mieten-erhoehen-das-armutsrisiko/8531878.html

 

Fi aman illah

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Salam,

 

Nein, es ist kein Zins

 

Was ist denn für Dich "Zins". Mir scheint es, wir reden die ganze Zeit aneinander vorbei.

 

Das, was sich heute "Miete" nennt, ist ein "Mietzins" gewesen.

 

Wenn ich Dir 50000€ gebe, damit Du Dir davon ein Auto kaufst und Taxi fährst und mir 60 Mal pro Monat 100€ zurück geben musst, sind die 10000€ dann Zinsen? Oder Preis für ein Risiko? Oder Kosten?

 

Sprich, so wie ich das islamische Wirtschaftssystem in der Theorie verstehe, reicht es, wenn ich die 10000€ Euro als Kosten und Risiko deklariere, damit es korrekt ist. Denn ich könnte darlegen, dass das Risko ja existiert, Diebstahl, Unfall, Krankheit müssen ja auch kalkuliert werden...

 

Kai

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Salam,

 

Stimmt,für Lebensmittel und Kleidung zahlen wir weniger, aber ich halte dagegen, dass wir sehr hohe Mieten

 

Wir reden (wiedermal) aneinander vorbei. Deine Ansichten und meine sind nur marginal verschieden. Ich weiss um die Probleme unseres Wirtschaftssystem.

 

Was ich wissen möchte, ist:

 

1. ist das islamische Finanzmodell wirklich "besser"?

2. ist es (hier) etablierbar?

 

Meiner Meinung nach sehe ich beide Punkte für nicht für gegeben.

 

Ich meine, dass im islamischen System nur ein paar Parameter umbenannt werden aber letztendlich ändert sich nichts.

 

Und etablierbar halte ich es nur teilweise, da höhere "Risken", wie Schiffe, Firmen, Flugzeuge, Maschinen etc. können nur von grösseren Versicherungen und Banken abgesichert werden können.

 

Ich kann mir vorstellen, dass man zwar ein Flugzeug islamisch korrekt als Anlageobjekt erwerben kann, aber die Versicherung gegen Fremdschäden, dass kann nur ein "Konzern" oder ein "Staat".

 

Kai

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Salam,

 

aber ich halte dagegen, dass wir sehr hohe Mieten und Betriebskosten zu zahlen haben, wenn man denn überhaupt eine Wohnung findet..hier in Berlin

 

Schau Dir mal München an... Oder noch schlimmer in vielen anderen Staaten.

 

Aber das ist ja gerade das Dilemma. Wie könnte es besser werden? Was gibt es für realisierbare Alternativen?

 

Kai

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Salam

Zu deinen zwei Fragen, erstens ja, ist es, weil bestimmte Kriterien vorliegen müssen.Siehe hier bspw.:

 

http://www.zinsfrei.de/islamic-finance/islamic-finance-kriterien/

 

Zweitens , ja das ist möglich und es wird in einigen islamischen Ländern praktiziert, aber auch in England und die Nachfrage steigt, weil Alternativen immer mehr Zulauf finden,u.a. wegen der sog. Finanzkrise.

 

Zins ist im Islam und auch nach anderen Religionen das hier:

 

http://islamicbankingblog.de/das-zinsverbot-riba-im-islamic-banking/

 

Fi aman illah

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