Sayyid 'Aliy

Buch "Wilayat al-Faqih" von Ayatullah Javadi Amoli

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Bismillah
As-salamu 'alaikum,


ich werde mit der Zeit das Buch mit dem Titel "Wilayat al-Faqih: Statthalterschaft der Rechtswissenschaft und Gerechtigkeit" von Ayatullah al-'Udhma Javadi Amoli (h.) übersetzen und hier einzelne Ausschnitte posten. Möge es einen Nutzen für alle haben und möge der Imam der Zeit Imam Al-Mahdi (aj.) dies von uns annehmen. Das Buch ist auf sehr hohem Niveau verfasst worden und dessen Übersetzung ist deshalb sehr anstrengend, ich bitte um eure Bittgebete, damit Allah mir diese Arbeit erleichtert.

Verfasst eure Kommentare jeglicher Art zu diesem Thread hier: http://www.shia-forum.de/index.php?/topic/68109-kommentare-zum-thread-buch-wilayt-ul-faqih-von-ayatullah-javadi-amoli/

بسم الله الرحمن الرحيم

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Erstes Kapitel: Mensch, Freiheit, Dienerschaft, Gesetz

 

1. Der Mensch und Freiheit

2. Freiheit und die aufrührerische Natur des Menschen

3. Wer grenzt die Freiheit ein?

4. Freiheit nach göttlicher und materieller Weltsicht

 

Was-salamu 'alaikum

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Bismillah
As-salamu 'alaikum,

 

Erstes Kapitel: Mensch, Freiheit, Dienerschaft, Gesetz

 

Der Mensch und Freiheit

 

Das Erreichen der Glückseligkeit ist der Wunsch aller Menschen; So war und ist auch das Nutzen und Genießen der Freiheit eines der Wünsche und Ideale der Menschen. Auch wenn die allgemeine Bedeutung dieser beiden Begriffe für alle offensichtlich ist, so ist die genaue Definition von Glückseligkeit und Freiheit und derer Grenzen und Realisierung nicht einfach.

Da die Freiheit eine Eigenschaft von den seelischen Eigenschaften des Menschen ist, ist mit der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Anthropologen dessen Bedeutung ebenfalls vielfältig. Die Ideologie und Weltansicht einer jeden Person beeinflusst seine Anthropologie1 und jeder einzelne Anthropologe bietet uns eine spezifische Bedeutung von Freiheit an. Daher hat die Freiheit gemäß der Ansicht des Islams mit der Freiheit der westlichen, areligiösen und nicht islamischen Denkschulen große Unterschiede. Demnach ist die kognitive2 Grundlage des Islams und anderer Denkschulen im Bezug auf die Welt, den Menschen und dessen Glückseligkeit unterschiedlich.

Es ist offensichtlich, dass Freiheit niemals absolut und grenzenlos sein kann. Weil die Eigenschaften eines jeden Wesens abhängig vom selben Wesen sind. Ein begrenztes Wesen hat eine begrenzte Beschreibung und ein unbegrenztes Wesen, eine unbegrenzte Beschreibung. Das allerheilige Dasein Gottes, da es ein absolutes und unbegrenztes Wesen ist, sind alle seine Eigenschaften ebenfalls absolut und unbegrenzt. Da der Mensch jedoch ein begrenztes und endliches Wesen ist, sind seine Eigenschaften der Vollkommenheit wie beispielsweise Leben, Freiheit, Wissen, Macht und Willen gezwungenermaßen ebenfalls begrenzt und endlich. Wenn das Wesen einer Sache begrenzt ist und wir ihm unbegrenzte Eigenschaften geben, setzt das voraus, dass „die Beschreibung das Beschriebene überschreitet“, was eine unmögliche Angelegenheit ist. Das würde bedeuten, dass die Beschreibung an einem Ort existiert, an dem das Beschriebene nicht existiert und diese Annahme ist unmöglich.

