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Nachahmung_1, Taqlid


Shia-Forum
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08.11.2004 07:36: Seltsame Aussprüche einiger Gelehrter Zitieren

As-salamu alaikum,

 

ich diskkutiere schon seit geraumer Zeit mit einem schiitischen Bruder über Taqlid, er hält es nicht für wajib, ich schon. Nun hat er mir einige Meinungen berühmter Gelehrter zum Thema Taqlid gebracht:

 

Shaikh Yaqub Kulayni: The compiler of "Usul al-Kafi." In the preface the

great Shaykh openly sends lanath (curse) on those people who do Taqlid to a

non-Ma'sum.

 

 

Baqir Majlisi: The compiler of "Bihar al-Anwar;" the most voluminous

collection of Shi'a Ahadith, and against Taqlid to a non-Ma'sum.

 

 

Taqi Majlsi: The compiler of "Fiqah Majlisi," and the father of the great

Baqir Majlisi, and against Taqlid to a non-Ma'sum.

 

 

Hurr Amili: The compiler of "Wasail Al-Shia," who in the 18th volume of his

Wasail collection cursed those who do Taqlid to a non-Ma'sum.

 

 

Syed Razi: The compiler of the most famous "Nahj'ul-Balagha," a great man

and lover of the Ahl'ul-Bayt (as), who was against Taqlid to a non-Ma'sum.

 

 

Hashim Bahrani: The author of "Tafsir al-Burhaan," yet another scholar who

has wrote a fantastic Tafsir only employing the sayings of the A'immah (as);

also is against the Taqlid to a non-Ma'sum.

 

 

Frage an alle, die sich etwas auskennen: wie ist das gemeint? Leider kenne ich den Zusammenhang nicht, in dem sie das gesagt haben, noch ob sie es gesagt haben, ist sicher für mich. Falls aber doch, dann wie meinten sie das? In der Abwesenheit eines Ma´sum geht es doch nicht ohne Taqlid, ich wüsste nicht, wie. Kann mir jemand weiterhelfen?

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Taqlid ist wajib. Wir müssten Imam Al-Mahdi (a) nachahmen, da er aber noch nicht erschienen ist, und Taqlid Pflicht für uns ist, wählt man unter den Ayatollahs den A3lam, also den Meistwissenden. Er ist dann der Stellvertreter für den Imam (a).

 

Wie kann man denn ohne Taqlid leben? Das geht doch garnicht.

 

Imam al-Mahdi (a) hat uns den Taqlid während seiner Ghayba vorgeschrieben!

 

Mein Vater hat mir einige Aussprüche Imam al-Mahdis (a) (auf arabisch) aufgesagt. Ich kann sie dir schreiben und meinen Vater darum bitten, mir die Quellen rauszusuchen.

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As-salamu alaikum,

 

ja, darauf wäre ich mal gespannt, aber bitte mit Quellenangaben. Trotzdem: Wie sind diese Aussprüche von Allahma Majlisi, Kulaini usw. zu erklären? Das sind doch große Gelehrte.

Wie konnten die sowas sagen??

Taqlidgegner argumentieren damit, dass man dann aufhört, Wissen zu erwerben, und nur noch blind hinterherläuft. Außerdem würde es einem Marja´zuviel Macht verleihen. Stimmt, wenn es der falsche ist, aber das hat ja jeder selber in der Hand, heute kann mansich schließlich informieren!

wassalam,

Fatima

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Salam alaikum

 

Taqlid gegener?? Mmmh das ist selten. Aber ich kenne sogar "einfache " Shiiten, welche das ablehnen und den Weg des IStihad gehen. Ich persönlich kann das nicht, und will das auch nicht. Das ist mir eine zu grosse Verantwortung. Und was heisst blind folgen? Ich meine wir haben ja immer noch unseren eigenen Verstand und oft ist doch unsere eigene Meinung die gleiche wie die AUssagen der Marja. Also so "Überraschungen" habe ich eigentlich fast noch nie erlebt.

Aber wir warten mal ab...

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As-salamu alaikum,

 

da das nicht so einfach zu finden ist, übersetze ich es mal, es ist auch nur ein Ausspruch:

 

"Wenn es unter den Rechtsgelehrten (fuqaha) jemanden gibt, der sein nafs schützt (vor Schlechtem), seine Religion bewahrt, gegen seine Begierden ankämpft und dem Befehl seines Herrn gehorsam ist, dann dürfen die Laien ihn nachahmen, und dies gilt nur für einige fuqaha der Schia , nicht für alle."

 

Das heißt aber nicht, dass man Taqlid machen muss, sondern darf, da da steht: "li - l - ´awwam". Wenns eine Pflicht ausdrücken soll, müsste es doch "ala - l - awwam" heißen, oder? Frag deinen Vater nochmal danach.

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As-alamu alaikum,

 

man muss sich schon einen suchen, dem man vertraut. Wenn man von einem zu einem anderen "springen" will, dann muss man wissen, welcher Marja´dann der Meistwissende ist.

Auf jeden Fall ist es nicht zu empfehlen, und man darf auf keinen fall von einem zum anderen springen, weil einem eine bestimmte Fatwa gerade besser gefällt , also kein Rosinenpicken.

 

Lies dir das mal durch, besonders den Unterpunkt: Wechseln (eines Vorbildes der Nachahmung).

http://islam-pure.de/iw/antworten/kapitel_...enderNachahmung

 

mir ging es hier um einen Ausspruch von einem Imam oder einem Gelehrten zum Thema, dass Taqlid wajib ist, da ich das einem Bruder gern beweisen möchte.

 

wassalam,

Fatima

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Asalamualeikum meine lieben Geschwister im Islam.

 

Taqlid ist nicht (alles andere denn) kategorisch wajib (da fängt womöglich das >aneinander vorbeireden schon an) und die Aussprüche jener Gelehrten sind sowohl korrekt, als auch alles andere als seltsam.

 

Unter Fragen Fragen Fragen (ich finde die Strukturierung des Forums hierbei nicht so arg übersichtlich) ist unter >Taqlid< noch eine Thread offen.

 

Mein bescheidener Vorschlag, versucht es doch erstmal dort. (Eine Antwortreferenz ist ja schon vorgegeben, bzgl. 9:122)

 

Ich denke dennoch, das sollten wir strukturiert durcharbeiten (wie’s so schön heißt).

 

wasalam.

Mustafa

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Du kannst deinen Beitrag im anderen Thread hierrein kopieren und uns erklären, wie du darauf kommst, Taqlid sei nicht wajib.

Nur zur Info: Hier geht es darum, ob einfache Leute einen Marja3 nachahmen müssen oder nicht.

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13.11.2004 18:28: RE: Seltsame Aussprüche einiger Gelehrter Zitieren

30.09.2004 22:49: RE: Taqlid?!

 

 

--------------------------------------------------------------------------------

 

Asalamualeikum liebe Geschwister im Islam.

