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Dialog vom Glauben (Iman) und Unglauben (Kufr)


Abu MJ
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Der Dialog von Glaube und Unglaube

 

Moderner: Ich habe einen langen Weg zurückgelegt, um diesen Dialog mit dir zu führen, und zwar über eine Sache, über die das Volk nach wie vor strittig geblieben ist. Und diese Sache ist die Führung. Ich habe gehört, dass du in dieser Sache seltene Ansichten und vernichtende Beweise hast, auch wenn ich das für übertrieben halte.

Ergebener: Ich danke dir für deine Ehrlichkeit.

Moderner: Nenne mir also die Beweise, die beweisen, dass die Führung in keiner anderen Weise, als durch die Designation einer speziellen Person durch Gott und Seinen zuverlässigen Gesandten erfolgt und nicht durch die Wahl der Gläubigen, wenn du von der Richtigkeit der Designation überzeugt bist.

Ergebener: Ja, das ist richtig. Ich bin von der Richtigkeit der Designation überzeugt und glaube, dass es falsch ist, wenn die Menschen einen Nachfolger des Propheten wählen.

Moderner: Wenn es so ist, dann nenne mir die Beweise.

Ergebener: Wozu die Eile? Möchtest du nicht erfahren, mit wem du Dialog führst?

Moderner: Es kümmert mich nicht, mit wem ich Dialog führe, sondern es kümmert mich, was derjenige sagt. Ich bin der Ansichten überdrüssig und des Streites müde geworden. Wenn in deinen Ansichten Gutes ist, dann will ich es annehmen, wenn nicht, dann nicht.

Ergebener: In irgendeiner Sache zur Wahrheit und zur Wirklichkeit geleitet zu werden, liegt in der Hand Gottes. Wenn Gott jemanden leiten mag, dann leitet er ihn, selbst dann, wenn der einsam und verlassen, alleine auf dem Gipfel eines Berges lebte. Gott leitet wen Er mag.

Moderner: Das ist richtig. Und doch weiß ich nicht, ob du das erwähnst, weil du bescheiden mit mir sein möchtest, oder weil du mich verspotten willst?

Ergebener: Ich erwähne das aus Bescheidenheit und zur Erinnerung daran, dass du die Leitung von Gott verlangst. Denn sie liegt allein in Seiner Hand und nicht in der Hand irgendeines seiner Geschöpfe.

Moderner: Diese Aussage ist nicht genau. Denn der Prophet leitet.

Ergebener: In dem Sinne, der uns betrifft leitet der Prophet nicht. Darüber sagte der erhabene Gott: „Unser ist gewiss die Leitung und Unser ist die Jüngste und die Erste.“ Und Er sagte: „Und nicht obliegt dir ihre Leitung.“ Und Er sagte: „Wahrlich, du leitest nicht wenn du lieb gewonnen hast.“ Derjenige, der sich für das Begehen irgendeines Weges entscheidet ist der Diener. Anschließend kommt der Führer, um ihn zu Ziel zu bringen. Deshalb wurde die Leitung des Propheten im Koran mit dem Weg verknüpft: „Und fürwahr, du leitest gewiss zu einem geraden Weg.“

Moderner: Du redest, als hättest du Gewissheit, dass du der Leitung folgst.

Ergebener: Der, der der Leitung folgt, weiß, dass er der Leitung folgt. Und der, der ihr nicht folgt, weiß nicht, ob er ihr folgt, oder nicht. Das ist schon in der Bezeichnung der beiden begründet.

Moderner: Eine gute Ausführung. Lass uns also annehmen, ich würde noch herumtasten. Was sind deine Beweise für den Gegenstand unserer Frage?

Ergebener: Die Beweise sind viele. Und ich glaube nicht, dass sie dir entgangen sein dürften. Jeder Leser hat seine eigene Art zu Lesen und jeder Hörer seine eigne Art die Dinge zu verstehen die er hört.

Moderner: Willst du damit sagen, dass die traditionellen und rationalen Beweise, die genannt werden ausreichend sind, ich sie jedoch in falscher und schlechter Form verstanden habe?!

Ergebener: Vielleicht!

Moderner: Hier irrst du dich aber. Das was von den Versen und Aussprüchen hier und dort tradiert ist, widerspricht anderem, das tradiert ist. Und das, was von den Ruhmestaten des Regenten erzählt wird, wird auch von anderen als ihm erzählt. Und die Diskussionen darüber sind ausschweifend und die Dispute noch nicht beendet.

Ergebener: Das ist natürlich! Denn Wahrheit und Falschheit befinden sich in einem Kampf. Die Wahrheit kennt darum ihre Beweise und die Falschheit ihre Ränke. Die Pflicht des Verständigen ist es, die Beweise von den Ränken zu unterscheiden. Denn wenn er sie alle für Beweise hält, dann hat er die Wahrheit in der Falschheit verloren. Und wenn er sie alle für Ränke hält, dann sitzt er der Falschheit auf, ohne die Wahrheit gefunden zu haben.

Moderner: Willst du sagen, dass es da Beweise gibt, die sich mit den Ränken vermischt haben und dass es Legenden gibt, die in Wirklichkeit Fallen, aber die ich nicht von einander zu trennen weiß?

Ergebener: Vielleicht! Denn das ist ein Teil der Natur des Kampfes. Wer darum behauptet, dass alles was uns erreicht hat Wahrheit ist, der ist dumm.

Moderner: Gut. Ich will mit dir gehen. Denn wenn einer wie betrogen bleibt, dann ist das eine Verschwörung, die größer ist, als wir uns das vorstellen können. Und denke nicht, dass ich diese Möglichkeit nicht einräume. Wenn ich mir da zwei tatsächliche Gruppen vorstelle, dann führt mich mein Verstand nicht zu jener Wahrheit und er klärt mich auch nicht über die Falschheit auf. Denn die Verse, Beweise und Aussprüche sind bei allen vorhanden und die Überlieferer sind die Überlieferer aller.

