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Islamischer Feminismus?

35 posts in this topic

#bismillah#

As Salamu aleikum,

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Salam,

@Jasmin:

ich würde gerne noch mal genau wissen, was du mit deiner Anfangsthese genau meinst. Ich habe deine Beiträge gelesen aber mehrere Erklärungsversuche entnommen. Deswegen würde ich gerne noch mal wissen, was du genau damit meinst, dass viele Auslegungen des Islam mehrheitlich von Männern kamen und diese die Frau als Wesen nicht ausreichend berücksichtigen. In welchen konkreten Punkten erkennst du das? Könntest du einige Beispiele dazu nennen?

 

Naja ich würde mich jetzt wiederholen, aber Dr. Ali Shariati spricht bspw. in seinem Buch "Fatima ist Fatima" über etwas ähnliches. Wir sprechen den Mann an, wenn es um Dinge wie Vernunft, Wissen, Lehre usw. geht. Die Frauen gehen in die Moschee, um an Aschura zu weinen. Die Frau lässt alles unhinterfragt und akzeptiert nur. Das hat Shariati sehr gestört. Das Aneignen von Wissen war immer eigentlich für den Mann begünstigend, weil er normal rausgehen konnte, wenn er wollte, zur Moschee usw.

Die Frau soll möglichst unerkannt bleiben, am besten öffentlich gar nicht von ihrer Existenz gewusst werden. Dann kommt es dazu, dass Männer aus einer Moschee gehen, wenn eine Frau vorträgt. Der strikte Gehorsam, den Frauen gegenüber ihren Ehemännern haben sollen, trieb viele Frauen dazu, ruhig zu bleiben, wenn sie geschlagen werden, den Geschlechtsverkehr wie eine Vergewaltigung zu erleben etc. Das sind jetzt sehr krasse Beispiele. Ein anderes Beispiel für männliche Interpretation ist das Gottesbild, was viele männliche Attribute betont, wie Macht, Strafdurchsetzung, Härte, und weniger die weiblichen, wie Verzeihung, Barmherzigkeit, Nachsicht usw. Diese Eigenschaften werden zwar betont, aber haben meines Erachtens nicht so ein Gewicht wie anderen. Das merke ich oft, wenn ich Muslime über Gott reden höre.

 

Anschließend an dem, was du über die Frau in der Ehe gesagt hast: Viele erziehen Mädchen zur Angst und Abhängigkeit, weil wir ihnen kaum was zutrauen. Der Soziologe Pierre Bourdieu sagte mal, dass Mädchen oder Frauen immer nur das mögen, was ihnen gewährt wird; sie lernen in der Sozialisation das abzulehnen, was ihnen ohnehin verwehrt ist, wie z.B. bestimmte Beruf oder vielleicht auch bestimmte Eigenschaften. Und ich denke, das ist im muslimischen Bereich ebenfalls so. Die Frau ist zu emotional und kann deswegen nicht klar denken, dann nehmen das auch viele so an. Es fragte mich mal tatsächlich jemand, warum ich studiere, wenn ich doch sowieso als Ehefrau bzw. Mutter "ende". Ich finde, das ist eine so ungerechte Aussage, aber selbst viele Frauen vertreten so eine Vorstellung. Und dann ist es vielleicht doch ganz richtig, wenn sie in der Ehe so wenig wie möglich entscheiden, und vielleicht greifen da auch die Aussagen, dass der Mann weitsichtiger und vorsichtiger ist. Aber das ist er nicht, weil er männlichen Geschlechts ist, sondern weil er so erzogen wurde. Ihm wurden diese Eigenschaften mitgegeben. Es gibt aber auch viele Frauen, die zu Weitsicht und Wissensanstrebung erzogen worden sind, sowie zur Problembewältigung, was Vorsicht beinhaltet.

 

Daher Bruder al Insan, sollte nicht jeder nach seinen Fähigkeiten handeln und beurteilt werden? Weder Mann noch Frau sollten über- und auch nicht unterfordert werden. Erst so kann Vollkommenheit angestrebt werden. Die Ehe ist deswegen so wichtig, weil grundlegende Eigenschaften des Menschen ständig herausgefordert werden und bei richtiger "Anwendung" veredelt werden.

