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Eine Sunnitin heiraten


MoHa44
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As-Salamu Alaykum,

 

ich habe mir immer vorgenommen eine Shiitin, am besten eine Libanesin um die Forderung meiner Eltern entgegenzukommen und eine gewisse Kompatibilität zu meiner Familie herzustellen, zu heiraten. Mittlerweile bin ich 18 Jahre alt und habe über das Internet eine nette und religiöse Sunnitin kennengelernt, was ich nie gedacht hätte. Wir beide nehmen unsere Religion ernst.

Zu Anfang haben wir nur auf „freundschaftlicher“ Ebene geschrieben, eben auch weil wir viele Gemeinsamkeiten haben. Von Instagram gingen wir ganz schnell über zu WhatsApp und haben uns dann gemeinsam einen Film, wo wir dann währenddessen (das erste Mal) telefoniert haben. Der Anruf ging ganze 5 Stunden, denn nach dem Film haben wir eine Menge geredet. Jeden Fajr und Maghrib haben wir zusammen Qur’an gelesen. Wir haben pro Woche ca. 80 Stunden Telefonat gehabt.

Innerhalb einer Woche hat sich das dann immer gesteigert, bis wir uns nochmal einen Film angesehen haben, diesmal mit Videochat (innerhalb islamischer Grenzen natürlich) und uns im Nachhinein unser Interesse zueinander zugestanden haben.

Damit es nicht auf unerlaubten Wege ausartet, hat sie ihre Mutter und ich meinem Schwager Bescheid gegeben. Ihre Mutter hat ihr vom Kontakt mit mir abgeraten und das mit gängigen Dingen begründet, die man über uns Shiiten so hört. Da sie aber nicht so streng ist, hat sie ihr den Kontakt per se nicht verboten. Ihr Vater weiß nichts davon. Der Vater ist Marokkaner erster Generation und ihre Mutter konvertierte Deutsche. Über Zwangsheirat oder Ähnliches muss man sich aber hierbei keine Sorgen machen; ihr Vater ist nicht so traditionell, konservativ und kulturgebunden, wie man sich einen klischeehaften Marokkaner vorstellt und die Eltern sind im Allgemeinen recht offen, nur halt nicht was Shiiten angeht.

Mein Schwager, der auch eine sunnitische Mutter hatte, die später Shiitin wurde, aber im Libanon aufgewachsen ist, hat mir erstmal gesagt, dass das ein sehr schwieriger Weg ist und ich entweder jetzt den Kontakt abbreche oder es in Zukunft riskiere einen sehr schmerzhaften Kontaktabbruch zu machen. Denn, mal ganz abgesehen von Problemen mit zukünftigen Kindern, wären meine Eltern strikt dagegen. Meine Eltern wollen, dass ich eine libanesische Shiitin heirate, die im Libanon aufgewachsen ist, unsere Kultur und Sprache kennt und am besten noch aus unserer Familie ist. 

Da sie über 200km weit weg wohnt, bot mir mein Schwager an mich dahin zu fahren und ich habe das Angebot angenommen. Er fragte vor der ganzen Familie, ob ich mit ihm und meiner Schwester dorthin will, da er dort Arbeit hätte. Auf dem Weg dahin habe ich auch meiner Schwester zugestanden, dass ich eine Sunnitin kennenlerne. Dort haben sie mich rausgelassen und sind weggefahren. Ich habe sie dann dort getroffen. Wir haben uns sehr gut verstanden und sind spazieren gegangen, haben Qur’an gelesen, Fotos gemacht (wir mögen beide Fotografieren und haben Kameras mitgebracht), gegessen, Geschenke ausgetauscht und geredet. Auf dem Weg zurück hat mein Schwager seine ehrliche Meinung ausgepackt. Er sagte mir, dass der Weg ein viel zu schwieriger sei, dass mehr Hoffnung als Realität Wahnsinn ist und dass dadurch, dass wir es viel zu schnell angehen (zum Zeitpunkt des Treffens kannten wir uns 1 Monat, jetzt schon 1,5). Zudem machte er seinen teilweise negativen ersten Eindruck von ihr klar und erklärte, worauf das hindeuten könnte. Da wir uns aber sehr gut verstanden haben, sehr offen zueinander waren, füreinander da waren und viel Zeit miteinander verbracht haben, haben sich viel zu starke Gefühle entwickelt, als dass ich einfach endgültig loslassen kann.