Ergebener: Du hast den Eindruck als hätten sie sich vermischt. Die Wahrheit und die Falschheit aber, vermischen sich niemals in der Realität. Die Schwäche liegt nicht in den Texten, sondern im Herzen, das dafür verantwortlich ist, dass sie sich im Verstand vermischen. Würden sich die Wahrheit und die Falschheit in der Realität vermischen, dann hätte der Gott keinen Beweisgrund wider die Schöpfung gehabt und Belohnung und Bestrafung wären hinfällig.

Moderner: Ich hab den Eindruck, du gibst mir immer noch Schuld.

Ergebener: Ich gebe zu, ich gebe dir immer noch Schuld. Denn es gibt da eine Sache, in der du mit mir einer Meinung darüber sein musst, dass es sich um ein göttliches Gesetz handelt, dass sich Gott denjenigen leiten muss, der sich Ihm zuwendet.

Moderner: Und woher weißt du, dass ich nicht der Leitung folge?

Ergebener: Wenn du der Leitung folgst, dann weißt du, dass du der Leitung folgst.

Moderner: Du denkst vielleicht, dass ich zu dir gekommen bin, damit du mich leitest. Das habe ich nicht gesagt. Ich kenne mich selbst – das Lob sei Gott – und weiß, dass ich fest an Gott glaube, an Seinen Gesandten und Sein Buch.

Ergebener: Und was für eine Beziehung hat der Glaube zur Leitung? Es kann sein, dass eine Person ein Gläubiger ist, der der Leitung, im selben Moment, nicht folgt. Der Erhabene sagt: „Und Ich bin wahrlich, ein Vielvergebender für den, der umkehrte und der glaubte und der Richtiges tat und der danach der Leitung folgte.“

Moderner: Gut. Ich sei also ein Irrender, oder ein Ungläubiger. Kannst du mir dann etwas Neues zum Thema sagen und dadurch mit mir streiten. Der Koran streitet ja auch mit den Ungläubigen.

Ergebener: Gott vergib! Gott vergib! Hätte ich dich für einen der Ungläubigen gehalten, ich hätte nicht mit dir diskutiert. Denn der Koran hat zu keiner Zeit mit ihnen diskutiert.

Moderner: Und was hat es dann mit den Diskussionen auf sich, die im Koran erwähnt werden? Und was ist mit den Gleichnissen, die der Koran geprägt hat? Für wen waren die gedacht?

Ergebener: Der erhabene Gott sagt: „Wahrlich, diejenigen, die ungläubig wurden, es ist gleich über sie, ob du sie warnst, oder ob du sie nicht warnst, sie glauben nicht.“ Ergo hat der Dialog mit ihnen keinen Erfolg. Und der Koran ist Leitung für diejenigen, die gläubig wurden und die Richtigen taten. „Und was diejenigen sind, in deren Herzen Krankheit ist, da mehrte es ihnen Sudel zu ihrem Sudel und sie starben und sie sind Nichtglaubende.“

Moderner: Das ist richtig. Aber du hast mir nicht geantwortet. Für wen waren die Gleichnisse gedacht? Und an wen richteten sich die Diskussionen?

Ergebener: Das waren Gruppen von den Beigesellenden, nicht den Ungläubigen.

Moderner: Ich unterschied die Beigesellenden bisher nicht von den Ungläubigen. Machst du einen Unterschied?

Ergebener: Ja. Jeder Ungläubige ist ein Beigesellender an Gott. Nicht jeder Beigesellende am Gehorsam Gottes jedoch ist ein Beigesellender an Gott, oder ein Ungläubiger. Der Beigesellende am Gehorsam Gottes ist dem Götzendiener gleich, der glaubt der Götzendienst sei ein Gehorsam an Gott. Wenn ihn der Prophet warnt, dann kann er glauben, oder aber auf seinem Götzendienst beharren und ungläubig werden. Dies sind die Irrenden, die Ratlosen, mit denen der Koran diskutiert und denen er Gleichnisse prägt.

Moderner: Wurde deshalb die Lossagung von den Beigesellenden erst am Ende der Mission des Propheten und nach der Einnahme Mekkas verkündet?!

Ergebener: Ja, sehr gut. Denn die Beweisgründe waren erbracht und die Argumente vollendet. „So sollen sie sich nicht nahen der verwehrten Niederwerfungsstelle, nach diesem ihrem Jahr.“

Moderner: Ich habe verstanden was der Beigesellende ist. Doch was ist der Ungläubige? Ist das der, der die Existenz Gottes ablehnt?

Ergebener: Niemand lehnt in wirklicher Hinsicht und wenn er mit sich selbst ehrlich bleibt die Existenz Gottes ab. Und diejenigen, die das vorgeben sind Lügner.

Moderner: Wie? Ist es denn nicht so, dass derjenige, der die Existenz Gottes bestreitet, tatsächlich fühlt, dass Er nicht existieren würde?

Ergebener: Ganz und gar nicht! Er ist ein Lügner. Er versucht den Dialog, von denen, die er Gott zu Teilhabern gemacht auf den einen Gott umzulenken. Er greift den Einen an, um vom Bekenntnis der Einheit loszukommen, wobei er Zweifel am Einen vorgibt.

Moderner: Ich höre jetzt einen neuen Begriff vom Ungläubigen. Sind denn da die Bemühungen der Philosophen einer Widerlegung der Skepsis der Leugner zwecklos gewesen?!