 

Folglich ist es nicht möglich, dass der begrenzte Mensch unbegrenzte Freiheit besitzt und seine Eigenschaft nicht abhängig von ihm ist. Obwohl Gott den Menschen frei erschaffen hat und ihm einen Willen und Wahlmöglichkeit gab, so hat Gott einen begrenzten Willen und eine begrenzte Wahlmöglichkeit zu seinem Schicksal erwählt. Deshalb hat der Mensch nicht die Macht und Kraft mit seinem eigenen Willen, alles was er möchte zu realisieren. Genau diese universelle und natürliche Begrenztheit ist ebenfalls vorhanden, wenn der Mensch in einer Gesellschaft lebt. Gesetzliche, rechtliche und gesellschaftliche Begrenzungen nehmen ihm die absolute Freiheit ohne Bindungen und Begrenzungen. Wie ist es auch möglich, dass jede Person in einer Gesellschaft mit einer unbegrenzten Freiheit konfrontiert wird und gleichzeitig diese Gesellschaft nicht von Chaos ergriffen wird und zu seiner ihm gebührenden Glückseligkeit und Vollkommenheit gelangt?

 

 

1. Wissenschaft vom Menschen, seinem Wesen und seiner Entwicklung

2. auf das Wissen, Verstehen, Denken eines Lebewesens bezogen

 

Was-salamu 'alaikum

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Bismillah
As-salamu 'alaikum,

 

Freiheit und die aufrührerische Natur des Menschen

 

Das was die Menschheitsgeschichte bis dato gezeigt hat und das was der Mensch über die gewöhnlichen Personen und Menschen seiner Zeit sah und sieht ist, dass die Menschen gemäß ihrer Natur zur Übertretung und dem Verlangen nach Mehr geneigt sind. Im Inneren vieler Menschen lodert die Flamme „هَلْ مِن مَّزِيدٍ“ „Gibt es noch mehr?[50:30] und mit keiner Grenze sind sie zufrieden oder begnügen sich. Allerdings ist neben diesem Verlangen nach Mehr in der Fitra1 aller Menschen das Streben nach Gerechtigkeit eingesetzt worden. Auf Grundlage von Erörterungen der Interpretationswissenschaft (Tafsir des Qurans), dass auch bis zu einem bestimmten Punkt durch rationale Beweise unterstützt wird, sind in der Fitra des Menschen (nicht in der Natur des Menschen) Thematiken wie das Streben nach Religion, Monotheismus, Wahrheit und göttliche Gerechtigkeit vorhanden und so sprach Gott der Lobgepriesene: „فِطْرَتَ اللَّـهِ الَّتِي فَطَرَ النَّاسَ عَلَيْهَا لَا تَبْدِيلَ لِخَلْقِ اللَّـهِ“ „(dies entspricht) der natürlichen Veranlagung, mit der Allah die Menschen geschaffen hat. Es gibt keine Veränderung an Allahs Schöpfung.[30:30] Oder, dass Er sprach: „فَأَلْهَمَهَا فُجُورَهَا وَتَقْوَاهَا“ „und ihr den Sinn für ihre Sündhaftigkeit und für ihre Gottesfurcht eingegeben hat![91:8] Der Bezug ist zu eben diesem Thema.

 