Ca. 1 1/2 Wochen danach kam mein Schwager mit einer Neuigkeit aus dem Libanon. Um meiner Cousine, die aus Baalbak (Nordostlibanon) kommt, wurde die Hand angehalten, sie lehnte jedoch ab und hat über ihre Eltern klargemacht, dass sie Interesse an mir hat (das hat eine kleine Hintergrundgeschichte). Da mein Schwager auch von dort kommt und er eine sehr vertrauenswürdige Person ist, kam die Nachricht erst bei ihm an. Die hat er mir nun mitgeteilt und ich soll antworten. 

Wenn es darum geht, was ich gerne möchte, dann würde ich gerne bei dem ersten Mädchen bleiben, denn wir verstehen uns sehr gut und sind uns ans Herz gewachsen, doch der Weg ist ein sehr schwieriger. Neben Problemen mit Religion und Kindern, welche tatsächlich lösbar sind und eigentlich kein großer Scheufaktor für mich sind, gibt es ja noch das Problem mit unseren Eltern. An sich brauche ich als Mann die Einwilligung meiner Eltern nicht, aber ich will sie auch nicht verlieren oder eine trockene Bindung zu ihnen haben. 

Bei meiner Cousine ist es so, dass zwar von den äußeren Umständen alles funktionieren würde und man weder auf Probleme mit Religion und Kindern, noch auf Probleme mit den Eltern stößt, ganz im Gegenteil. Jedoch sind wir nicht wirklich auf einer Wellenlänge und Interesse habe ich nicht an ihr. 

Ich bin hin- und hergerissen und es ist schmerzhaft, die Familie liegt mir genauso am Herzen wie das Mädchen.

Ich weiß nicht was genau ich mir hierdurch erhoffe, aber es lässt mich etwas Dampf ablassen und es ist immer gut mal Meinungen zu hören.

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Salam 

Meiner Meinung nach und auch meine Erfahrungen sprechen für eine Frau aus dem Libanon bzw eine hier aufgewachsene Libanesin.  Es ist wirklich schwierig in eine gemischte Ehe zu gehen besonders wenn beide Familien nicht einverstanden sind.  Es heißt ja auch Heirate nicht Hals über Kopf die Liebe sondern lerne deine Partnerin zu lieben. Ein Strohfeuer wie zwischen euch entstanden ist kann gut gehen wenn ihr die Probleme auf euch nehmt aber Glück und Zufriedenheit in einer Ehe sieht anders aus. Und das muss mit der Zeit wachsen. Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen und dies ist  nur meine persönliche Meinung dazu. InshaAllah wird alles gut und dir eine glückliche Zukunft beschert. 

 

ws Makina 

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vor einer Stunde schrieb Makina:

Salam 

Meiner Meinung nach und auch meine Erfahrungen sprechen für eine Frau aus dem Libanon bzw eine hier aufgewachsene Libanesin.  Es ist wirklich schwierig in eine gemischte Ehe zu gehen besonders wenn beide Familien nicht einverstanden sind.  Es heißt ja auch Heirate nicht Hals über Kopf die Liebe sondern lerne deine Partnerin zu lieben. Ein Strohfeuer wie zwischen euch entstanden ist kann gut gehen wenn ihr die Probleme auf euch nehmt aber Glück und Zufriedenheit in einer Ehe sieht anders aus. Und das muss mit der Zeit wachsen. Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen und dies ist  nur meine persönliche Meinung dazu. InshaAllah wird alles gut und dir eine glückliche Zukunft beschert. 

 

ws Makina 

Salam,

danke für deine Antwort und Ratschlag

Wir wollen natürlich nicht Hals über Kopf darein und uns noch näher kennenlernen als wir es schon tun und eine allumfassende Lösung mit Kompromissen finden. Wir lassen uns Zeit dabei. 

 

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  • 7 Monate später...
Am 19.4.2021 um 20:35 schrieb MoHa44:

Salam,

danke für deine Antwort und Ratschlag

Wir wollen natürlich nicht Hals über Kopf darein und uns noch näher kennenlernen als wir es schon tun und eine allumfassende Lösung mit Kompromissen finden. Wir lassen uns Zeit dabei. 

