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Argumente gegen die Nur-Koraner: Der Freitagsvers

13 posts in this topic

Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

Die Nur-Koraner behaupten, dass man keinen Hadithen die vom Propheten überliefert werden, folgen soll. Daher auch ihr Name. Wir diskutieren hier über einen von vielen Versen, die diese Behauptung widerlegen. Wie lässt sich der Glaube der Nur-Koraner mit dem folgeden Vers vereinbaren:

 

[62:2] Er ist es, der unter den Unwissenden (fie l-ummieyiena) einen Gesandten aus ihren eigenen Reihen hat auftreten lassen, der ihnen seine Verse verliest, sie läutert und sie die Schrift und die Weisheit lehrt. - Früher befanden sie sich offensichtlich im Irrtum. -

 

Die Diskussion soll auf den folgenden Fragen basieren:

Was ist unter „Lehren“ zu verstehen?

Was ist der Unterschied zwischen dem Verlesen der Verse und dem Lehren der Schrift.

Was ist der Unterschied zwischen dem Lehren der Schrift und dem Lehren der Weisheit?

Wie läutert uns der Prophet? Wie läuft das ab?

 

Es ist nicht erlaubt, Behauptungen aufzustellen, ohne sie argumentativ zu untermauern. Die Diskussion muss sachlich verlaufen und man sollte sich möglichst kurz halten. D.h. so viel wie nötig und so wenig wie möglich schreiben. Beachtet bitte die Hinweise zum Bereich.

 

Wassalam

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Frieden

 

[62:2] Er ist es, der unter den Unwissenden (fie l-ummieyiena) einen Gesandten aus ihren eigenen Reihen hat auftreten lassen, der ihnen seine Verse verliest, sie läutert und sie die Schrift und die Weisheit lehrt. - Früher befanden sie sich offensichtlich im Irrtum. -

 

Was ist unter „Lehren“ zu verstehen?

 

Für dieses Wort gibt es nur eine Bedeutung. Also muss man sich die Worte Schrift und Weisheit genauer anschauen, um es genau verstehen zu können.

 

Was ist der Unterschied zwischen dem Lehren der Schrift und dem Lehren der Weisheit?

 

Es ist das Gleiche: Der Koran

 

Die (heilige) Schrift:

 

6:114 (Sag:) "Soll ich denn einen andern Richter suchen als Gott, wo er es doch ist, der die Schrift, im einzelnen dargelegt, zu euch herabgesandt hat?"

 

Die Weisheit:

 

11:1 Alif Lam Ra. Dies ist ein Buch dessen Verse in vollendeter Weisheit ausformuliert und dann von einem Allweisen und Allkundigen ausführlich erklärt wurden.

 

Es gibt nur eine Offenbarung

21:45 Sprich: "Ich warne euch nur gemäß der Offenbarung."

 

Wie läutert uns der Prophet? Wie läuft das ab?

 

Dadurch, dass er uns den Koran bringt, in dem die Regeln zur Gebetswaschung stehen:

 

5:6 ...Allah will euch nicht in Schwierigkeiten bringen, sondern Er will euch nur reinigen und Seine Gnade an euch erfüllen, auf daß ihr dankbar seiet.

 

Der Ablauf:

 

5:6 ... Wenn ihr zum Gebet hintretet, waschet euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellbogen und fährt euch über den Kopf und eure Füße bis zu den Knöcheln...

 

MODERATION: Das folgende wurde von der Moderation gestrichen und die Farbe wurde geändert, da es nichts direktes mit dem speziellen Thema des Threads, dem Freitagsvers, zu tun hat. Der Leser kann die Worte noch lesen aber so erkennt er, dass der Diskussionsverlauf davon nicht abhängt.

Die Nur-Koraner behaupten, dass man keinen Hadithen die vom Propheten überliefert werden, folgen soll.

Hadithe wurden über mehrere hundert Jahre mündlich Überliefert ehe sie gesammelt und zu Büchern zusammen gefasst wurden. Die meisten Menschen kannten also die meisten Hadithe nicht. Sie hatten quasi nur den Koran. Lebten sie in Sünde, weil sie angeblich den Koran nicht verstanden? Der Prophet folgte auch nur dem Koran. Was ist also so verwehrflich, sich ihn als Vorbild zu nehmen?

 

33:21 Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.

 

Hadithbefolger meinen, man würde sich ihn nur als Vorbild nehmen, wenn man den Hadithen folgt. Wenn das stimmen würde, müsste man auch den Hadithen Abrahams fogen:

 

60:4 Ihr habt doch ein schönes Vorbild in Ibrāhīm

 

Viele behaupten, nur er hätte den Koran richtig verstanden. Wo soll er diese übernatürlichen Fähigkeiten her haben, wo der Koran sagt, er ist genauso wie wir?

41,7 / 18:111 Sprich: "Seht,ich bin nur ein Mensch wie ihr ..."

 

Angeblich würde nur er uns den Koran lehren, aber im Koran steht, Gott lehrt den Koran:

 

55:1-2 Der Gnädige lehrt den Koran.

75:17-19 Seine Sammlung und seine Rezitation ist unsere Aufgabe. Darum folge seiner Verlesung, wenn wir ihn verlesen lassen. Dann obliegt Uns, ihn zu erläutern.

11:1 Alif Lam Ra. Dies ist ein Buch dessen Verse in vollendeter Weisheit ausformuliert und dann von einem Allweisen und Allkundigen ausführlich erklärt wurden.