 

wassalam

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Salamun alaikum,

 

ich empfehle hierzu folgendes Video zu schauen !

Ein muß für jeden, der sich selbst lieben finden möchte.

 

Die Aussöhnung mit der Kindheit, die Basis für ein erfülltes Leben :

 

Weitere Aufschlüsselungen in folge bei Bedarf.

 

wasalam

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As Salamu aleikum,

 

Naja ich würde mich jetzt wiederholen, aber Dr. Ali Shariati spricht bspw. in seinem Buch "Fatima ist Fatima" über etwas ähnliches. Wir sprechen den Mann an, wenn es um Dinge wie Vernunft, Wissen, Lehre usw. geht. Die Frauen gehen in die Moschee, um an Aschura zu weinen. Die Frau lässt alles unhinterfragt und akzeptiert nur. Das hat Shariati sehr gestört. Das Aneignen von Wissen war immer eigentlich für den Mann begünstigend, weil er normal rausgehen konnte, wenn er wollte, zur Moschee usw.

Die Frau soll möglichst unerkannt bleiben, am besten öffentlich gar nicht von ihrer Existenz gewusst werden. Dann kommt es dazu, dass Männer aus einer Moschee gehen, wenn eine Frau vorträgt. Der strikte Gehorsam, den Frauen gegenüber ihren Ehemännern haben sollen, trieb viele Frauen dazu, ruhig zu bleiben, wenn sie geschlagen werden, den Geschlechtsverkehr wie eine Vergewaltigung zu erleben etc. Das sind jetzt sehr krasse Beispiele. Ein anderes Beispiel für männliche Interpretation ist das Gottesbild, was viele männliche Attribute betont, wie Macht, Strafdurchsetzung, Härte, und weniger die weiblichen, wie Verzeihung, Barmherzigkeit, Nachsicht usw. Diese Eigenschaften werden zwar betont, aber haben meines Erachtens nicht so ein Gewicht wie anderen. Das merke ich oft, wenn ich Muslime über Gott reden höre.

 

Anschließend an dem, was du über die Frau in der Ehe gesagt hast: Viele erziehen Mädchen zur Angst und Abhängigkeit, weil wir ihnen kaum was zutrauen. Der Soziologe Pierre Bourdieu sagte mal, dass Mädchen oder Frauen immer nur das mögen, was ihnen gewährt wird; sie lernen in der Sozialisation das abzulehnen, was ihnen ohnehin verwehrt ist, wie z.B. bestimmte Beruf oder vielleicht auch bestimmte Eigenschaften. Und ich denke, das ist im muslimischen Bereich ebenfalls so. Die Frau ist zu emotional und kann deswegen nicht klar denken, dann nehmen das auch viele so an. Es fragte mich mal tatsächlich jemand, warum ich studiere, wenn ich doch sowieso als Ehefrau bzw. Mutter "ende". Ich finde, das ist eine so ungerechte Aussage, aber selbst viele Frauen vertreten so eine Vorstellung. Und dann ist es vielleicht doch ganz richtig, wenn sie in der Ehe so wenig wie möglich entscheiden, und vielleicht greifen da auch die Aussagen, dass der Mann weitsichtiger und vorsichtiger ist. Aber das ist er nicht, weil er männlichen Geschlechts ist, sondern weil er so erzogen wurde. Ihm wurden diese Eigenschaften mitgegeben. Es gibt aber auch viele Frauen, die zu Weitsicht und Wissensanstrebung erzogen worden sind, sowie zur Problembewältigung, was Vorsicht beinhaltet.

 

Daher Bruder al Insan, sollte nicht jeder nach seinen Fähigkeiten handeln und beurteilt werden? Weder Mann noch Frau sollten über- und auch nicht unterfordert werden. Erst so kann Vollkommenheit angestrebt werden. Die Ehe ist deswegen so wichtig, weil grundlegende Eigenschaften des Menschen ständig herausgefordert werden und bei richtiger "Anwendung" veredelt werden.

