malaika

Probleme beim Gebet und Zwangsgedanken

6 posts in this topic

Assalamu Alaikum wa rahmatullahi barakatuh, liebe Geschwister

Ich habe seit einigen Tagen leider ein Problem. Und zwar merke ich, wie mein Iman immer schwächer wird. Ich weiß nicht, woran das liegt. Ich faste seit fast einer Woche jeden Tag, bete regelmäßig, versuche meinem Glauben und Allah näher zu kommen, aber es geht einfach nicht. Ich habe ständig Zwangsgedanken, dass ich alles falsch mache, eine schlechte Muslima bin, ein schlechter Diener Allahs usw. Eine Stimme redet mir ständig bei den harmlosesten alltäglichen Tätigkeiten ein, ich sei ein schlimmer Sünder. Wenn ich bspw. eine Serie gucke, geht auch das nicht, da eine Stimme mir ständig sagt, ich würde sündigen, und nichts für Allah tun. Bei allem denke ich, ich sündige extrem. Zudem denk ich stets viel zu viel und viel zu lang über nicht wichtige Dinge nach. Dies wird dann nach einigen Stunden zu einer Qual. Ich kann nichts gegen diese Gedanken tun. Solche Gedanken führen auch dazu, dass ich mein Gebet nicht mehr aus Herzen ausführen kann, und so schnell wie möglich mit den Gebet fertig werden will, estagfurillah. Ich zweifle ohne Grund oftmals an der Existenz Gottes. Naja, nicht ich, das redet mir eher eine Stimme ein. Sowas wie „gibt es Gott denn überhaupt, wieso betest du denn?“ usw. estagfurillah. Das alles ist eine enorme Qual für mich. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Dieser immer schwächer werdende Iman und diese grauenhaften Gedanken nehmen mir jegliche Freude, was den Islam betrifft, elhamdulillah. Hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Was kann ich dagegen tun? Ich bedanke mich für jede Antwort. Möge Allah ta’ala euch segnen!

Wa Salam

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Salam,

je mehr man sich mit seinem Glauben auseinandersetzt, desto mehr erhellt sich das Herz. Man kann beten und fasten wie viel man will, aber wichtig ist den Sinn dahinter zu erkennen und es nicht nur zu tun, weil man es eben so macht. Ich kenne das selbst, man möchte alles immer gut und perfekt machen, aber gerade das führt dann zur Unkonzentriertheit und bewirkt letztendlich das Gegenteil. Konzentriere dich fürs erste auf eine Sache, am besten das Gebet. Mach dir bewusst und recherchiere wieso das Beten überhaupt wichtig ist (dazu gibt es sehr viele schöne Überlieferungen), was genau im Gebet überhaupt gesagt wird und was für eine Bedeutung es hat. Wenn dir das bewusst wird, verrichtest du dein Gebet aus ganzen Herzen. Genau so verhält sich das mit dem Fasten und anderen Dingen. 
Auch zu Einflüsterungen gibt es viel im Internet zu lesen, auch hier im Forum. Einfach mal in die Suchleiste eingeben. 

Du solltest eins im Kopf behalten: So wie du von Allah swt denkst, so ist er auch zu dir. Einen schönen und kompakten Vortrag dazu habe ich dir hier verlinkt. Ich bin sicher, wenn du dir das anschaust, wirst du anders denken. Ich kann dir allgemein alle seiner Videos empfehlen, bin selbst ein großer Fan davon. :) 

Sei nicht zu hart zu dir selbst. Wir machen alle Fehler und das ist (vorsichtig gesagt) erstmal nicht so schlimm, solange man daraus lernt, Einsicht zeigt und um Vergebung bittet.

Ich hoffe sehr, dass dies hilfreich war und deine Probleme sich bald legen, damit du den Segen im Ramadan in vollen Zogen genießen kannst. 

wassalam

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Salam,

ich vermute, dass dein Problem nicht darin liegt, dass du wenig Wissen über die Gottesanbetung und den Islam hast, sondern du einfach unbegründete negative Gedanken während der Gottesanbetung hast.