 

Zunächst einmal sind die Ausführungen von Schwester Fatima korrekt, und ich ergänze noch einen Vers als kleine Grundlage zur Vervollständigung, allein um zu verdeutlichen, weshalb Taqlid wichtig ist.:

 

Die Gläubigen dürfen nicht alle auf einmal ausziehen. Warum rückt dann nicht aus jeder Gruppe nur eine Abteilung aus, auf daß sie (die Zurückbleibenden) in Glaubensfragen wohl bewandert würden? Und nach ihrer Rückkehr könnten sie (die Zurückbleibenden) ihre (ausgezogenen) Leute belehren, damit sie sich in acht nähmen.[9:122]

 

Nun jedoch, allein damit ihr ein wenig in Übung bleibt meine Ausführungen und Argumente zu zerlegen , widerspreche ich einfach mal:

 

Die Ausführungen sind ohne Beweis bezüglich der Schlussfolgerung, es gäbe einen kategorischen Unterschied zwischen Usul und Furu’ bzw. Ibadat bzgl. Taqlid.

Das Gegenteil ist offensichtlich und Taqlid ist nie mehr, als nur ein temporärer Ersatz:

 

An-Nu'man Ibn Basier sagte: "Ich hörte den Gesandten Allahs (s.) sagen: »Das Erlaubte ist offenkundig, und das Verbotene ist offenkundig, und zwischen den beiden gibt es zweifelhafte Dinge, über die viele Menschen keine Kenntnis besitzen. Wer nun die zweifelhaften Dinge vermeidet, der gewährt damit seinem Glauben und seiner Ehre Makellosigkeit; wer aber in zweifelhafte Dinge verwickelt ist, ähnelt einem Hirten, der seine Herde um ein fremdes Revier herumweidet und beinahe das Eigentumsrecht eines anderen verletzt. Wahrlich, jeder König hat sein eigenes Hoheitsgebiet, und die von Allah verbotenen Dinge stellen das Hoheitsgebiet Allah’s auf Seiner Erde dar. [bu.]

 

Allah sagt:

Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen außer Allah; und den Messias, den Sohn der Maria. Und doch war ihnen geboten worden, allein den Einzigen Gott anzubeten. Es ist kein Gott außer Ihm. Gepriesen sei Er über das, was sie (Ihm) zur Seite stellen![9:31]

 

Adiy b.Hâtim, der vor seinem Übertritt zu Islam „Christ“ war, hörte einmal den Propheten (S.A.W.) den Quran -Vers zitieren „Sie nehmen ihre Rabbiner und Mönche neben ALLAH und den Messias, dem Sohn der Maria, zu Herren an, wo ihnen doch allein geboten ward, einem einzigen Gott zu dienen. ... (9:31).

Er bemerkte daraufhin: „Oh Gesandter Gottes! Jene haben aber diese nicht angebetet.“

Der erlauchte Gesandte erwiderte: „Was du sagst, ist richtig; aber diese haben jenen Erlaubtes verwehrt und Verwehrtes erlaubt, und jene haben ihre Praxis danach ausgerichtet. Insofern haben sie ihnen schon Gottes-dienstliche Verehrung erwiesen.“ (Tirmithi, Tefsir zur Sura)

 

[004:048] Wahrlich, Gott vergibt es nicht, wenn ihr Ihm etwas zur Seite setzt, wohl aber verzeiht ER andere als derartige Übertretungen, wenn ER will. Wer nun neben Gott etwas verehrt, der hat eine große Sünde ersonnen.

[002:160] Nur denen, die Busse tun, bereuen und gestehen, denen will ich verzeihen, denn ich vergebe gern und bin barmherzig.

 

Wasalam.

Mustafa

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Asalamualeikum Salam.

 

 

Du kannst deinen Beitrag im anderen Thread hierrein kopieren und uns erklären, wie du darauf kommst, Taqlid sei nicht wajib.

Nur zur Info: Hier geht es darum, ob einfache Leute einen Marja3 nachahmen müssen oder nicht.

 

 

Dein Wunsch ist mir Befehl, auch wenn es sich nicht gerade wie ein Wunsch anhörte, Salam.

 

Zunächst einmal gilt es sich einen halbwegs vernünftigen Überblick zu verschaffen, auch wenn es dem einen oder der andern unverständlich erscheint.

 

TAQLID

1. It is necessary for a Muslim to believe in the fundamentals of faith with his own insight and understanding, and he cannot follow anyone in this respect i.e. he cannot accept the word of another who knows, simply because he has said it. However, one who has faith in the true tenets of Islam, and manifests it by his deeds, is a Muslim and Mo'min, even if he is not very profound, and the laws related to a Muslim will hold good for him.

In matters of religious laws, apart from the ones clearly defined, or ones which are indisputable, a person must:

>> either be a Mujtahid himself, capable of inferring and deducing from the religious sources and evidence;

>> or, if he is not a Mujtahid himself, he should follow one, i.e. he should act according to the verdicts (Fatwa) of the Mujtahid;

>> or, if he is neither a Mujtahid NOR a follower (Muqallid), he should act on such precaution which should assure him that he has fulfilled his religious obligation.

For example, if some Mujtahids consider an act to be haraam, while others say that it is not, he should not perform that act. Similarly, if some Mujtahid consider an act to be obligatory (Wajib) while others consider it to be recommended (Mustahab), he should perform it.

Therefore, it is obligatory upon those persons who are neither Mujtahids, nor able to act on precautionary measures (Ihtiyat), to follow a Mujtahid.

 

Allein aus diesem Regelwerk heraus wird sehr deutlich, daß Taqlid keineswegs kategorisch, weder fard noch wajib ist, sondern Bedingungen unterworfen ist.

Weitere Infos im Internet, z.B. auch unter:

http://www.khamenei.de/fatwas/practical01.htm

Question 1: Is the necessity of following a qualified jurist authority itself based on taqlid or is it grounded on personal judgement?

A: It is a matter concluded based on personal judgement and reason.

Oder auch z.B. hier:

http://al-islam.org/organizations/aalimnetwork/msg00048.html

 

Aber wir können auch einfach damit anfangen herauszufinden, was unsere Interpretation von Surat 9:31 ist (nicht 9:122) ?

 

wasalam.

Mustafa

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>> or, if he is neither a Mujtahid NOR a follower (Muqallid), he should act on such precaution which should assure him that he has fulfilled his religious obligation.

For example, if some Mujtahids consider an act to be haraam, while others say that it is not, he should not perform that act. Similarly, if some Mujtahid consider an act to be obligatory (Wajib) while others consider it to be recommended (Mustahab), he should perform it.

 

Darf jeder das machen? Soweit ich weiß, gibt es auch dafür Bedingungen.

 

Allein aus diesem Regelwerk heraus wird sehr deutlich, daß Taqlid keineswegs kategorisch, weder fard noch wajib ist, sondern Bedingungen unterworfen ist.

 

Aus diesem Regelwerk wird deutlich, dass Taqlid für die Mehrheit der Schiiten wajib ist.

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salamualeikum Salam.

 

Am 12.11.04 schrieb ich >Taqlid ist nicht (alles andere denn) kategorisch wajib<

 

Es sollte nunmehr klar sein, dass es das tatsächlich nicht ist, auch nicht für die Mehrheit der Shiiten, wenn man GANZ GENAU liest.

Das hat noch nichts mit der Frage zu tun, ob Taqlid nicht unter Umständen erlaubt sei, auch nicht ob es u.U. sogar Pflicht ist.

Das ist nämlich eine sehr langwierige Diskussion und ich bezweifle ernsthaft, dass man das in zwei drei Tagen abhandeln kann, ganz zu schweigen davon, es über bloße „Meinungsäußerungen“ zu versuchen – da könnten wir ja gleich abstimmen, das ist doch Nonsens.