 

wassalam

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"Unser Herr ist Der, Der jedem Ding seine Schöpfungsart gab, alsdann es zu seiner Bestimmung führte." 20:50

 

"Und bei einer (jeden menschlichen) Seele und bei Dem, Der sie gebildet und ihr den Sinn für ihre Sündhaftigkeit und für ihre Gottesfurcht eingegeben hat! Erfolgreich ist derjenige, der sie rein hält; und versagt hat derjenige, der sie verkommen lässt!" 91:7-10

 

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Liebe Schwester Jasmina,

 

ich sehe das genauso wie du- die Tatsache, dass man der Frau gewisse kognitive und intellektuelle Leistungen nicht zutraut, sehe ich als unbegründet und in vielen Fällen unberechtigt. Das Argument, dass eine Frau aufgrund ihrer Emotionalität nicht dazu imstande ist, wichtige Entscheidungen zu treffen und deshalb in vielerlei Hinsicht dem "weisen Mann" unterliegt, ist eine leider weit verbreitete Vorstellung und wird stets, wie Schwester Jasmina schon schön beschrieb, mit Stärke auf der einen Seite und Schwäche auf der anderen Seite assoziiert. Darin sehe ich ein großes Problem, denn dies hat zur Folge, dass ganz gewisse Rollenerwartungen entstehen, die den Menschen sehr stark in der eigenen Persönlichkeitsentfaltung behindern und eine Vielfalt innerhalb der Gesellschaft schwer entstehen kann, obwohl sie (die Vielfalt) für ein maximal bereicherndes Zusammenleben und Lernen essentiell ist. Auch vor dem Erhabenen sind Mann und Frau gleich und werden beide gleichermaßen für ihre Entscheidungen und Taten zur Rechenschaft gezogen; dies zeigt mir, dass dieser stets gelebte Unterschied keineswegs richtig ist geschweige denn göttlichen Vorsehungen entspricht.

Zudem ist es doch gerade dieses gegenseitige Ergänzen, die Vervollkommnung der Einsicht und des Wissens durch die Ergänzung von Mann und Frau- und dies nicht nur in persönlichem Sinne, sondern auch auf gesellschaftlicher Basis, das worum es geht und was das Leben so bereichernd macht. Jedes Individuum mit seinen/ohren Ansichten, Gedanken und Visionen ist wertvoll und kann stets eine poetentielle Quelle der Erkenntnis und Bereicherung sein!

Ich finde, dass eben ganz oft die weibliche Perspektive und Herangehesnweise in wichtigen Diszipline wie der Philosophie, Theologie usw. fehlt- da steckt so viel nicht genutztes Potenzial, so viele versteckte Visionen und Gedanken, die wichtig sind und sein könnten.

 

Ich finde die Beispiele von Schwester Jasmina klar formuliert und auch wenn sie "krasse" Fälle beschreiben, keineswegs unrealistisch, da sie vorkommen, und das bereits in kleinen Dingen. Auch in Deutschland ist es nicht unüblich, dass Männer ihre Frauen aus offensichtlich irrationalen Gründen Dinge verbieten oder die Frauen erpressen, wenn diese bei einer Scheidung die Kinder haben möchten.

Ich finde es auch traurig, dass eine Frau ihre Rechte in einem Vertrag sichern muss, wie hier an einer Stelle vorgeschlagen bzw. angemerkt wurde und kann den Sinn dessen auch nicht wirklich nachvollziehen, zumal die Realität auch anders ausschaut- heutzutage bieten es immer weniger Gelehrte an, gewisse Bedingungswünsche in einen Vertrag zu schreiben, jedenfalls in meinnem näheren Umfeld...

 

Wa salam

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Das Thema Feminismus, Genderismus und in unseren Reihen islamischer Feminismus ist derzeit in aller Munde und wird kontrovers diskutiert, weswegen es einige Schwierigkeiten mit sich bringt, sich über dieses Thema öffentlich zu äußern, da es eben oft sehr emotionsgeladen ist.