 

Salam Bruder,

darf ich fragen, wofür du dich jetzt entschieden hast?

Wa Salam

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Am 22.11.2021 um 06:52 schrieb Agit62:

Salam Bruder,

darf ich fragen, wofür du dich jetzt entschieden hast?

Wa Salam

Salam Alaykum,

Ich habe mich damals entschieden den Weg der Familie zu gehen und mich mit meiner Cousine in Kontakt zu setzen und mit dem Mädchen den Kontakt abzubrechen. Meine Cousine schien aber irgendwie doch kein Interesse zu haben, sie hat sich unklar ausgedrückt und schien Spielchen zu spielen, dafür hatte ich keinen Nerv. Die Sache mit ihr war erledigt.

Der Kontaktabbruch mit dem Mädchen war für sie, wie für mich gleichermaßen schwer. Lange Rede, kurzer Sinn: wir hielten es nicht lange aus und gingen wieder in Kontakt. Vor dem Kontaktabbruch hatte meine Mutter davon erfahren und war überhaupt nicht zufrieden damit, nicht der Religion wegen, der Nationalität wegen. Denn mittlerweile hat das Mädchen sich mehr mit dem Thema beschäftigt (ich bin öfters sicher gegangen, dass es nicht wegen mir ist, sondern sie es aus eigener Überzeugung macht und ich habe versucht überhaupt kein Druck zu machen und alles bei ihr selbst zu belassen); sie hat „Daraufhin wurde ich rechtgeleitet“ von al-Tidschani gelesen, hat sich Vorträge angehört über Schlüsselereignisse in der islamischen Geschichte und die Ahlulbayt und hat sich mit einer schiitischen Schwester in Kontakt gesetzt und viele Fragen gestellt. Sie sieht sich als Schiitin, aber hat natürlich noch einen weiten Weg vor sich. Sie nimmt die Religion wie gesagt ernst, sieht es nicht als etwas Relatives an und ist bestrebt immer weiter nach der Wahrheit zu suchen und ich bin, wie schon gesagt, sicher gegangen, dass sie es nicht für mich tut.

Meinen Eltern (mittlerweile hat meine ganze Familie davon Wind bekommen) ist das ziemlich egal, meiner Mutter nach wäre eine libanesische Sunnitin besser als irgendeine nicht-libanesische Schiitin. Meine Eltern denken, ich hätte den Kontakt mit ihr endgültig abgebrochen, nachdem ich in einigen Punkten die sie aufgebracht haben, mein Verständnis gezeigt habe. Ich bin immer noch mit ihr in Kontakt.

Das war eine kurze Zusammenfassung der letzten 7 Monate 

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vor 11 Minuten schrieb MoHa44:

Salam Alaykum,

Ich habe mich damals entschieden den Weg der Familie zu gehen und mich mit meiner Cousine in Kontakt zu setzen und mit dem Mädchen den Kontakt abzubrechen. Meine Cousine schien aber irgendwie doch kein Interesse zu haben, sie hat sich unklar ausgedrückt und schien Spielchen zu spielen, dafür hatte ich keinen Nerv. Die Sache mit ihr war erledigt.

Der Kontaktabbruch mit dem Mädchen war für sie, wie für mich gleichermaßen schwer. Lange Rede, kurzer Sinn: wir hielten es nicht lange aus und gingen wieder in Kontakt. Vor dem Kontaktabbruch hatte meine Mutter davon erfahren und war überhaupt nicht zufrieden damit, nicht der Religion wegen, der Nationalität wegen. Denn mittlerweile hat das Mädchen sich mehr mit dem Thema beschäftigt (ich bin öfters sicher gegangen, dass es nicht wegen mir ist, sondern sie es aus eigener Überzeugung macht und ich habe versucht überhaupt kein Druck zu machen und alles bei ihr selbst zu belassen); sie hat „Daraufhin wurde ich rechtgeleitet“ von al-Tidschani gelesen, hat sich Vorträge angehört über Schlüsselereignisse in der islamischen Geschichte und die Ahlulbayt und hat sich mit einer schiitischen Schwester in Kontakt gesetzt und viele Fragen gestellt. Sie sieht sich als Schiitin, aber hat natürlich noch einen weiten Weg vor sich. Sie nimmt die Religion wie gesagt ernst, sieht es nicht als etwas Relatives an und ist bestrebt immer weiter nach der Wahrheit zu suchen und ich bin, wie schon gesagt, sicher gegangen, dass sie es nicht für mich tut.

