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Ich sehe mich nicht als guten Moslem an

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Geschrieben

Salam aleykum liebe Geschwister 

Ich möchte auf eine Sache eingehen vielleicht hat jemand von euch ein hadith oder dergleichen parat. Ich bin zwar religiös aufgewachsen und war eigentlich auch in den jungen Jahren dem Islam zugewandt. Jedoch vor allem in den letzten Jahren hab ich den Islam komplett ignoriert, habe nicht gebetet getrunken usw. Nun bin ich aber wieder zurück zum Islam und bete jeden Tag versuche mein Wissen auch zu erweitern nur das Problem ist, dass ich denke ich mache alles falsch. Ich denke ich bin falsch zu die Menschen ich bin heuchlerisch usw. Obwohl ich genau weiß, das Allah uns die Tür der Reue offen haltet aber ich bilde mir immer ein dass ich alles falsch mache Bezug auf Konversationen, Bezug auf Freunde das Freunde mir nicht verzeihen weil ich ein Witz über sie gemacht habe, was gar nicht schlimm ist eigentlich nur ich bin dann so tief in meinen Gedanken gefangen das ich denke er verzeiht mir nicht und wenn er mir nicht verzeiht dann wird Allah mir auch nicht verzeihen,obwohl der Freund nicht Mal mehr darüber nachdenkt weil der Witz wirklich harmlos war, oder ich diskutiere mit jemanden über Religion und denke ich bin immer falsch. Ich hoffe ihr versteht was ich meine und wäre sehr dankbar wenn mir jemand diesbezüglich helfen könnte oder auch so etwas schon erlebt hatte. Ist es weil ich wieder aktiv verusche dem Islam und Allah näher zu kommen das mir Shaytan versucht wegezubringen

Geschrieben

Salam alaikum,

es ist schonmal gut, dass du erkannt hast, dass der Shaytan dich von Allahs Weg abbringen möchte, denn das, was du schildest, hört sich nach Waswas (Einflüsterungen) an, die dich verunsichern, dir Energie rauben sollen, damit du wieder abkommst und zu deinem alten Leben zurückkehrst. Wann genau beginnt denn das Grübeln? Direkt nach der Situation oder meistens erst vor dem Schlafen gehen? Bei dem Grübeln ist es so, dass man sozusagen, jedes Mal, wenn man es macht, sein Gehirn darauf trainiert. Wie bekommst du es also weg? Indem du damit aufhörst. Das wird dir am Anfang natürlich schwer fallen, aber mit der Zeit wird es besser werden.

Wassalam

Geschrieben
  • Autor
vor 21 Stunden schrieb Naynawa:

Salam alaikum,

es ist schonmal gut, dass du erkannt hast, dass der Shaytan dich von Allahs Weg abbringen möchte, denn das, was du schildest, hört sich nach Waswas (Einflüsterungen) an, die dich verunsichern, dir Energie rauben sollen, damit du wieder abkommst und zu deinem alten Leben zurückkehrst. Wann genau beginnt denn das Grübeln? Direkt nach der Situation oder meistens erst vor dem Schlafen gehen? Bei dem Grübeln ist es so, dass man sozusagen, jedes Mal, wenn man es macht, sein Gehirn darauf trainiert. Wie bekommst du es also weg? Indem du damit aufhörst. Das wird dir am Anfang natürlich schwer fallen, aber mit der Zeit wird es besser werden.

Wassalam

Danke für die Antwort, aber meistens vor dem Schlafengehen oder halt nach ein paar Stunden wenn ich quasi alleine bin mit meinen Gedanken, also meinst einfach dagegen halten und sich nichts dabei denken

Geschrieben

Salam alaikum,

gibt es jemanden, dem du dich anvertrauen kannst? Wenn du Gedanken hast, die immer wieder kommen und dich nicht loslassen, dann hilft es sehr, wenn du mit jemandem darüber sprichst oder sie aufschreibst, z.B. in ein Tagebuch. Falls du die Sorge hast, dass es jemand lesen könnte, dann kannst du deine Gedanken auch am Laptop/Tablet abtippen und entweder speichern oder wieder löschen. Du kannst dabei versuchen die Gedanken oder Probleme zu analysieren, Lösungen zu überlegen, oder wenn dir etwas schlechtes passiert ist, dich selbst zu trösten usw. Probiere es mal aus. 