Ergebener: Möglicherweise haben sie den Glauben eines Gläubigen gefestigt und ihn gegen den Ungläubigen gerüstet. Doch einem Ungläubigen haben sie nichts genutzt und sie haben an der Sache an sich nichts verändert. Denn diese Diskussion war im Grunde gegenstandslos. Ihr eigentlich richtiger Gegenstand sind die Teilhaber.

Moderner: Aber die Koranverse liefern Beweise für die Existenz Gottes.

Ergebener: Die Aussage wäre richtig, hättest du gesagt: für die Einheit Gottes. Denn in Gott selbst ist kein Zweifel möglich. „Ihre Gesandten sagten: „Ist etwa Zweifel in Gott, dem Urheber der Himmel und der Erde?!“

Moderner: Angenommen, ich sagte, dass dieser Vers selbst ein Beweis für die Existenz Gottes sei, was sagst du dann?

Ergebener: Dieser Vers ist nicht zum Beweis für die Existenz Gottes, sondern zum Beweis dafür, dass diese Existenz ohne Zweifel ist. Ergo ist das, was keine Existenz besitzt der, der die Wirklichkeit der Existenz Gottes ablehnt. Ergo ist jeder, der die Existenz Gottes ablehnt ein Lügner.

Moderner: Kennst du etwa jemanden, der ein Ungläubiger ist und dennoch an die Existenz Gottes glaubt?

Ergebener: Gepriesen ist Gott! Wir alle kennen einen solchen.

Moderner: Und wen?

Ergebener: Es ist ein Mann von den Dämonen, der Meister der Ungläubigen, der Erste von ihnen und einer der zu Gott spricht: „Da bei Deiner Glorie, ich werde sie bestimmt alle verführen!“ Und er war ein Ungläubiger gewesen, derweil der erhabene Gott sagt: „Ausgenommen Iblīs, er weigerte sich, wurde hochmütig und er war einer der Ungläubigen.“

Moderner: Verzeih! Lass uns auf den Vers von eben zurückgehen und lass mich meine Frage anders formulieren. Ich meine: „Ist etwa ein Zweifel in Gott?!“ Signifiziert diese Stelle nicht die Existenz von jemandem, der an der Existenz Gottes zweifelt?“

Ergebener: Der Vers spricht nicht von dem, der zweifelt, sondern vom Zweifel selbst, nämlich davon, dass er nicht existiert. Das signifiziert die ablehnende Fragestellung. Ergo ist da, wenn kein Zweifel besteht ein keiner, der einen solchen trägt.

Der Zweifel fällt lediglich allein auf die Teilhaber. Der Vers nämlich, verneint die Teilhaber eben durch die Existenz Gottes, in dem Sinne nämlich, dass in dieser Existenz absolut kein Zweifel ist, da sie der Urgrund der Schöpfung ist. „Urheber der Himmel und der Erde.“ Und jeder Teilhaber fällt unweigerlich in den Bereich der Himmel und der Erde und ist somit ein Geschöpf gleich ihnen. Der Beweis dafür, dass es keinen Teilhaber gibt, ist damit erbracht, dass in Ihm selbst kein Zweifel möglich ist.

Gegenstand des Verses ist also das Einen, das Verneinen der Teilhaber und nicht die Feststellung der Existenz des Einen. Und nichts anderes haben die Bewohner der Erde verstanden: „Ihre Gesandten sagten zu ihnen: „Ist etwa Zweifel in Gott, dem Urheber der Himmel und der Erde?! Er ruft euch um euch zu vergeben von euren Sünden und euch hinauszuzögern zu einer genannten Frist.“ Sie sagten: „Ihr seid nichts als Wesen gleich uns. Ihr wollt uns abhalten von dem, was unsere Väter dienten. So kommt mit einer deutlichen Ermächtigung.“ Sie hatten also keinen Zweifel an Gott, sondern an der Mission der Gesandten. Und das ist es, was sie zu ihnen einen Vers weiter oben sagten: „Sie sagten: „Wahrlich, wir wurden ungläubig an dem, womit ihr gesandt wurdet und wir sind skeptisch im Zweifel über das, wozu ihr uns ruft.“ Um also ihren Zweifel darüber auszuräumen, dass Er nur ein einziger Gott ist, sagten ihre Gesandten zu ihnen: „Ist etwa ein Zweifel in Gott, dem Urheber der Himmel und der Erde.“ Und die Antwort ist: „Es ist kein Zweifel in Ihm.“ Denn wäre der Zweifel in ihm, dann gebe es keine Diskussion. Und als die Gesandten ihnen mit diesem Beweis kamen, sagten sie: „Ihr wollt uns abhalten von dem, was unsere Väter dienten.“ Und sie verlangten den Beweis von ihnen und sagten: „So kommt mit einer deutlichen Ermächtigung.“ Mit einen deutlichen, einem materiellen Beweis und nicht diesem rationalen Beweis. Da sagten ihre Gesandten, in dem darauffolgen Vers: „Und nicht wurde es uns, dass wir euch mit einer Ermächtigung kämen, ausgenommen mit Gottes Erlaubnis. Und auf Gott, da sollen die Gläubigen sich verlassen.“ Der, der zu Beginn im Verlass auf den rationalen Beweis gläubig wurde, der soll sich auf Gott verlassen, denn Der wird in der einen oder anderen Form leiten. Wenn der Zweifel jedoch in Gott gewesen wäre, dann hätte es einen derartigen Dialog und einen derartiger Rücksicht auf den Ausgang nicht gegeben.

Moderner: Findest du, dass diese Diskussion außerhalb unseres Gegenstandes liegt?