Ich hatte und habe dasselbe Probleme eine sehr lange Zeit (gehabt), habe mich mehr mit dem Islam beschäftigt, mir mehr Wissen angeeignet aber diese Gedanken oder diese Stimme im Kopf ist nicht vergangen. Alles im Islam hat für mich Sinn ergeben, mit Verstand war auch alles begreifbar, unter anderem, dass es einen Gott geben muss. Trotz dessen sind die negativen Gedanken beispielsweise während der Gottesanbetung nicht permanent vergangen. Ich habe also gemerkt, dass es nicht unbedingt daran lag, dass ich unüberzeugt bin oder dass mein Problem nicht unbedingt zu wenig Wissen ist.

Lange Zeit hatte ich dann Angst, dass ich vielleicht unbewusst gar nicht islamisch leben möchte, obwohl ich den Islam wirklich liebe und ich es nicht schlimm finde, zu fasten oder zu beten. Es ist für mich also wie wahrscheinlich auch für dich nicht schlimm oder belastend gewesen, freiwillig zu fasten oder zu beten.

Sehr lange habe ich mich unter Druck gesetzt und jeden Gedanken, der nicht gut oder nicht richtig war, getadelt, mich sehr unter Druck gesetzt. Ich hatte Angst zu beten, da ich wusste, es kommen negative Gedanken, ich wollte aber auch nicht (!) nicht beten, weil mich das Gebet irgendwie dennoch überhaupt noch am Leben gelassen hat. Ich wollte also beten, wollte es aber auch nicht bzw. hatte Angst davor. 

Langsam und spät habe ich gemerkt, dass das Problem nicht die negativen Gedanken sind, sondern mein Umgang mit diesen Gedanken.

Ich habe nämlich immer versucht aktiv und bewusst gegen diese Gedanken anzukämpfen. Ich habe versucht, meine Gedankenwelt 100% rein und perfekt zu halten und wenn dann ein negativer Gedanke kam, war ich zerstört. Ich konnte nicht mehr mit Herz beten oder Gott anbeten. Wenn es mitten im Gebet so war, wollte ich, dass das Gebet schnell endet. Und nach so einem Gebete wollte ich auch nicht weiter beten. Oft hatte ich Herzrasen aus Angst vor solchen Gedanken. Nicht nur vor negative Gedanken über Gott, um Gott, sondern auch über Seine Existenz.

Elhamdulillah habe ich mittlerweile gemerkt, und das ist ein großer Segen Gottes, dass mein Umgang mit diesen Gedanken das Problem war. Sich selber zu tadeln für negative Gedanken, ist eine Ungerechtigkeit deiner Seele gegenüber.

Gott hat dir eine Seele gegeben und sie ist Sein Besitztum, also ist es deine Pflicht, gerecht und sorgsam mit ihr umzugehen. Wenn du deine Seele nicht gut behandelst und ihr nicht gerecht begegnest, wirst du Gott gegenüber ungerecht. Negative Gedanken kommen und gehen. Wenn du dir als Ziel setzt, niemals negative Gedanken zu haben, wirst du dieses Problem dein Leben lang haben, das verspreche ich dir. Du hast das eine Woche hinter dir, ich habe es wesentlich länger hinter mir und es hat an meiner Seele gezerrt. Denn selbst wenn du beispielsweise 10 Jahre deine Gedanken perfekt halten kannst - was, wenn dann ein negativer Gedanke kommt? Du wirst dich genau wie vor diesen 10 Jahren fühlen, die gesamten 10 Jahre werden dir unnütz vorkommen. Deshalb musst du nicht an den Gedanken arbeiten, sondern an der Art, mit solchen Gedanken umzugehen.

Du musst dir einfach dessen bewusst sein, dass dein Herz nicht das ist, was deine Gedanken dir im Kopf zeigen. Die Gedanken sind sehr leicht beeinflussbar, aber zu denken, dass Gott nicht existiert, bedeutet nicht, dass du wirklich dieser Meinung bist oder dein Herz das wirklich so sagt. So habe ich elhamdulillah besser gelernt, mit solchen Gedanken umzugehen.