Der Quran al-Karim beschreibt das Verlangen nach Mehr als die Natur des Menschen und bestätigt seine Eigenschaft „Gibt es noch mehr?[50:30] zu sagen und in mehr als fünfzig Stellen tadelt er den Menschen, wobei der Tadel in allen Fällen zurück zu seiner Natur kehrt. Eigenschaften wie das vermehrte Verlangen nach weltlichem Besitz, das vermehrte Jammern und Beschweren, das Verwehren anderer, das vermehrte Gieren und Geizen, große Ungerechtigkeit, große Ignoranz, große Voreiligkeit sind alle bezogen auf die Natur des Menschen, nicht auf seine Fitra. Im Bezug auf die Fitra spricht Er: „وَلَقَدْ كَرَّمْنَا بَنِي آدَمَ“ „Und wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt[17:70] oder „فَأَقِمْ وَجْهَكَ لِلدِّينِ حَنِيفًا فِطْرَتَ اللَّـهِ الَّتِي فَطَرَ النَّاسَ عَلَيْهَا“ „So richte dein Antlitz in aufrichtiger Weise auf den Glauben; (dies entspricht) der natürlichen Veranlagung, mit der Allah die Menschen geschaffen hat.[30:30] Und all dies ist Lob an den Menschen und seine monotheistische Fitra. Dass in der ersten Ansprache im „Pfad der Eloquenz“ erwähnt wird, dass die Propheten (a.) kamen um das Begrabene im Verstand des Menschen aufsprießen zu lassen „ويثيروا لهم دفائن العقول2 bezieht sich auf die Fitra des Menschen. Im Wesen des Menschen sind begrabene Schätze, von denen einige Wissenschaften, Erkenntnisse und Wissen anbelangen und einige sich auf das reine und göttliche Streben des Menschen beziehen und dieses theoretische und praktische Potenzial lassen die Propheten (a.) aufsprießen.

Von dem Gesagten wurde ersichtlich, dass wenn die Natur des Menschen über einen herrscht und nicht seine Fitra, es keine Grenzen für sein Wollen geben wird, er mit keiner Begrenzung zufrieden sein wird und absolute Freiheit verlangen wird, sodass keiner vor ihm steht und alles nur ihm gehört. So ein ungeordneter Zustand wird zu nichts anderem außer unerträglichem Chaos führen. Daher existiert kein Gesetzt auf dieser Welt – sei es östliches oder westliches Gesetz, seien es Gesetze der fortschrittlichen Länder oder der dritten Welt, seien es atheistische Gesetze oder nicht – außer, dass es Begrenzungen festlegt, seine Freiheit eingrenzt und für seine Abweichungen und Überschreitungen Strafen festgesetzt hat.

Es ist also nicht so, dass der Mensch absolut frei ist und die Umsetzung all seiner Wünsche richtig ist: „أيَحْسَبُ الْإِنسَانُ أَن يُتْرَكَ سُدًى“ „Meint der Mensch etwa, er würde sich selber überlassen sein?[75:36] Freiheit ohne Bindung und Erschwernis und absolute Ungezügeltheit akzeptieren weder der Verstand, die Fitra, die Religion noch Gesellschaften. Der Mensch ist mit dem frei sein, gleichzeitig in moralischen, gesetzlichen, wirtschaftlichen, politischen und militärischen Bereichen dazu verpflichtet Grenzen zu berücksichtigen. Wenn er dies nicht tun sollte, existieren überall auf der Welt Mahnungen und Bestrafungen für diese Person. Wenn dem nicht so wäre, würde Chaos und Verderben alle Gesellschaften in den Ruin führen.

 

1. göttliche, seelische, spirituelle, natürliche Veranlagung

2. Nahdsch al-Balagha, Predigt 1

 

Was-salamu 'alaikum

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Bismillah
As-salamu 'alaikum,

Wer grenzt die Freiheit ein?

 

Nach der Feststellung des Bedarfs der Eingrenzung der Freiheit des Menschen und der Notwendigkeit der Kontrolle des natürlichen Verlangens der Menschen, erreicht das Wort die Frage wer den Bereich der Freiheit des Menschen in glaubensfundamentalen, rechtlichen, Vollzugs, standesamtlichen, sittlichen und moralischen Angelegenheiten bestimmt? Die rationale Antwort auf die oben gestellte Frage ist, dass der Einzige der den Bereich der Freiheit des Menschen eingrenzen kann, der ist, der die Grenzen für die Existenz und das Wesen des Menschen bestimmt hat und ihn begrenzt und endlich erschuf. Denn nur er ist sich seiner eigenen Schöpfung bewusst und kann für ihn eine passende Freiheit mit Vortrefflichkeit festlegen. Gott hat für alles ein gewisses Maß bestimmt:

 

إِنَّا كُلَّ شَيْءٍ خَلَقْنَاهُ بِقَدَرٍ“ „Wir haben jedoch ein jegliches Ding nach (rechtem) Maß geschaffen.[54:49] Der Gott der dem Menschen die Begrenztheit als Teil seines Wesens erschuf, bestimmt auch den Bereich seiner Freiheit und seiner anderer Eigenschaften selbst. Wenn das richtige Bild von Freiheit ein Solches ist, wird der Mensch sich niemals als Eigentümer seiner Freiheit sehen, sondern sich als Treuhänder der Freiheit verstehen. Die Freiheit, die eines der schönsten rechtlichen Erscheinungen ist, ist nicht das Eigentum des Menschen, sondern ein Pfand und das göttliche Anvertraute, dass ihm übergeben worden ist. Deshalb ist der Mensch dazu verpflichtet bei der Bewahrung dessen sich nicht zu beschweren, es niemals nach eigener Meinung zu interpretieren und es nach Belieben zu verfälschen. Wie zum Beispiel hat kein Mensch das Recht sich selbst zu verkaufen, sich zum Sklaven anderer zu machen und seine Freiheit mit Sklaverei einzutauschen. So wie das Leben des Menschen ein Pfand Gottes ist und kein Mensch das Recht hat sich ungerechterweise das Leben zu nehmen, denn Selbstmord ist ein Verrat am Pfand des Lebens.

 

Demnach, sind die unverfälschte wissenschaftliche Interpretation der Freiheit und das korrekte Handeln danach, beide göttliches Anvertrautes/göttlicher Pfand und der Mensch ist der verpflichtete Treuhänder beider.

Was-salamu 'alaikum

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As-salamu 'alaikum,

 

Freiheit nach göttlicher und materieller Weltsicht

 

So wie am Anfang des Buches gesagt wurde ist die Interpretation der Freiheit abhängig von der Anthropologie und die Anthropologie ist abhängig von der Weltanschauung. Mit der Unterschiedlichkeit der Weltanschauungen und Anthropologien, werden die Interpretationen der Freiheit ebenfalls vielfältig und unterschiedlich.

 

Die göttliche Weltanschauung sagt: Die Welt hat einen Anfang und ein Ende und für den Menschen sind Offenbarungen und Nachrichten gesandt worden und der Mensch gleichzeitig mit dem natürlich sein, Besitzer von essenziellen übernatürlichen Würden ist und ein Reisender ist, der Welten hinter sich gelassen hat und Welten vor sich hat und mit seinem Tod wird er nicht verschwinden, sondern seine Seele von einer Welt in eine andere Welt übertragen wird.

 

Entgegengesetzt zu dieser Sicht, ist die materielle Weltanschauung, die sagt: Die Welt der Existenz ist nichts anderes, außer diese mit den Sinnen wahrgenommene materielle Welt. Es hat keinen Beginn und Anfang und das Leben des Menschen endet auch mit der Geburt und dem Tod und nach dem Tod wir er verschwinden und es existiert weder Belohnung noch Bestrafung. Der Quran überliefert die Worte dieser Gruppe wie folgt: „إنْ هِيَ إِلَّا حَيَاتُنَا الدُّنْيَا نَمُوتُ وَنَحْيَا وَمَا نَحْنُ بِمَبْعُوثِينَ“ „Es gibt kein anderes Leben als unser Leben auf der Erde; wir sterben und wir leben, doch wir werden nicht wieder erweckt werden.[23:37] Also, dass es nichts anderes außer dem Leben des Diesseits, Geburt und Tod gibt.