 

Es gibt unzählige Regeln aus den Hadith, die nicht im Koran aufgeführt sind. Dabei sagt der Koran, dass es keine weiterern Regeln gibt, als die im Koran:

 

6:38 ... Nichts haben Wir im Buch ausgelassen. ...

17:89 Wir haben den Menschen in diesem Koran alle Arten von Beispielen angeführt, doch die meisten Menschen wollten nichts anderes tun als trotzig verleugnen.

11:1 Alif Lam Ra. Dies ist ein Buch dessen Verse in vollendeter Weisheit ausformuliert und dann von einem Allweisen und Allkundigen ausführlich erklärt wurden.

19:64 Und dein HERR vergisst nie.

 

Der Prophet hatte nie etwas zum Koran hinzuerdichtet:

 

21:45 Sprich: "Ich warne euch nur gemäß der Offenbarung."

10:15 Und wenn Unsere deutlichen Zeichen ihnen vorgetragen werden, sagen jene, die nicht auf die Begegnung mit Uns hoffen: "Bring einen andern Koran als diesen oder ändere ihn." Sprich: "Es steht mir nicht zu, ihn aus eignem Antrieb zu ändern. Ich folge nur dem, was mir offenbart ward. ...

12:40 ... Die Anordnungen stehen Gott allein zu; Er hat befohlen, dass ihr nur ihm dienen sollt: Das ist die richtige Religion, doch die meisten Menschen wissen nicht.

 

Hier verurteilt Gott die anderen Bücher:

 

37:154-157 Was ist los mit euch, wie urteilt ihr denn?! Wollt ihr euch denn nicht besinnen? Oder habt ihr einen klaren Beweis? Sodann bringt euer Buch herbei, wenn ihr wahrhaftig seid.

 

29:51 Genügt es ihnen denn nicht, dass Wir dir das Buch herniedergesandt haben, das ihnen verlesen wird?

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

irgendwie hast du es vergessen eine Frage zu beantworten:

Was ist der Unterschied zwischen dem Verlesen der Verse und dem Lehren der Schrift?

Wenn du das beantwortest, gehe ich auf deinen Beitrag ein.

 

Wassalam

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Was ist der Unterschied zwischen dem Verlesen der Verse und dem Lehren der Schrift.

 

Wie kommst du darauf, dass es einen Unterschied gibt? Indem man etwas unbekanntes verliest, lehrt man automatisch. Zuhören ist eine Form des Lernens.

 

62:2 ...Früher befanden sie sich offensichtlich im Irrtum

weisst darauf hin, dass die Gesetzte des Korans unbekannt waren. Es genügt also, etwas zu verlesen, um es zu lehren.

 

Gott erläutert den Koran:

 

75:17-19 Seine Sammlung und seine Rezitation ist unsere Aufgabe. Darum folge seiner Verlesung, wenn wir ihn verlesen lassen. Dann obliegt Uns, ihn zu erläutern.

 

Dieser Vers ist zeitlos geschrieben, gilt also auch heute noch. Wir müssen nur unser Herz für Gott allein öffnen und den Koran mit offenen Herz lesen, dann verstehen wir auch seine Erläuterung.

 

In einem anderen Thema hatten wir schon begonnen. Ich hatte behauptet, dass im Koran nirgendwo steht, dass wir Hadith von Mohammed oder der Sunna folgen sollen.

Hier warnt uns Gott sogar davor, an keinen weiteren Hadith als den Koran zu glauben:

 

77:50 An welche HADITH, wollen sie denn nach diesem (Koran) glauben? (MODERATION: Antwort darauf hier: Klick mich)

 

45:6-8 ... An welche HADITH wollen sie denn glauben, nachdem Gott und seine Verse (unmittelbar zu ihnen) gesprochen haben. Wehe jedem sündigen Lügner, der die Verse Gottes hört, wenn sie ihm verlesen werden und danach hochmütig (auf seinem Standpunkt) verharrt, wie wenn er sie nicht gehört hätte! Verkünde ihm eine schmerzhafte Strafe! (MODERATION: Antwort darauf hier: Klick mich)

 

6:112 "Und so hatten Wir für jeden Propheten Feinde bestimmt: die Satane (aus den Reihen) der Menschen und der Djinn. Sie geben einander prunkende Rede (Ahadith) ein, um irrezuführen." Gott versichert, dass nur Ungläubige an solchen Erfindungen glauben werden (siehe 6:113)(MODERATION: Antwort darauf hier: Klick mich)

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

danke für deine Antwort. D.h. zusammenfassend meinst du, dass der folgende Vers

[62:2] Er ist es, der unter den Unwissenden (fie l-ummieyiena) einen Gesandten aus ihren eigenen Reihen hat auftreten lassen, der ihnen seine Verse verliest, sie läutert und sie die Schrift und die Weisheit lehrt. - Früher befanden sie sich offensichtlich im Irrtum. -

 

eigentlich folgendes bedeutet:

Er ist es, der unter den Unwissenden einen Gesandten aus ihren eigenen Reihen hat auftreten lassen, der ihnen seine Verse verliest, ihnen seine Verse verliest und ihnen seine Verse und seine Verse verliest. - Früher befanden sie sich offensichtlich im Irrtum. -

 

Das habe ich gemäß deiner Beschreibung so verstanden, denn du sagtest: 1. Lehren des Koran = Verlesen der Verse, 2. Koran = Weisheit und 3. Läuterung geschieht durch Verlesen der Verse.

