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Erläuterung einer Überlieferung über Riya'


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#bismillah#

 

Die Scheinheiligkeit (Riya')

 

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(Basierend auf der Autorität der oben erwähnten Überlieferer), berichtet Yazid ibn Khalifah von Imam al-Sadiq (a.), dass er sagte: "Riya' in irgendeiner ihrer Formen zählt zu Shirk (Polytheismus); wahrlich, jener der für die Leute arbeitet, dessen Lohn liegt bei ihnen, und jener, der für Allah arbeitet, dessen Lohn liegt bei Allah." [1]

 

Riya' liegt darin, die guten Taten oder die guten Eigenschaften oder die richtigen gerechten Meinungen, den Leuten aus Angeberei zu zeigen, um guten Ruf und Berühmtheit bei den Leuten zu erhalten, damit man als guter, frommer, richtiger, gerechter, gläubiger Mensch betrachtet wird, ohne wirklich die richtige Absicht, um Allahs Willen, zu haben. Es hat verschiedene Arten und Stufen.

 

Die erste Art besteht aus zwei Stufen:

 

1. Bei der ersten Stufe stellt ein Mensch seinen religiösen Glauben dar, und zeigt sein Wissen über die religiösen Lehren, um sich selbst als eine aufrichtige Person in den Augen der Leute darzustellen, um ihr Vertrauen und ihren Respekt zu erhalten. Solch ein Mensch versucht sein Vertrauen in Allah und Seine Macht zu zeigen, dadurch, dass er sagt, dass er an kein anderes Wesen außer Ihm glaubt. Er versucht ebenfalls, sich selbst als einen standhaften Gläubigen zu präsentieren durch verschiedene Mittel, vor allem dadurch, dass er angibt, er sei von nichts abhängig außer von Allah. Oder ein Mensch, der durch seine Gesten und Äußerungen sich selbst als einen treuen Anhänger des wahren Glaubens darstellt, und das ist eine bekanntere Form der Riya', als die erste. Zum Beispiel, wenn über das Vertrauen in Allah oder der Unterwerfung zu Seinem Willen diskutiert wird, so schüttelt er seinen Kopf (als Bejahung) mit einem Seufzen, und das täuscht die Leute, so dass sie den Eindruck haben, er gehöre zu den treuen Gläubigen.

 

2. Die zweite Stufe auf dem Wege der Riya' wird von jenen vertreten, welche einen falschen Glauben aus ihren Herzen löschen, und durch solch eine Reinigung wollen sie Macht und Respekt unter den Leuten erlangen; manchmal sprechen sie offen über ihren Glauben, manchmal aber machen sie auch eine geheime Darstellung ihrer Reinheit.

 

Die zweite Art besteht ebenfalls aus zwei Stufen:

 

1. In der ersten Stufe stellt der Mensch seine Frömmigkeit und seine rechtschaffenen Taten dar.

 

2. In der zweiten Stufe gibt man vor, man habe die Widersprüche zur Frömmigkeit und Tugend beseitigt und benimmt sich so, als wäre man frei von allen Untugenden, und das Ziel von all dem ist, das Vertrauen anderer zu erlangen.

 

Die dritte Art der Riya', welche nach den Fuqaha' als offenkundig erachtet wird, besteht ebenfalls aus zwei Stufen:

 

1. Die erste Stufe ist gekennzeichnet durch die Ausführung der vorgeschriebenen Formen der Frömmigkeit, Gebete und guten Taten vor anderen Menschen, mit der Absicht, dessen guten Eigenschaften und lobenswerten Gewohnheiten vorzuzeigen, oder durch seine Haltung, wie (zum Beispiel) ein Mensch, der sich strikt an die religiösen Anordnungen hält und demzufolge (geschieht) das mit der Absicht, die Herzen der Leute zu erobern und die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken. Solche Handlungen, ob sie komplett oder teilweise mit Riya' verrichtet werden, um anderen zu gefallen, werden in den Büchern des Fiqh behandelt.

 

2. Bei der zweiten Stufe enthält man sich von schlechten Taten nur zwecks Riya'.

 

Riya' im Glauben oder der Überzeugung:

 

Bedenke, dass Heuchelei im religiösen Glauben die schlimmste Art der Heuchelei ist; deren Strafe ist ebenfalls die größte und deren schlechter Einfluss ist weitaus größer und gefährlicher als jener der anderen Arten der Heuchelei.

 

Wenn jemand der von dieser Sünde betroffen ist, nicht tatsächlich an jene Ansichten glaubt, die er vorgibt zu glauben, so zählt er zu den Munafiqun (Heuchlern), deren (Aufenthalts-)Ort das Feuer ist, und er ist verloren in ewiger Verdammung und seine Strafe ist die schwerste aller Strafen. Aber wenn er daran glaubt und er (nur) damit prahlt, um die Herzen der Leute zu gewinnen und um weltliche Ehre und Erhabenheit zu erlangen, so zählt er nicht zu den Munafiqun.

 

Diese Art der Heuchelei führt (eher) dazu, dass das Licht des Glaubens aus seinem Herzen erlischt und die Dunkelheit der Treulosigkeit und des Unglaubens seinem Herzen beiwohnt. Denn im ersten Fall begeht diese Person Polytheismus (Shirk) von der versteckten Form; während sein religiöser Glaube und seine Handlungen bloß für Allah und Seine heiliges Wesen sein sollten, (daher) ist er sich schuldbewusst über das Begehen der Sünde, sie für andere zu machen und daher lässt er sie Anteil (daran) haben, was eigentlich nur für Ihn (Allah) sein sollte.

 

Auf diese Art, gesellt er Allah Partner bei und gibt dem Teufel die Erlaubnis, in seinem Herzen beizuwohnen, so als würde es nicht Allah gehören. Es wurde erwähnt, dass Glaube von der Fülle des Herzens entspringt und bei dieser Angelegenheit reicht nicht einfach allgemeines Wissen aus. Es wurde in der Überlieferung angeführt, dass jegliche Art von Riya' Polytheismus ist, jedoch führt dieses Laster, diese schreckliche Gräueltat, diese verborgene Grausamkeit (gegenüber dem eigenen Ich), und diese teuflische Gewohnheit dazu, dass die guten Taten zunichte gehen und das Reich des Herzens jemand anderem ausgehändigt wird als Allah.

 

Die Dunkelheit dieser Laster bringt einen dazu, diese Welt als ein Ungläubiger (in Allah) zu verlassen, und der geheuchelte Glaube, den man angenommen hatte, weist nichts anderes auf, als einen sinnlosen und leeren Stand; (es ist gleich) einem Körper ohne Seele und einem Schädel ohne Gehirn; und es wird in keinster Weise von Allah akzeptiert. Diese Tatsache wird durch eine Überlieferung aus al-Kafi bekräftigt, überliefert von Ali ibn Salim:

 

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Der Überlieferer dieser Überlieferung erzählt, dass er von Imam al-Sadiq (a.) hörte, dass er sagte, dass Allah, der Allmächtige, sprach: "Ich bin der beste aller Freunde; jemand, der Mir bei irgendwelchen Angelegenheiten einen Partner beigesellt, dessen Taten werden von Mir nicht angenommen. Ich akzeptiere lediglich jene Taten, die bloß um Meinetwillen verrichtet wurden." [2]

 

Demzufolge ist es klar, dass wenn die spirituellen Taten (des Herzens) nicht mit aufrichtigem Herzen verrichtet werden, sie weder Aufmerksamkeit vom Allmächtigen erhalten, noch diese von Ihm anerkannt werden, und sie werden demjenigen Partner gutgeschrieben, um dessen Willen er sie vollzogen hat.

 

Von daher übertreten die spirituellen Taten, welche für jemand anderen außer für Allah verrichtet wurden, die Grenzen des Polytheismus und gelangen in den Bereich des Kufr (Unglaubens). Es sollte eben so gesagt werden, dass der Vollzieher solcher verfälschter Taten als einer von den Munafiqun erachtet wird.

 

Wenn sein Polytheismus nicht erkennbar ist, so ist dessen Heuchelei ebenfalls verborgen. Er, der arme Bursche, betrachtet sich selbst als einen Gläubigen, wobei er in Wirklichkeit ein Götzendiener ist, und er ist dazu verdammt, die Strafe, welche für die Munafiqun (vorgeschrieben ist), zu spüren. Wie bemitleidenswert die Notlage von einem ist, dessen guten Taten sich in Nifaq auflösen.

 

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[1] Usul al-Kafi, Bd. 2, S. 402

[2] Usul al-Kafi, Bd. 2, S. 450

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  • 5 Monate später...

Der Unterschied zwischen Wissen und Glaube:

 

Wisse, dass der Glaube etwas anderes ist als das Wissen über Allah, die Einheit Seines Seins und Seiner Eigenschaften, wie den Sifat al-Kamaliyyah (die Eigenschaften der Perfektion), den positiven Eigenschaften, Sifat al-Jalaliyyah (den Eigenschaften der Herrlichkeit) und den negativen Eigenschaften, etc, und dem Wissen über die Engel, das heilige Buch und dem letzten Tag. Wer auch immer das Wissen über all diese Dinge erlangt, muss nicht zwangsläufig ein Gläubiger sein. Der Teufel besitzt das Wissen über all diese Dinge und sogar noch mehr als ihr und ich, oder anderen Menschen, aber trotzdem ist er ein Ungläubiger.

 

Der Glaube ist eine Sehnsucht für das Herz, ein innerliches Erlebnis, welches, wenn es nicht aufrichtig ist, nicht den Glauben darstellt. Wer Wissen über die Religion erlangt hat, durch vernünftige Beweisführungen und Argumente, der sollte sich dem mit ganzem Herzen unterwerfen, mit der Totalität seines Seins und (er sollte) dem Ruf seines Herzens pflichtbewusst gehorchen, mit vollständiger Hingabe zu Gott, mit Demut und Angst und (man sollte) alle Verpflichtungen aufrichtig, ohne Zweifel, akzeptieren. Erst dann kann man ein perfekter Mu'min werden. Der Höchstpunkt des Glaubens ist die Ruhe und der Frieden der Seele. Wenn das Licht des Glaubens gefestigt ist, so bringt es Ruhe mit sich und das ist etwas, was nicht vom Wissen ausströmt.

 

Es ist möglich, dass der Verstand etwas annimmt, was für ihn logisch erscheint, aber das Herz noch nicht bereit ist mit dem übereinzustimmen, und so ist dieses Wissen nutzlos. Zum Beispiel weißt du durch deinen Verstand, dass eine tote Person keinen Schaden anrichten kann und das alle Toten der Welt zusammen keine Macht haben, sie haben nicht mal so viel Kraft, wie eine Fliege aufbringen kann, und dass all die körperlichen sowie spirituellen Fähigkeiten mit dem Tod vergehen; wenn dein Herz das allerdings nicht akzeptiert und diesen Gedanken nicht verinnerlichen kann, wirst du niemals eine Nacht mit einem toten Körper verbringen können.