 

Auf Grundlage dieser zwei Weltanschauungen, entstehen zwei Interpretationen der Freiheit. Diejenigen, die die Welt und den Menschen in der Materialität einschließen, sehen die Freiheit als eben jene absolute, zügellose und bedingungslose Freiheit an, natürlich solange es nicht zu Überschreitungen im Bezug auf andere kommt. Sie sind überzeugt, dass die Freiheit des Menschen bedeutet, alles was in seiner Macht steht umsetzen zu dürfen, wie unter anderem auch, andere zu ihren Sklaven zu machen. Derer Ansicht nach ist der Mensch frei zu entscheiden ob er die Religion annimmt oder nicht und wenn er sie nicht annimmt, gibt es keinen Tadel für ihn, weil er keinerlei Wahrheit aufgegeben hat. Aber in der Denkschule der Offenbarung ist solch eine absolute Freiheit gleichbedeutend mit Sklaverei, weil eine absolute Freiheit wie diese die Ursache für die Gefangenschaft des Menschen in den Händen der Wünsche und Gelüste ist und er in Wahrheit seinen inneren Trieben Gefolgschaft leistet: „أَفَرَأَيْتَ مَنِ اتَّخَذَ إِلَـٰهَهُ هَوَاهُ“ „Hast du den gesehen, der sich seine eigene Neigung zum Gott nimmt[45:23]

 

Man muss beachten, dass obwohl Gott den Menschen schöpferisch (Takwinan) frei erschaffen hat und er zu keiner Wahl einer Religion gezwungen ist, er jedoch gottesgesetzlich (Tashri’an) dazu verpflichtet ist die wahre Religion, die das Gewünschte seiner reinen und göttlichen Fitra ist, anzuerkennen. Der Weg der Entwicklung, der Vervollkommnung und Rechtleitung ist von den Abwegen der Irreführung und Irreleitung abgespalten und differenziert und jeder Mensch der Glückseligkeit und Vollkommenheit anstrebt, muss die göttliche Rechtleitung nutzen und von Aufruhr und Abgott Abstand nehmen und an Gott glauben, sodann hat er sich am Griff der Rechtleitung und am göttlichen Seil festgehalten, dass ihn niemals im Stich lässt und ihn niemals der Rechtleitung verwehrt:„قَد تَّبَيَّنَ الرُّشْدُ مِنَ الْغَيِّ ۚ فَمَن يَكْفُرْ بِالطَّاغُوتِ وَيُؤْمِن بِاللَّـهِ فَقَدِ اسْتَمْسَكَ بِالْعُرْوَةِ الْوُثْقَىٰ لَا انفِصَامَ لَهَا“ „Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Der also, der nicht an falsche Götter glaubt, aber an Allah glaubt, hat gewiß den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt.[2:256] Auf Grundlage der islamischen Weltanschauung, wird jegliche Überzeugung des Menschen und jede seiner Taten in der Zwischenwelt (Barzakh) und im Jenseits in einer speziellen Form erscheinen und der Mensch ist ein Wesen der sich stets in einem Zustand der Migration vom Diesseits in die Zwischenwelt und von der Zwischenwelt ins Jenseits befindet und inmitten dessen erscheinen Frevel, Blasphemie und Wahrheitsbekämpfung in der Form von Schlangen und Skorpionen und dies zeigt, dass falsche Ideologien ein tödlicher Gift für die Seele des Menschen sind und, dass Gott niemals zufrieden damit ist, dass der Mensch mit seiner absoluten Freiheit die Religion die rechtens ist, nicht akzeptiert und sich selbst durch den Gift des Frevels und der Blasphemie in den Ruin führt.

 

Insofern, auch wenn der Mensch schöpferisch keine gezwungene Existenz ist, so ist seine Freiheit innerhalb des Kreises der göttlichen Religion und der lebenserfüllenden Anordnungen dessen, nicht über ihm. So sollte niemals jemand sagen, dass er Recht hat die göttliche Religion nicht anzuerkennen, denn mit der Ablehnung der Religion Gottes, die mit seiner menschlichen Fitra konform ist, entfernt er sich in Wahrheit von der Menschlichkeit und seinem Rationalismus.