 

Wassalam

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1. ist eine mögliche Interpretation eine weitere könnt ihr hier finden:

http://meine-islam-reform.de/index.php/artikel/ahadith/902-der-irrtum-dass-sure-62-vers-2-die-ahadith-stuetzen-wuerde.html

 

2. ich wiederhole mich ja nur ungern, aber wenn es sein muss:

11:1 ...Dies ist ein Buch dessen Verse in vollendeter Weisheit...

Der Koran ist die Weisheit.

 

3. Da hast du mich falsch verstanden. Läuterung entsteht, indem man sich an die Verse des Korans befolgt zB durch die Gebetswaschung. Es gibt aber auch noch andere Beispiele, die im Koran erwähnt werden (siehe Link)

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

Zitat

1. ist eine mögliche Interpretation eine weitere könnt ihr hier finden:

http://meine-islam-r...zen-wuerde.html

Mit dieser Interpretation kann ich was anfangen, das sie zumindest wissenschaftlich eingehaucht ist, auch wenn die Argumentation meiner Meinung nach nicht korrekt und nicht stichhaltig ist. Gleichzeitig lade ich den Autor "Andreas Heisig" gerne in unser Forum ein, damit wir über dieses Thema diskutieren.

 

Zunächst fällt auf, dass der Verfasser den Glauben (nicht die Behauptung) bzw. einen Aspekt des Glaubens derer, die nur dem Koran und nicht unerlaubten Neuerungen folgen inkorrekt wieder gibt. (Oder er drückt sich ungeschickt aus): Vom Propheten überliefert ist nämlich der Koran und an diesen halten wir uns ja auch alle. Was wir nicht glauben ist das, was über(!) den Propheten erzählt wird und zwar deswegen, weil es keinen eindeutigen Beleg für eine Relevanz solcher Tradierungen im Koran gibt..

Fakt ist, sie werden vom Propheten überliefert. Und Nur-Koraner glauben nicht daran. Daher stimmt, die Aussage schon.

 

Alles, was es gibt sind Verse, die in ihrer Mehrdeutigkeit so vertanden werden können(!)

Es gibt einmal "die subjektive Mehrdeutigkeit" und einmal "die objektive Mehrdeutigkeit". Unter subjektiver Mehrdeutigkeit, verstehe ich, die durch eigene Erfahrungen und Theorien entstandene Tendenz die Begriffe recht tolerant zu interpretieren, damit sie das eigene Weltbild bestätigen. Im Gegensatz dazu ist die objektive Mehrdeutigkeit eine sachlich feststellbare Mehrdeutigkeit, die nicht von Personen abhängt. In diesem Sinne, gibt eine große Anzahl von Versen, die objektiv gesehen eindeutig sind, auch wenn sie subjektiv mehrdeutig erscheinen. Ziel der Diskussion zu zeigen, dass dieser und andere Verse objektiv eindeutig beweisen, dass man der Vorgehensweise des Propheten (s.a.a.s) und seinen Worten folgen muss.

 

Zitat

In Wahrheit ist dies jedoch alles recht angreifbar. Daher nun eine Beantwortung der Fragen aus meiner eigenen Sichtweise:

1. und 2.:

Unter dem Terminus "Lehren" kann man eine ganze Menge verstehen. Natürlich hat der Prophet erst einmal den Koran rezitiert, seine Inhalte also bekannt gemacht. Doch von einmal hören, hat man eine Sache noch nicht im Kopf. Also trägt er Sorge, dass die Menschen die Inhalte auch nicht vergessen. Weder in der Theorie noch in der Praxis. Er ermahnt sie beständig dem Koran zu befolgen. Und dies ist auch seine Aufgabe, wie der Koran lehrt:

 

Sure 5 Vers 92: "Und gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und seht euch vor! Doch wenn ihr euch abkehrt, so wißt, daß Unserem Gesandten nur die deutliche Übermittelung (der Botschaft) obliegt."

واطيعوا الله واطيعوا الرسول واحذروا فان توليتم فاعلموا انما على رسولنا البلغ المبين

 

Ahadith werden also nicht benötigt.

Ich bin mit dem was du sagtest nicht ganz zufrieden, weil es die allgemein anerkannte Bedeutung des "Lehren" stark abschwächt, ohne dass es einen Grund oder Hinweis, der dies bestätigt, gibt aber der Schluss, den du ziehst, ist dann wirklich sehr unverständlich, selbst basierend auf deinem eigenen Verständnis des Lehrens. Du sagtest, dass der Prophet (s.a.a.s) die Menschen ermahnt, den Koran zu befolgen. Wie macht er das allgemein? Und wie macht er das heute? Sagt er die ganze Zeit "folgt dem Koran, folgt dem Koran"? Oder rezitiert er die ganze Zeit den Koran? Und was ist dann seine Besonderheit als Prophet in dieser Hinsicht? Das könnte jeder machen. Könnte das wirklich jeder übernehmen oder ist er derjenige der das machen musste? Und was ist wenn nun zwei Leute wie wir zwei, die Worte Allahs unterschiedlich verstehen und zum Propheten (S.a.a.s) kommen und ihn fragen, wie der Vers zu verstehen ist. Erklärt er uns dies nicht? Und wenn er dies erklärt, ist es nicht notwendig, diese Erklärung weiterzugeben, damit alle davon profitieren?

