Cacau

Mohammeds Kriege

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Salam

 

Bevor hier jetzt einer bei der Überschrift schon Panik kriegt: Nein, das hier soll nicht der übliche Christ-versteht-nicht-wie-man-Kriegstreiber-mit-Jesus-auf-eine-Stufe-setzen-kann-Abwasch werden. (Puh, das war lang :D). Aber die offensichtliche Diskrepanz ist ja selbst von einem vermeintlich neutralen Standpunkt aus nicht zu übersehen: Auf der einen Seite Mohammed, der wie gut begründet auch immer, zum Schwert griff und auf der anderen Jesus, der etwas von Feindesliebe und Schlägen auf rechte und linke Backe lehrte. Und ja, ich kenne auch das Ding mit dem Schwert, tatsächlich schien Jesus selber sich aber nach ersterer Philosophie zu richten. Worum soll es hier also konkret gehen? Ein paar Ansätze, die wie gesagt unter keinen Umständen als Angriff wahrgenommen werden sollten, sondern ernsthaftem Interesse entspringen:

 

1) Gibt es Hadithe von Mohammed, die auf eine ähnliche "Feindesliebe" schließen lassen?

2) Wieso ergreift Mohammed erst friedlich die Flucht aus Mekka, um dann in Medina doch zur Waffe zu greifen?

3) Gerne wird ja im muslimischen Kontext von "Verteidigungskriegen" gesprochen, die Mohammed führte - aber was genau ist daran Verteidigung, wenn man Karawanen überfällt, die eigentlich nur "friedlich" an deiner Stadt vorbeimarschieren wollen?

4) Und wo wir gerade dabei sind: Dass man keine Juden, die einem in einer Schlacht in den Rücken fielen in seinem Lager haben will, kann ich ja verstehen. Aber muss man diese deswegen gleich unbewaffnet öffentlich enthaupten und die Frauen versklaven? Hätte Vertreibung es nicht auch getan?

5) Und zum Schluss die Masterfrage: Was genau hatte Mohammed jetzt eigentlich feldzugtechnisch geplant? Eroberte er bei diesen Verteidigungskriegen nur nebenbei die ganze arabische Halbinsel oder erhob er tatsächlich Anspruch darauf? Und hätte man unter dem Propheten ebenfalls Byzantiner und Perser bekämpft und wenn ja, mit welchem Ziel?

 

Wenn ich so drauf schaue, scheint das wieder nen ziemlich negativen Unterton zu haben, aber das soll es wirklich nicht! Ich bin gespannt auf die Antworten :)

 

Liebe Grüße,

Cacau

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bismillah.gif

Salam und Hallo

 

also da ich an einer deutschen Universität und auch zum Teil mit deutschen bzw. westlicher Literatur eine Hausarbeit über die Kriege des Propheten Muhammads (sas) geschrieben habe, würde ich gerne wissen, woher du dein Wissen über diesen Gegenstand hast?

 

In der Anfangszeit von Mekka wurden Muslime verfolgt, enteignet und misshandelt. Auch der Prophet Muhammad (sas) musste diese Misshandlungen und Enteignungen erfahren, und es heißt, dass er der Prophet ist, der am meisten Leid erfahren hat. Diese Verfolgung ging soweit, dass die Muslime drei Jahre lang in minimalsten Existenzbedingungen und unter Angst in einem Tal lebten, wo sie sich zum Teil von Gras ernährt haben.