 

Der Quran al-Karim hat einerseits den Bereich der Freiheit der Glaubensfundamente komplett klargestellt und sagt dazu dementsprechend: „فَبَشِّرْ عِبَادِ الَّذِينَ يَسْتَمِعُونَ الْقَوْلَ فَيَتَّبِعُونَ أَحْسَنَهُ“ „Gib denn die frohe Botschaft Meinen Dienern es sind jene, die auf das Wort hören und dem besten von ihm folgen.[39:17-18] Andererseits stellt er „das beste Wort“ vor: „وَمَنْ أَحْسَنُ قَوْلًا مِّمَّن دَعَا إِلَى اللَّـهِ وَعَمِلَ صَالِحًا وَقَالَ إِنَّنِي مِنَ الْمُسْلِمِينَ“ „Und wer ist besser in der Rede als einer, der zu Allah ruft und Gutes tut und sagt: "lch bin einer der Gottergebenen?"[41:33] Somit, obwohl der Quran die Menschen dazu motiviert sich verschiedene Reden anzuhören und der Besten zu folgen, stellt er gleichzeitig die beste Rede vor und motiviert den Menschen auf Grundlage seines auf seiner Fitra beruhenden Strebens ein Gottergebener (Muslim) zu sein, der gute Taten vollbringt und in Richtung Gott einlädt. Aber Verse wie beispielsweise: „وَقُلِ الْحَقُّ مِن رَّبِّكُمْ ۖ فَمَن شَاءَ فَلْيُؤْمِن وَمَن شَاءَ فَلْيَكْفُرْ“ „Und sprich: "Es ist die Wahrheit von eurem Herrn: darum laß den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will."[18:29] Und auch: „إِنَّا هَدَيْنَاهُ السَّبِيلَ إِمَّا شَاكِرًا وَإِمَّا كَفُورًا“ „Wir haben ihm den rechten Weg gezeigt, möchte er nun dankbar oder undankbar sein.[76:3] Die, die Darlegung der menschlichen Freiheit sind, sprechen im Bezug auf die schöpferische Freiheit des Menschen, nicht die gottesgesetzliche Freiheit, welches bedeutet dass der Weg und die Sackgasse klargestellt sind und die Wahl eines von Beiden ist in euren Händen, denn ihr seid nicht gezwungen und ihr könnt eins von Beiden wählen, so wenn ihr den Weg des Rechtes geht, werdet ihr das ewige Paradies und die ewige Glückseligkeit erreichen und wenn ihr den falschen Weg annehmt, werdet ihr im Feuer und in der Hölle enden. So ist der Mensch bei der Wahl von „Gift“ und „Nektar“ schöpferisch frei, jedoch gottesgesetzlich und rational ist er niemals frei.

 

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Bismillah
As-salamu 'alaikum,

Die Freiheit der Glaubensüberzeugungen

 

Die Religion ist eine Sammlung von speziellen Überzeugungen die niemals jemandem aufgezwungen werden können. Wenn die Grundlagen und Fundamente der Religiosität für jemanden nicht annehmbar sind, so betritt die Religion auch nicht den Bereich seines Lebens und von daher spricht der Quran in einem seiner strahlenden Verse: „لَا إِكْرَاهَ فِي الدِّينِ“ „Es gibt keinen Zwang im Glauben.[2:256] Die Religion darf nicht mit Zwang den Menschen auferlegt werden.

 