 

Aber wenn dein Herz sich deinem Verstand ergibt und dessen Urteile bzw. Erkenntnisse akzeptiert, so wird dies nicht mehr so schwierig für dich sein. Nach ein wenig Anstrengung gibt das Herz auf und so ist keine Furcht mehr vor den Toten im Herzen präsent.

 

Daher ist es klar, dass die Unterwerfung, welche die Befriedigung und Erfüllung des Herzens darstellt, eine gänzlich andere Sache ist als das Wissen, welches die Erfüllung des Verstandes darstellt. Es kann sein, dass man die Existenz Allah's, die Existenz Seines göttlichen Seins, die Existenz des Tages der Auferstehung und anderer Dinge logisch beweisen kann, allerdings kann so ein Glaube nicht als Überzeugung (Iman) angesehen werden, und die Person kann nicht als Mu'min (Überzeugter/Gläubiger) bezeichnet werden, sondern es kann sein, dass er sogar zu den Ungläubigen, Heuchlern und Polytheisten gehört.

 

Heute sind meine und eure Augen verschlossen und wir besitzen keinen göttlichen Blick. Unsere irdischen Augen sind unfähig zu erkennen, wenn jedoch das Verborgene enthüllt ist und das himmlische Königreich sich offenbart, die diesseitige Welt verschwindet und die Wirklichkeit enthüllt ist, so wirst du erkennen, dass du kein Gläubiger an Allah warst und das Urteil deines Verstandes nicht in Einklang war mit deinem Glauben.

 

Nur weil die Worte: Image1034.gif (es gibt keinen Gott außer Allah) auf der Tafel des Herzens mit dem Stift des Verstandes geschrieben stehen, ist man nicht sofort ein wahrer Gläubiger, der an die Einheit Gottes glaubt. Wenn dieser heilige Ausspruch auf unserem Herzen gedruckt ist, dann wandelt sich der Bereich unseres Herzens selbst in ein Königreich Allah's, des Allmächtigen.

 

Dann wird man niemand anderen als ergiebig im Königreich der Wahrheit sehen; er wird nicht mehr nach irgendwelchen Rängen streben, irgendwelchen Ehrungen oder Reichtümern von jemand anderem, er strebt nicht mehr nach Ruhm und Berühmtheit mit der Hilfe anderer; und sein Herz wird nicht heuchlerisch und weltlich. Daher solltest du, wenn du siehst, dass Riya' in dein Herz dringt, erkennen, dass dein Herz sich nicht wirklich (Allah) hingegeben hat und der Glaube dein Herzen noch nicht erleuchtet hat, denn du betrachtest andere als deinen Gott und siehst sie als hilfreiche Vermittler in dieser Welt, und du vertraust Ihm, dem Einen Gott nicht, das bedeutet, du hast die Gesellschaft der Heuchler, Polytheisten und Götzendiener aufgesucht.

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  • 3 Monate später...

Gefährliche Auswirkungen von Riya':

 

O Du, der du von Riya' befallen bist, der seine wahrhaftigen Überzeugungen und sein religiöses Verständnis der Bewahrung durch den Feind Allah's, dem Teufel, anvertraut hast. Du hast diese Lichter, die dein Herz und deinen Geist erleuchtet hätten und die Quelle deiner Erlösung und ewigen Glückseligkeit hätten sein können, welche dafür zuständig gewesen wären, dass du gesegnet wirst mit einem glückseligen Blick und göttliche Nähe erlangst, ersetzt mit der fürchterlichen Dunkelheit ewigen Unglücks; du hast die jenseitigen Schätze verloren und hast dich selbst von der heiligsten Schwelle des Geliebten entfernt, und hast dir selbst den Anblick des Antlitzes des Höchsten entzogen.

 

Stell dich auf die Dunkelheit ein, welche von keinem Lichtstrahl verfolgt wird, die Verachtung und Schande, von der es keine Erlösung gibt; die Leiden, von denen es keine Befreiung gibt; den Tod nach dem es kein Leben gibt; und das Feuer, welches entfacht wird in der Tiefe des Herzens, um die gesamte Region deiner Seele zu verschlingen, so wie den Bereich deines Körpers. Es ist außerhalb deiner und meiner Fähigkeit sich die Intensität dieses Feuers vorzustellen, das Allah, der Allmächtige, in Seinem heiligen Buch erwähnt hat:

 

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[104.6-7]

Das Feuer Allahs, das entzündete, das über die Herzen hinweg züngelt.

Die Auswirkung des Feuers, welches durch Allah entfacht wird, wird dermaßen sein, dass es selbst das Herz verzehren wird. Kein Feuer kann das Herz verzehren, außer das, welches in der Hölle brennt. Wenn der Glaube an die Einheit Allah's, welche schon an sich in der menschlichen Natur tief verwurzelt ist, verschwindet und ersetzt wird mit Götzendienst und Untreue, so wird keine Fürbitte irgendeines Fürsprechers für ihn vorhanden sein und es ist für einen bestimmt, ewige Verdammung zu erleiden. Welch harte Strafe wird das (wohl) sein? Es wird die Folge göttlichen Zorns sein.

 

Daher mein Freund, mache dich nicht selbst zu einem Ziel göttlichen Zornes um den Willen einer Illusion wegen, (um den Willen) einer bedeutungslosen und einer belanglosen Beliebtheit in den Augen schwacher Geschöpfe Allah's, und um den Willen wertloser Aufmerksamkeit von hoffnungslosen menschlichen Wesen. Mache nicht eine Gelegenheit göttlichen Segens, grenzenloser Gefälligkeiten und Güte mit Beliebtheit unter den Menschen zunichte, was nicht langandauernd ist und aus dem du gar keinen Nutzen ziehen kannst, außer äußerster Schande und Bedauern. Und während deine Beziehungen zu dieser Welt der Illusion und des Schwindels getrennt werden und deine Taten erlischen, (wirst Du merken, dass) kein Leidwesen, noch irgendein Kummer Nutzen bringend ist.

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Mariam Al-Azraa

Ein Rat, sich vom Fluch von Riya' zu befreien:

 

Was ich hier erwähnen werde, wird voraussichtlich wirksam funktionieren, um von dieser Krankheit des Herzens geheilt zu werden, sowohl von deiner als auch der Krankheit der anderen. Es wird auch gemäß der vernünftigen Bestimmungen sein, ebenso im Einklang mit den Wahrheiten der Offenbarung und den Überlieferungen der Ma'sumin (die Unfehlbaren). Es ist auch nachweislich auf der Grundlage der Lehren des Qur'an und eurem und meinem Verstand. Allah, der Allmächtige, nimmt durch Seine allumfassende Kraft und Macht, welche das gesamte Universum beherrscht und in den Reichen von allen möglichen Lebewesen innewohnt, die Herzen all Seiner Diener unter Kontrolle, denn niemand ist außerhalb der Reichweite Seiner Macht und dem Bereich Seiner Vorherrschaft. Und niemand wird die Herzen der Menschen ohne Seine Erlaubnis und Seinen schöpferischen Willen besetzen, nicht einmal die Person selbst hat Kontrolle über ihr eigenes Herz ohne die Erlaubnis des Allmächtigen Herrn. Diese Tatsache wurde implizit und explizit sowohl im Qur'an, als auch in den Überlieferungen der Mitglieder des Hauses (Ahl-ul-Bayt) des Propheten (s.) offenbart. Daher ist Allah, der Allmächtige, der wahre Besitzer der Herzen und verfügt über sie die Herrschaftsgewalt, und du, ein hilfloses und schwaches Seiner Geschöpfe, du kannst nicht behaupten, Herr über dein Herz zu sein ohne Seine Erlaubnis. Sein Wille ist unserem und dem anderer Geschöpfe überlegen.

 

Deshalb wisse, dass deine Heuchelei und Täuschung, wenn sie dafür bestimmt ist, die Aufmerksamkeit Seiner Diener zu erregen, um Respekt und Beliebtheit unter ihnen zu erlangen, keine Früchte tragen kann, weil dies vollkommen jenseits deiner Macht steht, sondern dem Einflussbereich Seiner Macht. Er ist der Eigentümer und Herrscher der Herzen. Er macht die Herzen der Menschen zu einem Platz der Liebe für den, den Er liebt. Es ist möglich, dass deine Handlung ein Ergebnis erreicht, das gegenteilig zu deinem Wunsch war. Achte auf das, was wir gesehen und gehört haben über die doppelgesichtigen Heuchler, deren Herzen nicht rein waren. Sie waren letztlich dazu verdammt, in Ungnade gebracht zu werden. Was immer sie beabsichtigten, konnten sie nicht erzielen, doch etwas, das sie nicht ersehnten, geschah mit ihnen. Die folgende Überlieferung aus al-Kafi weist auf dieselbe Tatsache hin:

 

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Der Erzähler dieser Überlieferung, Jarrah al-Mada'ini, berichtet von Imam al-Sadiq (a.), dass er den Imam über die Erklärung der Worte des Allmächtigen befragte, Der sagte: "Wer sich wünscht, Seinen Schöpfer zu treffen, sollte tugendhafte Taten ausführen und Allah keinen Partner in seiner Anbetung beigesellen." Imam al-Sadiq (a.) sagte: "Die Handlungen dieses Menschen, der gute Taten ausführt, aber nicht um der Segnung mit Blick auf seinen Gott willen, werden vollzogen mit dem Ziel, von den Menschen als gottesfürchtig betrachtet zu werden, und er wünscht sich, dass die Menschen Kenntnis über seine Taten haben. So ein Mensch wird zu den Polytheisten gezählt, die Allah einen Partner zuschreiben." Der Imam (a.) fuhr fort: "Es gibt niemanden in der Welt, der seine guten Taten verborgen hat und die, nach Ablauf der Zeit, von Allah nicht offengelegt werden. Und es gibt niemanden in der Welt, der seine schlechten Taten für immer verbergen kann, denn sie werden von Allah aufgedeckt, bevor er diese Welt verlässt." [3]

Demzufolge versuche, mein lieber Freund, in den Augen Allah's ehrenhaft zu sein. Versuche, die Herzen der Geschöpfe für dich zu gewinnen, indem du zuerst den wahren Besitzer der Herzen erfreust, sodass Er dir zu Hilfe kommt. Arbeite für Allah. Als Folge wird Allah, der Allmächtige, dir neben der Überschüttung Seiner Gnade und Vorzüglichkeiten über dich im Jenseits, Seine Ehrungen und Gnade ebenfalls im Diesseits gewähren und dir behilflich sein. Er wird deinen Rang in den Augen der Menschen erhöhen und dich in beiden Welten erheben. Das einzige, was du tun musst, liegt darin, aufrichtige Liebe zu Allah in deinem Herzen zu bilden, fleckenlos und unverdorben, mit Mühe und Anstrengung. Reinige dein Inneres, sodass deine Taten ebenfalls rein sein werden und fleckenlos von der Liebe zum Diesseits oder dem Hass der Mitmenschen. Dein Geist soll rein und fleckenlos sein, und jede Schwäche und Verdorbenheit der Seele sollen beseitigt werden. Welchen Vorteil hat die Liebe oder der Hass der schwachen Geschöpfe Allah's und das Erreichen der Gunst und Namen unter ihnen? Selbst wenn es einen gewissen Nutzen hat, so ist dieser unbedeutend und vergänglich. Es ist möglich, dass dich diese Liebe zum Diesseits zur Heuchelei führt, und, Allah bewahre, dich zu einem Polytheisten oder einem Heuchler oder Ungläubigen macht. Wenn du im Diesseits nicht in Ungnade gefallen bist, dann wirst du sicherlich im Jenseits in Ungnade fallen, im Gericht des Allmächtigen, wo Gerechtigkeit herrscht, vor Seinen wahr- und ehrenhaften Dienern, vor Seinen angesehenen Propheten und jenen Engeln, die am nächsten zu Allah sind, und du wirst deinen Kopf aufgrund von Scham herunterhängen lassen, und du wirst zurückgelassen in einem Zustand äußerster Hilflosigkeit. Kannst du dir Schande dieses Tages vorstellen? Allah allein weiß, welche Art von Dunkelheit dieser Schande folgen wird. Es wird der Tag sein, wie Allah, der Allmächtige, gesagt hat:

 

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[78:40]

... und der Ungläubige wird sagen: 'Oh dass ich doch Staub wäre!'