 

Aber wie stellt man sich das "Lehren" denn vor, ohne dass es eine Ausführung der Inhalte des Koran stattfindet, ohne dass Methodiken aufgezeigt werden, wie man etwas zu verstehen hat. Lehren ist erst dann erfolgreich, wenn man dadurch lernt, wie man zu lernen hat. Also wie man den Koran zu lernen hat. Nur-Koraner bringen oft den Vers, in dem es steht, dass Allah den Koran lehrt, um zu zeigen, dass der Prophet damit nichts zu tun hat. Dabei wird dem Wort "Lehren" eine mächtige Bedeutung verliehen. Auf der anderen Seite ist das Lehren des Propheten plötzlich nur noch eine leblose Ermahnung, die es nicht wert ist, weitergegeben zu werden und gar nicht notwendig ist. Ist das nicht Messen mit zwei Maßstäben?

 

3.: Durch die deutsche Sprache wird der Eindruck vermittelt, dass Weisheit und Koran zwei verschiedene Dinge seien. Eine Besonderheit der arabischen Sprache ist es jedoch, dass das Wort "und" nicht immer eine Erweiterung anzeigt, sondern auch eine Implikation des vorhergehenden Begriffes sein kann. Insofern müsste bzw. kann man Sure 62 Vers 2 auch so übersetzen:

Er ist es, der unter den Unwissenden (fie l-ummieyiena) einen Gesandten aus ihren eigenen Reihen hat auftreten lassen, der ihnen seine Verse verliest, sie läutert und sie die Schrift und damit die Weisheit lehrt. - Früher befanden sie sich offensichtlich im Irrtum. -

Einen ähnlichen Vers finden wir in Sure 33 Vers 7:

 

Und (gedenke,) als Wir von den Propheten ihr Versprechen abnahmen, und von dir und von Nuh, Ibrahim, Musa und ´Isa, dem Sohn Maryams; Wir nahmen ihnen ein festes Versprechen ab,

واذ اخذنا من النبين ميثقهم ومنك ومن نوح وابرهيم وموسى وعيسى ابن مريم واخذنا منهم ميثقا غليظا

 

Würde man diesen Vers nun so verstehen, wie der Autor es bei Sure 62 Vers 2 tut, so käme man zu dem Ergebnis, dass Musa und Isa keine Propheten gewesen seien, weil ja zwischen ihnen und dem Wort Propheten das Wort "und" steht. Natürlich wissen wir aber, dass auch Musa und Isa Propheten waren. Insofern ist klar, dass der Terminus "Propheten" eben nicht sagt, dass Musa und Isa keine Propheten seien, sondern dass Isa und Musa wie auch Ibrahim, Nuh und eben Muhammad das Wort Propheten näher definieren.

An wen müssen wir uns wenden, um die Bedeutung des "Waw" (und) zu verstehen? Wohl an die Linguistiker.

Al-Dschawhari sagt: Waw ist ein Buchtsabe der Konjunktion durch den zwei Dinge zusammengeführt werden.

In Al-Qamus Al-Muhit heißt es: Waw (wird verwendet) für die Konjunktion und (bedeutet) das uneingeschränkte Zusammenführen.

 

Es ist eine überprüfbare (siehe z.B. die Quelle) und unbestrittene Tatsache, dass dieses "Waw" erstmal eine Zussamenführung von zwei verschiedenen Objekten bedeutet. Das ist die wirkliche Bedeutung. Andere Bedeutungen müssen durch im Vers oder dem Kontext oder dem Inhalt vorhandene eindeutige Hinweise extrahiert werden können. Die Beweislast liegt also bei jenen, die behaupten, dieses Waw würde anders verwendet werden.

 

Aber selbst wenn wir annehmen, dass es hier anders eingesetzt wird, dann ist es sicherlich nicht dazu da, um eine Konjunktion von etwas und mit etwas identischem herbeizuführen. Denn so was kann man den Worten Allahs nicht zuschreiben. Das zweite Wort muss mindestens eine andere Bedeutung haben, eine andere Perspektive aufzeigen usw. Sonst wäre die Wiederholung auf diese Weise unnötig und unsinnig. Was ist also die Weisheit?

 

Im Vers [33:7], den der Autor "Andreas Heisig" zur Begründung seiner Aussage verwendet hat, liegt eine sogenannte Konjunktion des Allgemeinen mit dem Speziellen (Atf-ul-Ammi-Alal-Chass) vor. Das Allgemeine ist hier "Die Propheten" und das Spezielle "von Dir...". Das wird gemacht um die Stellung der Fünf Propheten (a.s) hervorzuheben. Aber wenn wir den Satz allein betrachten, dann ist es wirklich so, dass es sprachlich vertretbar wäre, zu meinen, dass die Namen Noaw, Ibrahim, Moses, Isa und Mohammad nicht unbedingt zu den davor erwähnten Personen gehören müssen. Da es aber eindeutige Hinweise gibt, dass sie zu ihnen gehören, erkennt man, dass hier eine Hervorherbung stattfindet. Also bleibt die Regel wahr, dass das Waw (und) erstmal zwei verschiedene Dinge verknüpft, während sonstige Bedeutungen und Anwendungen erst bewiesen werden müssen.