Wassalam

Geschrieben
  • Autor
vor 1 Stunde schrieb Naynawa:

Salam alaikum,

gibt es jemanden, dem du dich anvertrauen kannst? Wenn du Gedanken hast, die immer wieder kommen und dich nicht loslassen, dann hilft es sehr, wenn du mit jemandem darüber sprichst oder sie aufschreibst, z.B. in ein Tagebuch. Falls du die Sorge hast, dass es jemand lesen könnte, dann kannst du deine Gedanken auch am Laptop/Tablet abtippen und entweder speichern oder wieder löschen. Du kannst dabei versuchen die Gedanken oder Probleme zu analysieren, Lösungen zu überlegen, oder wenn dir etwas schlechtes passiert ist, dich selbst zu trösten usw. Probiere es mal aus. 

Wassalam

Salam aleykum

Ich werde es versuchen danke dir Allah soll dich segnen und dich belohnen mein bester für deine Zeit und Mühe :)

Geschrieben

Wa aleykum assalam wa rahmatullah

Was du beschreibst ist etwas, das viele aufrichtige Menschen erleben, wenn sie den Weg zurück zu Gott ernsthaft beginnen. Die Rückkehr zur Religion bringt nicht nur Licht mit sich, sondern auch Schatten. Nicht weil die Religion dunkel ist, sondern weil das Licht plötzlich Dinge sichtbar macht, die vorher im Innern verborgen waren.

Dass du dich selbst so kritisch siehst, ist kein Zeichen von Heuchelei, sondern ein Zeichen von Gewissen. Ein Herz das empfindet, das zweifelt, das sich sorgt ob es aufrichtig genug ist, das ist kein totes Herz. Es lebt. Und das ist bereits ein gewaltiger Fortschritt. Die Seele die nichts mehr spürt, ist in Gefahr. Die Seele die fragt und bereut, ist unterwegs.

Wenn ein Mensch beginnt, sich Allah zuzuwenden, wird er geprüft. Nicht immer mit äußerem Leid, sondern oft mit innerem Aufruhr. Zweifel, Unsicherheit, das Gefühl ungenügend zu sein. Das ist nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil, es ist sogar ein Zeichen dafür, dass du ernst genommen wirst. Shaytan hat wenig Interesse an jenen, die sich ihm ohnehin ergeben. Aber bei einem Diener der umkehrt, wird er unruhig.

Du beschreibst eine Form von innerer Überempfindlichkeit, das Gefühl alles falsch zu machen, auch wenn objektiv nichts Schlimmes passiert ist. Wenn ein Freund dir nicht böse ist, dann beruhige dein Herz. Allah ist barmherziger als jede Seele, die je vergeben hat. Er kennt deine Absicht, auch wenn deine Worte vielleicht nicht perfekt waren. Und falls du doch einmal jemanden verletzt hast, dann reicht oft ein ehrliches Wort, ein aufrichtiger Wunsch nach Wiedergutmachung. Wenn der Mensch vergibt, vergibt Allah erst recht. Und wenn der Mensch nicht vergibt, obwohl du dich bemüht hast, so bleibt dir dennoch Allahs Vergebung offen.

Die Selbstanklage, von der du sprichst, dieses permanente Gefühl nicht zu genügen, kann aus einer edlen Quelle stammen. Aber wenn es dich lähmt, wenn es dich vom Vertrauen auf Allahs Barmherzigkeit abhält, dann ist es nicht mehr spirituell. Dann ist es eine Falle. Und du darfst dich davon nicht fesseln lassen. Wahre Reue bringt Bewegung, Hoffnung, Demut. Nicht Angst, Erstarrung oder Verzweiflung.

Auch im Gebet, in Diskussionen, im Umgang mit Freunden wirst du Fehler machen. Jeder macht sie. Aber du darfst dich nicht selbst zu einem Richter machen, der härter mit dir umgeht als dein Schöpfer. Das Maß der Wahrheit ist nicht, ob du dich gut fühlst. Sondern ob du aufrichtig suchst.