 

Dies wird dann nichts taugen. Du, armer Mensch, hast dich wegen der unbedeutenden Liebe, wegen eines Rufes, der vergebens ist unter den Geschöpfen Allah's, nicht für die göttliche Gunst interessiert und hast es versäumt, das Wohlgefallen Allah's zu erreichen, und hast stattdessen Seine Empörung und Seinen Zorn heraufbeschworen.

 

Die Taten, mit denen du die göttliche Gunst hättest erreichen können, hätten dir ein glückliches und gesegnetes Leben in der Ewigkeit gesichert, und die höchste Stufe im höchsten Himmel erzielt. Du hast dies eingetauscht gegen die Dunkelheit des Polytheismus und der Heuchelei, und hast für dich selbst Leidwesen, Schande und die strengste Strafe herbeigeführt und dich zu einem "Sijjini" (ein Bewohner der tiefsten Hölle) gemacht. In einer Überlieferung in al-Kafi wird von Imam al-Sadiq (a.) berichtet, dass der Prophet (s.) sagte: "Wahrlich, wenn der Engel Allah's freudig die guten Taten eines Menschen in den höheren Himmel bringt, da er die guten Taten zum Himmel führt, wird Allah, der Allmächtige, ihm befehlen, jene Taten in den "Sijjin" zu befördern, die nicht für Ihn allein ausgeführt wurden. [4]

 

Du und ich, wir können uns nicht vorstellen, was "Sijjin" ist, und welche Arten von Teufeln sich dort befinden. Und du kannst nicht nachsinnen über das Grauen, das den Sündern dort auferlegt wurde. Und sobald wir dies gesehen haben, wird es für uns nicht möglich sein, uns zu befreien, weil alle Mittel der Reue abgeschaltet sein werden. Wache auf, mein Freund! Und werfe deine Nachlässigkeit und Unachtsamkeit weg, und wäge dein Handeln im Gleichgewicht mit deinem Verstand ab, bevor sie im Jenseits geprüft und abgewogen werden. Und säubere den Spiegel deines Herzens von dem Rost des Polytheismus, der Heuchelei und der Zweigesichtigkeit. Lasse es nicht zu, dass sich der Rost der Unreinheit des Polytheismus und Unglaubens in solcher Weise ansammelt, dass es durch das Feuer des Jenseits nicht gereinigt werden kann. Lasse nicht zu, dass sich das Licht deines Wesens der Dunkelheit der Abtrünnigkeit widmet. Sei dir selbst gegenüber kein Verräter und zerstöre nicht, was Allah dir anvertraut hat, indem Er sagte:

 

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[30:30]

... der natürlichen Veranlagung, mit der Allah die Menschen geschaffen hat ...

 

Deshalb poliere den Spiegel deines Herzens, sodass sich das Licht der göttlichen Herrlichkeit darin widerspiegeln kann, und dich das Diesseits vergessen lässt und alles, was sich darin befindet, und sich in deinem Herzen das Feuer Seiner Liebe entzündet, sodass alle anderen Anlagen und Bindungen gelöst werden in solcher Weise, dass du keinen einzigen Moment für weltliche Dinge wegwirfst. Und du wirst solches Wohlwollen aus dem Gedenken Seiner beziehen, sodass alle animalischen Freuden für dich als Trick erscheinen. Selbst wenn du diesen Rang nicht erreichen kannst, gebe die Geschenke von Allah, die im Jenseits versprochen wurden und im Qur'an und den Überlieferungen der Ma'sumin (a.) erwähnt werden, nicht auf, nur um die vergängliche Gunst der schwachen Geschöpfe Allah's zu erlangen. Entziehe dir nicht selbst all die göttliche Gunst und treibe keinen Handel mit der ewigen Glückseligkeit und dem ewigen Leid.

 

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[3] Usul al-Kafi, Bd. 2, S. 453

[4] Usul al-Kafi, Bd. 2, Kapitel über Riya'

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Mariam Al-Azraa

Aufrichtigkeit im Handeln:

 

Wisse, dass der wahre König der Könige, der wahrhaftige Gebende der wahren Vorzüge, uns all diese Gunst erwiesen hat. Er schuf all diese Dinge für uns und bereitete sie für uns vor, noch bevor wir ins Diesseits eintraten. Er machte unser Essen zu einer ausgewogenen Ernährung und angenehm für unseren schwachen Magen - ein Diener, der uns mit einer instinktiven und natürlichen Liebe bedient. Er schuf für uns geeignetes Klima und Wetter und gewährte uns alle anderen sichtbaren und unsichtbaren Gefälligkeiten hier und im Jenseits, und nachdem all diese Gaben für uns angesammelt wurden, fordert Er von uns, unsere Herzen für Seine Besatzung rein zu halten, sodass wir selbst von Seiner Anwesenheit profitieren. Trotz all dieser Warnungen und Umsichten, gehorchen wir Ihm immer noch nicht und zollen Seinen Worten keine Achtung und handeln nicht, wie er beliebt. Was für ein Handeln grober Sünde. Mit wem versuchen wir, einen Krieg zu wagen, die Folgen dessen, denen wir gegenüberstehen werden? Nicht der geringste Schaden kann auf Sein Reich verursacht werden, und wir können uns auch nicht von Seiner Machtherrschaft ausschließen. Wenn wir wie die Polytheisten handeln, schaden wir uns selbst, denn:

 

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[3:97]

... wahrlich, Allah ist nicht auf die Welten angewiesen.

 

Er braucht nicht unsere Anbetung, unseren Dienst oder unseren Gehorsam. Jeder Ungehorsam, Polytheismus oder Zweigesichtigkeit unsererseits wird keinen einzigen Schaden an Seinem Reich verursachen, aber da Er Image1040.gif (der Barmherzigste der Barmherzigen) ist, verlangen Seine unendliche Barmherzigkeit und Gnade, und Seine vollkommene Weisheit von uns das Folgen des richtigen Weges, und zu diesem Zweck hat er uns den Unterschied zwischen gut und böse, schön und hässlich klar gemacht und uns vor den Gefahren und Risiken gewarnt, denen man auf dem Wege zu menschlicher Vollkommenheit und auf dem Weg zur wahren Glückseligkeit begegnet. Wir sind Allah, dem Allmächtigen, für diese großartige Führung zu Dank verpflichtet, und wir müssen Ihm diesen zeigen mit aller Demut, großem Respekt Ihm gegenüber in unseren Gottesdiensten, unserer Hingabe in unseren Bittgebeten, deren Bedeutung wir nicht verstehen können, bis wir einen anders-weltlichen Blick erreichen. Solange wir uns in dieser begrenzten physischen Welt aufhalten, beschränkt auf die Grenzen des Ablaufes der Zeit und den Fesseln des Raumes, können wir nicht die Unendlichkeit des Reiches Seiner Macht begreifen, und wir können Ihm nicht einmal in unseren rituellen Gebeten und Bittgebeten danken für Seine Führung.

 

Möge uns niemals der Gedanke kommen, dass wir durch unseren Dienst und unsere Hingabe etwas für Seine Propheten, Seine auserwählten Diener und die großen 'Ulama' der Ummah tun. Sie sind unsere Wohltäter, die die Last der Führung der Ummah in Richtung Glückseligkeit und Erlösung auf sich genommen haben, und die die Verantwortung unserer Freilassung aus der Dunkelheit und den Schatten der Unwissenheit und des Unglücks übernommen haben, um uns den Reichen des Lichts und der Freude und Großartigkeit entgegen zu bringen. Was für eine große Verantwortung sie auf sich genommen haben, und welch' schreckliches Leid und Probleme sie überwältigen mussten, um uns zu führen, um uns aus diesen Unklarheiten und Dunkelheiten zu bringen, welche das Ergebnis von leeren Überzeugungen gemischt mit Unwissenheit waren, und die Strafen, die uns widerfahren werden, als Ergebnis unserer schlechten Gewohnheiten und Schurkereien. Sie wollten uns vor jenen scheußlichen Gestalten und schrecklichen Gebilden im Jenseits retten, welche die Folge unserer bösen Taten sein würden, und sie halfen uns, die Bereiche von Licht, Freude und Trost, und die Sphären der Gelassenheit und Selbstbeherrschung zu erreichen, was sich der Verstand nicht vorstellen kann.