Und dennoch war es den Muslimen in dieser leidvollen Zeit nicht erlaubt, gewaltsam gegen die Mekkaner vorzugehen. Sie waren so gesehen Pazifisten. Als die Auswanderung nach Medina stattfand, und Prophet Muhammad (sas) sich als Oberhaupt der dort lebenden Muslime, Heiden und Juden, behaupten konnte, und die gerechte Verfassung von Medina schrieb, konnte er natürlich auch an Macht gewinnen. Die Wirtschaft florierte, es gab viel Vermögen, der erste organisierte Stadtstaat in Arabien mit einer Verfassung wurde sehr stark. Die Mekkaner haben dies natürlich als Bedrohung aufgenommen. Die darauf folgenden Kämpfe gingen also von den feindlichen Mekkanern aus, wovon aber fast alle von den (muslimischen) Medinensern gewonnen wurden. Dann schloss der Prophet mit den Mekkanern einen Friedensvertrag, der viele Begünstigungen für die Mekkaner enthielt (Der Vertrag von Hudaybiyya) und dieser Vertrag wird im Quran als großer Sieg gefeiert (und nicht, wie man annehmen würde, die Eroberung Mekkas). Den vielen Kämpfen ging fast immer, wenn nicht sogar immer, Worte des Friedens voraus. In der Grabenschlacht wurde bspw. der sehr gefürchtete Feind Amr ibn Wudd mehrere Friedensangebote durch den besten Kämpfer des Propheten, und zwar Imam Ali (as), gegeben, und als Amr ablehnte, wurde er aufgefordert, anzufangen (und verlor trotzdem). Das ist vielleicht eine ähnliche Analogie zu Jesus' Wange Hinhalten. Aber auch im Quran heißt es, dass wenn sie Frieden anbietet, man kein Argument mehr hat und somit keine Erlaubnis mehr, gegen sie zu kämpfen (Vgl. 4:90).

Übrigens mochte es der Prophet Muhammad (sas) nicht, mit dem Schwert zu kämpfen. Sie haben übrigens Mekka kampflos erobert, und Generalamnestie erlassen, auch gegenüber jenen, die zuvor barbarisch den Besitz der Muslime geplündert und sie gequält haben. Sie (Muslime) sind dort einmarschiert aus dem Grund, weil die Mekkaner den Friedensvertrag gebrochen haben, indem sie einen muslimischen Stamm in Mekka massakrierten.

Wie Überfälle von Karawanen seitens der Muslime in die Geschichtsbücher von Ibn Ishaq geschafft haben, verstehe ich auch nicht. Aber es gibt andere Gelehrte, wie Sayid Ali Asgher Razwy, der das nicht so berichtet. Die Auslöse von Kriegsgefangenen nach dem Propheten Muhammad (sas) war auch, dass die reichen Feinde sich loskaufen konnten, und jene, die nicht so viel Vermögen hatten, sollten 10 Kindern das Lesen und Schreiben lehren, und dann wären sie frei.

Diese komischen barbarischen Überlieferungen, die sich wie aus der Zeit der Unwissenheit (vorislamische Zeit) anhören, sind so gar nicht mit dem Geist des Islam vereinbar. Dass Frauen als Sklavinnen gehalten wurden, kann allein aus dem Grund nicht sein, da es gerade der Prophet (sas) war, der die Sklaverei abschaffen wollte (wenn auch schrittweise), dann kann er doch keine weiteren Sklaven schaffen.

 

wassalam

al-Shafiya, Agit62, Hussein. and 2 others like this

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Salam

 

Danke für diese ausführliche Antwort :)

Meine Quellen sind die Prophetenbiographie von Ibn Ishaq, einige Hadithe von Buchbar, Wikipedia und diverse weitere Internetseiten, davon teilweise auch Interviews mit Islamwissenschaftlern. Es ist das, was man so einschlägig dazu liest.

Aber jetzt das interessante: Auf welche Quellen berufst du dich denn? Insbesondere bei den Aussagen, die Mekkaner hätten Medina zuerst angegriffen und Mohammed hätte das Schwert nicht gemocht.

Offen sind dann noch die Fragen 4 und 5.

 

Liebe Grüße,

Cacau

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#bismillah#

As Salamu aleikum,

 

Also das war meine Literaturliste:

De Lacy O’Leary (1923): Islam at the Crossroads. London: Kegan Paul, Trench, Trubner. New York: E. P. Dutton. S.8.

Gabrieli, Francesco (1968): Mohammed und die arabische Welt. München: Kindler Verlag GmbH. S. 10-48.