Und ja, es ist kein Zufall, dass diese Gedanken gerade jetzt kommen, wo du dich wieder Allah näherst. Wenn du jahrelang entfernt warst und jetzt plötzlich beginnst regelmäßig zu beten, dein Leben zu reinigen, dein Herz zu öffnen, dann beginnt auch die Auseinandersetzung. Nicht mit anderen. Mit dir selbst. Und mit dem was dich vom Weg abbringen will.

Aber hab keine Angst davor. Denn du bist nicht allein in diesem inneren Kampf. Du bist nicht der Erste der so fühlt. Und solange du dich an Allah hältst, auch wenn du schwankst, auch wenn du fällst, wirst du niemals verloren sein.

 

Fang an, einfacher zu denken. Tu das Gute, bitte Allah um Vergebung. Wenn du fällst, steh wieder auf, vertraue Ihm. Und wenn du innerlich verwirrt bist, sprich es im Sujud aus. Der Boden kennt deine Tränen. Und Allah hört nicht nur deine Worte. Er hört auch das, was du nicht aussprechen kannst.

Bleib standhaft. Das Licht ist näher als du denkst.

Geschrieben
  • Autor

Salam aleykum,

Danke dir für deine Worte hat mir sehr geholfen und etwas beruhigt. Ich wünsche dir das Beste soll Allah dir jeden Wunsch erfüllen 

Geschrieben
vor 59 Minuten schrieb motari6:

Salam Alaykom liebe Brüder und Schwestern,

diese Anfrage oder dieser Artikel und die Antworten haben mich sehr nachdenklich gemacht.

Ich habe und ich schreibe das ganz bewußt sehr kontorverse Ansichten, die vielleicht nicht im Einklang mit der Shia stehen, jedoch bin ich anderer Meinung.

Ich bin vom Grundtyp nicht jemand der provoziert, es ist auch absolut keine Absicht von mir bewußt oder unbewußt zu provozieren, nur meine Meinung nach muss man und dazu stehe ich, jedes problem oder jede Sache komplett durchleuchten bevor man ein Meinunge abgibt.

Daher meine Meinung: @barl90

Kein Mensch und ich wiederhole mich nochmal, kein Mensch weiß ob er ein guter Muslim oder gute Muslima ist, einzig und allein ALLAH weiß und nur Allah entscheidet wer gut ist oder nicht.

Ich/Wir habe(n) absolut kein Recht, jemanden als guten Muslim oder schlechten Muslim aufzuteilen, das dürfen wir in keinster Weise. Damit würden wir uns als Richter bennen und das wäre aus meiner Sicht Blasphemie!

An barl90: Selbstanklage, etc ist nicht gut, bete einfach zu Allah, lese den heilligen Quran und ganz wichtig: erzähle es niemanden hier im Forum, selbst wenn es Dich bedrückt, denn Du weißt nicht wer sich hier im Forum bewegt. 

Ich habe seit Jahren einige Probleme, ich würde die hier nie schreiben, da ich einen Vertrag mit Allah gemacht habe in Form der Shaddaha und nicht mit einem Forumsmitglied und selbst wenn hier ein Hochgelehrter wäre würde ich mich nicht öffnen, da es mir bei meiner Konversion zum Islam ausdrücklich untersagt wurde, mit der Begründung, das jeder Mensch theoretisch das gegen Dich verwenden kann, nicht aber Allah, da er Dich liebt.

Und wenn jemand hier schreibt, du bist näher beim Licht, so hat er meiner Meinung nach kein Ahnung-> Tipp von mir: Licht bedeutet in einer anderen Sprache etwas, was hier konträr laufen würde.

 

Wa Alaikom Salam Wa Rahmatullah

 

 

Wa aleykum assalam wa rahmatullah wa barakatuh

Möge Allah unser aller Herzen reinigen und uns zur Wahrheit führen, nicht zur Wahrheit unseres Egos, sondern zur Wahrheit, die bei Ihm liegt.