 

Wir müssen versuchen einen vielschichtigen und ganzheitlichen Blick auf dieses Thema zu werfen. Wir müssen darüber nachdenken, wo die Defizite in der islamischen Gesellschaft bei diesem Thema vorherrschen und müssen hierbei realistisch mit dieser Thematik umgehen. Hierbei dürfen all jene Felder, in denen Frauen in den islamischen Gesellschaften tatsächlich vernachlässigt werden, nicht ausgeblendet werden. Auf der anderen Seite sollte man schauen, wo es bei diesem Prozess auch zu Fehlentwicklungen gekommen ist. Falscher Feminismus, der einfach nicht funktioniert, und der nachweislich zu Schäden in der nichtmuslimischen aber mittlerweile auch in der islamischen Gesellschaft geführt hat. Es führt deshalb kein Weg daran vorbei, eine exakte Analyse zu betreiben, die sicherlich in einem Forenbeitrag nicht betrieben werden kann. Aber vielleicht können hier einige Ansätze geliefert werden.

 

Fakt ist, dass die Partizipation der muslimischen Frau in den gesellschaftlichen Angelegenheiten viel zu lange vernachlässigt worden ist. Wir brauchen hierbei gar nicht mit dem Finger zum sogenannten "Saudi-Arabien" zu zeigen, sondern auch in den anderen muslimischen Ländern war dies vor gar nicht allzu langer Zeit nicht anders. Frauen sollten keine Bildung erfahren, wurden versteckt, waren quasi nicht vorhanden. Etliche Reiseberichte, so sehr sie auch sicherlich orientalistisch geprägt sind, berichten davon, dass man kaum oder keine Frauen auf den Straßen beobachten konnte. Dieses Phänomen ist in der ganzen islamischen Welt verbreitet gewesen und erst in den letzten Jahrzehnten kann man einen anderen Trend beobachten, so dass Frauen in vielen islamischen Ländern gar die Mehrheit der Studenten stellen.

 

Ein Beispiel, das leider immer noch sehr weit verbreitet ist, ist der Umgang mit den Frauen in den Moscheen. Frauen sind in vielen Gotteshäusern nicht so willkommen, wie die Männer willkommen sind. Das ist eine Sache, die man nicht kleinreden kann. Natürlich hat dies historische und sogar religionsrechtliche Gründe (dem Mann wird die Teilnahme am Moscheegebet viel stärker ans Herz gelegt als der Frau). Dennoch müssen die Moscheen die geänderten gesellschaftlichen Umstände berücksichtigen; und allhamdulillah kann man auch langsam ein Umdenken erkennen.

 

Dieses Umdenken sieht man auch bei den allermeisten islamischen Organisationen, egal welcher Prägung. Heutzutage wird es keine erfolgreiche muslimische Massenorganisation geben, in der die Frauen nicht einen ordentlichen Anteil an der Entwicklung der Organisation haben. Sogar an der islamischen Revolution im Iran hatten die Frauen bekannterweise einen maßgeblichen Anteil gehabt. Sie haben ihre Kinder motiviert, sind selbst aufgestanden, haben die Massen versorgt, haben sich beteiligt, haben den Ruf einer Seyyeda Zainab erhoben.

 

All dies sind positive Entwicklungen und wir brauchen noch viel mehr davon.

 

Aber man kann nicht leugnen, dass es auch negative Entwicklungen gibt. Entwicklungen, die sowohl die nichtmuslimische als auch muslimische Gesellschaft betreffen. In einigen Bereichen driften diese Auswüchse in das Lächerliche ab; bspw., wenn wir heute Studierende statt Studenten schreiben müssen oder nicht wissen, ob wir von Kommilitonen sprechen dürfen oder Kommilitierende sagen müssen, wenn damit Mitstudenten beiderlei Geschlechts gemeint sind. Es wird versucht, eine Sprache, die sich über Jahrhunderte auf natürliche Weise entwickelt hat, mit präskriptiven Vorschriften von heute auf morgen zu verschandeln, um eine vermeintliche Geschlechtergleichheit zu kreieren. Aber zugegeben, dies ist nur ein nerviges Phänomen, ohne große Auswirkungen - Wobei die Studentenwerke, die nun in Studierendenwerke umbenannt werden mussten, diesen Gendersprachzwang am eigenen Leib in Form von ernsthaftem monetären Schaden zu spüren bekommen.