Darüber lohnt es sich ganz sicher, sich seine Gedanken zu machen und diese auch auszutauschen, meinst Du nicht auch?

 

Also, wenn nicht und Dein Argument wäre, Ay. Khamenei sagt Taqlid, also mach ich’s, dann ist das schon mal gleich der falsche Ansatz, weil er nämlich auf just diese Frage antwortet:

 

Question 1: Is the necessity of following a qualified jurist authority itself based on taqlid or is it grounded on personal judgement?

A: It is a matter concluded based on personal judgement and reason.

 

Was also ist Dein dalil?

Wenn’s (folgerichtig) aql ist, dann folgt die Frage mit der Bitte um detaillierte Erläuterung usw., usf.

 

Im Übrigen bleibt da auch immer noch die Frage nach z.B. 9:31 offen.

 

Oder aber, wenn dieser Weg Deiner Meinung nach der Falsche ist, dann erklär doch einfach die von Fatima eingangs zitierten Gelehrten für falsch zitiert oder im Irrtum, und schon sind wir fertig, oder?

 

Seid mir bitte nicht böse, aber so erweckt das in mir nicht gerade den Eindruck einer wissenschaftlich fundierten Diskussion.

 

wasalam.

Mustafa

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Wa alaikum assalam Mustafa

 

Therefore, it is obligatory upon those persons who are neither Mujtahids, nor able to act on precautionary measures (Ihtiyat), to follow a Mujtahid.

 

->Daher ist es obligatorisch für die Personen die weder Mujtahids, noch fähig sind, nach Ihtiyat zu handeln, einem Mujtahid zu folgen.

 

Für das Handeln nach Ihtiyat braucht man Wissen, dass die einfachen Schiiten nicht besitzen. Deshalb sind sie nicht fähig danach zu handeln. Daraus kann man schließen, dass für diejenigen Taqlid verpflichtend ist.

 

Imam al-Mahdi (a) sagte:

"Wenn es unter den Rechtsgelehrten (fuqaha) jemanden gibt, der sein nafs schützt (vor Schlechtem), seine Religion bewahrt, gegen seine Begierden ankämpft und dem Befehl seines Herrn gehorsam ist, dann müssen die Laien ihn nachahmen, und dies gilt nur für einige fuqaha der Schia, nicht für alle."

[bihar al-Anwar Band 2, Seite 88]

(Übersetzung von Fatima)

 

Hier hast du ein Dalil.

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Asalamualeikum Schwester.

 

Meine Position, in dieser alles andere als polemischen Gegenüberstellung der Argumente ist die, dass ich einfach die Argumentation derjenigen einnehme, welche Taqlid mehr oder weniger ausgeprägt ablehnen (alles andere wäre ja auch langweilig).

Extreme Positionen sind argumentativ nun mal schwer zu beweisen, daher meine (scheinbare Finte), das Taqlid nur ein vorläufiger Ersatz ist.

Eure Position müsst ihr also schon selbst beweisen, was euch womöglich schwerfällt, insbesondere, wenn ihr euch völlig auf Taqlid fixiert habt.

Schau’n mer mal.

 

>Für das Handeln nach Ihtiyat braucht man Wissen, dass die einfachen Schiiten nicht besitzen. Deshalb sind sie nicht fähig danach zu handeln. Daraus kann man schließen, dass für diejenigen Taqlid verpflichtend ist, oder habe ich es falsch verstanden?<

 

Wenn sich Deine Frage auf die einfache Übersetzung bezieht, nein, den englischen Wortlaut hast Du schon richtig wiedergegeben.

Allerdings, wie gesagt, ist es nicht zulässig Taqlid so zu rechtfertigen, d.h. dann, ja, das hast Du falsch verstanden wenn Du denkst, es damit rechtfertigen zu können.

(Question 1: Is the necessity of following a qualified jurist authority itself based on taqlid or is it grounded on personal judgement?

A: It is a matter concluded based on personal judgement and reason.)

 

Ich gehe mal einen Schritt zurck (und damit zwei vorwärts):

 

Die Ausführungen sind ohne Beweis bezüglich der Schlussfolgerung, es gäbe einen kategorischen Unterschied zwischen Usul und Furu’ bzw. Ibadat bzgl. Taqlid.

Das Gegenteil ist offensichtlich und Taqlid ist nie mehr, als nur ein temporärer Ersatz:

 

Ist Taqlid i.S. Usul möglich? Nein!

Und beim Rest ist es bestenfalls, wie gesagt, ein begrenzter, temporärer Ersatz.

 

Wer Taqlid, wenn auch nur im weitesten Sinne, als permanenten Ersatz begreift, dessen Denkschema hat die Sackgasse schon vorgezeichnet, denn wäre Taqlid für jeden Unwissenden eine akzeptable, permanente Alternative, dann könnte man die Existenz der Fuqaha auch als mehr oder weniger zufällig oder als eine „Laune“ begreifen.

 

Aber, es steht nirgends, auch nicht in 9:122, dass alle daheim bleiben können, da sie ja taqlid praktizieren können.

Genaugenommen geht aus der Sura eine >Erleichterung< hervor, für Alte und Kranke z.B., aber daraus eine Empfehlung für den Rest oder gar eine Vorschrift herzuleiten, erscheint zunächst einmal weitestgehend >aus der Luft gegriffen<.

 

Auch eine Überlieferung aus Bihar al-Anwar beweist da nicht das Gegenteil: Wenn ich mich temporär mit Taqlid behelfen muß, dann sollte ich mich selbstverständlich an einen der wenigen Fuqaha wenden, welcher jene Bedingungen erfüllt. Das schreibt mir sowohl mein aql vor, als auch der Inhalt zahlreicher anderer Überlieferungen.

 

Weiter sagt Allah:

…“Wurde von ihnen etwa nicht das Gelöbnis der Schrift entgegengenommen, daß sie von ALLAH nichts außer der Wahrheit sagen und den Inhalt der Schrift (eingehend) erforschen ?!... " (7:169)

 

Imam Muhammad al-Baqir (a.s.) has said, "If I would see a young person of the Shi‘a who would not acquire proper understanding of religion I would discipline him strictly even if it would take me to make him suffer pains."

 

Das macht doch mehr als deutlich, dass man unmöglich Taqlid und amen sagen kann, mal abgesehen von einer Minderheit.

 

Hier schon mal ein allererster Auszug aus Kafi:

 

…from abu ‘Abdallah (a.s.) who has said the following.

"Imam Ali (a.s.) said, ‘Do you want me to describe to you the true Faqih, a person who truly has a good understanding of religion? A true Faqih is one who does not cause people to despair from the mercy of Allah and does not make them to be unconcerned about the punishment of Allah, who does not allow them to consider disobedience to Allah as permissible and who does not abandon the holy Quran because of being attracted towards other matters.

You must know that there is no goodness in knowledge without good understanding of religion (Fiqh).

You must know that there is nothing good in a recitation without thinking about it.

You must know that there is nothing good in worship without thoughtfulness.“

In another Hadith it says,

"You must know that there is nothing good in a knowledge without good understanding.

You must know that there is nothing good in a recitation without thinking about it.

You must know that there is nothing good in worship without having a good understanding of religion.

You must know that there is nothing good in performing the acts of Hajj etc. without piety.”’"

 

H 205, Ch. 22, h 9

…from Ja’far from his ancestors from Amir al-Mu’minin Ali (a.s.) who has said the following.