Ergebener: Ganz und gar nicht. Sie gehört zum Mark unseres Gegenstandes. Es wäre unmöglich mit der Diskussion fortzufahren solange Unstimmigkeiten über derart wichtige ideelle Begriffe zu derart wichtigen und substanziellen Elementen der Glaubensüberzeugung wie Glauben und Unglauben bestehen. Im Gegenteil, jede Frage, gleich wie weit entfernt sie von unserem Gegenstand auch zu sein scheint ist Teil unserer Diskussion, weil die Wirklichkeiten die das Sein und Gesetz betreffen sich alle einander vervollständigen und mit einander verknüpft sind.

Moderner: Das ist gut. Ich fange an diesem Verständnis von Beigesellen und Leugnen zugetan zu sein. Doch du hast mir bisher noch immer nicht verraten wer denn nun der Ungläubige ist?

Ergebener: Der Ungläubige ist der, der dem glorreichen Gott vorsätzlich und mit dem Ziel zum Ungehorsam, ungehorsam ist.

Moderner: Gepriesen ist Gott! Gott behüte! Da bleibt keiner übrig, der noch ein Gläubiger wäre. Wir alle sind Gott ungehorsam, wenngleich wir wissen, dass es Ungehorsam ist, verlangen wir dennoch danach.

Ergebener: Der Gläubige ist ungehorsam und der Ungläubige ist ungehorsam. Aber der Unterschied zwischen beiden ist der Unterschied der Gefährten des Gartens und der Gefährten des Feuers. Der Gläubige ist ungehorsam und er kehrt um und der Ungläubige kehrt nicht um. Der Gläubige bittet um Vergebung und der Ungläubige nicht. Der Gläubige bereut, aber der Ungläubige bereut nicht. Und der Prophet sagte: „Als Umkehr genügt Reue.“ Und der erhabene Gott sagte: „Gott liebt die häufig Umkehrenden.“ Der Bereuende ist ein Umkehrender und der Umkehrende ist geliebt von Gott. Der Gläubige kehrt sich zu Gott. Der Ungehorsam ist ihm ein unheiliges Mittel zu irdischem Zweck, dessen er sich bedient, ohne eine Interesse an diesem Mittel selbst zu finden, sondern ein zufälliges Ziel zu erreichen, wenn ihm die erlaubten Möglichkeiten versperrt sind. Der Ungläubige aber, verübt seinen Ungehorsam im Trachten nach diesem selbst. Der Ungehorsam ist ihm nicht mittel, sondern Zweck und Ziel. Er verübt seinen Ungehorsam im Aufbegehren gegen Gott. Er bleibt selbst dann ungehorsam, wenn der Ungehorsam als Mittel seinen Zweck überhaupt nicht erfüllt. Mehr noch, er wird selbst dann ungehorsam sein, wenn ihm sein Ungehorsam irdischen Schaden bringt. Denn ihm ist der Ungehorsam Mittel und Zweck zugleich. Sein Ziel ist denen gehorsam zu sein, die er Gott als Teilhaber zur Seite gestellt hat.

Moderner: Soll daraus verstanden werden, dass die Sache des Glaubens und des Unglaubens ganz von der Intention abhängig ist?

Ergebener: Voll und ganz. Der Gesandte Gottes sagte darüber ein Wort, das zu seinen universellen Aussagen zählt: „Die Taten sind nur durch ihre Vorsätze und jeder Person ist nur das, was sie vorsetzte.“ Deshalb ist der Schluss, den du gezogen hast nicht angebracht, wenn du sagst, dass wir alle ungehorsam seien. Denn die Definition beinhaltet nicht das Wissen, sondern die Absicht. Die ganze Definition für den Ungehorsam des Ungläubigen nämlich, sind nicht eine, sondern zwei Dinge, die die Absicht nachweisen: Zum Einen das Wissen davon, dass es sich um Ungehorsam handelt und zum Anderen die Orientierung der Tat am Ungehorsam selbst. Das Wissen allein reicht dafür nicht aus.

Moderner: Wie?

Ergebener: Wenn du mir befiehlst, nicht zu reisen, dann weiß ich, dass im Reisen Ungehorsam gegen deinen Befehl liegt. Wenn ich aber doch verreisen würde, um einen Zweck zu erfüllen, der mich persönlich angeht, dann reicht das nicht aus, um mir vorzuwerfen, ich hätte den Ungehorsam gegen dich bezweckt. Wenn ich jedoch kein anderes Ziel damit verfolgte, als gegen deinen Befehl ungehorsam zu sein, dann wäre das reine Absicht und Hochmut gegen deinen Befehl. Wenn du also sagst, dass wir begehren, dann stellt sich Frage, was wir begehren? Begehren wir irgendein Ziel, oder begehren wir den Ungehorsam selbst? Der Gläubige begeht Fehler, weil er durch sie irgendwelche vorübergehenden Ziele erreichen möchte. Aus diesem Grunde verdient er es, dass ihm Gott verzeiht, wenn Er mag. Dann nämlich, wenn der Gläubige umkehrt, bereut und nach Vergebung sucht. Denn er spürt den Makel und fühlt die Sünde. Und das bevor, während und nachdem er ungehorsam ist. Der Ungläubige aber, strebt nach dem Ungehorsam selbst. „Nicht würde Gott ihnen da vergeben und sie keinen Weg leiten.“

Moderner: Das Lob sei Gott für die Gunst der Vergebung! Berichte mir, ist es aus diesem Grunde und aufgrund dieser starken Trennung zwischen den beiden Spaltungen, möglich, dass Gott die Sünden allesamt vergibt?