Das heiligste Wesen Gottes erschuf die Herzen der Menschen auf eine Art und Weise, dass sie nur durch einen Beweis überzeugt werden und deshalb spricht Er: „إِنَّ الظَّنَّ لَا يُغْنِي مِنَ الْحَقِّ شَيْئًا“ „doch eine Vermutung nützt nichts gegenüber der Wahrheit.[10:36] Dieser Vers ist die Verkündung dieser wegweisenden Anordnung: „Sprecht keine Aussagen die auf Vermutungen basieren, denn es hat keine Wirkung auf die Herzen der Menschen.“ Wenn die Grundlagen und Vorlagen der Glaubensfundamente, die eine theoretische Angelegenheit sind und keine praktische, im Menschen vorhanden sind, werden die Glaubensfundamente selbst auch zur Geltung kommen, wenn dem nicht so ist, können sie nicht aufgezwungen werden. Die Gedanken des Menschen stützen sich auf Argumente und Beweise, deshalb kann weder der Mensch sich selbst zu einer Überzeugung zwingen noch können ihn andere dazu zwingen. Das Bestätigen oder Ablehnen eines Gedanken und einer Überzeugung liegen nicht in der Hand einer Person, sondern bedürfen wissenschaftlicher Grundlagen und Vorlagen. Wenn die wissenschaftlichen Vorlagen eines Themas verfügbar sind, entsteht eine Überzeugung im Bezug auf das Thema, ansonsten wird er davon nicht im wahren Sinne überzeugt sein. (Das arabische Wort für Glaubensüberzeugung) Aqidah steht in Verbindung mit dem Wort Aqd (Vertrag, Abkommen) und Verknotung, Verknüpfung. Das Abkommen (Aqd) selbst steht wiederum in Verbindung mit einer wissenschaftlichen Ratifizierung (Tasdiq) durch Gewissheit. In der Glaubensüberzeugung sind zwei Abkommen und Verknotungen notwendig. Eins zwischen Objekt und Attribut – weswegen die Angelegenheit auch Abkommen genannt wird – und ein weiteres zwischen dem Produkt der Angelegenheit und dem Selbst des Menschen, was Überzeugung (I’tiqad) genannt wird.

 

Es ist natürlich möglich, dass der Mensch mit Fantasievorstellungen lebt, ohne diese durch Argumente oder Beweise erreicht zu haben, wie zum Beispiel Kinder die meist in Fantasievorstellungen leben. Diese Angelegenheit ist von der Weisheit Gottes und dem Lebensabschnitt der Kinder angemessen. Oder wie Beispielsweise Menschen die nach der aktuellen Mode leben und ihre Lebensweise von den Moden bestimmt wird. Solche Menschen leben in einer Traumwelt und statt des Blühens des Verstandes, ist ihre Träumerei zur Tatsache geworden und im wissenschaftlichen Terminus sind sie „tatsächliche Träumer“ und „potenzielle Vernünftige“. Denn sie sind nicht imstande dazu logische Argumente oder Beweise für ihre Handlungen vorzuzeigen.

 

Der Mensch erreicht die Vollkommenheit, weil er auf Grundlage seiner eigenen freien Entscheidung die Wahrheit anerkennt. Durch Zwang wird die freie Entscheidung vom Menschen genommen, weswegen Gott im Bereich des Denkens und der Glaubensüberzeugungen die Freiheit zum Dreh- und Angelpunkt ernannte und den Zwang als illegitim deklarierte und die Aufgabe der Propheten versteht er als Verkündigung und Offenbarung: „وَمَا عَلَيْنَا إِلَّا الْبَلَاغُ الْمُبِينُ“ „Und uns obliegt nur die klare Verkündigung.“[36:17] Und zum Propheten (s.) spricht er: „لَعَلَّكَ بَاخِعٌ نَّفْسَكَ أَلَّا يَكُونُوا مُؤْمِنِينَ إِن نَّشَأْ نُنَزِّلْ عَلَيْهِم مِّنَ السَّمَاءِ آيَةً فَظَلَّتْ أَعْنَاقُهُمْ لَهَا خَاضِعِينَ “ „Vielleicht grämst du dich noch zu Tode darüber, daß sie nicht glauben. Wenn Wir wollen können Wir ihnen ein Zeichen vom Himmel niedersenden, so daß ihre Nacken sich demütig davor beugen.“[26:3-4] Das heißt, dass Gott den Zwang also nicht als Glückseligkeit ansieht und ihm keinen Einfluss auf die Vervollkommnung des Menschen zugesteht.

 

Was-salamu 'alaikum

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