"There are no words without action, there are no words or actions without intention and there are no words, actions and intentions without learning the Sunnah, the noble traditions of the holy Prophet (s.a.).”

 

H 208, Ch. 22, h 12

… from abu ‘Abdallah from his ancestors (the Imams (a.s.) who have said the following.

"Imam Ali (a.s.) said, ‘There are two kinds of Sunnah, (traditions). There is a Sunnah in obligations and following such Sunnah is guidance and its disregard is misguidance. There is a Sunnah, (tradition), in none obligatory issue. The following of this kind of Sunnah is a virtuous deed and its disregard for other matters is a sin.’"

 

wasalam.

Mustafa

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Asalamualeikum und p.s.,

 

das mit der Tefsir zur Sura 9:31 ist alles andere als unwichtig.

 

Man kann es auch einfach abkürzen: Schaut euch die 3 (3 !) Ahadith im Kapitel 18 in Usul al Kafi an (mit dem bezeichnenden Titel >Taqlid<) und es dürfte "wie Schuppen von den Augen fallen", warum.

 

Bezeichnend auch der Titel des nachfolgenden 19. Kapitels.

 

Alles in allem wird mehr als deutlich, daß die eigene Ausbildung zum Faqih für den Gläubigen conditio sine qua non ist (...).

 

wasalam.

Mustafa

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Meine Position, in dieser alles andere als polemischen Gegenüberstellung der Argumente ist die, dass ich einfach die Argumentation derjenigen einnehme, welche Taqlid mehr oder weniger ausgeprägt ablehnen (alles andere wäre ja auch langweilig).

 

 

Lehnst du auch in Wirklichkeit Taqlid ab?

 

Und noch was:

Könntest du dich vielleicht verständlicher und einfacher ausdrücken?

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Asalamualeikum.

 

 

Lehnst du auch in Wirklichkeit Taqlid ab?

Und noch was:

Könntest du dich vielleicht verständlicher und einfacher ausdrücken?

 

 

Wir Shi'iten orientieren uns streng an Quran und Sunna. Wir sind Ahl Hadith und nicht Ahl Ra'i !

Was auch immer wir als wahr erkennen in Quran und Hadith, ist für uns bindend !

 

Auch eine Gegenfrage von mir: Hast Du die von mir genannten Referenzen bereits durchgearbeitet, und was sind Deine Antworten?

 

Wenn Du Fragen zu bestimmten Details hast, werde ich mich bemühen, diese so einfach wie mir (u.a. auch zeitlich) möglich zu erläutern.

 

Im Moment ist mein Eindruck jedoch immer noch der, daß bereits der erste Ansatz einer eingehenderen Analyse hier unerwünscht ist (und der 30.09.04 liegt inzwischen auch schon einige Zeit zurück).

Dieser Eindruck steht jedoch im diametralen Widerspruch zu meinen jahrelangen Erfahrungen mit einer Vielzahl Schiitischer Studenten und Gelehrten.

 

wasalam.

Mustafa

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As-salamu alaikum,

 

Mustafa, ich vestehe das so, dass die Ahadith uns sagen, dass

wir Wissen über Quran und Sunnah erwerben müssen. Da widerspricht natürlich niemand. Auch akzeptiere ich, dass Taqlid eine temporäre Notlösung ist, so lange, wie man noch nicht ausreichend Wissen besitzt und der Ma´sum - Imam nicht erreichbar ist , das entbindet uns aber nicht vom Lernen über Quran und Sunnah, man soll sich also nicht auf dem Taqlid "ausruhen". Habe ich dich da richtig verstanden?

 

Aber hier:

 

Was auch immer wir als wahr erkennen in Quran und Hadith, ist für uns bindend !

 

Was wir als wahr erkennen? Da sehe ich auch gleichzeitig die Gefahr. Denn wir haben nicht das Wissen, Tafsir zu machen oder auch nur zu entscheiden, ob ein Hadith, das wir sehen,

überhaupt sahih ist. Ich jedenfalls nicht.

Daher muss ich in Detailfragen noch Taqlid machen. Es steht aber jedem frei, selber zu studieren, so dass er das Wissen erlangt, das ihm ermöglicht, nicht mehr auf Taqlid angewiesen zu sein.

 

Im Moment ist mein Eindruck jedoch immer noch der, daß bereits der erste Ansatz einer eingehenderen Analyse hier unerwünscht ist (und der 30.09.04 liegt inzwischen auch schon einige Zeit zurück).

 

Nein, von meiner Seite her zumindest nicht.

 

Dieser Eindruck steht jedoch im diametralen Widerspruch zu meinen jahrelangen Erfahrungen mit einer Vielzahl Schiitischer Studenten und Gelehrten.wasalam.

Mustafa

 

Hast du mal in einer hawza studiert? Es hört sich fast so an. Da machen sie es nämlich auch so, dass der Gelerhte scheinbar die Gegenposition einnimmt, was dann durch die Schüler widerlegt werden soll.

 

wassalam,

Fatima

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Asalamualeikum Schwester.

 

 

Mustafa, ich vestehe das so, dass die Ahadith uns sagen, dass

wir Wissen über Quran und Sunnah erwerben müssen. Da widerspricht natürlich niemand. Auch akzeptiere ich, dass Taqlid eine temporäre Notlösung ist, so lange, wie man noch nicht ausreichend Wissen besitzt und der Ma´sum - Imam nicht erreichbar ist , das entbindet uns aber nicht vom Lernen über Quran und Sunnah, man soll sich also nicht auf dem Taqlid "ausruhen". Habe ich dich da richtig verstanden?

 

 

Ja Schwester, das ist der explizite Inhalt von SOWOHL Qu'ran, als auch den Ahadith.

Dem widerspricht auch weder Imam Khamenei, noch irgendein anderer wahrer Faqih (es ist nämlich eines der fascettenreichen Kriterien die wahren Fuqaha zu >erkennen<...

(mit der einzig mir bekannten, relativen "Einschränkung", daß es "nur" das Wissen ist, welches für uns, in unserem normalen/altäglichen Leben notwendig ist... "nur" ist gut)

 

Genaugenommen (nur so als (wirklich) relativ irrelevante Information) sprechen Sunnitische Gelehrte bzgl. Muhammad (s.) nicht von Muqallid, sondern von Ummati und bei analoger Betrachtung ist das (für sie) auch bzgl. anderer so. Aber das Thema Taqlid... ist m.E. sehr umfangreich, die einfachsten Grundlagen sollten wir allerdings schon d'rauf haben.

 

>Aber hier:

Was auch immer wir als wahr erkennen in Quran und Hadith, ist für uns bindend !

Was wir als wahr erkennen? Da sehe ich auch gleichzeitig die Gefahr. Denn wir haben nicht das Wissen, Tafsir zu machen oder auch nur zu entscheiden, ob ein Hadith, das wir sehen, überhaupt sahih ist. Ich jedenfalls nicht.

Daher muss ich in Detailfragen noch Taqlid machen. Es steht aber jedem frei, selber zu studieren, so dass er das Wissen erlangt, das ihm ermöglicht, nicht mehr auf Taqlid angewiesen zu sein.<

 

Ein naheliegender und nachvollziehbarer Einwand.

 

1.: Grundlegende Fehler bei der Beurteilung des Faqih i.S. Taqlid kann man nicht über niya rechtfertigen, beim Mangel von Wissen.