Ergebener: Ja aus diesem Grunde. Und diese Formulierung richtet sich an die Diener (al-<Ibād) und nicht die Diener (al-<Abīd), nämlich in den Worten des Erhabenen, der sagte: „O Meine Diener – Yā <Ibādī – diejenigen, die ihr gegen eure Seelen maßlos ward, verzagt nicht am Erbarmen Gottes. Wahrlich, Gott vergibt die Sünden allesamt.“

Moderner: Ich sehe, dass du jetzt einen Unterschied zwischen den Dienern (al-<Ibād) und den Dienern (al-<Abīd) machst. Gehört das zu dem, was du Wortlautmethode nennst. Wenn ja, dann würde ich im Verlauf unseres Dialogs, ganz nebenbei mehr Beispiele dieser Art sehen.

Ergebener: Ja, so Gott mag, soll das passieren.

Moderner: Wo du gerade dabei bist, erkläre mir doch den Unterschied zwischen den Dienern (al-<Ibād) und den Dienern (al-<Abīd).

Ergebener: Die den Dienern (al-<Ibād) sind die Mehrzahl von Diener (<Abd). Sie sind diejenigen Diener, die Willens Diener sind, also aus freien Stücken und eigenem Verlangen folgen. Die Dienern (al-<Abīd) jedoch, sind diejenigen, die gegen ihren Willen Diener sind. Sie sind es nur deshalb, weil sie sich, so wie alles, nicht aus dem Griff Gottes befreien können. Sie sind also Diener wider Willen. Aus dem Gebrauch des Korans geht hervor, dass die Diener (al-<Ibād) Gläubige sind, während es sich bei den Dienern (al-<Abīd) um Ungläubige handelt.

Moderner: Das ist wirklich sehr interessant. Und wenn die Zeugnisse und Anwendungen das präzise bestätigen, dann ändert sich mit Sicherheit der Verlauf der Exegese aller Stellen des Korantextes in denen diese beiden Ausdrücke auftauchen.

Ergebener: Du verstehst mich richtig. Ich bitte Gott, dass Er Erfolg verleiht. Die Zeugnisse und Anwendungen bestätigen diesen Schluss tatsächlich. Nachfolgend will ich dir das anhand der infrage kommenden Koranstellen verdeutlichen. Die Verwendung des Korans vom Ausdruck der Dienern (al-<Ibād) macht deutlich, dass es sich bei ihnen um eine Gruppe Gläubiger handelt. Das geschieht in folgenden Stellen des Korantextes:

1. „Wahrlich die Erde gehört Gott. Er vererbt sie, an wen Er mag, von seinen Dienern – Min <Ibādihī.“

2. „Die Gärten Eden, die der Allerbarmer versprach Seinen Dienern – <Ibadāhū – im Verborgenen.“

3. „Er wirft den Geist von Seinem Befehl über wen Er mag von Seinen Dienern – Min <Ibādihī.“

4. „Wahrlich, Meine Diener – <Ibādī -, nicht hast du Macht über sie.“

5. „Und sie kehrten sich zu Gott. Ihnen ist die Verkündung. So verkünde Meinen Diener – <Ibādi.“

6. „O Meine Diener – <Ibādī – keine Furcht über euch heute und ihr sollt nicht trauern.“

7. „Ausgenommen die Diener Gottes – <Ibādallāhi – die Geläuterten.“

8. „Dass ihr mir übergebet die die Diener Gottes – <Ibādallāhi .“

9. „Wahrlich, er ist von unseren Dienern – <Ibādinā –, den Gläubigen.“

10. „Da fanden sie beide einen Diener unserer Diener – <Ibādinā –, dem Wir gaben ein Erbarmen von Uns her.“

11. „Sag zu Meinen Dienern – <Ibādī –, dass sie das sagen sollen, welches das Schönere ist.“

12. „Und Wir offenbarten zu Moses, dass du ziehen sollst mit Meinen Dienern – Bi-<Ibādī – wahrlich, ihr seid Verfolgte.“

13. „Da gehe unter Meine Diener – Fī <Ibādī – und geh in Meinen Garten.“

Diese 19 Verse sind nur exemplarische Beispiele aus ganzen 96 Stellen des Wortlautes im Korantext. Was aber den Wortlaut Diener (al-<Abīd) angeht, so taucht dieser nur fünf Mal im Kontext des Korans auf. In jedem dieser Fälle bezieht er sich, wie du dich selbst überzeugen kannst, auf den Unglauben:

1. Solches ist, durch was eure Hände vorausgeschickt haben und, dass Gott kein extrem Unrechttunender gegen die Diener (al-<Abīd) ist.“

2. „Und dein Herr ist kein extrem Unrechttunender gegen die Diener (al-<Abīd) ist.“

3. „Und Ich bin kein extrem Unrechttunender gegen die Diener (al-<Abīd) ist.“

Die Verse sind zeitlich mit der Bestrafung verknüpft, was durch ihre Prämissen deutlich gemacht wird. Sie beziehen sich also auf diejenigen, die der Bestrafung nicht mehr entkommen. Und das sind die Ungläubigen.

Moderner: Das ist wirklich gut. Aber könnte man diesen Schluss nicht auch daraus ziehen, dass der Wortlaut Diener (<Ibād) stets in Verbindung mit dem Wort Gott, oder dem Personalpronomen Gottes steht, während das auf den Wortlaut Diener (<Abīd) nicht zutrifft?

Ergebener: Was den Wortlaut des Korans angeht, so muss jedes Detail berücksichtigt werden. Nur dann kann man präzise Ergebnisse erzielen. Das ist generell richtig. Der Unterschied dieser beiden Wortlaute aber, liegt hier nicht in diesem Umstand verborgen. Denn Gott hätte an allen fünf Stellen auch den Wortlaut Diener (<Ibād) verwenden können. Doch gerade weil Er an allen fünf Stellen einen anderen Wortlaut verwendet, zeigt uns das, dass es sich um eine von der Menge Diener (<Ibād) verschiedene Gruppe von Personen handelt.