 

Diese physische Welt ist trotz ihrer unermesslichen Weite so begrenzt und beschränkt, dass wir uns eine himmlische Houri mit unserem diesseitigen Blick nicht vorstellen können. Unser Sehvermögen verfügt nicht über genug Kraft, um die Herrlichkeit dieser Welt zu erblicken, die in den Reden der Heiligen Propheten Allah's beschrieben wurde, vor allem in der allumfassenden Offenbarung des Khatim al-Nabiyyin (Siegel der Propheten), der diese Wahrheiten durch göttliche Offenbarung empfang, sie sah, sie hörte, und dann von uns forderte, sie sich anzueignen. Und wir, genau wie widerspenstige Kinder, gehorchen den Befehlen des Weisen nicht, beachten nicht einmal die Gebote unseres eigenen Verstandes, immer mehr bereit, sich den göttlich Geführten zu widersetzen. Und diese reinen frommen Seelen, verfehlten aufgrund der Liebe und Güte, die sie den Geschöpfen Allah's gegenüber besaßen, niemals ihre Pflicht, wandten sich nie an die gemeinen und niedrigen Fähigkeiten, uns durch Bestechung dem Himmel und der Glückseligkeit hin zu gewinnen. Sie haben niemals versucht, uns durch Einschüchterung oder Gewalt zu erweichen. Weder forderten sie Bezahlung, noch Lohn für die Dienste, die sie erbrachten. Die Entlohnung, die der Prophet (s.) forderte Image1041.gif (Güte seinen Verwandten gegenüber), was nicht wirklich eine Bezahlung für seine Dienste war, ist auch zu unserem eigenen Vorteil gedacht, indem es die hellste unserer Leistungen im Jenseits sein wird. Unser Sinn der Verpflichtung ihnen gegenüber dient uns in der Tat, und wir profitieren mehr als sie davon. Wie können sie profitieren von rechtschaffenen Taten von armen Wesen, wie wir sie sind? In welcher Weise werden ihnen unsere Aufrichtigkeit und unser Gehorsam Gutes tun? In welcher Weise erachten du und ich unser demütiges Selbst als Wohltäter der Führer der Ummah, vom gewöhnlichen Faqih bis zum großartigen Propheten (s.) und Allah, dem Allmächtigen? Alle von ihnen haben in ihrem eigenen Recht ihre Funktion, uns zu führen und den richtigen Weg aufzuzeigen, erfüllt, wodurch wir ihnen zu Dank verpflichtet sind, und nicht einmal ein Bruchteil dessen können wir ihnen im Diesseits zurückzahlen. Nichts von dieser Welt ist es würdig, als Begleichung der Schulden zu fungieren: Image1042.gif (Aller Dank gebührt Allah, Seinem Propheten (s.) und Seinen Heiligen), wie Allah, der Allmächtige, gesagt hat:

 

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[49:17-18]

… Sprich: Haltet mir eure Annahme des Islam nicht als eine Gnade vor. Vielmehr hält Allah euch Seine Gnade vor, indem Er euch zu der Überzeugung geleitet hat, wenn ihr wahrhaftig seid. Wahrlich, Allah kennt das Verborgene der Himmel und der Erde; und Allah ist Wahrnehmender dessen, was ihr tut.

Daher ist es, wenn wir aufrichtig in unserem Glauben an Allah sind, an sich eine Gunst, die uns durch Allah gewährt wurde. Allah, der Allmächtige, ist Allwissend, und verfügt über das Wissen des Verborgenen. Er ist Allwissend, kennt die innere, verborgene Wirklichkeit unseres Handelns, und Er ist voll und ganz wissend über das Wesen unseres Glaubens und den Grad unserer Unterwerfung unter Seinen Willen.

 

Wir, die hilflosen Geschöpfe, die wir die Wirklichkeit nicht kennen, erwerben unser Wissen vom Faqih und denken, wir hätten ihm einen Gefallen getan. Wir verrichten das Gemeinschaftsgebet hinter einem 'Alim, und wir maßen uns an, dass wir ihm einen Gefallen damit getan haben, während in Wahrheit wir ihm zu Dank verpflichtet sind. Wir erkennen dies nicht, und deshalb dreht diese falsche Ansicht die Folgen unserer Taten um und zerrt uns in "Sijjin", was unsere Handlungen dann wertlos macht.

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Mariam Al-Azraa

Die zweite Stufe von Riya':

 

Auf dieser Stufe ist es möglich, obwohl Riya' hier von geringerer Stärke ist als auf der ersten Stufe, dass wenn der Heuchler die Warnungen nicht beachtet, und sich wiederholend in gleicher Weise wieder verhält (Riya' des Handelns), dass er wahrscheinlich Riya' der vorherigen Stufe – Riya' des Glaubens - verlässt. Wir haben bereits in der Erläuterung zu einer vorangegangenen Überlieferung erwähnt, dass der Mensch in 'Alam al-Malakut (die himmlische Welt) eine andere Form als die menschliche Gestalt besitzt. Diese Formen werden in Übereinstimmung mit dem Zustand der eigenen Seele und ihrer Eigenschaften sein. Wenn du gute menschliche Eigenschaften besitzt, wirst du im Jenseits diese Eigenschaften in der menschlichen Form behalten, sofern sie nicht vom Weg des Maßhaltens abgekommen sind. Gute Fähigkeiten werden als wahre Leistungen erst dann betrachtet, wenn das triebhafte Selbst sie nicht behindert, und das Selbst wird keine Rolle bei ihrer Bildung spielen. Unser verehrter Lehrer und Sheikh Ayatullah Shahabadi pflegte zu sagen, dass der Maßstab für die falsche und ungültige spirituelle Tätigkeit und wahren religiösen geistigen Kampf darin besteht, in welchem Umfang Egoismus in solchen Tätigkeiten beteiligt ist, d.h. ob alle geistigen Anstrengungen für Allah geschehen oder aus egoistischen Motiven heraus. Wenn der Wanderer auf der Himmelsreise einen egoistischen Weg betritt und seine spirituellen Tätigkeiten für den Erwerb von Macht weltlicher Zwecke heraus vollzieht, sind seine Bemühungen ungültig, und sein Suluk (Fortschritt auf der Reise zu Allah) wird ihn zum Unglück im Jenseits führen. Die falschen Behauptungen der Spiritualität werden normalerweise von solchen Menschen aufgestellt. Und wenn der Wanderer den richtigen Weg betritt und wirklich auf der Suche nach Allah ist, liegt seine Hingabe innerhalb der Grenzen der Shari'ah, und Allah wird ihm helfen, wie im folgenden Vers des Qur'an versprochen wurde:

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[29:69]

Und diejenigen, die sich in unserer Sache anstrengen - Wir werden sie gewiss auf Unseren Wegen leiten. Wahrlich, Allah ist mit den Wohltätern …

 

Daher wird sein Handeln ihn zu Glückseligkeit führen. Egoismus wird beseitigt werden und Eingebildetheit und Stolz werden schwinden. Dies ist ganz deutlich, dass jeder, der seine guten Taten anderen Menschen gegenüber demonstriert, ein egoistisches Ziel verfolgt, und er wird als egoistischer, eingebildeter, selbstsüchtiger und egozentrischer Mensch gebrandmarkt, und seine Frömmigkeit wird als nichts anderes als falsch und unecht betrachtet, was seine guten Taten ungültig machen wird. Da der Bereich deiner Existenz reichlich mit Gefühlen der Eigenliebe, Gier nach Reichtum, Macht und Ruhm und dem Wunsch, über andere Geschöpfe Allah's zu herrschen, versehen sind, können deine guten Taten und deine Vorzüge nicht so beurteilt werden wie tugendhafte Taten, und dein moralisches Verhalten ist weit entfernt von wahrer religiöser Moral. Die Betätigungskraft in deinem Reich ist teuflisch und dein innerer Zustand ist kein menschlicher Zustand. Wenn du deine Augen im Jenseits öffnen wirst, wirst du dich selbst in einer unmenschlichen Form wahrnehmen, gleichsam wie jene der Satane. Für solche selbstbezogenen Menschen, die die Höhlen des Teufels sind, ist es unmöglich, religiöses Wissen zu erwerben und den Geist des Tauhid zu erlernen. Solange dein inneres Selbst sich nicht in einen menschlichen Zustand gewandelt hat und dein Herz von den Unreinheiten und Unheiligkeiten gesäubert wurde, kannst du nicht von spirituellen Tätigkeiten profitieren, wie Allah, der Allmächtige, in einem Hadith Qudsi darstellt:

 

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Es gibt kein deutlicheres Zeichen der Erlesenheit des Geliebten auf der Erde und in den Himmeln, als das Herz eines wahren Gläubigen (Mu'min).

 

Das Herz eines Gläubigen ist im Besitz von Allah und steht dem Selbst nicht zur Verfügung. Das Herz eines Gläubigen ist nicht eigensinnig, noch ist es unstet. Es wird von ihm gesagt:

 

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Das Herz eines wahren Gläubigen (Mu'min) liegt zwischen zwei Fingern von Allah, sodass Er es wenden kann, in welcher Weise es Ihm beliebt.

 

O du armes Geschöpf, das dem Selbst dient und in dessen Herzensreich die Kräfte des Teufels und der Unwissenheit agieren, du selbst hast die Hände Allah's an der Bewältigung des Herzens gehindert. Welche Art von Glauben benötigst du, dass dein Herz das Objekt göttlicher Erleuchtung ist, dass die absolute Herrschaft der Wahrheit in ihr vorherrschen kann? Sei dir dessen bewusst, dass wenn du dich selbst nicht veränderst, und solange die schlechten Angewohnheiten der Prahlerei und der Eitelkeit deine Taten beherrschen, du als Ungläubiger gebrandmarkt wirst, und du wirst unter die Munafiqun (Heuchler) eingereiht, obwohl du dich selbst als Gläubiger siehst und als jemand, der sich dem Willen Allah's unterworfen hat.

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Mariam Al-Azraa

Der Wert der menschlichen Existenz als ein Treuhänder der göttlichen Ehre:

 

Mein Freund! Erwache aus dem Schlaf der Acht- und Sorglosigkeit, sei wachsam, lasse nicht den Schlaf deine Sinne ereilen, und wisse, dass Allah, der Allmächtige, dich um Seiner selbst willen erschaffen hat, wie in einem Hadith Qudsi dargelegt:

 

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O Nachkommenschaft von Adam, Wir erschufen alles um euretwillen, und euch erschufen wir um Unseretwillen.

 

Er machte dein Herz zu Seinem eigenen Wohnsitz. Ihr und eure Herzen sind die Wohnsitze von göttlicher Ehre. Allah, der Allmächtige, ist unduldsam bezüglich Seiner Würde und Ehre. Werde in dieser Hinsicht nicht nachlässig, und rechtfertige keinen Verstoß gegen die göttlichen Prinzipien, und fürchte dich vor Seiner Strafe, sodass du im Diesseits nicht in Ungnade fällst und in solcher Weise als schändlich erachtet wirst, dass du trotz allen Anstrengungen nicht in der Lage bist, ungeschehen zu machen, was dir widerfahren wird. Du bist dem Verstoß gegen die göttliche Ehre in deinem Herzen, das zur himmlischen Welt gehört, vor den Engeln Allah's und Seinen Propheten schuldig. Die moralischen Eigenschaften, durch die die Schutzfreunde Allah's (Auliya'Allah) Ähnlichkeit zu Ihm erworben haben, werden von dir anderen zugeschrieben als Allah, und du lieferst dein Herz, den Sitz Allah's, Seinem Feind aus, wodurch du Shirk (Polytheismus) im Herzen eurer Herzen begehst. Fürchte Allah, den Allmächtigen, Der dich, neben der Tatsache, dass Er deinen andersweltlichen Blick senkt und dich vor Seinen Engeln und Seinen Propheten erniedrigt, zudem selbst im Diesseits bloßstellt und entehrt, und du wirst verdammt sein zu unermesslicher Demütigung, welche ferner nicht wieder gut zu machen und unabänderlich sein wird, eine Schande, die nicht wieder behoben werden kann. Allah, der Allmächtige, ist Sattar, Er verdeckt die Sünden, doch Er ist auch abgünstig. Er ist Image1982.gif – der Barmherzigste der Barmherzigen, doch gleichzeitig ist Er Image1049.gif der strengste Bestrafer. Er selbst sagt, dass Er schlechte Taten so lange verbirgt, als dass sie keine gewissen Grenzen überschreiten. Allah bewahre, dass die Schwere deiner Taten Seinen Zorn erregen und Seine Duldung und Bereitschaft, Sünden zu verbergen, übersteigen, wie du in dem Hadith gelesen hast.