Ich kann dir sagen, dass wenn es dir gefällt, zu fasten und zu beten, dein Herz wesentlich reiner ist als deine Gedanken. Es ist schwer zu beschreiben, aber versuch mal in dein Herz hineinzuhorchen, statt aktiv versuchen nachzudenken. Dieses Hineinhorchen geht nicht unbedingt mit Gedanken einher, sondern einfach mit einem guten Gefühl, ein Gefühl über Gott.

Ich glaube, du hast ein Problem ähnlich wie meines: ich wollte meine Gebete schön machen und deshalb konzentriert sein. Ich habe also wirklich aktiv nachgedacht also mir bewusstes Nachdenken angeeignet, beispielsweise wie wenn man sich jetzt vorstellt, wie ein Vogel fliegt oder ein Glas Wasser umkippt. Also wirklich bewusstes Nachdenken. Irgendwann ist das zu krampfhaften Nachdenken geworden, über die ich keine Kontrolle mehr hatte. Negative Gedanken waren die Folge.

Wenn man das genau so macht, wird man sich jeden einzelnen Gedankens im Kopf bewusst.

Das bedeutet, dass es möglich und sogar sehr wahrscheinlich ist, dass du solche falschen Gedanken auch im Kopf vorher hattest - bevor du angefangen hast, dich mit deinen Gedanken näher zu beschäftigen und sie stärker zu bewachen - dir dieser Gedanken damals aber nicht bewusst warst, weil es dich nicht näher berührt hat, aber dir ihrer jetzt bewusst bist, weil du jetzt deine Gedanken sehr stark bewachst, um wirklich konzentriert während des Gebets zu sein.

Es ist prinzipiell ein gutes Anzeichen, dass du dich wegen solcher Gedanken tadelst. Denn das bedeutet, dass du Gott wirklich sehr liebst und ihm gefallen möchtest. Allerdings musst du damit wirklich aufpassen, dich so nicht unter Druck zu setzen. Denn das zieht wirklich mit sich, dass man seine Religion nicht mehr genießen kann, nur noch betrübt ist, es einem schwer fällt, Gott anzubeten und und und... 

Dir müssen solche Gedanken egal werden. Du musst lernen, eine Resistenz gegen sie aufzubauen. Denn das Ziel ist nicht, wie ich leider spät gemerkt habe, keine negativen Gedanken zu haben, sondern zu erreichen, dass sie dich nicht berühren, da du sie nicht bewusst hast und nicht absichtlich und vor allem nicht aus Herz.

Wenn du jetzt einen Gedanken haben solltest wie ''Was wenn sie aber doch vom Herzen kommen'', kann ich dir sagen: alleine dass dich das alles schon so betrübt, zeigt, dass es dir nicht egal ist. Alleine, dass du dir schon so viele Sorgen machst, zeigt, dass du dir dessen bewusst bist, dass diese Gedanken falsch sind.

Werde dir dessen bewusst und überzeuge dich davon, dass nicht die Gedanken, sondern dein Herz und was es empfindet wichtig ist. Wenn du dir dessen stärker bewusst wirst, werden positive Gedanken hinterher ziehen. Gedanken wie ''Allah, du weißt, dass ich nicht so und so denke, du kennst mein Herz, ...''.

Um das zu verstärken, kannst du dein Gedankengut außerdem mit positiven Sachen füllen. Lerne beispielsweise die Namen von Allah dem Allmächtigen und ihre genaueren Bedeutungen.