Moderner: Warum aber, führst du keine Stellen der Diener (<Ibād) an, in denen es keine Verbindung mit dem Wort Gott gibt? Die Ergebnisse wären doch präziser und eine Widerrede wäre dann von vornherein ausgeschlossen.

Ergebener: Das ist möglich. Aber jeder Vers verlangte dann eine neue Erklärung. Und da jede Stelle mit anderen Wortlauten verbunden ist, legte sie neue Geheimnisse frei die gewisse Vorstellungen und Götzen zu Fall brächten. Und die Diskussion – auch wenn du es nicht bemerkt hast – erstreckt sich sowieso auch auf das den Genitiv regierende Wort.

Moderner: Wie?

Ergebener: Zum Beispiel im Wort des erhabenen Gottes: „Tut, o Familie David, Dank. Und wenige von Meinen Dienern sind die Dankbaren.“ Man könnte jetzt annehmen, dass sei eine Stelle an der die Diener (<Ibād) getadelt würden, weil nämlich nur wenige von ihnen, die Dankbaren sind. Die Definition, dass es sich bei den Dienern (<Ibād) nur um Gläubige handeln kann, kann angenommen werden, sei falsch, sondern es handle sich bei ihnen, so wie die Exegeten sagen, nur um eine Gesamtheit von Leuten.

Moderner: Ich finde es schön, dass du deinen eigenen Ergebnissen widersprichst. Und was wäre die Antwort?

Ergebener: Die Antwort ist die, dass die Dankbarkeit ein extrem hoher Grad des Glaubens ist. Diesen Grad erlangen nur die Souveräne unter den gläubigen Dienern (<Ibād). Das ist es, was Gott in dem Befehl an die Familie David zum Ausdruck bringt und Er verlangt von niemandem etwas, was er nicht vermocht ist, sondern weil Er um ihr Vermögen dazu weiß, möchte Er sie auf diesen Rang erhöhen.

Moderner: Und was ist der Beweis dafür, dass der Dank eine sehr hohe Stufe des Glaubens ist?

Ergebener: Das Wort Gottes über Noah: „Wahrlich, er war ein dankbarer Diener.“ In dem Moment da Er den Wortlaut Diener (<Abd) im Singular als eine Eigenschaft eines Mannes bringt, ist es möglich, dass der Dank des willigen oder unwilligen Dieners geschieht, da der Wortlaut alle Menschen als Diener Gottes einfasst. Da aber Noah durch ihn beschrieben wird, der zu den gehorsamen Souveränen gehört, signifiziert das, dass dieser Diener (nämlich Noah), auf einer der höchsten Stufen des Glaubens steht. Deshalb ist es korrekt zu sagen, dass er ein dankbarer Diener Gottes ist. Dieser Stufe ist von der Seite der Anderen der Gipfelgrad der ungläubigen Diener (al-<Abīd) entgegengesetzt. Und auch das zeigt, dass es sich hierbei um einen sehr hohen Grad des Glaubens handelt. Denn es ist nicht anzunehmen, dass der erhabene Gott Noah in einer solchen Weise herabsetzen würde, ihn durch etwas auszuzeichnen, was ihn auf das herkömmliche Niveau der Gläubigen herab bringen sollte. Dieses Ergebnis jedenfalls, erzielten wir, wollten wir die Eigenschaften in der Form verstehen, die sich aufdrängt, folgte man dem konventionellen Verständnis der Exegeten. Der Wortlaut Dankbarer (Šakūr) bringt Noah nicht nur in die Gruppe der Gläubigen ein, sondern, sondern zeichnet ihn unter allen von ihnen aus. Die Worte Gottes: „Und wenige von Meinen Dienern sind die Dankbaren“, bedeutet demnach, dass wenige der Gläubigen Dankbare sind. Das entspricht präzise dem, was wir von den Dienern (<Ibād) gesagt haben.

Moderner: Es gibt da ein Vers, der mich dazu ermuntert, von dem was du sagst überzeugt zu sein. Und zwar die Worte des Erhabenen zu Iblīs: „Wahrlich, Meine Diener (<Ibādī), keine Macht ist dir über sie.“ Dieses Wort verlangt eine gewisse Regelmäßigkeit. Wo immer der Wortlaut wiederkehrt, werden diejenigen gemeint sein, über die der Satan keine Macht hat. Das sind die Gläubigen in Wahrheit.

Ergebener: Sehr gut. Jetzt bist du im Besitz einer stabilen Gesetzmäßigkeit und nicht nur einer bloßen Idee oder einer Auslegung, die ein anderer durch eine andere Auslegung zunichte machen kann. Es ist eine Gesetzmäßigkeit, die deren Konsequenz dich durch den ganzen Koran begleitet. Wo immer der Wortlaut Meine Diener (<Ibādī) auftaucht, werden die Gläubigen und nicht die Ungläubigen gemeint sind.

Moderner: An diesem Punkt würde ich gerne erfahren, wo zwischen diesen beiden Wortlauten die Beigesellenden stehen.

Ergebener: Wenn du die Beigesellenden meinst, die keine Ungläubigen sind, so sind diese Teil der Diener (al-<Ibād), ohne jede Relation und Beschreibung.

Moderner: Das ist eine neue und seltsame Definition. Hatten wir uns nicht darauf geeinigt, dass die Diener (al-<Ibād) Gläubige sind?

Ergebener: Wir haben uns darauf geeinigt, dass alle an Gott glauben, wenn damit gemeint ist, dass sie von der Existenz Gottes überzeugt sind. Wir haben uns auch darauf geeinigt, dass der Ungläubige im Aufbegehren gegen Gott den Ungehorsam selbst anstrebt, wobei uns Iblīs als Gleichnis diente.