 

Daher komme zu Vernunft und suche Zuflucht bei Allah und wende dich Ihm zu, denn Allah, der Allmächtige, ist der Barmherzige und sucht immer nach einer Entschuldigung, um Seine Gnade zu überschütten. Wenn du Ihn um Vergebung bittest, wird Er dir bereitwillig verzeihen, und deine Fehler und vergangenen Taten verbergen, sodass niemand in der Lage sein wird, Kenntnis über sie zu erlangen, und Er wird dich zu einem Menschen von großer Ehre machen, ein Vorbild von Rechtschaffenheit und ein Abbild Seiner Eigenschaften. Er wird deinen Willen im Jenseits vollziehen, so wie Sein eigener Wille durchweg im gesamten Universum ausgeführt wurde. Es wird in einem Hadith überliefert, dass wenn die Menschen in das Paradies eingehen, sie eine Nachricht vom Allmächtigen ereilen wird, und der Inhalt wird wie folgt lauten: "Von dem Einen, der Ewig und Unvergänglich ist, an den, der ebenfalls ewig und unvergänglich ist: Was immer Ich wünsche, zum Leben zu erwecken, befehle Ich, dass es sei, und es entsteht. Von jetzt an wurde beschlossen, dass ihr ebenfalls befehlt, was immer ihr wünscht, dass es entsteht, und eurem Wunsch wird Folge geleistet."

 

Deshalb sei nicht egozentrisch, und ordne deinen Willen unter den Willen Allah's, dem Allmächtigen. Er wird dich dann zu einem Mittel und Ausdruck Seines Willens machen. Er wird dir Macht in den Bereichen, die unter Seiner Kontrolle stehen, verleihen, und dir die Möglichkeit gewähren, im Jenseits zu erschaffen. (Natürlich ist dies nicht dasselbe wie Tawfid, was eine falsche Ansicht ist, wie an anderer Stelle bewiesen.)

 

Nun, mein Freund, verfahre, wie es dir beliebt. Nehme es entweder an, oder lehne es ab. Doch wisse, dass Allah, der Allmächtige, weder dich, noch mich, noch irgendein anderes Geschöpf benötigt, und er braucht unseren Dienst und unsere Aufrichtigkeit nicht.

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Riya' in der Anbetung:

Die dritte Stufe ist ebenfalls in mehrere Abschnitte unterteilt.

 

Abschnitt I:

 

Riya' dieser Art tritt häufiger auf und ist offensichtlicher als die Arten, die vorher erwähnt wurden. Dies, weil wir gewöhnlichen Menschen normalerweise nicht zu den oben genannten zwei Zuständen gehören. Aus diesem Grund kann der Teufel uns nicht in der Weise erreichen, wie er jene überfällt, die sich in den anderen Zuständen befinden. Aber da die Mehrheit derjenigen, die Anbetung betreiben, ihre Hingabe zu Allah durch Gebete äußerlich zum Ausdruck bringt, greift der Teufel in dieser Stufe öfter ein. Sinnliche Verlockungen sind in dieser Stufe ebenfalls häufiger. In anderen Worten: Da diese Art von Menschen darauf ausgerichtet ist, die äußeren Freuden des Himmels durch ihre Taten zu ersuchen, und danach streben, eine höhere Stufe durch das Verrichten guter Taten und dem Vermeiden von schlechten zu erreichen, findet der Teufel einen Zugang auf diese Art und Weise. Und er nährt die Wurzeln von Riya' und täuscht mit großer Sorgfalt, sodass dies die Früchte hervorbringen kann, die er begehrt. Er wandelt ihre Tugenden in Laster um, und veranlasst, dass sie durch den Weg der rituellen Anbetung in die Hölle eingehen werden. Die Handlungen, durch die sie erzielen wollen, das Paradies für sich zu sichern, werden von ihm umgewandelt in jene, die ihre Zerstörung und ihren Untergang erreichen werden. Die Taten, die zum 'Iliyyin – der höchsten Himmelsstufe geführt hätten, werden so entstellt sein, dass der Handelnde von den Engeln auf Befehl Allah's in Sijjin gebracht wird. Deshalb haben Menschen, die mehr Gewicht auf diesen Aspekt legen (d.h. formal) und andere Aspekte nicht beachten, nichts als scheinbar gute Taten, um Rettung im Jenseits zu sichern. Es ist für sie erforderlich, dass sie vorsichtiger sind, sodass diese Bestimmung auch nicht aus ihren Händen gerissen wird und sie den Flammen der Hölle ausgeliefert sind und der Glückseligkeit für immer entzogen werden. Sie sollten über ihre Handlungen wachen, damit die Türen des Himmels nicht geschlossen werden und sich die Türen der Hölle für sie öffnen.

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Wie kann man Riya' bekämpfen?

 

In den meisten Fällen weiß der scheinheilige Mensch selbst nicht, dass sich diese bestimmte Untugend in seine Taten durchgedrungen hat, und seine Taten haben nun heuchlerische Ausmaße angenommen und sind damit wertlos. Aufgrund dessen, dass die Versuchungen des Teufels und des Selbst kaum zu beobachten sind, schattenhaft und schleichend geschehen und der Weg der Menschheit so zart und dünn ist – es sei denn, jemand ist überaus benachteiligt – kann er das Böse begreifen, das ihnen innewohnt. Er denkt, dass seine Taten für das Wohlgefallen Allah's ausgeführt werden, während sie den Interessen des Teufels dienen. Da der Mensch von Natur aus ichbezogen erschaffen wurde, verdeckt der Schleier der Eigenliebe und des Egoismus seine eigenen Augen vor seinen Schwächen und Untugenden. Wenn Allah will, werden wir ebenfalls über dieses Thema diskutieren, während wir gewisse andere Ahadith kommentieren. Ich bitte in dieser Hinsicht um Allah's Hilfe.

 

Beispielsweise ist der Erwerb des religiösen Wissens eine der wichtigsten religiösen Pflichten und eine Art des Gottesdienstes, doch ein Mensch, der damit beschäftigt ist, hervorragende Leistungen in diesem Bereich zu erzielen, neigt dazu, leichte Beute für die Untugend von Riya' zu werden, was sein Herz in solcher Weise erfasst, dass er selbst sich dessen nicht bewusst ist und derselbe dicke Schleier der Selbstliebe seinen Blick behindert. Er will einen wichtigen Rang in den Augen der großen Gelehrten und Menschen der Vornehmheit und Ehre erreichen, indem er ein wichtiges Problem so löst, dass kein anderer Mensch es zuvor gelöst hat. Er versucht, sich selbst als eine Person zu projizieren, die sich von anderen unterscheidet, indem er das Thema in einer einzigartigen Weise darstellt, um sich selbst zum Fokus der Aufmerksamkeit zu machen. Mit einem Hauch von Selbstbewusstsein geht er davon aus, dass wenn jemand unter den Gelehrten und Würdenträgern ihn mit schmeichelhaften Worten lobt, er in der Lage sei, den Applaus und das Lob der ganzen Versammlung zu empfangen.

 

Der arme Kerl wird nicht erkennen, dass, selbst wenn er weltlichen Ruhm und Ehre unter den Gelehrten oder der Elite erwirbt, in den Augen des Königs der Könige in Ungnade fallen wird, und diese beabsichtigten Handlungen werden ihn in das Sijjin führen. Dieser Akt von Riya' wird gleichermaßen von einigen anderen Untugenden begleitet, wie dem Wunsch nach Demütigung und Beleidigung anderer, oder dem des Verletzens der Gefühle des Glaubensbruders, oder dem Wunsch, manchmal unverschämt einem Gläubigen gegenüber zu sein. Eine dieser Untugenden genügt, damit er in der Hölle landen wird. Wenn dein trügerisches Selbst erneut in die Fallen der eigenen Arglist tappt und darin erfolgreich sein wird, dich zu überzeugen, dass dein Ziel zu einem Grundsatz der Shari'ah bekannt wurde und zum Aussprechen des Wortes der Wahrheit, was eine der lobenswertesten Handlungen der religiösen Hingabe darstellt, und du nicht deine geistige Überlegenheit demonstrieren willst, solltest du dein Selbst befragen, indem du dir die Frage stellst, dass wenn ein Freund von dir dieselbe religiöse Angelegenheit in einer besseren Art und Weise gelöst und dich in der Versammlung dieser Gelehrten und hochrangigen Personen besiegt hätte, ob du selbst dann dieselbe Stellung eingenommen hättest? Wenn dem so ist, dann warst du deinem eigenen Selbst treu. Doch wenn sich dein Selbst erneut hinbiegt, um andere zu täuschen und es nicht unterlässt, einen weiteren Verrat zu begehen und geltend macht, dass die Äußerung der Wahrheit eine verdienstvolle Handlung darstellt und auch eine spirituelle Belohnung besitzt, und dass es in deinem Interesse liegt, eine hohe Stufe im Jenseits zu erreichen, dann tust du gut daran, dein Selbst zu fragen: Angenommen wenn Allah, der Allmächtige, dir die wirkliche Ehre für deine Niederlage, falls du sie höflich annimmst, gewährt, würdest du dich weiterhin durchsetzen wollen?

 

Wenn du siehst, dass dein Selbst es liebt, andere in einer wissenschaftlichen Diskussion zu beherrschen, um allgemeine Bekanntheit für dein Wissen und deine Gelehrtheit unter den Gelehrten zu erzielen, und die Diskussionen, die du führst, darin abzielen, den Respekt und die Ehre anderer für sich zu gewinnen, dann wisse, dass sich der intellektuelle Diskurs, welcher die höchste Form des Gottesdienstes und der Anbetung ist, in die sündhafte Handlung von Riya' wandelt, welche dich, gemäß der Überlieferung von al-Kafi, in das Sijjin führen wird, du wirst als Polytheisten eingestuft, und diese Handlung wurde ausgeführt mit dem Anlass, Respekt in den Augen der Menschen zu erreichen. Diese Handlung von dir wird deinem Glauben, gemäß einer Überlieferung, mehr Schaden verursachen als der Schaden, der entsteht, wenn zwei Wölfe eine Herde Schafe ohne Hirten von beiden Seiten angreifen. Daher ist es für dich notwendig, der du ein Gelehrter bist und verantwortlich für die Besserung der Ummah, und den Weg zum Jenseits ebnest und spirituelle Schwäche heilst, dass du zunächst dich selbst besserst und einen einwandfreien spirituellen Zustand aufrechterhältst, sodass du nicht in die Kategorie der Gelehrten fällst, die nicht danach handeln, was sie bekunden.

 

Betet zu Allah, dem Allmächtigen, dass Er eure Herzen von den Flecken des Polytheismus und der Heuchelei reinigt, und den Spiegel unserer Herzen von dem Rost der Liebe zum Diesseits läutert, was die Quelle aller Laster ist. O Allah! Bitte helfe uns und behüte uns hilflose Geschöpfe, die von der Krankheit der Eitelkeit und der Gier nach Macht und Ehre befallen sind, und beschütze uns auf dieser gefährlichen Reise entlang der Komplexität des verworrenen dunklen Weges, O du Mächtigster und Gewaltigster.