 

Aber auch in diesem Vers gibt es einen entscheidenen Unterschied und dies ist, dass hier eine Konjunktion von einem allgemeinen Begriff, unter dem alle Propheten stehen, mit Instanzen und Beispielen stattfindet, so dass allein die Konstruktion des Satzes die Möglichkeit offen lässt, dass diese erwähnten Personen zu den Propheten gehören. Auch allein die Tatsache, dass in dem Vers Allah mit dem Propheten (s.a.a.s) spricht und ihm etwas offenbart, ist ein Hinweis darauf, dass er ein Prophet ist. In unserem besprochenen Vers ist es aber so, dass die Konjunktion zwischen zwei gleichberechtigten allgemeinen Begriffen stattfindet. So dass hier der Hauch eines Hinweises nicht vorhanden ist, dass beide eins und dasselbe sind.

 

4.:

Die Läuterung ist ein Teilaspekt des Koran, der an vielen Stellen vorkommt und durch diesen erklärt wird. Einer dieser Vers ist Sure 9 Vers 103:

 

Nimm von ihrem Besitz ein Almosen, mit dem du sie rein machst und läuterst, und bete für sie, denn dein Gebet ist für sie eine Beruhigung! Allah ist Allhörend und Allwissend.

خذ من امولهم صدقة تطهرهم وتزكيهم بها وصل عليهم ان صلوتك سكن لهم والله سميع عليم

Der Prophet ist jener, der die Menschen läutert. So steht es im Vers. Wie hat er sie geläutert? Nehmen wir den Vers, den du gewählt hast, dann stellt sich automatisch die Frage: Wie fand das genau statt? Der Koran soll alles enthalten, was wir brauchen. Das tut er unserer Überzeugung nach auch. Aber kannst du das selbst extrahieren, ohne das Licht der prophetischen Führung, während Allah (s.t) selbst sagt, dass es die Aufgabe des Propheten ist, uns zu läutern? Will man nicht also trotz allem nicht wissen, wie der Prophet (s.a.a.s) die göttlichen Anweisungen umgesetzt hat?

 

Zitat

Es ist ersichtlich, dass Sure 62 Vers 2 also keineswegs eindeutig ist, sondern verschiedentlich interpretiert werden kann. Übrigens hat bereits Imam Al-Shafi mit diesem Vers versucht, diejenigen, die nur dem Koran folgen zu widerlegen ( http://meine-islam-r...afiexegese.html ).

Ich weise nochmal auf die sogenannte subjektive und objektive Mehrdeutigkeit. Manchmal ist bei einigen das OIffensichtlichste mehrdeutig. Aber das tastet seine Offensichtlichkeit nicht an.

 

Wassalam

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

2. ich wiederhole mich ja nur ungern, aber wenn es sein muss:

11:1 ...Dies ist ein Buch dessen Verse in vollendeter Weisheit...

Der Koran ist die Weisheit.

Dies ist eine Interpreation des Verses. Im Koran wird das Wort weisheit nicht erwähnt, sondern ein Verb aus dem dieses Wort stammt, welcher mehrere Bedeutungen haben kann. Hier sind vier deutsche Übersetzungen, in denen das Wort Weisheit gar nicht vorkommt.

 

1. Übersetzung:

Alif Lám Rá. Ein Buch, dessen Verse unveränderlich gefügt, dann im einzelnen erklärt worden sind, von einem Allweisen, Allkundigen.

 

2. Übersetzung:

§lr (alif laam raa§). (Dies ist) eine Schrift, deren Verse (eindeutig) bestimmt und dann (im einzelnen) auseinandergesetzt sind, (und die) von einem her(kommt), der weise und (über alles) wohlunterrichtet ist,

 

3. Übersetzung:

Alif Lam Ra§. (Dies ist) ein Buch, dessen Verse vervollkommnet und dann im einzelnen erklärt worden sind - von einem Allweisen, Allkundigen.

 

4. Übersetzung:

Alif, Lâm, Râ§. Das ist ein Buch, dessen Verse eindeutig bestimmt, dann ausführlich dargelegt wurden von Gott, Dessen Weisheit und Wissen unermeßlich sind.

 

Und selbst wenn wir deine Übersetzung nehmen, hat dies nichts mit dem anderen Vers zu tun. Da würde dann nur stehen, dass der Koran auf eine vollkommen weise Art und Weise herabgesandt wurde. Das würde kein muslimisches Kind bestreiten, geschweige denn ein erwachsener oder gar ein Gelehter. Das bedeutet aber nicht, dass mit dem Wort Weisheit, die Schrift gemeint ist.

 

Wassalam

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

3. Da hast du mich falsch verstanden. Läuterung entsteht, indem man sich an die Verse des Korans befolgt zB durch die Gebetswaschung. Es gibt aber auch noch andere Beispiele, die im Koran erwähnt werden (siehe Link)

Im Koran steht, dass der Prophet uns läutert. Wenn Jemand mir etwas bringt und ich ziehe Nutzen davon, dann heißt das nicht, dass er daran aktiv beteiligt war. Allein das Servieren des Koran reicht zur Erfüllung der Aufgabe der Läuterung nicht aus. Wie läutert uns also der Prophet (s.a.a.s)?

 

Wassalam

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

Zufällig habe ich die Antwort des Autors Andreas Heisig auf meinen drittletzten Beitrag entdeckt (u.a. Hinweis einer Schwester). Ich wusste nicht bzw. hab ganz vergessen, dass es sich um einen ehemaligen User hier im Forum handelt. Jedenfalls ich werde auf seinen Beitrag dennoch antworten aber nur Stück für Stück, da mir die Zeit fehlt. Dabei werde ich rein rhetorische Worte und Anmerkungen ganz außer Acht lassen.