Moderner: Ja, aber jetzt geraten die Dinge durcheinander. Der Beigesellende und der Gläubige stehen jetzt auf einer Seite im Wortlaut der Diener (al-<Ibād), wenngleich der Beigesellende eher auf der Seite der Ungläubigen im Wortlaut der Diener (al-<Abīd) stehen sollte.

Ergebener: Warum tust du dem Beigesellenden Unrecht? Der Beigesellende, der noch kein Ungläubiger ist, ist ein Irrender und Ratloser, der den Weg verloren hat, ohne gegen Gott aufbegehrt zu haben und gegen ihn hochmütig geworden zu sein. Im Gegenteil, war es sein Bestreben gewesen Gott zu dienen, wenngleich er, in dem Glauben, dass er damit Gott dienen würde, anderem mit oder neben Gott gedient hat. Deshalb steht er nicht auf der Seite der Ungläubigen. Der Unterschied ist der Unterschied zwischen den beiden Klassen, die Imām <Alī beschreibt: „Der, der die Wahrheit suchte, aber verfehlte, ist nicht gleich dem, der die Falschheit suchte und sie fand.“

Moderner: In welchem Verhältnis stehen die Beigesellenden zu den Gläubigen in Wahrheit, die in dem Wortlaut der Diener (al-<Ibād) zusammengefasst sind?

Ergebener: Die Beigesellenden sind die Mehrheit.

Moderner: Das ist erstaunlich! Und was ist der Beweis dafür?

Ergebener: Das Wort Gottes: „Und nicht glauben die Meisten von ihnen an Gott, ausgenommen sie sind Beigesellende.“

Moderner: Du hast erwähnt, dass der Beigesellende ein Irrender ist. Bedeutet die Verflochtenheit der Wortlaute dann nicht, dass ein Teil der Gläubigen Irrende sind?

Ergebener: Ja, das Irren ist der Gegensatz der Leitung. Der Gläubige ist demnach entweder ein Irrender, oder einer, der der Leitung folgt. Der Beigesellende aber, ist immer ein Irrender. Und der Gegensatz, mit dem sich der Glaube nicht vereinbaren lässt, ist der Unglaube, aber nicht das Irren. Dieses lässt sich durchaus mit dem Glauben vereinbaren.

Moderner: Und der Ungläubige?

Ergebener: Der Ungläubige ist ein vorsätzlich Irrender. Und er ist ein Urechttuender.

Moderner: Gibt es im Buch Gottes nichts, was den Unterschied zwischen dem Glauben und der Leitung signifiziert und zeigt, dass die Leitung vom Glauben verschieden ist?

Ergebener: Diese Wortlaute und Eigenschaften besitzen Grade und Grenzen in der Anzahl der Geschöpfe. Wir suchen die Grenzen zwischen diesen Eigenschaften und nicht den Graden und auch nicht den miteinander verschachtelten Punkten, denn sie alle zeigen sich gleichermaßen in den Definitionen der Grenzen. Ja, es gibt da das Wort Gottes: „Und Ich bin wahrlich, ein Vielvergebender für den, der umkehrte und der glaubte und der Richtiges tat und der danach der Leitung folgte.“ Demnach gibt es da auch solchen einen, der umkehrte und der glaubte und der Richtiges tat, aber der Leitung nicht folgte und der darum ein irrender Gläubiger ist.

Moderner: Erfasst das Vergeben diesen Gläubigen denn nicht auch?

Ergebener: Wenn das Irren in die Grenzen des Beigesellens reicht, dann wird er für Maß des Beigesellens zu Verantwortung gezogen werden. Denn Gott sagt: „Gott vergibt nicht, dass ihm etwas beigesellt wird. Und Er vergibt, was außer dem ist, wem Er mag.“

Moderner: Gott ist größer! Möchtest du damit sagen, dass der Betreffende für das Beigesellen auf jeden Fall zu Rechenschaft gezogen wird, während anderen auch ohne eine solche Rechenschaft vergeben wird, nicht aber, dass dem Betreffenden niemals vergeben werden wird und er unbedingt in Ğahannam kommt.

Ergebener: Ja, der Vers ist doch sehr viel deutlicher als unsere Erklärungen zu ihm. Denn da heißt es: „Vergibt nicht, dass Ihm etwas beigesellt wird“, und nicht: „Vergibt dem nicht, der Ihm etwas beigesellt.“ Denn der, der beigesellte, besitzt auch Sünden, die unter dem Beigesellen liegen und die Gott ihm vergeben kann, wenn Er mag.

Moderner: Bei Gott, bis jetzt habe ich diesen Vers nicht mit einer solchen Genauigkeit betrachtet. Bedeuten deine letzten Worte, dass Gott das, was geringer ist als das Beigesellen, selbst dann vergibt, wenn es von derselben Person verübt wurde?

Ergebener: Mehr noch ist genau das, was die Wortlaute in ihrer besonderen Verbindung meinen: „Wem Er mag.“ Wenn die Sache so präzise für einen definiert ist, dann weißt du auch, wie die Abrechnung der Gesamtheit ausfällt und verstehst du auch, wie die Grenzen der Vergebung verlaufen.

Moderner: Ist das der Grund dafür, dass der Ausdruck der Intensivierung (Ġaffār) in Verbindung mit verwendet wird, der der Leitung folgt?

Ergebener: Natürlich. Man kann doch den, der glaubte und das Richtige tat nicht mit dem gleich stellen, der glaubte, das Richtige tat und der Leitung folgte! Dem Letzteren ist Er Allvergebender (Ġaffār) und dem Ersteren ist Er Vergebender (Ġāfir). Denn mit der Religion des Ersten ist Er absolut zufrieden, da dieser ein Gläubiger ist, der der Leitung folgt.