Wasalam

 

 

 

Jamkaran, Saluton, Nino24 and 2 others like this

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Am 23.4.2020 um 02:05 schrieb malaika:

Assalamu Alaikum wa rahmatullahi barakatuh, liebe Geschwister

Ich habe seit einigen Tagen leider ein Problem. Und zwar merke ich, wie mein Iman immer schwächer wird. Ich weiß nicht, woran das liegt. Ich faste seit fast einer Woche jeden Tag, bete regelmäßig, versuche meinem Glauben und Allah näher zu kommen, aber es geht einfach nicht. Ich habe ständig Zwangsgedanken, dass ich alles falsch mache, eine schlechte Muslima bin, ein schlechter Diener Allahs usw. Eine Stimme redet mir ständig bei den harmlosesten alltäglichen Tätigkeiten ein, ich sei ein schlimmer Sünder. Wenn ich bspw. eine Serie gucke, geht auch das nicht, da eine Stimme mir ständig sagt, ich würde sündigen, und nichts für Allah tun. Bei allem denke ich, ich sündige extrem. Zudem denk ich stets viel zu viel und viel zu lang über nicht wichtige Dinge nach. Dies wird dann nach einigen Stunden zu einer Qual. Ich kann nichts gegen diese Gedanken tun. Solche Gedanken führen auch dazu, dass ich mein Gebet nicht mehr aus Herzen ausführen kann, und so schnell wie möglich mit den Gebet fertig werden will, estagfurillah. Ich zweifle ohne Grund oftmals an der Existenz Gottes. Naja, nicht ich, das redet mir eher eine Stimme ein. Sowas wie „gibt es Gott denn überhaupt, wieso betest du denn?“ usw. estagfurillah. Das alles ist eine enorme Qual für mich. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Dieser immer schwächer werdende Iman und diese grauenhaften Gedanken nehmen mir jegliche Freude, was den Islam betrifft, elhamdulillah. Hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Was kann ich dagegen tun? Ich bedanke mich für jede Antwort. Möge Allah ta’ala euch segnen!

Wa Salam

Salam,

 

guck dir unbedingt dieses Video an. Es ist wirklich aufbauend.

 

Wasalam

Nino24 likes this

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Am 23.4.2020 um 15:23 schrieb AllahsBesitztum:

Salam,

ich vermute, dass dein Problem nicht darin liegt, dass du wenig Wissen über die Gottesanbetung und den Islam hast, sondern du einfach unbegründete negative Gedanken während der Gottesanbetung hast.

Ich hatte und habe dasselbe Probleme eine sehr lange Zeit (gehabt), habe mich mehr mit dem Islam beschäftigt, mir mehr Wissen angeeignet aber diese Gedanken oder diese Stimme im Kopf ist nicht vergangen. Alles im Islam hat für mich Sinn ergeben, mit Verstand war auch alles begreifbar, unter anderem, dass es einen Gott geben muss. Trotz dessen sind die negativen Gedanken beispielsweise während der Gottesanbetung nicht permanent vergangen. Ich habe also gemerkt, dass es nicht unbedingt daran lag, dass ich unüberzeugt bin oder dass mein Problem nicht unbedingt zu wenig Wissen ist.

Lange Zeit hatte ich dann Angst, dass ich vielleicht unbewusst gar nicht islamisch leben möchte, obwohl ich den Islam wirklich liebe und ich es nicht schlimm finde, zu fasten oder zu beten. Es ist für mich also wie wahrscheinlich auch für dich nicht schlimm oder belastend gewesen, freiwillig zu fasten oder zu beten.

Sehr lange habe ich mich unter Druck gesetzt und jeden Gedanken, der nicht gut oder nicht richtig war, getadelt, mich sehr unter Druck gesetzt. Ich hatte Angst zu beten, da ich wusste, es kommen negative Gedanken, ich wollte aber auch nicht (!) nicht beten, weil mich das Gebet irgendwie dennoch überhaupt noch am Leben gelassen hat. Ich wollte also beten, wollte es aber auch nicht bzw. hatte Angst davor. 

Langsam und spät habe ich gemerkt, dass das Problem nicht die negativen Gedanken sind, sondern mein Umgang mit diesen Gedanken.

Ich habe nämlich immer versucht aktiv und bewusst gegen diese Gedanken anzukämpfen. Ich habe versucht, meine Gedankenwelt 100% rein und perfekt zu halten und wenn dann ein negativer Gedanke kam, war ich zerstört. Ich konnte nicht mehr mit Herz beten oder Gott anbeten. Wenn es mitten im Gebet so war, wollte ich, dass das Gebet schnell endet. Und nach so einem Gebete wollte ich auch nicht weiter beten. Oft hatte ich Herzrasen aus Angst vor solchen Gedanken. Nicht nur vor negative Gedanken über Gott, um Gott, sondern auch über Seine Existenz.