Gibbon, Edward (1978): Decline and Fall of the Roman Empire. Band 5. London: Dent. S. 219-223.

Ibn Ishaq, Muhammad und Gernot Rotter (Übersetzer) (1999): Das Leben des Propheten. Kandern: Spohr.S. 38-204

Razavi Rad, Dr. Muhammad (2003): Qur’anwissenschaften. Hamburg: Institut für Human- und Islamwissenschaften. S.163.

Razwy, Sayed Ali Asgher (2001): A Restatement of the History of Islam and Muslims. Middlesex/United Kingdom: The World Federation Of Khoja Shia Ithna-Asheri Muslim. S. 96-126.

Schariati, Ali (2009): Fatima ist Fatima. Bremen: m-haditec GmbH & Co. KG. S. 53.

Weber, Max (1920) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie. Band 1. Tübingen: Mohr. S.13-14, 102-125

Weber, Max und Johannes Winckelmann (Hrsg.) (1972): Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. 5. Revidierte Auflage. Tübingen: J.C.B. Mohr. S. 289, 375-376.

 

Quran: Khoury, Adel Theodor (2006): Der Koran. Düsseldorf: Patmos.

 

 

Insbesondere bei den Aussagen, die Mekkaner hätten Medina zuerst angegriffen

 

Zur der Schlacht von Badr kam es, weil die Mekkaner nun gesehen haben, dass die Muslime in Medina immer mehr Kraft und Wohlfahrt gewannen, und sie ständig Waffen eingekauft haben. Die medinensischen Muslime marschierten nun zu einem Ort namens Badr, zwischen Medina und Mekka, und die Mekkaner liefen mit 950 Mann auf. Sie verloren. Seitdem haben die Mekkaner immer wieder versucht, die Muslime in Medina anzugreifen, einmal haben sie sogar gewonnen (Schlacht von Uhud) und wollten sie schließlich auslöschen. Aber das gelang ihnen nicht. Daraufhin hat der Prophet einen Friedensvertrag, damit die Muslime natürlich nach Mekka pilgern konnte, etc. Jedenfalls weiß ich nicht, wo es steht, dass die Mekkaner zuerst angegriffen wurden, sondern dass sie aufgrund der Angst vor den Medinensern angegriffen haben.

 

Zu 4) habe ich versucht, was zu sagen. Aber ich kenne diese "Machenschaften" vom Propheten (sas) nicht, und kann mir nicht vorstellen, dass sie stimmen.

Zu 5) Der Prophet Muhammad (sas) hatte natürlich im Dialog, Predigten zum Islam aufgerufen. Er hat viele Briefe verschickt an ganze Reiche. Viele Könige verstanden darunter aber auch, die Bedrohung ihres Reiches, weswegen sie präventiv dagegen ankämpften, wie der Kampf von Mootah, der zustande kam, dass ein muslimischer Abgesandter zu einem byzanntinischen Reich mit einem Einladungsbrief ging, und der Abgesandte daraufhin getötet wurde. Aber auch durch Handelskarawanen verbreitete sich der Islam. Richtige Nationalstaaten mit territorialen Grenzen, wie wir sie heute kennen, gab es es so nicht. Die arabische Halbinsel bestand aus Stammesgesellschaften. Der erste Staat mit Verfassung hat der Prophet Muhammad (sas) gegründet, und das brachte auch viele Vorteile mit sich. Aber die Menschen sind nicht durch kriegerische Eroberungen zum Islam gekommen, zumindest nicht mehrheitlich. Denn während der Zeit des Friedensvertrag gab es doppelt (oder mehr) soviele Konvertierungen als es Muslime gab, und das durch Wissensaustausch und Dialog.