 

Wenn wir nun über die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die muslimischen Gesellschaften sprechen wollen, dann können wir zunächst einmal mit den wissenschaftlichen Auswirkungen beginnen. Es gibt mittlerweile eine feministische islamische Theologie. Man denke hierbei bspw. an die marokkanische Soziologin Fatima Mernissi oder den feminisitischen Ansatz bei der Koraninterpretation von Amina Wadud. Da historisch gesehen nur Männer die Religion ausgelegt hätten, hätten sie die Religion zu ihrem eigenen Gunsten zurechtgelegt. Sie gehen von einer patriarchischen islamischen Theologie aus, bei der die Frauen systematisch unterdrückt worden sind. Deshalb sei ein neues Verständnis notwendig geworden, um diese Machtverhältnisse wieder umzukehren. Dieses Verständnis sei über eine feministische Herangehensweise zu erreichen.

 

Das Resultat des Ganzen ist nun, dass aus dieser feministischen Sichtweise heraus bspw. geltendes islamisches Recht verändert wird. Man geht von sich selbst aus, und meint Unterdrückung erkennen zu können, selbst wenn Gott vielleicht was anderes gewollt haben sollte. Mit dieser Methode wird versucht eine vermeintliche Geschlechtergerechtigkeit hervorzurufen. Um nur ein Beispiel zu nennen, wird in einer derartig materialistischen Sichtweise das Vorbeten als ein Privileg und nicht als eine Last betrachtet, für das es sich zu kämpfen lohnt. Weil man den Wunsch zum Vorbeten hat, kann notfalls auch die islamische Rechtswissenschaft feministisch ausgelegt werden. Man islamisiert sich die Welt, wie sie einem gefällt.

 

Aber fern von diesen Beispielen, die ohnehin kaum einen Einfluss auf die Massen der muslimischen Frauen haben, sind es vielmehr die gesellschaftlichen Entwicklungen die besorgniserregend sind. Wir müssen über dieses Thema offen und ehrlich sprechen. Es bringt hierbei nichts, in das Intellektualistische abzudriften, denn hier reicht ein Blick in das Umfeld. Dieser Blick sollte hierbei nicht leichtfertig als subjektiver Eindruck abgetan werden, da hierzu statistische Materialen fehlen. Wer ehrlich zu sich selbst ist, wird zugeben, dass wir diese Probleme haben und diese mitunter auch von diesen falschen Entwicklungen getragen werden.

 

Es soll hier ein Beispiel genannt werden, dass auf dem ersten Blick (und für die Betroffenen auch auf dem zweiten) schmerzhaft ist, aber es ist eine Realität: Die Gleichmacherei hat dazu geführt, dass viele muslimischen Frauen vergessen, dass bei ihnen, anders als bei ihren männlichen Gegenparts, eine biologische Uhr tickt, die eine Familiengründung nach einem bestimmten Alter aus körperlichen Gründen unmöglich macht. Das mag den Schwestern ungerecht erscheinen, wieso denn der Mann nun bis ins siebzigste Lebensjahr zeugen kann (Abraham (a.) bekanntlich ja in einem noch höheren Alter), während bei ihnen eine erstmalige Schwangerschaft ab 35 Jahren bereits als Risikoschwangerschaft gilt, aber dieses Problem kann man leider nicht weggendersieren. Selbst mit den ausgefeiltesten feministischen Lesarten des Korans nicht. Wobei doch, man könnte, ganz gefangen im Genderismuswahn, verlangen, dass der Mann sich nun damit zufrieden gibt, dass er wie sie ohne Kinder auskommen muss. Aber dadurch wird, und das wird auch der größte Gleichmachungsverfechter nicht leugnen können, die Menschheit sich nicht reproduzieren können, wodurch sie dann auf Dauer ausgelöscht werden würde, womit wohl niemandem gedient wäre.