Elhamdulillah habe ich mittlerweile gemerkt, und das ist ein großer Segen Gottes, dass mein Umgang mit diesen Gedanken das Problem war. Sich selber zu tadeln für negative Gedanken, ist eine Ungerechtigkeit deiner Seele gegenüber.

Gott hat dir eine Seele gegeben und sie ist Sein Besitztum, also ist es deine Pflicht, gerecht und sorgsam mit ihr umzugehen. Wenn du deine Seele nicht gut behandelst und ihr nicht gerecht begegnest, wirst du Gott gegenüber ungerecht. Negative Gedanken kommen und gehen. Wenn du dir als Ziel setzt, niemals negative Gedanken zu haben, wirst du dieses Problem dein Leben lang haben, das verspreche ich dir. Du hast das eine Woche hinter dir, ich habe es wesentlich länger hinter mir und es hat an meiner Seele gezerrt. Denn selbst wenn du beispielsweise 10 Jahre deine Gedanken perfekt halten kannst - was, wenn dann ein negativer Gedanke kommt? Du wirst dich genau wie vor diesen 10 Jahren fühlen, die gesamten 10 Jahre werden dir unnütz vorkommen. Deshalb musst du nicht an den Gedanken arbeiten, sondern an der Art, mit solchen Gedanken umzugehen.

Du musst dir einfach dessen bewusst sein, dass dein Herz nicht das ist, was deine Gedanken dir im Kopf zeigen. Die Gedanken sind sehr leicht beeinflussbar, aber zu denken, dass Gott nicht existiert, bedeutet nicht, dass du wirklich dieser Meinung bist oder dein Herz das wirklich so sagt. So habe ich elhamdulillah besser gelernt, mit solchen Gedanken umzugehen.

Ich kann dir sagen, dass wenn es dir gefällt, zu fasten und zu beten, dein Herz wesentlich reiner ist als deine Gedanken. Es ist schwer zu beschreiben, aber versuch mal in dein Herz hineinzuhorchen, statt aktiv versuchen nachzudenken. Dieses Hineinhorchen geht nicht unbedingt mit Gedanken einher, sondern einfach mit einem guten Gefühl, ein Gefühl über Gott.

Ich glaube, du hast ein Problem ähnlich wie meines: ich wollte meine Gebete schön machen und deshalb konzentriert sein. Ich habe also wirklich aktiv nachgedacht also mir bewusstes Nachdenken angeeignet, beispielsweise wie wenn man sich jetzt vorstellt, wie ein Vogel fliegt oder ein Glas Wasser umkippt. Also wirklich bewusstes Nachdenken. Irgendwann ist das zu krampfhaften Nachdenken geworden, über die ich keine Kontrolle mehr hatte. Negative Gedanken waren die Folge.

Wenn man das genau so macht, wird man sich jeden einzelnen Gedankens im Kopf bewusst.

Das bedeutet, dass es möglich und sogar sehr wahrscheinlich ist, dass du solche falschen Gedanken auch im Kopf vorher hattest - bevor du angefangen hast, dich mit deinen Gedanken näher zu beschäftigen und sie stärker zu bewachen - dir dieser Gedanken damals aber nicht bewusst warst, weil es dich nicht näher berührt hat, aber dir ihrer jetzt bewusst bist, weil du jetzt deine Gedanken sehr stark bewachst, um wirklich konzentriert während des Gebets zu sein.

Es ist prinzipiell ein gutes Anzeichen, dass du dich wegen solcher Gedanken tadelst. Denn das bedeutet, dass du Gott wirklich sehr liebst und ihm gefallen möchtest. Allerdings musst du damit wirklich aufpassen, dich so nicht unter Druck zu setzen. Denn das zieht wirklich mit sich, dass man seine Religion nicht mehr genießen kann, nur noch betrübt ist, es einem schwer fällt, Gott anzubeten und und und... 