 

wassalam

al-Shafiya, hawra2 and Eren like this

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Salam

> wa aleykum selam

Bevor hier jetzt einer bei der Überschrift schon Panik kriegt: Nein, das hier soll nicht der übliche Christ-versteht-nicht-wie-man-Kriegstreiber-mit-Jesus-auf-eine-Stufe-setzen-kann-Abwasch werden. (Puh, das war lang briggin.gif)

> es ist ja nicht jeder gleich

. Aber die offensichtliche Diskrepanz ist ja selbst von einem vermeintlich neutralen Standpunkt aus nicht zu übersehen: Auf der einen Seite Mohammed, der wie gut begründet auch immer, zum Schwert griff und auf der anderen Jesus, der etwas von Feindesliebe und Schlägen auf rechte und linke Backe lehrte.

> könig salomon a.s war könig und führte schlachten zu gleich er herrschte ja über das königreich israel

Und ja, ich kenne auch das Ding mit dem Schwert, tatsächlich schien Jesus selber sich aber nach ersterer Philosophie zu richten. Worum soll es hier also konkret gehen? Ein paar Ansätze, die wie gesagt unter keinen Umständen als Angriff wahrgenommen werden sollten, sondern ernsthaftem Interesse entspringen:

> in einer welt wie diesen kann man ohne krieg bzw verteidigung nicht überleben oder meinst du die christen gäbe es noch wenn sie sich von jedem auf die wangen schlagen lassen?

1) Gibt es Hadithe von Mohammed, die auf eine ähnliche "Feindesliebe" schließen lassen?

> es gibt ja schon quran verse die selbiges sagen wenn man sie nur zu ende liest

2) Wieso ergreift Mohammed erst friedlich die Flucht aus Mekka, um dann in Medina doch zur Waffe zu greifen?

> er ist geflohen weil er verfolgt wurde später wurde er ganz friedlich zum statthalter yathribs erhoben als er dann in yathrib ankam welches dann zu medina umbeannt wurde, wurde er militärisch von den quraisch angegriffen ab dem beginn der statthalterschaft in medina musste er logischerweise zur waffe greifen da dort der islam zum erstenmal über staatsterritorium verfügte und somit politische bedeutung hatte

3) Gerne wird ja im muslimischen Kontext von "Verteidigungskriegen" gesprochen, die Mohammed führte - aber was genau ist daran Verteidigung, wenn man Karawanen überfällt, die eigentlich nur "friedlich" an deiner Stadt vorbeimarschieren wollen?

> diese karawanen beinhalteten wenn ich mich nicht täusche die geklauten sachen der muslime in mekka und gerne sage ich ja dann wieder hier, dass auch das verteidigung ist normalerweise werden karawanen doch auch von soldaten bewacht

4) Und wo wir gerade dabei sind: Dass man keine Juden, die einem in einer Schlacht in den Rücken fielen in seinem Lager haben will, kann ich ja verstehen. Aber muss man diese deswegen gleich unbewaffnet öffentlich enthaupten und die Frauen versklaven? Hätte Vertreibung es nicht auch getan?

> was passiert denn bitte wenn ein friedensvertrag oder ein bündnisvertrag der zu beistand im krieg verpflichtet ausläuft bzw gebrochen wird? :'D

5) Und zum Schluss die Masterfrage: Was genau hatte Mohammed jetzt eigentlich feldzugtechnisch geplant? Eroberte er bei diesen Verteidigungskriegen nur nebenbei die ganze arabische Halbinsel oder erhob er tatsächlich Anspruch darauf? Und hätte man unter dem Propheten ebenfalls Byzantiner und Perser bekämpft und wenn ja, mit welchem Ziel?

> "Eroberte er bei diesen Verteidigungskriegen nur nebenbei die ganze arabische Halbinsel" ich merke schon deinen unterton dem du ja ausweichen wolltest aber mit ein wenig logik erkläre ich es dir heute so bosnien wird von serbien angegriffen bosnien verteidigt sich und in allen schlachten gewinnt bosnien so dass die serben zurück gedrängt werden...wenn der gegner ja schon gänzlich besiegt ist kann man ja die die ländereien auch gleich anektieren da sie ja völlig schutzlos sind und das alles im rahmen dieses verteidigungskrieges und die eroberungen die gezielt danach getätigt wurden von den kalifen unternommen was ja nichts mehr mit muhammed saw. zu tun hat