 

Ein weiteres ernsthaftes Problem, was auch ein Grund dafür ist, dass es immer mehr muslimische Unverheiratete im steigenden Alter gibt, ist, dass verkannt wird, dass das, was den Menschen naturgemäß am anderen Geschlecht anzieht, die Merkmale einer andersartigen Geschlechtigkeit sind. Dies betrifft auf der einen Seite das Äußerliche des jeweiligen Geschlechts, und auf der anderen Seite hat sie auch eine innerliche Komponente, die nicht körperlicher Natur ist. Auch dies wird von den Vertretern des Genderismus geleugnet, indem sie behaupten, dass den Kinder durch ihre Sozialisation die Eigenarten des jeweiligen Geschlechts quasi anerzogen werden. Und dadurch, dass diese Gedanken immer weitere Verbreitung finden, verlieren die beiden Geschlechter ihre Geschlechteridentität, die sicherlich keine Erfindung von patriarchalen Männern ist, wodurch Wesen entstehen, die mehr und mehr zum Zwitterhaften tendieren und deshalb kaum eine ernsthafte Anziehungskraft aufeinander ausüben. Nicht umsonst ist es so, dass die heutigen Brüder und Schwestern einander zunächst einmal vom Äußeren anziehend finden, dann aber bei einem Kennenlerngespräch schnell einen Rückzieher machen. Es heißt dann "Der Funke ist nicht übergesprungen." Oft ist es genau das. Diese Vermännlichung des Weiblichen und die Verweiblichung des Männlichen.

 

Der Text ist bereits jetzt schon ziemlich lang geworden, weswegen an dieser Stelle, auch wenn es abrupt erscheint, das Ende gesetzt werden muss. Aber um dennoch eine Art Abschluss zu schaffen, sei hier doch noch einmal darauf hingewiesen, dass die Geschwister schauen sollen, welche Rolle die Propheten und die Imame auf der einen Seite und die weiblichen Heiligkeiten auf der anderen Seite eingenommen haben. Wer dies unvoreingenommen, weder von der einen noch von der anderen Seite betrachtet, wird sicherlich feststellen, dass es Aufgaben und Eigenschaften gibt, die besser zum einen und besser zum anderen Geschlecht passen. Dass die Frau Mutter sein kann, und somit eine weitaus höhere Stellung als der Vater im Islam hat, bedeutet keine Erniedrigung für den Mann und dass der Mann das Oberhaupt der Familie ist, bedeutet keine Erniedrigung für die Frau.

 

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Ein klein wenig Off-Topic, doch was die Schw. Yare Rahbar hier geschrieben hat, erinnert mich an ein Beitrag/ Thread von früher:

 

Ein Beispiel: Eine Freundin von mir führt eine sehr glückliche Ehe. Aber bei jedem Streit spricht sie von einer Scheidung und vergisst es wieder nach der Versöhnung. Das erklärt für mich, wieso das Scheidungsrecht beim Mann liegt, auch wenn man das Beispiel an sich nicht verallgemeinern sollte. - Was ich damit sagen möchte ist, dass viele Frauen sich und ihr Wesen falsch einschätzen, meiner Meinung nach. Erst durch die sehr persönliche und intime Begegnung mit dem anderen Wesen erkennt man sich selbst.

Die Frau ist zweifelsohne in der Lage, Gefahren zu erkennen. In einigen Bereichen ist die Frau viel weitsichtiger und aufmerksamer, und in einigen Situationen ist es der Mann. Oft sind es bei den Männern die Situationen, in denen sich die Frau in einer Namahram-Zone befindet. Und da ist das Auge des Mannes viel vorsichtiger.

Salam

 

Die Frage war dort eher, warum die Frau emotionaler ist und ich hatte zu dem Zeitpunkt mich etwas übe das Thema beschäftigt. Diesen Beitrag möchte ich gerne nochmal hier teilen:

 

 

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Der Thread ist zwar schon etwas älter, aber da ich vor kurzem einen schönen Aufsatz über dieses Thema gelesen habe, würde ich es gerne noch einma kurz in eigenen Worten zusammenfassen.

 

Der Unterschied zwischen Mann und Frau bei ihren Gefühlen und Emotionen ist Fakt. Es ist von Natur aus so, dass Frauen aufgrund ihres Mutterseins gefühlsvoller sind. Diese Tatsache ist aber nichts negatives, wie es die meisten oft nennen, sondern an sich sehr wertvoll, da Gefühle in einem Menschen der Ursprung aller Handlungen und Bewegungen sind.