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Riya' im Gemeinschaftsgebet

 

Das Gemeinschaftsgebet ist eine bedeutende Form des islamischen Gottesdienstes und der Leiter dieses Gebets nimmt eine unverkennbar ehrenhafte Stellung ein. Aus diesem Grund widmet sich der Teufel diesem Gottesdienst mehr. Er ist neidischer auf den Leiter des Gemeinschaftsgebets als auf irgendwen sonst. Er ist ständig damit beschäftigt, einen Weg zu finden, die Gläubigen davon fernzuhalten, diese göttliche Ehrung zu erhalten, und er entzieht ihren Taten die Aufrichtigkeit und die Wahrhaftigkeit und führt sie zu Sijjin.

 

Er versucht sie zum Polytheismus zu bekehren und für dieses Ziel überfällt er die Herzen der Imame (des Gemeinschaftsgebets) durch verschiedene Wege, wie z.B. 'Ujb (Selbstbewunderung), worüber wir später sprechen werden und Riya', welches das zur Schau stellen der Religiosität bedeutet, durch diesen bedeutsamen Gottesdienst, um die Menschen zu beeindrucken, Bekanntheit zu erlangen, und deren Bewunderung und Respekt zu erhalten; zum Beispiel wenn ein Imam sieht, wie eine fromme Person sich dem Gemeinschaftsgebet anschließt, so versucht er seine Bescheidenheit und Hingabe zur Schau zu stellen, um dessen Aufmerksamkeit und Bewunderung zu erhalten.

 

Er versucht, verschiedene Wege zu finden, damit dieser Mann in den Versammlungen, in denen die Leute sind, die nicht anwesend waren beim Gemeinschaftsgebet, erwähnt wird, damit seine Wichtigkeit zur Schau gestellt wird; er versucht immer wieder und wieder die Menschen darüber zu informieren, dass diese Person ein Mitbetender im Gemeinschaftsgebet war; dadurch versucht er einen falschen Eindruck über eine enge Verbindung mit ihm zu hinterlassen, vor allem wenn diese Person zu den berühmten Persönlichkeiten gehört, und so versucht er solch eine große Liebe und Freundschaft ihm gegenüber auszudrücken, welche er nie ausdrückte, nicht mal für einen kleinen Augenblick Allah oder Seinen geliebten Dienern gegenüber.

 

Der Teufel lässt auch den Leiter eines kleinen Gemeinschaftsgebets nicht außer Acht. Er wendet sich an ihn und macht ihm bewusst, dass er so wenig Interesse an weltlichen Gewinnen hat, dass er zufrieden damit ist, seine Zeit in einer kleinen ortsansässigen Moschee einer armen Gegend zu verbringen.

 

Dieses Gefühl ist ähnlich dem ersten, oder sogar schlimmer als das; die Untugend der Eifersucht verbreitet ihre Fangarme in den Herzen solcher Leute, welche nicht die Großzügigkeiten dieser Welt genießen; der Teufel entzieht ihnen die Herrlichkeit der anderen Welt ebenfalls und sie sind so dazu verdammt, in beiden Welten zu leiden.

 

Zur selben Zeit lässt der Teufel auch nicht von den Kragen von Menschen wie dir und mir locker, welche keinen Zugang zur Leitung eines Gemeinschaftsgebets haben und welche über das Fehlen angemessener Verhältnisse (um die Leitung dessen übernehmen zu können) jammern; er lässt uns über den Nutzen von Versammlungen von Muslimen zweifeln und lässt sie uns verachten und über sie spotten.

 

Und so geschieht uns schlimmeres als den beiden Gruppen; weder gehören wir zur ersten Kategorie von Menschen, welche die guten Dinge in diesem Leben genießen, noch gehören wir zur zweiten Kategorie, deren Errungenschaften vergleichsweise bescheiden sind; noch haben wir irgendeinen Anspruch in der jenseitigen Welt; nichtsdestotrotz, wenn wir die Möglichkeit hätten, so würden wir beweisen, dass wir machtgieriger, ansehnsdurstiger und erfolgshungriger sind als irgendwelche anderen Gruppen.

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Wie kann Riya‘ in die Reihen der Gemeinschaft eindringen?

 

Der Satan ist nicht zufrieden damit, den Leiter des Gemeinschaftsgebets in die Hölle zu zerren. Seine Begierde ist damit nicht befriedigt. Er dringt ebenfalls in die Reihen der Betenden ein. Da die erste Reihe angesehener ist als die anderen Reihen, und der rechte Flügel besser als der linke, nimmt er sich diese öfter zum Ziel als irgendeine andere Reihe. Er lenkt die Frommen des rechten Teils der ersten Reihe auf sich, und stiftet sie dazu an, sich den anderen gegenüber überlegener darzustellen in den Augen der Menschen. Der hilflose Mensch, sich der Einflüsterung des Satans nicht bewusst, versucht, seine Überlegenheit durch einen scheinheiligen Blick oder eine Geste darzulegen, was seinen inneren Polytheismus aufzeigt, was ausreicht, um ihn in Sijjin zu schicken. Von nun an stiehlt sich der Satan in andere Reihen, um andere Menschen anzulocken, sodass aufgrund seiner unbeholfenen Gesten und seines lustigen Verhaltens, ein Betender zum Ziel von Spott und Hohn der anderen wird, welche sich selbst als frei von jeder Art von Fehlern betrachten. Manchmal wurde beobachtet, dass eine ehrenhafte Person, insbesondere ein Gelehrter seltener Ehrung und hoher intellektueller Stufe, durch den Teufel in die letzte Reihe gesetzt wurde, um den Leuten erkenntlich zu machen, dass, obwohl seine Stellung viel höher ist, er sich nicht um weltliche Stellungen kümmert und frei von Selbstachtung ist und er gekommen ist, um in der letzten Reihe zu sitzen. Einige Menschen dieser Art werden niemals in der ersten Reihe sitzen.

 

Der Satan begnügt sich nicht alleine damit, den Imam und seine Anhänger zu beeinflussen. Manchmal greift er sich einen Einzelgänger durch den Bart, indem er ihn überredet, sein Haus oder sein Geschäft zu verlassen, und durch seine Verlockungen bringt er ihn in eine Ecke der Moschee auf eine Gebetsmatte. Für solch einen Menschen ist kein Imam 'Adil oder geeignet, das Gebet zu leiten. Der Satan bringt ihn dazu, eine anhaltende Niederwerfung und Ruku'' und ein erweitertes Gebet zu verrichten. In seinem Herzen der Herzen wünscht sich dieser Einzelne, die Menschen glauben zu lassen, dass er fromm und gewissenhaft in einem solchen Grade ist, dass er das Gemeinschaftsgebet vermeidet, sodass er nicht in die Falle des Folgens eines ungerechten Imams fällt. Diese Person, abgesehen davon, dass sie eingebildet und scheinheilig ist, ist gleichermaßen unwissend gegenüber den Gesetzen der Shari’ah. Der Marji‘ al-Taqlid (Vorbild der Nachahmung), dem er folgt, hat möglicherweise keine Bedingung für das Gebet hinter einem Imam mit Ausnahme der Annehmbarkeit des äußeren Verhaltens festgesetzt. Doch der Einzelgänger interessiert sich nicht dafür, denn sein eigentlicher Beweggrund ist Riya‘. Er will sich selbst lediglich als einen Menschen der Frömmigkeit darstellen, um Gefallen und Bewunderung unter den Menschen zu erreichen.

 

In derselben Weise werden unsere anderen Handlungen durch den Satan gestört. Dieses verdammte Geschöpf macht, wann immer es ein dunkles Herz findet, dieses zu seinem Ruheplatz und versucht, unsere sichtbaren und unsichtbaren Taten zu zerstören, und wandelt unsere guten Taten in solche, dass sie uns direkt in die Hölle führen.

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Eine Einladung zur Aufrichtigkeit:

 

Mein Freund, sei vernünftig und vorsichtig in deinem Handeln. Fordere von deinem Selbst Rechenschaft über jede Tat ein. Nimm dich selbst für jede Einzelheit ins Kreuzverhör. Versuche, deine Taten durch Selbstprüfung zu bewerten, ob sie zur Verwirklichung von Tugend oder aus anderen Beweggründen heraus verrichtet wurden. Was hat dich angeregt, Fragen über das Nachtgebet zu stellen? War es rein um Allah's Willen mit der Absicht, dieses Gebet zu verrichten, oder um dich selbst als eine tief religiöse Person darzustellen? Warum ist es so, dass du andere eifrig mit allen möglichen Mitteln von deiner Pilgerreise informieren willst und von der Anzahl derer, die du bereits vollzogen hast? Warum bist du nicht zufrieden damit, deine wohltätigen Taten auf dich allein zu beschränken, und was willst du erreichen, indem du anderen von deinen Taten der Nächstenliebe berichtest, denn sobald du Gelegenheit findest, teilst du sie ihnen mit? Wenn sie für Allah ausgeführt wurden, und du beabsichtigst, dass Menschen es dir gleich tun, und du in dieser Hinsicht denkst (dass derjenige, der den Weg der Rechtschaffenheit aufzeigt, genau so ehrenwert ist wie jener, der es tut), während du die Tat ausführst, ist die Darlegung gerechtfertigt. Danke Allah, denn Er ermöglichte dir, mit einem reinen Gewissen und reinen Herzens zu handeln. Doch hüte dich vor der List des Satans, während du dein Selbst befragst, da er die Handlungen, die mit Riya' verdorben sind, als selbstlos und heilig darstellen kann. Wenn deine Handlung nicht um den Willen Allah's geschieht, dann ist es besser darauf zu verzichten, zu tun, was du getan hast, weil dies zu Sum'ah zählt, d.h. der Anzeige von schlechten Tugenden, was ein Zweig des verfluchten Baumes von Riya' ist, denn Allah, der Allmächtige, nimmt es nicht an und verdammt seinen Täter zum Sijjin.