 

Die Bedeutung des Begriffes "Lehren" entzündet sich an dem, was gelehrt wird und kann somit gar keine Bedeutung haben, die in irgendeiner Form eingeschränkt worden wäre.

 

Die Bedeutung des Begriffes "Lehren" entzündet sich an dem, was gelehrt wird und kann somit gar keine Bedeutung haben, die in irgendeiner Form eingeschränkt worden wäre. Ich lehre Dich ein Gedicht. Ich lehre Dich schwimmen. Es ist derselbe Ausdruck und dieselbe Tätigkeit. Aber der Vorgang des Lehrens muss deswegen nicht derselbe sein. Und selbst wenn der Vorgang identisch wäre, so muss er es bei einer anderen Person dennoch nicht sein. Nehmen wir das Schwimmen: Bei Kind A stehe ich am Beckenrand und gebe Kommandos. Bei Kind B stehe ich im Wasser daneben. Bei Kind C stütze ich das Kind. Jedesmal lehre ich das Kind schwimmen, aber da das Kind bzw. die Kinder unterschiedliche Vorraussetzungen mitbringen kann die Methodik abweichen.

 

Wie ist es nun beim Koran? Es ist anzunhemen, dass der Prophet die Menschen da abholte wo sie standen um den größmöglichen Erfolg zu haben: beim einen reichte vielleicht einfach nur die Ermahnung, beim anderen war eine stetige Zurechtweisung nötig beim dritten musste man vielleicht einen "kalten Entzug" durchführen.

 

Die Behauptung ist also zusammengefasst, dass das Lehren keine Bedeutung für sich hat, sondern dem gelehrten Inhalt entspringt. Die Wichtigkeit dieses Lehrens und seine Dimensionen werden stark reduziert um hierdurch jegliche Notwendigkeit von Hadithen anzuzweifeln. Wir werden inschaAllah sehen, dass die vorgeführte Argumentation nicht stichhaltig ist.

 

Die Bedeutung des Lehrens:

Erstens: Wie kann der Begriff „Lehren“ für sich keine Bedeutung haben? Es ist überhaupt ziemlich komisch dem Lehren oder irgendeinem anderen Begriff eine prinzipielle Bedeutung ab zu streiten. Dass das Gelehrte immer anders ist und die Lehrmethoden häufig variieren, bedeutet nicht, dass das Lehren für sich keine Bedeutung hat. Es scheint so zu sein, dass hier das Lehren als allgemeiner Begriff mit den beim Lehren eingesetzten Methodiken verwechselt wird.

 

Zweitens: Im Arabischen stammt das verwendete Wort „ʿallama“ (علّم) von „ʿalima“ (علم, wissen). Das ist ein mit einer Zusatzform versehenes Verb, das dem Grundmodell „faʿʿala“ entspricht. In dieser Form bekommt es einen transitiven Charakter, so dass ein Akkusativ-Objekt hinzugezogen werden kann. Zudem beinhaltet es die Bedeutung der Intensivierung und Vervielfachung. Beispiel „qattaʿa“ stammt von der Grundform „qataʿa“ (schneiden). „Qattaʿa“ bedeutet dann zerschneiden und zerteilen, sprich in vielen Stücken schneiden. Wenn wir also von „ʿallama“ sprechen, dann sprechen wir von einer intensiven (und in solchen Kontexten wohl systematischen) Vermittlung des Wissens über ein Thema. Es hat also wohl eine Bedeutung. Ja, wie das stattfindet, ob es theoretisch oder praktisch ist und ob es einen bestimmten Ablauf hat, das alles tastet den Begriff des Lehrens kaum an, sondern höchstens den ihm zugrunde liegenden Prozess.

 

Das Lehren der Schrift:

Allein die Vernunft des Menschen sollte ihn, meiner Ansicht nach, dazu führen zuzugeben, dass das Ziel des Lehrens einer göttlichen Schrift (unabhängig davon ob diese Schrift nur den Koran oder zudem auch sonstige Offenbarungen umfasst) nichts anderes als die Erkenntnis der Wahrheit und die Nähe zu ihr ist. Aber abgesehen davon, können wir uns in dieser Hinsicht auch an den Text des heiligen Verses wenden. Dann stellen wir fest, dass der heilige Vers diese Tatsache so zeigt, wie es deutlicher hätte nicht sein können, denn dort steht sinngemäß, dass dieses Lehren die Menschen aus ihrem offenbaren Irrtum befreit. Ziel ist wohl der Übergang vom offenbaren Irrtum zur Erleuchtung durch die Wahrheit, welche unendlich ist.

 

Wenn wir uns also bewusst machen, dass es in diesem Vers um die Schrift Allahs geht, dann wissen wir auch, dass die Inhalte in diesen Worten unendlich tief sind und somit ist das im Koran vorhandene Wissen auch unendlich. Diese Tatsache steht auch sinnbildlich im heiligen Buch: 18:109. Sprich: „Wäre das Meer Tinte für die Worte meines Herrn, wahrlich, das Meer würde versiegen, ehe die Worte meines Herrn zu Ende gingen, auch wenn Wir noch ein gleiches zur Hilfe brächten.“.