 

Ein schöner Zitat hierzu (den Namen des Verfassers habe ich leider vergessen): "Ordnung und Ausgleich der Emotionen und Gefühlen, sind die Grundlage für die Vervollkommnung der Persönlichkeit und die Persönlichkeit eines Menschen stammt in der Regel aus der Stärke und Schwäche seiner Gefühle."

 

Ein etwas beziehungsreicher, aber dennoch schöner Satz über Emotionen. Da also Emotionen und Gefühle in einer Frau stärker sind, ist die geistige Wahrnehmung einer Frau durch ihre Gefühle beeinflusst. Weil eben die Männer sich wengier von ihren Gefühlen beeinflussen lassen, sind Frauen stärker in emotionalen Angelegenheiten. In dem Fall wird dies also zu einer Stärke. Emotionalität wird in der Gesellschaft oft als eine Schwäche und was Negatives bezeichnet, auch im Islam gibt es Punkte, wo die Frau aufgrund ihrer Emotionalität an einigen Rechten nicht teilhaben darf wie z.B. bei der Scheidung. In dem Fall dient dies jedoch zum Schutz der Gesellschaft, um durch Empfinden keine Fehler zu begehen. Doch Fakt ist auch, dass die Gesellschaft nur durch das Feingefühl der Frau aufrecht stehen kann. Hierzu noch ein schöner Ausspruch von Imam Ali(as.) über die Frau:

 

"Die Frau ist ein empfindliches Geschöpf mit starken Gefühlen, die von Allah, dem Erhabenen und Allmächtigen, erschaffen wurde, um die Verantwortung über die Erziehung der Gesellschaft zu übernehmen, und sie in Richtung Perfektion bewegt. Gott schuf die Frau als ein Zeichen Seiner eigenen Schönheit und als eine Beruhigung für ihren Partner und ihrer Familie."

 

Und es gibt auch noch unzählige weitere darüber. Auch von vielen Großgelehrten gibt es schöne Aussprüche über die Emotionalität der Frau und der Notwendigkeit dessen. Hier eines der vielen schönen Aussprüche von Imam Khamenei(h.):

 

"Die Großmut der Frau, ihre Würde und naturgegebene Feinheit, sowie ihre Leistungen sind die besonderen Aspekte im islamischen Frauenbild. Gott, der Höchsterhabene, hat das weibliche Geschlecht so erschaffen, dass einige emotionelle und erzieherische Dinge und sogar Fragen der Verwaltung des Hauses nur Dank der feinen Wesensart der Frauen verwirklichbar sind."

 

Es stimmt natürlich auch, dass eine Frau gerade durch ihren starken Emotionen Fehler begehen kann, indem sie ihrem Verstand keine Beachtung schenkt, sondern lieber nur auf ihr Herz hört. Der Mann hingegen schenkt seinen Gefühlen lieber keine Beachtung und lässt sich von ihnen nicht beeinflussen. So sieht man also auch, dass Mann und Frau sich in diesem Punkt gegenseitig ergänzen können und auch sollen. Sie beide müssen also gegenseitig diese Leere bei sich füllen. Der Mann braucht eine Frau wegen ihren Emotionen und die Frau braucht einen Mann für seinen Verstand.

 

In anderen Worten, die intellektuelle Unvollkommenheit der Frau gleicht sich durch die intellektuelle Vervollkommung des Mannes aus und die emotionale Unvollkommenheit des Mannes gleicht sich durch die emotionale Vervollkommnung der Frau aus. Da das menschliche Leben aber beides erfordert, sowohl die intellektuelle, als auch die emotionlae Vervollkommenheit, bilden Mann und Frau eine vollständige menschliche Einheit zusammen.

 

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Aus diesem Thread: http://www.shia-forum.de/index.php?/topic/29477-sind-frauen-wirklich-emotionaler/

 

Falls ich den Text (Englisch) über die Emotionalität und den Unterschieden zwischen Mann und Frau im Islam finde, werde ich ihn noch hier reinposten.