Dir müssen solche Gedanken egal werden. Du musst lernen, eine Resistenz gegen sie aufzubauen. Denn das Ziel ist nicht, wie ich leider spät gemerkt habe, keine negativen Gedanken zu haben, sondern zu erreichen, dass sie dich nicht berühren, da du sie nicht bewusst hast und nicht absichtlich und vor allem nicht aus Herz.

Wenn du jetzt einen Gedanken haben solltest wie ''Was wenn sie aber doch vom Herzen kommen'', kann ich dir sagen: alleine dass dich das alles schon so betrübt, zeigt, dass es dir nicht egal ist. Alleine, dass du dir schon so viele Sorgen machst, zeigt, dass du dir dessen bewusst bist, dass diese Gedanken falsch sind.

Werde dir dessen bewusst und überzeuge dich davon, dass nicht die Gedanken, sondern dein Herz und was es empfindet wichtig ist. Wenn du dir dessen stärker bewusst wirst, werden positive Gedanken hinterher ziehen. Gedanken wie ''Allah, du weißt, dass ich nicht so und so denke, du kennst mein Herz, ...''.

Um das zu verstärken, kannst du dein Gedankengut außerdem mit positiven Sachen füllen. Lerne beispielsweise die Namen von Allah dem Allmächtigen und ihre genaueren Bedeutungen.

Wasalam

 

 

 

Bruder/Schwester, Ich kann dir nicht genug danken für diese aufbauenden Worte. Seit Mai hab ich stets an deine Worte gedacht, und tatsächlich kann ich nun um einiges besser mit solchen Gedanken umgehen dank deinem Post, elhamdulillah. Möge Allah dich segnen und reichlich belohnen, vielen Dank!

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Am 23.4.2020 um 12:58 schrieb Jamkaran:

Salam,

je mehr man sich mit seinem Glauben auseinandersetzt, desto mehr erhellt sich das Herz. Man kann beten und fasten wie viel man will, aber wichtig ist den Sinn dahinter zu erkennen und es nicht nur zu tun, weil man es eben so macht. Ich kenne das selbst, man möchte alles immer gut und perfekt machen, aber gerade das führt dann zur Unkonzentriertheit und bewirkt letztendlich das Gegenteil. Konzentriere dich fürs erste auf eine Sache, am besten das Gebet. Mach dir bewusst und recherchiere wieso das Beten überhaupt wichtig ist (dazu gibt es sehr viele schöne Überlieferungen), was genau im Gebet überhaupt gesagt wird und was für eine Bedeutung es hat. Wenn dir das bewusst wird, verrichtest du dein Gebet aus ganzen Herzen. Genau so verhält sich das mit dem Fasten und anderen Dingen. 
Auch zu Einflüsterungen gibt es viel im Internet zu lesen, auch hier im Forum. Einfach mal in die Suchleiste eingeben. 

Du solltest eins im Kopf behalten: So wie du von Allah swt denkst, so ist er auch zu dir. Einen schönen und kompakten Vortrag dazu habe ich dir hier verlinkt. Ich bin sicher, wenn du dir das anschaust, wirst du anders denken. Ich kann dir allgemein alle seiner Videos empfehlen, bin selbst ein großer Fan davon. :) 

Sei nicht zu hart zu dir selbst. Wir machen alle Fehler und das ist (vorsichtig gesagt) erstmal nicht so schlimm, solange man daraus lernt, Einsicht zeigt und um Vergebung bittet.

Ich hoffe sehr, dass dies hilfreich war und deine Probleme sich bald legen, damit du den Segen im Ramadan in vollen Zogen genießen kannst. 

wassalam

Schwester, du hast mir mit dieser Nachricht sehr geholfen. Tatsächlich kann ich seitdem diese Gedanken viel besser kontrollieren und leide nichtmehr so stark an diesen, elhamdulillah. Möge Allah dich segnen und reichlich belohnen, vielen Dank!

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