Meinen Eltern (mittlerweile hat meine ganze Familie davon Wind bekommen) ist das ziemlich egal, meiner Mutter nach wäre eine libanesische Sunnitin besser als irgendeine nicht-libanesische Schiitin. Meine Eltern denken, ich hätte den Kontakt mit ihr endgültig abgebrochen, nachdem ich in einigen Punkten die sie aufgebracht haben, mein Verständnis gezeigt habe. Ich bin immer noch mit ihr in Kontakt.

Das war eine kurze Zusammenfassung der letzten 7 Monate 

Bruder ganz ehrlich mach einfach Muta, wenn du der Meinung bist, dass ihr heiraten möchtet, kämpfe darum.

Ist halt etwas schwierig wegen Wilaya von ihrem Vater wegen Muta. Möge Allah swt. euch einen Weg zeigen.

Wa Salam 

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vor 1 Stunde schrieb MoHa44:

Salam Alaykum,

Ich habe mich damals entschieden den Weg der Familie zu gehen und mich mit meiner Cousine in Kontakt zu setzen und mit dem Mädchen den Kontakt abzubrechen. Meine Cousine schien aber irgendwie doch kein Interesse zu haben, sie hat sich unklar ausgedrückt und schien Spielchen zu spielen, dafür hatte ich keinen Nerv. Die Sache mit ihr war erledigt.

Der Kontaktabbruch mit dem Mädchen war für sie, wie für mich gleichermaßen schwer. Lange Rede, kurzer Sinn: wir hielten es nicht lange aus und gingen wieder in Kontakt. Vor dem Kontaktabbruch hatte meine Mutter davon erfahren und war überhaupt nicht zufrieden damit, nicht der Religion wegen, der Nationalität wegen. Denn mittlerweile hat das Mädchen sich mehr mit dem Thema beschäftigt (ich bin öfters sicher gegangen, dass es nicht wegen mir ist, sondern sie es aus eigener Überzeugung macht und ich habe versucht überhaupt kein Druck zu machen und alles bei ihr selbst zu belassen); sie hat „Daraufhin wurde ich rechtgeleitet“ von al-Tidschani gelesen, hat sich Vorträge angehört über Schlüsselereignisse in der islamischen Geschichte und die Ahlulbayt und hat sich mit einer schiitischen Schwester in Kontakt gesetzt und viele Fragen gestellt. Sie sieht sich als Schiitin, aber hat natürlich noch einen weiten Weg vor sich. Sie nimmt die Religion wie gesagt ernst, sieht es nicht als etwas Relatives an und ist bestrebt immer weiter nach der Wahrheit zu suchen und ich bin, wie schon gesagt, sicher gegangen, dass sie es nicht für mich tut.

Meinen Eltern (mittlerweile hat meine ganze Familie davon Wind bekommen) ist das ziemlich egal, meiner Mutter nach wäre eine libanesische Sunnitin besser als irgendeine nicht-libanesische Schiitin. Meine Eltern denken, ich hätte den Kontakt mit ihr endgültig abgebrochen, nachdem ich in einigen Punkten die sie aufgebracht haben, mein Verständnis gezeigt habe. Ich bin immer noch mit ihr in Kontakt.

Das war eine kurze Zusammenfassung der letzten 7 Monate 

Selam Aleykum 

Ich kann deine Eltern garnicht nachvollziehen…

In einer Überlieferung heißt es, dass man jemand mit einem guten glaube und gutes Benehmen heiraten soll. Eine konvertierte praktizierende deutsche mit Benehmen sollte man eher heiraten als eine Sunni-Lebanesin mit nicht so guten Benehmen

 

Wenn du und ihr sicher seid, dass ihr heiraten wollt, dann macht eine Zeitehe. Dafür brauchst du aber die Erlaubnis ihres Waly. Das ist ihr Vater und wenn ihr Vater verstorben ist, dann ist es ihr Opa väterlicherseits. 
 

Die Regeln für Mut3a:

http://www.eslam.de/begriffe/z/zeitehe.htm

 

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