Für mich persönlich war er sehr aufschlussreich, denn eine Frau braucht seinen Mann und ein Mann seine Frau im Leben. Wäre es nicht so wichtig, so wäre die Posititon der Ehe im Islam nicht so erhaben und heilig. Mann und Frau ergänzen sich, werden zusammen vollständig. Und auch nur gemeinsam können sie eine Gesellschaft voranbringen. Weder kann die Gesellschaft ohne die Frau/ Mutter bestehen bleiben, noch ohne den Mann/ Vater. Beide spielen eine große Rolle, nämlich ihre eigene Rolle, angepasst zu ihren jeweiligen Stärken und Schwächen, die Allah uns gegeben hat. Weder kann die Frau die Rolle des Vaters übernehmen, noch ein Mann die Rolle der Mutter. Es bleibt in so einer Erziehung immer etwas unvollständig, so war es schon immer und so wird es auch bleiben.

 

Man muss sich also seine eigene Rolle, seinen eigenen Stärken und Schwächen bewusst werden, um in der Gesellschaft was (sinnvolles) leisten zu können.

 

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Man muss sich also seine eigene Rolle, seinen eigenen Stärken und Schwächen bewusst werden, um in der Gesellschaft was (sinnvolles) leisten zu können.

 

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Salam,

 

danke für dein Beitrag. Letzter Satz trifft es voll und ganz.

 

Wasalam

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Salam,

 

@Bruder Taha , ich verstehe nicht warum es Schwierigkeiten mit sich bringen sollte.

 

Die Revolution ist meiner Meinung nach fortzuführen.

 

Imam Khomeini(r.) sagte:

 

 

 

"Es ist notwendig, dass ihr euch selbst reinigt, so dass wenn ihr der Vorsitzender einer Institution oder einer Gemeinschaft werdet, ihr sie auch reinigen könnt; und auf dieser Weise macht ihr ein Schritt dazu eine Gesellschaft aufzubauen und sie zu verbessern."

 

 

(Dr. Ali Mohammad Helmi, Religion & Culture: The Legacy of Imam Khomeini, S. 71)

 

Wasalam

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Salam

"Auch die führenden Gelehrte sind Männer, und sollten auch nur Männer sein, der gängigen Meinung nach. Sayyid Fadlallah (ra) bspw. sagt, dass auch Frauen hohe juristische Position einnehmen können."

Nicht nur er. Auch einige Vertreter der islamischen Seminare von Nadschaf und Qom sind dieser Meinung. Bei meiner Recherche bin ich auf folgenden Text gestoßen:

"Islam und die politische Rolle der muslimischen Frau
Im Folgenden wird die Sichtweise Ajatollah Fayyadh' zur politischen Rolle der muslimischen Frau wider gegeben. Sie ist deshalb so relevant, da sie eine andere islamische Sicht auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft repräsentiert, als viele sie im Westen kennen.

Die folgenden Textinhalte sind übersetzte Auszüge aus dem Persischen Original von Sayed Hadi Tabatabai:
"Fayyadh wurde die islamische Rechtsfrage gestellt, ob denn eine Frau Regierungspositionen einnehmen könne. Er bejahte das als Antwort auf diese ihm gestellte Rechtsfrage.
In einer Vielzahl weiterer Rechtsfragen über die Rolle von Frauen in der Gesellschaft, gab er die Sichtweise wider, dass Frauen folgende drei Positionen aus islamischer Perspektive einnehmen könnten: politische Führung, die Position als Richterin, sowie als religiöse Rechtsgelehrte.
 Mit dieser Argumentation ist er der Ansicht, dass Frauen gegenüber Männern in allen Lebensbereichen voll gleichberechtigt sind.
 Dazu gehören:
-sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen und individuellen Lebens
-die ideologischen Lebensbereiche
 -der Businesssektor
-die Finanzdienstleistung
-die Agrarwirtschaft
-der Einsatz für Menschenrechte und Meinungsfreiheit usw.
Auf diese Theorie geht Fayyadh auf Seite 80 seines Buches „Jāyegāh Zan dar Nizām Siyāsīyeh Islām“(Übersetzt: Die Stellung der Frau in der islamischen Politik, Anmerkung des Übersetzers) ein."
Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass einige weitere Großajatollahs wie Ayatollah Jawadi Amoli eine ähnliche Sichtweise wie Großajatollah Fayyaz(Fayyadh) vertreten."
http://harmoniederworte.blogspot.com/2019/10/der-afghanische-groayatollah-fayyaz.html

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