2.: Shirk ist kein "Kavaliersdelikt" - es ist eine sehr ernste Angelegenheit, insbesondere noch eine ausdrücklich erwähnte Gefahr, vor der wir in Surat 9:31 klar gewarnt werden.

Welche andere Gefahr vermag diese zu relativieren?

3.: Der Maßstab liegt sehr hoch für die wahren Fuqaha und Aql diktiert uns eigentlich zu höchster Vorsicht ihnen gegenüber, vor dem Hintergrund von Quran 9:31 und den einschlägigen Ahadith diesbezüglich... (erst mal nur bis hier.)

 

Regelwerk:

There are three ways of identifying a Mujtahid, and the A'alam:

a) when a person is certain that a particular person is a Mujtahid, or the most learned one. For this, he should be a learned person himself, and should possess the capacity to identify a Mujtahid or an A'alam;

B) when two persons, who are learned and just and possess the capacity to identify a Mujtahid or the A'alam, confirm that a person is a Mujtahid or an A'lam, provided that two other learned and just persons do not contradict them. In fact, being a Mujtahid or an A'lam can also be established by a statement of only one trusted and reliable person;

c) when a number of learned persons who possess the capacity to identify a Mujtahid or an A'lam, certify that a particular person is a Mujtahid or an A'lam, provided that one is satisfied by their statement.

 

Nach genauer Analyse dieser (nicht ganz umsonst) so verklausulierten Sätze erahnst Du es sicher schon:

Wenn neben (in Abwesenheit von) der eigentlich notwendigen Existenz eigener Kapazitäten das eigene >Vertrauen< ein Maßstab ist, einen Mujtahid zu identifizieren/verifizieren, wie die letzte Alternative unter c), dann ist dies nicht zufällig auch just der Maßstab, mit dem letztlich auch ein Faqih seine Überzeugung herausbildet.

Und ist es nicht so, das in die Beurteilung/Verifikation von Ahadith/Tafsir einerseits die Beurteilungen früherer Fuqaha einfließen, und andererseits... ?

Entscheidend ist jedoch auch, darüber hinaus sozusagen, daß man nicht wirklich die Wahl hat,

da auch Taqlid nicht auf Taqlid selbst fußt, sondern letztlich auf eben dieses Vertrauen in sich selbst,

>> It is a matter concluded based on personal judgement and reason.<<

...oder andersherum, definiere yakin ohne "Selbstvertrauen".

 

Will sagen, wenn man um eine gehörige Portion Wissen So oder So nicht herumkommt, welchen Sinn macht es, die skizzierten Notwendigkeiten (i.S. eigener Ausbildung) über >Gefahr< zu relativieren, wenn die eine Gefahr (pro Notwendigkeit) explizit und logisch, die andere Gefahr nur logisch und dazu noch relativ ist?

 

>Denn wir haben nicht das Wissen, Tafsir zu machen oder auch nur zu entscheiden, ob ein Hadith, das wir sehen, überhaupt sahih ist. Ich jedenfalls nicht.<

 

Abgesehen von den Masumin und den Propheten zuvor und ein par wenigen weiteren, wer hat schon diese Fähigkeit, ganz ohne intermediale Komponenten ?

 

>Hast du mal in einer hawza studiert? Es hört sich fast so an. Da machen sie es nämlich auch so, dass der Gelerhte scheinbar die Gegenposition einnimmt, was dann durch die Schüler widerlegt werden soll.<

 

Nein, meine liebe Schwester, ich war bislang leider noch nicht einmal im Iraq oder im Iran.

Ich kann nicht mal Persisch, und meine arabischkenntnisse existieren genausowenig, da wär ich ohne meine Familie völlig "aufgeschmissen". Auch ordne ich nicht die einzelnen Fälschungen den verschiedenen Epochen zu usw., alles Fehlanzeige, eine einzige Enttäuschung bin ich, weiter nichts.

Wie gesagt, jahrelange Erfahrungen mit einer Vielzahl Schiitischer Studenten und Gelehrten habe ich und darüber hinaus ist es mir weit lieber, daß man mich gar nicht "einschätzt" und wenn überhaupt, dann lieber schlecht.

 

Ich sehe das so, daß ihr die Gelehrten seid und ich der Schüler, eure Position ist hier die scheinbare Gegenposition und ich versuche euch zu widerlegen.

 

Also strengt euch mal ein bisschen an , denn wie ein jeder von euch wissen MUSS,

wer die wichtigsten Bedingungen und Determinanten des Taqlid nicht kennt und nicht genügend Wissen hat, dessen Wissen sich quasi darin erschöpft zu sagen "Taqlid ist ein MUSS", auf den treffen die Aussagen des 9:31 weitestgehend zu, mit allen Konsequenzen, und da hilft kein jammern ggü. dem Vorwurf, sie sind ihrem Faqih "blind" gefolgt.

 

Und zum "Sehen" gehört auch eigenes Wissen, unabdingbar.

 

wassalam,

Mustafa

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Welcher Schaden ist grösser: Ein Unwissender praktiziert dem Islamso wie er es für richtig versteht, nach bestem Wissen und Gewissen oder er folgt einem Marja?

 

Ich meine damit, dass die Marja sich den ganzen Tag damit beschäftigen was der Islam bedeutet und was der Quran uns sagen will. Ich denke dass wir wenn wir sehr logisch nachdenken, und meiner Meinung nach ist Logig das A und O des Verstandes, so können wir bei vielen alltäglichen Sachen selber entscheiden was nun richtig ist und was nicht. Aber ganz ehrlich und das ist auch vielleicht meine Schwäche, aber wenn ich wirklich keine logische Antwort finde, dann bin ich froh dass ich einem Marja folge der vielleicht zu einem bestimmten Thema diese Fatwa gemacht hat. Wenn jemand Taqild macht, schliesst es nciht aus, dass er selber immer weiter forscht. IM Gegenteil, wir sollten immer uns bemühmen mehr Wissen zu erlangen.

Ich empfinde das Folgen eines Marja auch als Schutz. Ganz ehrlich. Und ich bin froh dass es Taqild gibt. Wer nun keinem Marja folgt, der geht also den Weg des Isthihad. Und mit Sicherheit mag es MEnschen geben, die dazu auch Fähig sind. Meiner Meinung nach aber sind es die wenigstens. Allah sagt doch im heiligen Koran, dass er es uns leicht machen will...

 

Zurück dann zu meiner Frage : Was ist schädlicher für den Menschen?

 

Aber ich habe nun mal eine Frage zur Geschichte:

 

Taqild hat es ja immer gegeben, aber warum muss es so viele Marja geben und dann weichen sie auch nch in manchen Punkten von einander ab und welche Rolle spielt Welayat al Faqih? KÖnnten wir das Thema ausweiten? Ich muss noch so viele dazu lernen..

 

wa salam

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salamualeikum Zahra.

 

Wir können das Thema gerne ausweiten, inshaAllah kommen wir noch dazu.

 

 

Welcher Schaden ist grösser: Ein Unwissender praktiziert dem Islamso wie er es für richtig versteht, nach bestem Wissen und Gewissen oder er folgt einem Marja?

 

 

Das ist ja gerade nicht die Alternative - das ein Unwissender praktiziert - (und ein Unwissender hat dann ja auch kein Wissen...) !

 

Eigene Unwissenheit ist keine Alternative bzgl. der zur Diskussion stehenden Gefahr!