Wenn ich so drauf schaue, scheint das wieder nen ziemlich negativen Unterton zu haben, aber das soll es wirklich nicht! Ich bin gespannt auf die Antworten

> ja, typisch, oft kann man sich durch gezieltes nachdenken selbst sachen erklären wo sie dann auch einen sinn ergeben wenn man aber auf deine logik mit verteidgung eingehen würde wäre jeder staat heute schuldig

ich bin sunnite wenn du fragen und antworten hast oder brauchst dann wende dich doch an die sunniten...der großen mehrheit der muslime die auch die geschichte geprägt haben......

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Salam,

 

Salam

> wa aleykum selam

Bevor hier jetzt einer bei der Überschrift schon Panik kriegt: Nein, das hier soll nicht der übliche Christ-versteht-nicht-wie-man-Kriegstreiber-mit-Jesus-auf-eine-Stufe-setzen-kann-Abwasch werden. (Puh, das war lang :D)

> es ist ja nicht jeder gleich

. Aber die offensichtliche Diskrepanz ist ja selbst von einem vermeintlich neutralen Standpunkt aus nicht zu übersehen: Auf der einen Seite Mohammed, der wie gut begründet auch immer, zum Schwert griff und auf der anderen Jesus, der etwas von Feindesliebe und Schlägen auf rechte und linke Backe lehrte.

> könig salomon a.s war könig und führte schlachten zu gleich er herrschte ja über das königreich israel

Ich wüsste nicht, inwiefern das die Frage beantworten sollte. Es geht ja um einen Vergleich zwischen Jesus und Mohammed - da hat Salomon gar nichts mit zu tun. Das ist so als würdest du mich mit meinem Bruder vergleichen wollen, indem du feststellst, dass einer meiner Freunde die gleiche Eigenschaft wie mein Bruder hätte...

 

Und ja, ich kenne auch das Ding mit dem Schwert, tatsächlich schien Jesus selber sich aber nach ersterer Philosophie zu richten. Worum soll es hier also konkret gehen? Ein paar Ansätze, die wie gesagt unter keinen Umständen als Angriff wahrgenommen werden sollten, sondern ernsthaftem Interesse entspringen:

> in einer welt wie diesen kann man ohne krieg bzw verteidigung nicht überleben oder meinst du die christen gäbe es noch wenn sie sich von jedem auf die wangen schlagen lassen?

Ziemlich wahrscheinlich, dass es die Christen trotzdem noch gäbe, nur in deutlich geringerer Zahl. Sie zeichneten sich in der Anfangszeit ja gerade dadurch aus, dass sie trotz Verfolgung durch Römer und Juden ihren Glauben behielten.

1) Gibt es Hadithe von Mohammed, die auf eine ähnliche "Feindesliebe" schließen lassen?

> es gibt ja schon quran verse die selbiges sagen wenn man sie nur zu ende liest

Genau diese suche ich ja :-) Wo finde ich sie?

 

4) Und wo wir gerade dabei sind: Dass man keine Juden, die einem in einer Schlacht in den Rücken fielen in seinem Lager haben will, kann ich ja verstehen. Aber muss man diese deswegen gleich unbewaffnet öffentlich enthaupten und die Frauen versklaven? Hätte Vertreibung es nicht auch getan?

> was passiert denn bitte wenn ein friedensvertrag oder ein bündnisvertrag der zu beistand im krieg verpflichtet ausläuft bzw gebrochen wird? :'D

Den Kommentar verstehe ich nicht - darf man darauf schließen, dass du Enthaupten und Versklaven in einem solchen Fall als angemessene Bestrafung ansiehst?

5) Und zum Schluss die Masterfrage: Was genau hatte Mohammed jetzt eigentlich feldzugtechnisch geplant? Eroberte er bei diesen Verteidigungskriegen nur nebenbei die ganze arabische Halbinsel oder erhob er tatsächlich Anspruch darauf? Und hätte man unter dem Propheten ebenfalls Byzantiner und Perser bekämpft und wenn ja, mit welchem Ziel?

