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Mika'il

Erkennbarkeit Gottes

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(eigener Text, [Quellen], Zitate, Fragen )

 

Theologie bedeutet wörtlich übersetzt "Rede von Gott" (θεος - λογος).

 

Um über etwas reden zu können muss man eine gewisse Vorstellung von diesem 'Objekt' der Rede haben. Trifft dies auch bei der Rede über Allah (swt) zu? Können wir Gott überhaupt "erkennen"?

 

Verschiedene (christliche) Theologen vertreten eine 'natürliche Gotteserkenntnis' so z.B.

 

"Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben."

[Römer 1,20, also Paulus]

 

"Denn es ist nie kein Volk so rauchlos [ruchlos] gewesen, das nicht einen Gottesdienst aufgerichtet und gehalten habe.“ [Luther]

 

"Daß der menschliche Geist durch natürliches Ahnvermögen eine Art Empfindung für die Gottheit besitzt, steht für uns außer allem Streit. […] Da also seit Anbeginn der Welt kein Gebiet, keine Stadt, ja nicht ein Haus war, das der Religion entbehren konnte, so liegt in dieser Tatsache ein stillschweigendes Einverständnis, daß in alle Herzen ein Empfinden um die Gottheit eingeschrieben ist.“ [Calvin]

 

Kritik hierzu kommt z.B. aus der Psychologie, genauer der "Cognitive Psychology of Religion", die besagt dass die natürliche Gotteserkenntnis ein Produkt aus der in der Evolution erstandenen Tendenz ist hinter allem eine handelnde Absicht zu erkennen.

 

Gott ist für uns verborgen, trotzdem haben wir intuitive Vorstellungen und Assoziationen wenn wir an ihn denken. Und trotzdem können wir niemals sagen wer oder was Gott ist. "Gott wird nur durch Gott erkannt." [Paul Tillich]

 

Wir können über Gott reden, weil er sich uns zugewendet und kundgetan hat. (revelatio, ἀποκάλυψις, 'Wegziehen des Schleiers')

Wieso er das getan hat, das können wir nicht wissen. Auch über den Grund dass er sich uns Menschen dennoch verbirgt kann man nur spekulieren;

 

Ein manifester Gott, wäre ein feststellbarer, "verfügbarer" Gott. Zu ihm könnte und müsste man sich nicht mehr durch Glauben ins Verhältnis setzen.

 

Gott steht für das Ganze und eine entsprechende Perspektive darauf und ist deshalb nicht manifest, weder als Teil noch als Aspekt des Ganzen.

 

"Das ist eben das Paradox mit Gott. Da ist einer weg, ist nicht da, aber trotzdem ganz nah bei uns. Wenn jemand nicht da ist, dann ist er vielleicht einfach das Ganze. Wenn jemand da ist, dann sieht man, dass sein Haaransatz zurückgeht oder er beim Reden lispelt. Wenn jemand da ist, dann sieht man halt die Bescherung. Deshalb ist Gott lieber nicht da. Dann kann er alles sein und selbst in seiner Abwesenheit anwesend sein.“ [Ch. Schlingensief]

 

"Gott ist darum und darin unsichtbar und unaussprechlich, weil er nicht da ist, wie die von ihm geschaffene körperliche und geistige Welt da ist […] Nur falsche Götter könnten uns anders gegenwärtig sein.“ [K. Barth.]

 

 

Im Islam werden Allah (swt) durch seine 99 Namen gewisse Attribute zugeschrieben, dazu habe ich folgenden Text gefunden:

 

Sheikh Abu Ja'far, möge Allah seiner Seele gnädig sein, sagt::

 

"Unser Glaube bezüglich der Attribute (Seiner) Wesenheit ist dies: Wenn wir Allah mit den Attributen Seiner Wesenheit beschreiben, wünschen wir nur mit jedem Attribut die Leugnung seines Gegenteils in Bezug auf Ihn, den Glorreichen, den Mächtigen. (...) Wir sagen nicht, dass Er, der Glorreiche und Mächtige, immer der große Schöpfer (khallaq) war, derjenige, der Handlung (fa'il) besaß, Wille (sha'i) und Absicht (murid), der Billigende (radi), der Missbilligende (sakhit), der Versorger (raziq), der Gnädige (wahhab), der Sprecher (mutakallim), weil dies die Attribute Seines Handelns (af'al) sind und (deshalb) sind sie geschaffen (muhdat). Denn es ist nicht zulässig, zu sagen, dass Allah immer durch sie bestimmt werden kann."

[aus 'Die Glaubensüberzeugung der Imamiten' (l'tiqadat fi Din al-Imamiyyah), Seite 7 Kapitel 2]

 

 

Ist dies die einzige Meinung im Islam zu der Thematik?

Was sagen unsere Gelehrten allgemein zu dem Thema?

 

 

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