 

Die Alternativen sind:

 

1.: Taqlid zu praktizieren bei leider weitreichender eigener Blindheit, d.h. eigenem Unwissen,

und dem verbreitetem Problem, daß man zu wissen bzw. verstanden zu haben glaubt, daß man das so darf.

d.h. Taqlid sei ein permanenter Ersatz für eigene Ausbildung im Islam.

oder

2.: Taqlid ist jeweils nur eine kurzfristige, provisorische Lösung und ersetzt NICHT die eigene islamische Ausbildung.

oder

3.: Taqlid ist haram.

 

Tatsache ist, daß KEIN echter Faqih die Aussage vertritt, man dürfe Taqlid "blind" praktizieren.

Und das zwingt zu einer Reihenfolge: ERST WISSEN, DANN FOLGEN, nicht umgekehrt.

 

Über diese Form von mehr oder weniger "blindem" Taqlid, da besteht überhaupt kein Zweifel, gibt es im Quran mehrere klare Anweisungen, welche dies untersagen.

Neben Surat 9:31 auch z.B. Surat 42:23

 

Und was Allah untersagt, weshalb sollte Allah diejenigen schützen, die seine Anweisungen mißachten?

 

Das unter bestimmten Voraussetzungen "Taqlid" erlaubt ist, ist ganz klar, siehe Surat 9:122 z.B.

Aber es ist ja auch völlig logisch im Gesamtzusammenhang, denn was genau tun wir denn, wenn wir

a) in den verschiedenen Hadithsammlungen lesen und

B) die Biographien und Beurteilungen VON verschiedenen Ulema ÜBER verschiedene Überlieferer studieren ?

Wir praktizieren Taqlid !

 

 

Frage: Darf man bei einen Faqih Taqlid praktizieren in den Teilen, in denen der Faqih ijtihad/qiyas/ istihsan praktiziert (Ijtihad al ra'i, also jener Begriff von Ijtihad in seiner ursprünglichen Bedeutung der ersten 4 Jahrunderte), und

Woher weiß man denn, wie er zu seinen Urteilen gelangt, wenn man selbst quasi gar nichts weiß?

 

(Hier ein par Infos)

 

Weisheit gibt Gott, wem Er will. Wem Weisheit zuteil wird, der hat viel Gutes bekommen. Nur diejenigen, die sich ihres Verstandes bedienen, machen sich Gedanken darüber und ziehen die Lehren daraus.

 

Gib denn die frohe Botschaft Meinen Dienern; es sind jene, die überlieferte Worte vernehmen, doch nur dem besten von ihm folgen. Sie sind es, denen Allah den Weg gewiesen hat, und es sind die Leute, die Verstand besitzen.[39:17-8]

 

H 5, Ch. 1, h 5

...from al-Hassan ibn al-Juham who has said the following.

"I said to abu al-Hassan, "We know certain people who have a great deal of love but they do not have much determination (and understanding of the cause of Imamat)." The Imam replied, "They are not of the ones that Allah has admonished.

What Allah has said is that people of Intelligence and understanding must take a lesson."

 

H 6, Ch. 1, h 6

... from abu ‘Abdallah (a.s) who has said the following.

"One who has Intelligence he has a religion also and one who has religion he enters Paradise."

 

H 12, Ch. 1, h 12

...from Hisham ibn al-Hakam who has said the following.

"Abu al-Hassan Musa ibn Ja’far stated the following to me. ‘O Hisham, Allah has given good news to the people of reason and understanding in His book in the following words, " Give the good news to those of My servants who hear certain words but follow only the good words. These are the ones whom Allah has given guidance and they are the people of understanding. 39:20 Holy Quran

"O Hisham, it is certain that Allah has established complete (legal) authority for people (to refer to) in the form of intelligence, supported the messengers through the (ability) to communicate and has guided them to His own Lordship with proofs. Saying, "Your Lord is the only Lord. There is no God but He, the Beneficent, the Merciful (2:163)...

 

H 162, Ch. 19, h 8

...from abu Shaybah al-Khurasani who has said the following.

"Abu ‘Abdallah (a.s.) has said, ‘The people of analogy have sought knowledge through analogy and it has increased to their knowledge nothing but further remoteness. The religion of Allah is beyond the reach of analogy.’"

 

H 166, Ch. 19, h 11

...from abu Basir who has said the following.

"I asked (Imam) abu ‘Abdallah (a.s.) saying, ‘We face such issue about which there is nothing said in the book of Allah or in the Sunnah, tradition of the holy Prophet (s.a.). Can we use our own opinion in such matters?’" The Imam replied, "No, you must not do so. If you would find the truth you will receive no rewards for it and if missed the truth you have forged lies against Allah, the Majestic, the Glorious."

 

H 167, Ch. 19, h 12

...from abu ‘Abdallah (a.s.) who has said the following.

"The Holy Prophet said, ‘All innovations are misguidance and all misguidance is Hell.’"

 

 

H 96, Ch. 11, h 2

... from 'Abd al-Rahman ibn al-Hajjaj who has said the following.

"Imam abu ‘Abdallah (a.s.) has said, ‘Beware of two forms of behavior. It is such behaviors that have lead many people to their destruction. Beware of giving fatwa to people on the basis of your own opinion and to follow a religion without knowledge.’"

 

 

 

H 156, Ch. 19, h 1

...from abu Ja‘far (a.s.) who has said the following.

"Imam Ali said in one of his sermons to people, ‘O people, mischief begins with following certain desires and obeying certain invented rules that are different from the rules and laws of the book of Allah. In such case people yield to other people as high authority. If falsehood would have been clear they would have no fear for the people of Intelligence. If truth would have been clearly distinct there would have been no differences. But (practical life) people mix certain parts of truth and with a few things from falsehood and present them together and in such Satan overwhelms his friends and only those who has previously received protection from Allah remain safe.’"

 

H 168, Ch. 19, h 13

... from Sum‘a ibn Mihran who has said the following.

"I said to (Imam) abu al-Hassan (a.s.), ‘May Allah keep you well, in our meetings we discuss the issues and find out that for almost every thing there is something in writing with us and that is all because of the blessings of your existence among us. We only find few small things for which we do not find any thing in writing we look on each other and we find certain issues similar to it then we use analogy in its best form."

The Imam said, "What do you have to do with analogy? Many people before have been destroyed because of analogy." The Imam then said, "When you face an issue and know the rule about it deal with accordingly and if you would have no knowledge about its rule then this. He pointed to his own mouth, meaning thereby; this will give you the answer." The Imam then said, "May Allah…? Abu Hanifah who used to say, "Ali said so and so, therefore, I said so and so. The Sahabah said so and so, therefore, I said so and so." The Imam then asked me, "Have you been sitting with him?" I then replied, "No, I have not sat with him but such are his statements." I then said to the Imam (a.s.). "May Allah keep you well, did the holy Prophet bring in his everything that people needed?" The Imam said, "Yes, and all that they will need up to the Day of Judgement." I then said, "Is any thing lost from it?" The Imam replied, "No, it all is with the people to who they belong.’"

 

wasalam.

Mustafa

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Asalamualeikum.

 

Hier erst einmal noch ein Überblick über ein par Ahadith.

 

wasalam.

Mustafa

 

1.

It has been narrated on the authority of Umar bin Hanzalah, who said:

I asked Abu Abdillah (AS) regarding two of our people who have a dispute related to a loan or inheritance.