 

Wenn wir aber dann auch wissen, dass der Prophet (s.a.a.s) von Allah entsandt wurde, um diese Schrift zu lehren, dann ist es offensichtlich, dass dieses Lehren proportional zu den Inhalten sein muss. Behauptete Einschränkungen, die dieser Proportionalität widersprechen, müssen eindeutig bewiesen werden. Tut man dies nicht, dann gilt zumindest die Beweiskraft des Offensichtlichen und man muss somit an die Absolutheit des Begriffs festhalten.

 

Somit entsprechen die Komplexität und die Tiefe des Lehrens, mit dem der Prophet (s.a.a.s) beauftragt wurde, der Komplexität und der Tiefe der gelehrten Inhalte, die in der Schrift zu finden sind. Und seine Strukturen und Methodiken entsprechen dem Niveau dieser gelehrten Inhalte.

 

Einwand und Antwort:

Der einzige Einwand, der hier eingeworfen werden kann, ist dass es unklar ist, ob mit der Schrift ihre Tiefen gemeint sind oder ihr Äußeres. D.h. Wird das Wort „Schrift“ verwendet, um auf die Wahrheit hinter der Schrift oder um auf die Schrift als solche hinzuweisen? Ich möchte meine Meinung an dieser Stelle unterdrücken, denn sie hat keinen Einfluss auf das Ergebnis. Stattdessen bediene ich mich einer Fallunterscheidung:

 

Wenn Ersteres gelten würde, dann gilt das, was ich bereits vorgeführt habe. Gilt die zweite Bedeutung, dann würde sich das Lehren der Schrift auf das Lehren aller Aspekte, die mit der Schrift als solche zu tun haben, beschränken. Aber selbst dann, ist es notwendig, dass diese Lehren zu uns übertragen werden, damit wir vom Irrtum, von dem der Vers spricht, geschützt sind. Abgesehen davon wenden wir uns an den Begriff „Weisheit“, der unmittelbar danach kommt. Entweder gehört die Weisheit zum Inhalt der Schrift oder ist es etwas, was davon getrennt ist. Im zweiten Fall ist die Notwendigkeit des Hadith automatisch bewiesen. Im ersten Fall gilt die Argumentation, die anfangs vorgeführt wurde, was dann ebenso die Notwendigkeit des Hadith als Konsequenz hat.

 

Grundsätzliche Feststellung:

Fern von all dieser Argumentation, ist allein das Lehren der Schrift und der Weisheit basierend auf der dargestellten Bedeutung des Lehren im Arabischen, ein Beweis dafür, dass es entweder stets einen Unfehlbaren geben muss, der dieser Aufgabe nachgeht oder zumindest Überlieferungen, die von seiner Herangehensweise berichten. Nach unserer Überzeugung gibt es sogar jetzt einen Unfehlbaren, der dieser Aufgabe auf einer besonderen Art und Weise nachgeht aber das ist jetzt zweitrangig. Die erwähnte Tatsache ist also unabhängig davon, was die Schrift und Weisheit sind und ob sie identisch sind oder nicht. Warum? Weil allein die Notwendigkeit des Lehrens der Schrift, um den Schutz vom Irrtum zu sichern, zeigt, dass die Schrift alleine für uns, Erkenntnisanalphabeten, nicht ausreicht. Nicht weil, das Buch nicht vollständig ist, nicht weil das Buch nicht alles, was für die Rechtleitung notwendig ist, enthält, sondern weil wir hinsichtlich der Erkenntnis Analphabeten sind, die sowohl ein Buch der Rechtleitung brauchen als auch einen Lehrer. Und dieser Lehrer ist laut dem Vers der Prophet (s.a.a.s).

 

Nebenbei ist anzumerken, dass Ich nicht behauptet habe, dass die Weisheit mit den Ahadith gleichzusetzen ist.

 

Wassalam

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

Die Behauptung ist also zusammengefasst, dass das Lehren keine Bedeutung für sich hat, sondern dem gelehrten Inhalt entspringt. Die Wichtigkeit dieses Lehrens und seine Dimensionen werden stark reduziert um hierdurch jegliche Notwendigkeit von Hadithen anzuzweifeln. Wir werden inschaAllah sehen, dass die vorgeführte Argumentation nicht stichhaltig ist.

 

Das ist falsch und wurde von mir auch so nicht dargestellt: Lehren hat durchaus eine Bedeutung. Ja, es hat sogar mehrere Bedeutungen, die aber durch den jeweiligen Kontext dessen, was gelehrt werden soll erst an Klarheit gewinnen. Insofern wird die Bedeutung dieses Begriffes eben nicht reduziert sondern in der Tat erweitert. Da bereits die Prämisse also falsch gesetzt wird kann die Gegenargumentation schon gar nicht stichhaltig sein. Aber sehen wir weiter:

Das kann ich leider nicht hinnehmen. Das ist ein unzulässiger Zug. Er hatte gesagt:

Die Bedeutung des Begriffes "Lehren" entzündet sich an dem, was gelehrt wird und kann somit gar keine Bedeutung haben, die in irgendeiner Form eingeschränkt worden wäre.

D.h.