> "Eroberte er bei diesen Verteidigungskriegen nur nebenbei die ganze arabische Halbinsel" ich merke schon deinen unterton dem du ja ausweichen wolltest aber mit ein wenig logik erkläre ich es dir heute so bosnien wird von serbien angegriffen bosnien verteidigt sich und in allen schlachten gewinnt bosnien so dass die serben zurück gedrängt werden...wenn der gegner ja schon gänzlich besiegt ist kann man ja die die ländereien auch gleich anektieren da sie ja völlig schutzlos sind und das alles im rahmen dieses verteidigungskrieges und die eroberungen die gezielt danach getätigt wurden von den kalifen unternommen was ja nichts mehr mit muhammed saw. zu tun hat

Ich gebe zu, dass die Frage etwas salopp formuliert war, aber ist diese Antwort dein Ernst?! Das würde bedeuten, dass wenn du auf der Straße überfallen würdest und den Täter in Notwehr umbrächtest, du automatisch sein Haus übernehmen würdest, weil es ja sonst verfallen würde Oo

Wenn ich so drauf schaue, scheint das wieder nen ziemlich negativen Unterton zu haben, aber das soll es wirklich nicht! Ich bin gespannt auf die Antworten

> ja, typisch, oft kann man sich durch gezieltes nachdenken selbst sachen erklären wo sie dann auch einen sinn ergeben wenn man aber auf deine logik mit verteidgung eingehen würde wäre jeder staat heute schuldig

ich bin sunnite wenn du fragen und antworten hast oder brauchst dann wende dich doch an die sunniten...der großen mehrheit der muslime die auch die geschichte geprägt haben......

Also ganz ehrlich, wenn du auf obrige Antworten durch "gezieltes Nachdenken" gekommen sein willst, dann würde mich das doch überraschen. Ganz im Gegenteil wirken sie auf mich persönlich nämlich nicht wirklich durchdacht. Also muss ich leider hoffen, dass andere das einleuchtender erklären können. Dass du nun ausgerechnet Sunnit bist, tut dabei erstmal nichts zur Sache. Die Sicht auf Mohammed sollte meinen Kenntnissen nach ja bei beiden Glaubensrichtungen sehr ähnlich sein. Die Knackpunkte dürften woanders liegen.

 

Liebe Grüße,

Cacau

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Jasmina Schwester, kannst du das, was du zu diesen Themen geschrieben hast, mir mal zukommen lassen bitte, ich würde auch Geld dafür zahlen. 

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Salam,

ja, das und auch einen anderen Aufsatz, ich glaube über das Mohamed-Bild ausserhalb der islamischen Welt, da hätte ich auch gerne mal reingesehen.

Aber - ich wollte das eh in Feedback schreiben - mir fehlen auch diese "oftopic" Diskussionen über "Gott/Allah in der Welt" mit Bezug zum Islam (speziell Schia) sehr. Die jetztigen Artikel erscheinen mir manchmal zu flach. Leider,

&lG,
Kai

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Salam,

nun, "Verteidigungskriege" - das ist so eine Sache für sich. Man stelle sich eine Gruppe A vor und langsam "migriert" (sich) eine Gruppe B in das "Gebiet" der Gruppe A ein. Wenn A dann B vertreiben will, ist A dann (immer) der Agressor und B führt (immer) einen "Verteidigungskrieg"?

Es scheint mir eher so, dass ähnliche Gruppen wie A sich auf Seite A stellen und ähnliche Gruppen wie B dann eher auf Seite der Gruppe B stehen. Und das bemerkt man hier, in der Politik und den Geschichtsbüchern.

Solche Migrationen/Völkerwanderungen gibt und gab es seitdem es mehr als ein paar zehntausend Menschen gab/gibt. Vor allem wenn die Ressourcen eher knapp sind.

Ein Henne-Ei-Problem.

LG,
Kai

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