These [two people] submit their case to the ruler [of the time] and the judges.

 

Is this permitted?

 

He (AS) replied:

Whosoever submits a case to tyrants who then pass a verdict will be gaining illicitly even if it was his right, simply because he received judgement from tyrants.

 

I asked: What should they do?

 

He (AS) replied:

Find amongst yourselves a person who has narrated our ahadeeth, has studied what we have decreed halaal and haraam and understands our rules. Let him judge you for I appoint [such a person] a judge over you.

If he rules according to our traditions AND his ruling is NOT accepted, then Allah's rule has been undermined and we have been rejected and anyone who rejects us, rejects Allah and is bordering Shirk.

 

'As Saraa'ir' by Abu Mansur Muhammad bin Idris Muhammad Al Ajli Al Hilli as found in Silsilat Al Yanabi Al Fiqhiyyah compiled by Ali Asghar Marwarid Vol 23 Pg 300.

Also found in 'Al Kafi fil Fiqh' by Abu Salah Taqiud Din ibn Najmud Din Abdullah Al Halabi As found in Silsilat Al Yanabi Al Fiqhiyyah compiled by Ali Asghar Marwarid Vol. 11 Pg. 55

Shaykh al-Kulayni, Furu`u 'l-Kafi, vol. 7, Tehran 1379, p. 412.

 

2.

In another tradition from Imam Ja'far as-Sadiq (a.s.), this time narrated by Imam Hasan al-`Askari (a.s.) he says:

"...but if there is anyone among the fuqaha' who is in control over his own self, protects his religion, suppresses his evil desires and is obedient to the commands of his Master, then the people should follow him."

(Wie bereits ganz richtig gesehen)

 

3.

A third hadith is from the Present Imam, Muhammad al-Mahdi (a.s.) who said in a reply to Ishaq ibn Ya'qub:

"As far as newly occurring circumstances are concerned, you should turn (for guidance) to the narrators of our ahadith, for they are my proof over you just as I am Allah's proof."

Ibid, p. 283.

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Asalamualeikum.

 

Ich denke, ein guter Einstieg zu dem Thema Aalam Faqih und Wilayah Faqih ist folgender Beweis unserer Gelehrten Geschwister, mit diesem Thema ganz sachlich umzugehen (und ich entschuldige mich dafür das all dies auf englisch ist, aber ich habe leider nicht genug Zeit, es zu übersetzen, es ist einfach viel zu viel):

 

 

Salaamun alaykum,

 

The reply to the following two questions on the selection of the Marja'-e-Taqleed were kindly provided by Shaykh Rasheed and Sayyid Rizvi.

The first question asked that we survey all the 'Aalims for their opinion on this matter. Instead, we asked two of our respected 'Aalims to give us

the current views on this issue.

 

Both Shaykh Rasheed and Moulana Rizvi agree that the identification of the most A'lam of the Mujtahidin is difficult these days and outline their reasons for this. Both our respected 'Aalims touch on the issue of the Wilayat-ul-faqih (guardianship of the jurist) and it's relationship to the position of the Marja'-e-Taqleed.

 

We are grateful to both Shaykh Rasheed and Moulana Rizvi for their replies to these most important questions.

 

Wasalaam,

 

Mustafa Rawji

Moderator, 'Aalim Network

------------------------------------------------------------------------------

 

QUESTION 1:

Peace be upon you and may Allah bless you for your very valuable work. If you and our dear Aalims allow I would like to ask them (all of them) with all respect who is the most knowledgeable 'Aalam' mujtahid according to their opinion. Please forgive me for this question and best regards to you all.

 

QUESTION 2:

Who is the highest knowledgable 'Aalim or Marja currently in Iran and Iraq?

Is Ayat. Khamneyie is the most knowledgable Mujtahid in Iran or are there any other mujtahids who have more knowledge and experience in fiqh?

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SHAYKH RASHEED'S REPLY:

 

Your questions are very relevant and profound. I will try to answer them concisely.

First, I would like to say that it is not very good to try judge our religious leadership on such a one dimensional scale as A'lamiyyah or who is the "most learned." The concept has always been the subject of debate among scholars, most of whom regard it to be matter of precaution to follow the most learned. According to clear logic and rationale, it makes good sense to follow the "most learned," however, determining who is the "most learned" is not a simple matter.

 

In the past, such eminent personalities like Ayatullah Sayyid Abul-Qaasim Al-Kho`i, may Allah Ta'ala grant him great reward, was acknowledged by many to be the most learned in his time. When we examine how he achieved this noble status, it was primarily due to the fact that he was a great teacher of Darsul-Khaarij (the course of Ijtihaad) for many years. Many of the great Mujtahideen of our time were his students. He taught this course for more than thirty years. As a result of being established in such an important position and being such a great teacher who guided and trained so many individuals who have become great scholars in their own right, he was widely acknowledged to be the most learned.

 

After his death, many regarded Ayatullah Gulpaygani, may Allah Ta'ala reward him, to be the most learned. Traditionally, Shi'ahs usually looked to the most experienced teachers of Darsul-Khaarij as the Marja-e-Taqleed.

 

After the death of such eminent scholars and leaders such as Ayatullah Al-Kho`i and Ayatullah Gulpaygani, who both achieved a very great status among Mujtahideen and both of their opinions were highly regarded, it is very difficult to point to anyone in particular and accurately say that he is the most learned. In brief, many of the Grand Ayatullahs have passed on, may Allah reward them all, and those which remain have not clearly emerged with the type of distinction that we were

used to in the persons of Ayatullah Al-Kho`i and Ayatullah Gulpaygani.

 

Another point to bear in mind is that with the leadership of Ayatullah Khomeini, may Allah Ta'ala reward him and protect his

revolution, the role of the Marja-e-Taqleed has been forever changed. He moved the institution of Marja'iyyat into a new phase wherein the Marja'-e-Taqleed is not limited to passing verdicts on issues of jurisprudence, as was the case with the Grand Ayatullahs of the past.

He infused a new role of leadership into the institution of Marja'iyyat, namely the role of Wilayatul-Faqeeh.

Actually, it is not correct to say that this is a new role. It is based on the concept of the leadership of Ulamaa which has always existed in Shi`ah theology. It was due to the fact that most Shi'ah Ulamaa were very restricted in their ability to lead and govern their followers that the Marja'-e-Taqleed became restricted to the routine work of passing legal verdicts (Fataawa).

 

Ayatullah Khomeini, with the establishment of the Islamic Republic, again joined the offices of spiritual and temporal leadership together as it is supposed to be according to our theology. When we look at the real world, it revolves around matters broader than the issues of jurisprudence. Our leadership should be able to meet the needs of their followers in all aspects of their daily lives and provide the comprehensive and balanced leadership that makes Islam the dynamic force which can change men and nations.

This additional aspect of the Marja'-e-Taqleed's leadership makes the whole question of who is more learned even more difficult to solve.

Not everyone, of course, agrees with Ayatullah Khomeini's vision of the role of the Marja', however, on the other hand, it is difficult to refute and even more difficult to ignore the need of such comprehensive leadership in today's world.