Moderner: Das Volk des Noah war ein Volk von Ungläubigen. Wie geht es dann an, dass Er in der Anrede dieses Volkes die Intensivform verwendet? Er sagt: „Bittet euren Herrn um Vergebung, wahrlich Er war ein Allvergebender.“

Ergebener: Jemand wie du sollte diesen Einwand aber nicht haben. Denn das ist die Anrede eines Propheten an sein Volk. Diese Rede ist generell und verkündet die Wirklichkeit einer der Eigenschaften Gottes. Dabei verwendet er (der Prophet Noah) die oberste und nicht die unterste Grenze mit dem Befehl um Vergebung zu bitten. Es dürfte aber klar sein, dass nur der Gläubige um Vergebung bittet, der mit Ehrfurcht erfüllt ist und seine Sache Gott überlässt, und ein solcher wird – so oder so – der Leitung folgen. Und Er (Gott) war Allvergebend mit dem, der den Ruf des Noah erhörte. Und das war die Minderheit in seinem Volk, die mit Noah auf der Arche gerettet wurde.

Moderner: Das habe ich verstanden. Aber erkläre mir, warum Gott das Beigesellen nicht vergibt, wenn dieses – wie du sagst – doch nicht – wie der Unglaube – in Widerspenstigkeit verübt wurde?

Ergebener: Das ist so, weil das Beigesellen im Widerspruch zum Verstand steht. Wer etwas beigesellt gleicht dem, der sich selbst um seinen Verstand betrügt. Folglich wird ihm die Sache, in der er beigesellte nicht vergeben werden. Denn er hat sich in ihr um seinen Verstand betrogen, in ihr seinen Verstand, den ihm Gott verliehen hat, nicht benutzt. Aus diesem Grunde muss er Rechenschaft für sein Beigesellen ablegen.

 

(Fortsetzung folgt....)

 

________________________________

 

Kor: 92 (al-Layl), 12.

Kor: 2 (al-Bakara), 272.

Kor: 28 (al-Kasas), 56.

Kor: 42 (aš-Šūrā), 52.

Kor: 20 (Dtā-Hā), 82.

Kor: 2 (al-Bakara), 7.

Kor: 9 (at-Tawba), 125.

Kor: 9 (at-Tawba), 28.

Kor: 14 (Ibrāhīm), 10.

Kor: 38 (Sād), 82.

Kor: 2 (al-Bakara), 30-33.

Kor: 14 (Ibrāhīm), 10.

Kor: 14 (Ibrāhīm), 9.

Kor: 14 (Ibrāhīm), 10.

Kor: 14 (Ibrāhīm), 10.

Kor: 14 (Ibrāhīm), 11.

 

….

Vgl. ….

Kor: 4 (an-Nisā΄), 168.

Kor: 39 (az-Zumar), 53.

Kor: 7 (al-A<rāf), 128.

Kor: 19 (Maryam), 61.

Kor: 40 (Ġāfir), 15.

Kor: 15 (al-Hiğr), 42.

Kor: 39 (az-Zumar), 17.

Kor: 43 (az-Zukhruf), 68.

Kor: 37 (as-Sāffāt), 39, 73.

Kor: 44 (ad-Dukhān), 18.

Kor: 37 (as-Sāffāt), 40, 74, 128, 160.

Kor: 18 (al-Kahf), 65.

Kor: 17 (al-Isrā´), 52.

Kor: 26 (aš-Šu<arā΄), 52.

Kor: 89 (al-Fağr), 29.

Kor: 3 (Āli <Imrān), 182; 8 (al-Anfāl), 51; 22 (al-Hağğ), 10.

Kor: 41 (Fussilat), 46.

Kor: 50 (Kāf), 29.

Kor: 34 (Saba´), 13.

Kor: 17 (al-Isrā΄), 3.

Kor: 34 (Saba´), 13.

Kor: 15 (al-Hiğr), 42.

Vgl. ….

Kor: 12 (Yūsuf), 106.

Kor: 20 (Dtā-Hā), 82.

Kor: 4 (an-Nisā´), 48.

Kor: 4 (an-Nisā´), 48.

Kor: 71 (Nūh), 10.

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Hossein al-Neyshaburi

#rose#

ahsant, sehr schöner Text!

 

2 Punkte:

 

1. Wieso hast du alles übersetzt außer das Wort Ğahannam?

 

2.

 

Der Dialog von Glaube und Unglaube

 

...

Ergebener: Natürlich. Man kann doch den, der glaubte und das Richtige tat mit dem gleich stellen, der glaubte, das Richtige tat und der Leitung folgte! Dem Letzteren ist Er Allvergebender (Ġaffār) und dem Ersteren ist Er Vergebender (Ġāfir). Denn mit der Religion des Ersten ist Er absolut zufrieden, da dieser ein Gläubiger ist, der der Leitung folgt.

...

 

Hier hast du das Wort "nicht" vergessen, oder?

 

Hossein

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#bismillah#

ahsant, sehr schöner Text!

 

2 Punkte:

 

1. Wieso hast du alles übersetzt außer das Wort Ğahannam?

 

2.

 

 

 

Hier hast du das Wort "nicht" vergessen, oder?

 

Hossein

 

Lieber Bruder. Es ist erfreulich, dass Du den Text aufmerksam gelesen hast. Ja, ich habe das Wort "nicht" vergessen. Es ist schön, dass Du mich informierst und ich werde, so Gott mag, diesen Fehler gleich korrigieren.

Ich habe das Wort Ğahannam nicht übersetzt, weil ich mich bisher für keine Übersetzung entscheiden konnte. Hast Du einen Vorschlag?

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