 

Wir sollten Zuflucht bei Allah vor dem Laster der Falschheit suchen, dessen List sehr geschickt ist. Wir haben eine allgemeine Vorstellung davon, dass unsere Taten nicht rein und aufrichtig sind, denn wären wir Seine wahren Diener gewesen, warum belästigt der Teufel dann unsere Unverletzlichkeit und macht uns zu einem Instrument seiner bösen Anordnungen? In den Worten meines verehrten Lehrers ist der Teufel der Wachhund des Gerichts des Allmächtigen. Er bellt nicht den Menschen an, der nahe zu Allah ist, und plagt ihn nicht. So wie der Wachhund die Freunde des Herrn nicht vom Hause vertreibt, so erkennt der Satan gleichermaßen die Freunde Allah's und erlaubt keinem Fremden, Zugang zu Ihm zu finden. Deshalb solltest du sofort wissen, dass, wann immer du erkennst, dass sich der Satan in deine Angelegenheiten einmischt, deine Handlungen nicht mit aufrichtigen Absichten verrichtet werden und nicht für den Allmächtigen gedacht sind. Wenn du ein aufrichtiger Gläubiger in Allah bist, warum ergießen sich aus deiner Zunge heraus nicht Worte der Weisheit, die von Herzen kommen? Seit etwa vierzig Jahren denkst du, dass du rechtschaffene Taten verrichtet hast, um Allah's Wohlgefallen zu erreichen, während in einem Hadith dargestellt wird, dass wer immer Allah für vierzig Tage treu bleibt, dem sprudelt die Weisheit ausgehend von seinem Herzen heraus. Dies ist ein Zeichen für uns zu begreifen, dass unsere Taten nicht um Allah's Willen verrichtet wurden, obwohl wir uns dessen nicht bewusst sind, und dies ist der Hauptgrund unserer unheilbaren Krankheit.

 

Erbarmenswert ist der Zustand der Anbetenden, Betenden, Leiter und Anhänger des Freitagsgebets in der Gemeinschaft und der Menschen von hohem Wissen und Gelehrtheit. Wenn sie im Gericht des Höchsten am Tage der Auferstehung ihre Augen öffnen werden, werden sie erfahren, dass sie nicht nur unter den Sündern, Tätern großer Sünden sind, sondern sogar noch schlimmer als Ungläubige und Götzendiener sein werden, und ihre Aufzeichnung der Taten wird gar dunkler sein als die der anderen (Ungläubigen und Götzendienern).

 

Es ist ein Grund des Mitleids für einen Menschen, dass seine Gebete und anderen gottergebenen Handlungen als Brennstoff für das Feuer der Hölle dienen werden. Möge Allah uns vor dem Moment bewahren, wenn, trotz der Almosen und der Zakat und der Frömmigkeit, das Aussehen von jemandem zu solcher Scheußlichkeit verzerrt wird, die man sich nicht einmal vorstellen kann. Du, ein hilfloses Geschöpf, wirst gebrandmarkt als Mushrik, als ein Götzendiener, und ein Sünder trotz deines Glaubens an die Einheit Allah's. Wenn Allah will, wird Er den Sündern durch Seine Barmherzigkeit vergeben, doch dem Mushrik, so sagte Er, wird Er nicht vergeben, wenn er ohne Reue stirbt.

 

In den Ahadith wird angegeben, dass wenn jemand der Riya' gewohnt war – derjenige, der seine Religiosität, Hingabe, hohen religiösen Rang, seine Predigten und die Leitung der Gebete, sein Fasten, sein Namaz und selbst seine frommen Taten verrichtet, um Respekt in den Herzen der Gläubigen zu erreichen, ein Polytheist ist. Sein Shirk (Götzendienst) wird von den Überlieferungen der Imame der heiligen Leute des Hauses (a.) und dem qur'anischen Text bestätigt, und damit ist seine Sünde unverzeihlich. Es wäre besser für dich gewesen, unter die Täter großer Sünden zu sein, einer, der berüchtigt für sein übles Verhalten und das Begehen offensichtlicher Beleidigungen ist, während du ein Monotheist bist, anstatt zu einem Polytheisten zu werden.

 

Nun, mein Freund, prüfe dich selbst ernsthaft und finde einige Mittel, um deine (spirituelle) Krankheit zu heilen, und erkenne die Vergeblichkeit des Erwerbs von Ehre in den Herzen der Menschen, ein kleines Stück Fleisch wird den Hunger eines Vogels nicht besänftigen. Diese schwachen Geschöpfe besitzen keinerlei Macht, und ihre Einschätzung ist unerheblich. Die wirkliche Macht soll in Ihm gesucht werden. Er ist der Absolute Grund aller Gründe – der Äußerste Grund. Selbst wenn sich alle Geschöpfe gemeinsam anstrengen, eine einzige Mücke zu erschaffen, werden sie darin nicht erfolgreich sein, und wenn die Mücke ihnen einen leichten Schaden verursacht, werden sie nicht in der Lage sein, ihn zu verhindern, wenn Allah nicht will.

 

Alle Macht gehört dem Allmächtigen. Er ist die treibende Kraft im Universum. Wann immer du etwas tust und dich anstrengst, um etwas auszuführen, schreibe in dein Herz mit dem Stift der Vernunft: Image1051.gif - Niemand ist erfolgreich im Reich der Existenz außer Allah. Bestücke dein Herz durch alle möglichen Mittel mit dem Grundsatz der Einheit göttlichen Handelns (Tauhid al-Af'ali), was die erste Stufe des Glaubens in die Einheit des Seins ist, und wandle es auf diese Weise in ein Herz eines wahren Gläubigen.

 

Erleuchte dein Herz mit dem heiligen Ausspruch: Image1052.gif - Es gibt keinen Gott außer Allah, und forme es dementsprechend. Führe dein Herz auf die Stufe der Ruhe (Itminan), und mache dir klar, dass der Mensch weder Schaden, noch Gutes verursachen kann, und dass Allah allein imstande ist, jemandem jeglichen Schaden oder Gutes anzutun. Heile deinen Blick, der an Blindheit leidet, sodass du am Tage des Gerichts nicht blind versammelt wirst und dich beim Allmächtigen beschwerst: Image1053.gif - Mein Herr! Warum hast Du mich blind versammelt …? [20:125]

 

Der Wille des Allmächtigen hat dem Willen anderer Wesen gegenüber Vorrang. Wenn sich dein Herz diesen heiligen Worten hingibt, und an sie glaubt, kann dies zu hoffen geben, dass deine Taten belohnt werden und alle Spuren des Polytheismus, Riya', Unglauben und Heuchelei vom Angesicht deines Herzens weggewischt werden. Dieser tiefe Glaube liegt im Einklang mit der Vernunft und der Offenbarung, und keine Spuren des Determinismus (Jabr) werden vorhanden sein. Es ist möglich, dass einige Leute, die die Bedeutung, die Grundsätze und die Bestandteile des Determinismus nicht kennen, ihn so missverstehen, dass er kein Jabr, sondern Tauhid ist. Determinismus ist eine Art des Shirk. Während Tauhid die Rechtleitung ist, ist Determinismus die Irreführung. Diese Gelegenheit ist nicht geeignet, um über Determinismus und Freiheit zu diskutieren. Doch jene, die diese Angelegenheit voll und ganz verstehen, können die Bedeutung dessen, was ich sagte, schätzen. Darüber hinaus hat der Prophet (s.) uns darum gebeten, in solchen Diskursen nicht nachsichtig zu sein.

 

Jedenfalls bitte Allah, den Allmächtigen, durch das Bittgebet und demütiges Flehen zu jeder Zeit, besonders in der Einsamkeit, dass Er dich führt und dein Herz mit dem Licht des Tauhid erleuchtet. Bitte Ihn darum, dir den Blick für das Verborgene zu gewähren, die Wahrnehmung der Einheit (in der Vielfalt) – die Einheit des göttlichen Seins, sodass du nichts anderem Bedeutung beimisst und jede andere Sache als bedeutungslos und als eine Kleinigkeit ansiehst. Ersuche Sein heiliges Wesen, um deine Handlungen rein und aufrichtig zu machen, und dich auf den Weg der Aufrichtigkeit und Liebe zu lenken. Und wenn du eine solche spirituelle Stufe erreicht hast, dass deine Gebete erhört werden und du etwas für dieses hilflose Geschöpf Allah's tun kannst, das sein Leben vergeudet hat mit sinnlosen Beschäftigungen ohne wirkliches Ziel, mit dem Verlangen nach Begierde und Lust, dessen Sünden das Herz bis zu einem Punkt krank werden ließ, an dem keine Ermahnung, kein Rat, kein qur'anischer Vers, keine Überlieferung des Propheten (s.), kein Argument oder weiser Ausspruch irgendeine Wirkung erzielen können, dann bete für ihn. Mögen deine Gebete seine Erlösung sichern. Sei durch das Gedenken dieser Dinge, die du bereits kennst und die auch nicht neu für dich sind, von ganzem Herzen aufmerksam und aufrichtig, und schätze, ohne nachzulassen, deine Bewegungen, Pausen und dein Verhalten neu ab. Prüfe immer eingehend deine verborgenen Absichten, und berücksichtige alles strengstens in derselben Weise, wie ein Geschäftspartner den anderen berücksichtigt. Halte dich von allem fern, was Riya' und dergleichen ähnelt, wie tugendhaft es auch erscheinen mag. Selbst wenn du in den Angelegenheiten der obligatorischen religiösen Pflichten glaubst, dass du sie in der Öffentlichkeit nicht aufrichtig ausführen kannst, verrichte sie im Geheimen, obgleich es wünschenswerter ist, sie offen auszuführen. Es tritt selten auf, dass Riya' in den obligatorischen Pflichten selbst auftritt. Häufiger bezieht es sich auf die Art und Weise der Durchführung und auf Handlungen, die mustahabb oder übergebührlich sind. Auf jeden Fall reinige dein Herz von dem Schmutz des Polytheismus mit vollkommener Feierlichkeit und strengster Selbstkritik, damit du nicht, Allah bewahre, in diesem Zustand von dieser Welt gehen solltest, in dem deine Leistung bedauerlich ist und es keine Hoffnung auf Erlösung für dich gibt. Dann wirst du den Zorn Allah's erregen, wie in der folgenden Überlieferung aus Wasa'il al-Shi'ah von Qurb al-Asnad und berichtet von Amir al-Mu'minin (a.) erwähnt wird:

 

 

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Amir al-Mu'minin (a.) berichtet, dass der Prophet (s.) sagte: "Jemand, der eine Handlung verrichtet, die Allah liebt, um sie den Menschen zu zeigen, und im Geheimen solche Eigenschaften offenbart, die Allah verabscheut, wird dem Groll und dem Zorn Allah's [am Tage der Auferstehung] begegnen." [5]

 

Es gibt zwei wahrscheinliche Interpretationen zu diesem Hadith. Erstens geht es um eine solche Person, die sich selbst als Vorbild der Tugendhaftigkeit vor den Menschen darstellt, während ihr inneres Selbst mit hässlichen Untugenden getränkt ist. Zweitens könnte es um eine Person gehen, die nach außen hin mit der Absicht von Riya' tugendhafte Taten verrichtet. In jedem Fall ist es offensichtlich, dass der Hadith Riya' verurteilt, denn das Verrichten der obligatorischen Handlungen und Pflichten, wenn sie denn nicht durch Riya' angeregt wurden, kann nicht Gegenstand des göttlichen Zorns sein. Höchstwahrscheinlich liegt die zweite Interpretation näher an der Bedeutung dieses Hadith, denn die öffentliche Verrichtung schlechter Taten ist eine größere Sünde.