 

Therefore, in brief, there is no simple answer to the question of who is most learned. If the traditional standard of following the most experienced teachers of Darsul-Khaarij is adhered to, then, some of the most prominent teachers of Darsul-Khaarij today are:

Ayatullah Wahid Khorasani (Iran);

Ayatullah Jawad Tabrizi (Iran);

Ayatullah Nasir Makarim Shirazi (Iran);

Ayatullah Bashir Najafi (Iraq);

Ayatullah Seestani (Iraq).

 

On the other hand, if you believe that Marja'iyyat has a larger role than what was customary in the past (in the vision of Imam Khomeini), then, certainly Ayatullah Khamanei, his successor, is the most capable choice.

 

This is my humble opinion only and Allah knows best.

 

Was-Salaam.

 

Ali Rasheed

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SAYYID RIZVI'S REPLY

 

The question of who is an a'lam among the mujtahidin is a very complex question. In order to understand this fully, let me start with the basics on issue of taqlid.

 

FIRST: In following the shari'a laws, a Shi'a is required to do one of the three things:

 

1. either he should become a mujtahid (became an expert in Islamic jurisprudence) and follow the conclusion of his own research;

2. or he should do taqlíd of a mujtahid (i.e., follow an expert jurist);

3. or he should do ihtiyat.

 

(Ihtiyat means precaution, and here it means studying the various opinions of mujtahids and then following the most difficult one: for example, if one mujtahid says 'smoking is makruh' and the other says 'smoking is haram,' then in ihtiyat, you will consider it as haram.)

 

SECOND: In taqlid, the majority of mujtahidin are of the opinion –as wãjib or ihtiyãt-e wãjib- that one should follow 'the most learned' of all the mujtahidin (a'lam). This is support by common sense - now that you want follow a mujtahid, then why not follow the most learned of them?

 

THIRD: The method of identifying a mujtahid or an a'lam is as follows:

 

1. Personal knowledge for one who is knowledgeable enough in Islamic jurisprudence to distinguish who is a mujtahid or an a'lam.

2. Testimony of two just scholars who confirm the ijtihãd or a'lamiyyat of a certain person.

3. Shiyã': popularity in the Shi'a community about ijtihãd and a'lamiyyat of a person which creates conviction in your mind.

 

* * *

 

NOW WE COME TO YOUR QUESTION:

 

It is not easy to distinguish the a'lam among the present mujtahidins.

This is mainly because of two reasons: Firstly, the present generation of mujtahidin was over-shadowed for a long time by some very prominent mujtahids of this century like Ayatullah al-Khu'i and Ayatullah al-Khumayni (may Allãh shower His mercy and blessings upon them).

Allãh gave indeed a long life to Ayatullah al-Khu'i that he was able to train three generations mujtahidin in the last decades of his life! The present marãji' did not get the chance to prove their a'lamiyyat.

Secondly, the Shi'a world is blessed at this moment with so many mujtahidin that it is not easy to say that so and so is 'the most learned' of all. Although having so many mujtahidin creates confusion in distinguishing the a'lam, it is also a blessing for which we should thank Almighty Allãh!

 

Those who have gained recognition by the majority of the learned scholars of Shi'a fiqh as suitable for marja'iyya are:

1. Ayatullah Sayyid 'Ali Sistani (Iraq);

2. Ayatullah Wahid Khurasani (Iran);

3. Ayatullah Sayyid 'Ali Khamane'i (Iran);

4. Ayatullah Shaykh Fazil Lankarani (Iran);

5. Ayatullah Shaykh Jawad Tabrizi (Iran);

6. Ayatullah Shaykh Nasir Makarim Shirazi (Iran).

 

Since taqlid is a personal matter, I would advise that you refer to two 'ulamã' in your area whom you trust and make your decision accordingly.

 

* * *

 

THE ISSUE OF WILAYAT-E FAQIH AND MARJA'IYYA:

 

Before the Islamic Revolution of Iran, the marja' (the Grand Mujtahid) was the leader of the Shi'a community but did not have the means to bring about any change or transformation in the society.

The Islamic Revolution is based on the concept that the supreme leader should be a mujtahid.

In that sense, it is not a new concept; it is just providing the means for exercising complete leadership for the mujtahid in a Shi'a community.

 

This has, however, created some confusion among the Shi'as about the issue of taqlid: do you follow the supreme leader of the Islamic Republic of Iran or can you still do taqlid of other marãji'?

 

The confusion arises because of the historical events of the Islamic Revolution.

This Revolution was led by the late Ayatullah al-Imam Sayyid Ruhullah al-Khumayni.

He was already recognized as a marja' and an a'lam by many Shi'as; it is important to remember that his a'lamiyyat or marja'iyya did not depend on the Revolution.

Therefore, it was quite natural to select him as the supreme leader of the Islamic Republic of Iran. In this manner, the marja'-e taqlid also became the supreme leader known in the Iranian consititution as 'wali-e faqih'.

 

The question which must be asked is the following: it is necessary for the wali-e faqih to be also a marja-e taqlid? In other words, it is necessary for the institution of the wali-e faqih and the marja'iyya to be one and the same? The best answer is given by the constitution of the IR of Iran and the late Ayatullah al-Khumayni himself.

 

Soon after the Revolution, when the first constitution of the Islamic Republic was approved by the Iranian people, it said that the office of the wali-e faqih should be occupied by a marja'-e taqlid accepted by the majority of the people.

It said, "Whenever one of the fuqahã' [i.e., mujtahidin] possessing the qualifications specified in Article 5 of the Constitution is recognized and accepted as marja' and leader by a decisive majority of the people...he is to assume [the office of] wilayat-e amr and all the functions arising therefrom." (See article 107 of the first Constitution.)

 

This actually reflected the reality of times when people saw that Imam al-Khumayni, a marja-e taqlid, was the wali-e faqih also. However, after few years while Ayatullah al-Khumayni was still alive, the constitution of Iran was amended. While the deliberations were going on, the Speaker of the Assembly for the Amendment of the Constitution, Shaykh 'Ali Mishkini,

wrote a letter to Imam al-Khumayni asking him about the question of "marja'iyya and wali-e faqih". Ayatullah al-Khumayni wrote:

 

"From the beginning I was of the view that marja'iyya is not a necessary condition [for wali-e faqih=leadership]. A just mujtahid who is recommended by the Assembly of Experts can assume the leadership of the Islamic society...

I mentioned this point while experts were preparing the constitution, my friends were insisting on the marja'iyya as the necessary condition [for wali-e faqih]. Hence, I agreed with their proposal. At that time I was sure this condition could not be fulfilled in the future." (Sahifa-e Nur, vol. 21, 129)

 

Accordingly, the Constitution was changed and the condition of "marji'iyya" was taken out from the qualifications of the wali-e faqih who was to assume the supreme leadership of the Islamic Republic of Iran.

(See Article 107 and 109 which clearly state that ijtihãd is a sufficient qualification for the leader, he does not necessarily have to be a marja'-e taqlid.)

 

In the light of the above change in the Constitution of the Islamic Republic of Iran, supported by the views of the late Founder of the Islamic Revolution, we can conclude that the office of Wali-e faqih and the Marja'iyya does not have to be one and the same: it could be or it could not be, it depends on the person who assumes that position.

 

In the final analysis, I would say that one may do taqlid of any of the marãji'-e taqlid in all matters; but since they are silent or have no opinion on political issues and on issues related to the Islamic Movement world-wide, one should follow the Wali-e faqih of Iran who is best suited to guide on such issues.

 

Was-salaam.

 

Sayyid M. Rizvi

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