Die Worte, die du zitiert hast, tragen eine Form von Sorge in sich, aber auch eine Spur von Stolz, verborgen in der Maske der Vorsicht. Es ist gut und wichtig, dass man achtsam ist, was man teilt. Aber wenn diese Achtsamkeit zu einem Urteil über andere wird, dann verlässt sie den Boden der Aufrichtigkeit.

Denn niemand in dieser Konversation hat sich zum Richter erhoben. Niemand hat über gut oder schlecht geurteilt. Was stattfand, war ein Moment der menschlichen Offenbarung, des Schmerzes, der Sehnsucht, und eine Antwort, die Trost, Licht und Aufrichtigkeit in sich trug, nicht Selbstverherrlichung.

Es ist eine große Krankheit unserer Zeit, dass wir die innere Not des anderen als Schwäche oder Risiko sehen, statt als Zeichen eines lebendigen Herzens. Wer einem Bruder rät zu schweigen, damit niemand seine Wunden sieht, der fürchtet nicht Allahs Blick, sondern den der Menschen. Aber das Herz wird nicht bei Allah heil, wenn es sich vor Ihm verschließt, aus Furcht vor den Zungen der Menschen.

Die Offenbarung der inneren Kämpfe war kein Ruf nach Urteil, sondern nach Mitgefühl.

Dass jemand schreibt: „Niemand weiß, ob er gut ist außer Allah“, ist wahr. Aber daraus zu schließen, man solle nichts mehr reflektieren, nichts mehr teilen, nichts mehr fragen, das ist wie ein Mensch, der sagt: „Nur der Arzt weiß, ob du krank bist, also rede nicht über deine Schmerzen.“

Der Weg zu Allah ist kein einsamer Pfad, auf dem man schweigend leidet. Es ist ein Weg mit Brüdern und Schwestern, mit Tränen, mit Gesprächen, mit Irrtümern, mit Offenbarungen. Der Prophet selbst hat geweint, geklagt, gefragt, sich anvertraut. Er hat gelehrt, dass das Herz, wenn es trauert, sprechen darf.

Und was das Licht betrifft: Wer das Licht auf eine fremde Sprache reduziert, ohne die Bedeutung des Herzens zu verstehen, hat das Licht nicht erkannt. Licht ist nicht nur eine Metapher. Es ist das, was Allah in die Brust des Gläubigen senkt, wenn Reue aufrichtig ist und der Blick zum Himmel sich hebt, während der Kopf sich zum Boden neigt. Das ist Licht. Und dieses Licht widerspricht keiner Sprache.

Wer Trost spendet, spricht nicht aus Arroganz. Und wer weint, klagt nicht über Allah, sondern sehnt sich nach Ihm.

Bruder, Schwester, wir alle tragen unsere Wunden. Aber Wunden, die im Namen Allahs offenbart werden, in Demut und Suche, sind keine Blöße. Es sind Tore zur Heilung.

Das Ziel ist nicht, hier in einem Forum eine Seele zu richten oder zu korrigieren. Das Ziel ist, gemeinsam zu wachsen. Wer sich öffnet, zeigt Mut. Und wer antwortet, zeigt Verantwortung. Möge Allah uns davor schützen, die Schwäche eines anderen gegen ihn zu wenden, und möge Er uns reinigen von jeder inneren Stimme, die unsere Zunge spaltet.

Denn die Zunge kann ein Schlüssel zum Herzen des anderen sein. Oder ein Messer.

Möge Allah deine Intention reinigen, deine Worte wiegen, deine Schritte führen. Und möge Er denjenigen, der kämpft, nicht allein lassen, auch wenn manche raten, still zu leiden. Denn Allah hat uns nicht erschaffen, um Masken zu tragen. Sondern um Ihn zu suchen. Gemeinsam.

Und wer Trost spendet, der ist nicht Richter. Sondern vielleicht, vielleicht ein Zeichen, dass Allah deine Tränen gesehen hat. Und jemandem erlaubt hat, sie mit Licht zu beantworten.

 

Bleib standhaft. Deine Suche ist edel. Und niemand kann sie dir nehmen @barl90

Was bleibt, ist Bittgebet. Für dich. Für mich. Für den Bruder, der sprach. Und für jeden, der verletzt wurde, weil er den Mut hatte, zu fühlen.

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