 

Dies ist eine Warnung an uns, vorsichtig zu sein, damit wir nicht, Allah bewahre, etwas tun, was den Zorn des Königs der Könige und des Barmherzigsten der Barmherzigen erregt: Image1055.gif

 

__________________________________

 

[5] Wasa'il al-Shi'ah

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Eine Überlieferung von Imam Ali (a.):

 

Wir schließen diesen Abschnitt mit einer Überlieferung ab, die vom Befehlshaber der Gläubigen, Amir al-Mu'minin (a.), berichtet wird, aufzufinden in al-Kafi. Al-Shaykh al-Saduq hat dieselbe Überlieferung auch von Imam al-Sadiq (a.) berichtet, die ein Teil des letzten Willens und des Testaments des Propheten (s.) an Ali (a.) darstellt:

 

 

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Imam al-Sadiq (a.) sagte, dass Amir al-Mu'minin (a.) sprach: "Es gibt drei unterschiedliche Merkmale von jemandem, der an Riya' gewohnt ist: Er drückt Freude und Fröhlichkeit aus, wenn er von Leuten begrüßt wird; er wird freudlos und mürrisch, wenn er alleine ist; und er wünscht sich, gelobt zu werden für alles, was er tut." [6]

 

Da diese Untugend so verborgen und schleichend ist, dass sie von der Person selbst unbemerkt bleibt, liegt sie in Unkenntnis über die Tatsache, dass sie innerlich ein Heuchler ist, und sie denkt sich, ihre Handlungen wären rein und tadellos. Deshalb wurden die Zeichen dieser Eigenschaft so beschrieben, dass die Menschen imstande sein sollten, ihre verborgenen Beweggründe zu erkennen, indem sie ihr inneres Selbst in ihrem Licht betrachten, und damit imstande sind, sie zu verhindern und sie dementsprechend zu behandeln. Ein Einzelner kann sich prüfen und wissen, dass er nicht dazu neigt, seine religiösen Pflichten zu erfüllen, wenn er alleine ist. Selbst wenn er sich mit großem Zwang dazu treibt, sie zu verrichten, oder er sie sogar ständig verrichtet, verrichtet er sie nicht mit wahrer Aufrichtigkeit und Reinheit des Herzens, sondern vielmehr als eine körperliche Tätigkeit. Doch während er seine Gebete in der Moschee, in der Gemeinschaft der Menschen und der Anwesenheit der anderen verrichtet, wird er dazu angeregt, seine Gebete mit äußerster Freude und Begeisterung zu verrichten. Er neigt dazu, lange und sich hinziehende Ruku' und Niederwerfungen zu verrichten. Er führt die Mustahabb-Handlungen richtig aus, auf die kleinsten Einzelheiten achtend.

 

Wenn man seinem inneren Zustand ein wenig Aufmerksamkeit schenkt, kann man den Grund für diese Kraft erfahren. Warum ist es so, dass er das Netz seiner (angeblichen) Frömmigkeit spinnt, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen? Er kann sich selbst täuschen, indem er sagt, dass es ihn mehr erfreut, in der Moschee zu beten, so wie es lobenswerter ist, so zu verfahren, und dass es auch mehr Lohn mit sich bringt. Er wird sich selbst davon überzeugen, indem er sagt, dass es vorzuziehen ist, das Gebet in einer besseren Weise vor anderen zu verrichten, damit sie seinem Beispiel folgen und von der Religion angezogen werden. Der Mensch täuscht sich selbst mit allen Mitteln und denkt niemals daran, sich selbst zu verbessern. Für eine kranke Person, die sich selbst als fehlerfrei betrachtet, gibt es keine Hoffnung, geheilt zu werden. Das unglückliche innerste Wesen des Menschen strebt nicht nur im Geheimen die Zurschaustellung seiner guten Taten vor den Menschen an, sich dem inneren Drang nicht bewusst, sondern konzentriert sich auch darauf, seine Sünden als Gottesdienst und seine Einbildung als Verbreitung der Religion darzustellen, trotz der Tatsache, dass das Verrichten der Mustahabbat-Gebete in der Verborgenheit mustahabb ist.

 

Warum ist es so, dass dein Selbst immer in der Öffentlichkeit reagiert, und warum genießt du es, aus Furcht vor Allah in der Versammlung von Menschen zu weinen, obwohl du im Alleinsein trotz unter Druck setzen deiner Augen keine einzige Träne hervorbringen kannst? Wo ist die Furcht vor Allah? Erfasst sie dich nur in der Versammlung von Menschen? Überwältigt sie dich nur zum Ereignis der Nächte der Bestimmung (Image1057.gif) vor mehreren tausend Menschen? Solch ein Mensch verrichtet hundert Gebetsabschnitte und rezitiert Dua Jaushan al-Kabir und Dua Jaushan al-Saghir zusätzlich zu mehreren Suren aus dem Qur'an und ist nicht gelangweilt und fühlt nicht die geringste Müdigkeit.

 

Wenn ein Mensch etwas rein für Allah verrichtet oder dafür, um Seine Segnungen zu erreichen, oder aus Furcht vor der Hölle oder der Hoffnung auf das Paradies, warum sollte er sich wünschen, dass seine Taten von den Menschen gelobt und bewundert werden? Seine Ohren sind allzeit begierig danach, etwas vom Lob über ihn zu hören, und sein Herz trachtet nach denen, die seine Hingabe bemerken und feststellen, wie ehrwürdig dieser Herr doch ist, denn er verrichtet sein Gebet so pünktlich und nimmt seine übergebührlichen Pflichten sehr wichtig. Wenn deine Taten für Allah sind, was hat diese übertriebene Begierde dann zu bedeuten? Wenn dich die Furcht vor der Hölle und die Hoffnung auf das Paradies dazu treiben, diese Taten zu verrichten, was hat diese Liebe der Öffentlichkeit dann zu bedeuten? Du solltest erkennen, dass dieses Begehren vom verfluchten und abscheulichen Baum von Riya' rührt. Deshalb versuche dich, so gut du kannst, von diesen sinnlosen Neigungen (weitestgehend) zu reinigen, und versuche, dich zu bessern.

 

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[6] Usul al-Kafi, Bd. 2, S. 295

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Unterschiede im Grad und den Stufen der Eigenschaften unter den verschiedenen Individuen:

 

In diesem Abschnitt ist es wichtig, dich daran zu erinnern, dass jede Eigenschaft der Seele, sowohl die guten als auch die schlechten, zahlreiche Grade und Stufen hat. Jene, die Tugenden erwerben und Abstand von ihren Lastern nehmen, werden mit den 'Urafa', den Heiligen und Freunden Allah's (Awliya'Allah) versammelt. Was die anderen Individuen angeht, so wird das Wesen der Laster und Tugenden durch die spirituelle Stufe, zu der sie gehören, bestimmt. Es kann sein, dass die Eigenschaften, die von jenen, die höheren spirituellen Stufen zugehörig sind, als Laster betrachtet werden, während sie von jenen, die tieferen Stufen angehören, nicht als solches betrachtet werden. Sie können im Gegenteil sogar gewissermaßen als Fähigkeiten angesehen werden. Und ebenso können die Eigenschaften, die von den Menschen niederer Gruppe als tugendhaft angesehen werden, Laster für Menschen höherer Gruppe sein.

 

Riya' ist ein solches (verhältnismäßiges) Laster, welches wir derzeit diskutieren. Die Redlichkeit (Ikhlas) ist die höchste Stufe der Freiheit von Riya' und Eigenschaft der Heiligen (Awliya'Allah); andere teilen diese Eigenschaft nicht. Die Menschen erreichen im Allgemeinen eine niedere Stufe davon, und dies schadet ihrem Iman oder Ikhlas nicht, denn sie besitzen generell eine natürliche Neigung, die anderen von ihren Tugenden in Kenntnis zu setzen. Obwohl sie sie nicht absichtlich deshalb verrichtet haben, sie vorzuzeigen, ist ihr Selbst instinktiv dazu geneigt, sie bekannt zu machen. Diese Neigung macht ihre Handlung weder ungültig, noch macht sie sie zu Ungläubigen, Heuchlern (Munafiqun) oder Polytheisten. Doch diese Eigenschaft wird im Falle eines Wali oder 'Arif bi-Allah als Unzulänglichkeit betrachtet, denn für sie kommt sie Nifaq oder Shirk gleich. Absolute Reinigung von der Unreinheit des Polytheismus und das Erzielen vollkommener Redlichkeit (Ikhlas) in der Ergebenheit ist im Wesentlichen eine Hauptvoraussetzung für die Erreichung der Stufe, die den Awliya'Allah vorbehalten ist, und es gibt sogar sieben höhere Stufen, die sie erreichen können, doch an dieser Stelle wäre es nicht geeignet, ins Detail zu gehen.

 

Unsere Imame, der Friede sei mit ihnen, haben erklärt, dass ihre Anbetung die Anbetung der freien Seelen (Ahrar) war, welche allein aus Gründen der Liebe zu Allah verrichtet wurde, weder aufgrund der Furcht vor der Hölle, noch der Hoffnung auf das Paradies, und sie haben diese Stufe als ersten Schritt ihrer Wilayah betrachtet. Für sie ist die Anbetung ein Zustand der Freude und Begeisterung, welche jenseits unserer Vorstellungskraft und unseres Verständnisses liegt. Abgesehen von den oben genannten Ahadith, die vom Propheten (s.) und Amir al-Mu'minin (a.) überliefert wurden, gibt es ebenfalls einen weiteren Hadith, den Zurarah von Imam Abu Ja'far (a.) berichtet, der wie folgt lautet:

 

 

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Zurarah berichtet, dass er Imam al-Baqir (a.) über den Rang einer Person befragte, die gute Taten verrichtete, die von anderen gesehen wurden, was ihn dann glücklich gemacht hat. Der Imam (a.) sagte: "Es existiert kein Nachteil darin. Es gibt niemanden, der es nicht mag, wenn den Leuten seine guten Taten kenntlich gemacht werden, falls er sie nicht [einzig und allein] zum Zwecke ihrer Bewunderung verrichtet." [7]

 

In einem der beiden Ahadith wird die Absicht der Verrichtung guter Taten zur Erlangung von Respekt und Bewunderung als Zeichen von Riya' betrachtet, während in einem anderen Hadith ausgesagt wird, dass kein Nachteil in der Freude liegt, die aus der Darlegung einer guten Tat folgt. Diese beiden unterschiedlichen Meinungen wurden im Hinblick auf die Gruppe, der ein Individuum angehört, gebildet. Es gibt auch noch einige andere Gründe für diese Sichtweise, doch wir werden darauf verzichten, sie zu erwähnen.

 

Was ist Sum'ah?

 

Am Ende sollte beachtet werden, dass Sum'ah bedeutet, dass man die guten Eigenschaften den Ohren anderer Menschen mündlich übermittelt, und das zu dem Zwecke, um sie auf sich zu ziehen und sich selbst bekannt zu machen, und diese Absicht ist ein Zweig des lasterhaften Baumes von Riya'. Aus diesem Grund haben wir Sum'ah als Teil von Riya' behandelt, nicht als eigenständiges Laster, und haben dessen Bedeutung nicht getrennt ausgearbeitet.

 

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[7] Usul al-Kafi, Bd. 2, S. 297

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