1. Die Bedeutung des "Lehren" entspringt dem gelehrten Inhalt

2. Es hat für sich genommen gar keine Bedeutung, damit es eingeschränkt werden kann.

 

Also hat er in seinem Beitrag, das Lehren mit der Lehrmethodik, die dem Lehrinhalt entspringt, gleichgesetzt. Das muss er fairerweise zugeben, damit ich weiterhin davon ausgehen kann, dass er an einer sachlichen Diskussion interessiert ist. Das mindeste ist zuzugeben, dass seine Formulierung diesen Anschein stark erweckt, so dass man auf andere mögliche Interpretationen für normal nicht kommen würde.

 

Dann ist es aber nicht mein Problem, wenn das Gegenüber sich eher irreführend ausdrückt. Die Prämisse war basierend auf seiner Ausdrucksweise korrekt. Wenn er aber diese zurückzieht und seine wahre Intention offenlegt, dann können wir gemäß der neuen Klarstellung weiter diskutieren. Wenn es aber heißen soll, dass mein Verständnis seiner Ausdrucksweise (nicht seiner Intention) daneben war, dann zweifle ich daran, ob die Diskussion etwas bringen könnte. Ich bin zwar offen für eine Diskussion aber man muss schon korrekt und genau sein, damit es einen Sinn hat.

 

Wassalam

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

Das kann ich leider nicht hinnehmen. Das ist ein unzulässiger Zug. Er hatte gesagt:

sagte:

Die Bedeutung des Begriffes "Lehren" entzündet sich an dem, was gelehrt wird und kann somit gar keine Bedeutung haben, die in irgendeiner Form eingeschränkt worden wäre.

D.h.

1. Die Bedeutung des "Lehren" entspringt dem gelehrten Inhalt

2. Es hat für sich genommen gar keine Bedeutung, damit es eingeschränkt werden kann.

 

Zu 1: Die Bedeutung des Begriffes Lehren korrespondiert notwendigerweise mit dem Inhalt dessen, was gelehrt wird und damit mit der Methodik.

Zu 2: Eben nicht. Für sich genommen hat der Begriff durchaus eine Bedeutung. Diese Bedeutung unterliegt jedoch dem Inhalt und der Methodik und ist somit in sich zunächst unpräziese. Gerade weil es eine Bedeutung hat kann es alles bedeuten, hat aber keine Grundbedeutung die eingeschränkt werden könnte. Nochmals: es hat keine Bedeutung die eingeschränkt werden könnte, weil es jede erdenkliche Bedeutung haben kann. Ich hoffe dies ist verständlicher.

 

Zu 1: Also hat er es doch so gemeint.

Zu 2: Er sagt "Gerade, weil es eine Bedeutung hat, kann es alles bedeuten" Das ist eine total unverständliche Aussage. Wir er selbst sagt, meint er also doch, dass der Begriff keine Grundbedeutung hat und das ist genau was ich widerlegt habe. Der Begriff "Lehren" bzw. sein arabisches Analogon (تعليم, علّم) hat wohl eine Grundbedeutung, die eingeschränkt werden kann, ganz unabhängig vom Lehrinhalt und der Lehrmethodik ist und in meinem Beitrag erklärt wurde: "Die intensive und wiederholte Vermittlung des Wissens über eine Sache". Ziel ist dem Lernenden beizubringen, wie er mit dieser Sache sehr gut (in diesem Fall, mit der Schrift) umgehen kann. Dies bedeutet, dass alles vermittelt wird, was mit dieser Sache (d.h. mit der Schrift) zusammenhängt und einen guten Umgang mit derselben sichert.

 

Die Einschränkungen, die er gemacht hat und durch die er versucht hat, die Grundbedeutung des Lehrens abzuschwächen, waren in seinem Text deutlich. Er hat es so erscheinen lassen, als wäre es nicht notwendig, dass wir irgendetwas von dem erfahren, was der Prophet lehrte. Zitat: "Er rezitiert nicht, weil er nicht mehr unter uns weilt" Damit wollte er sagen, er lehrt nicht, weil er nicht mehr unter uns weilt.

 

Also war das Lehren, so der Autor, derart unwichtig für uns, dass es nicht notwendig war, die Lehren zu übertragen, damit wir überhaupt von der Notwendigkeit des Hadith sprechen können. Hierdurch hat er die ursprüngliche Grundbedeutung des Lehrens vollkommen eingeschränkt. Die Grundbedeutung besagt, dass der Prophet intensives und wiederholtes Vermitteln des Wissens über die Schrift übte. Das bedeutet automatisch, das dieses Wissen in zahlreichen Worten und Taten gegossen wurde (anders geht das Vermitteln des Wissens kaum) und dass dies notwendig war, damit man überhaupt mit den Botschaften der Schrift richtig umgehen kann. Und erst durch diesen richtigen Umgang kann man von der Schrift ausreichend profitieren, so dass man auf diese Weise vom Irrtum befreit werden kann.

 

An dieser Stelle kommen wir zu einem weiteren Fehler, den der Autor gemacht hat. Und das zeugt davon, mit Verlaub und ohne ihn angreifen zu wollen, dass er entweder der arabischen Sprache nicht ausreichend mächtig ist, so dass es mir unverständlich wäre, wie man sich unter diesen Bedingungen mit dem Koran im ausreichendem Maße wissenschaftlich beschäftigen kann. Oder aber dass er diese Sprache während seiner Interpretation des Koran nicht wissenschaftlich untersucht, auch hier widerspricht dies sein Selbstverständnis als Nur-Koraner aber vor allem als Jemand, der in der Lage ist, den Islam zu reformieren. Nun kommen wir konkret zum Fehler. Ich zitiere seine in Schutz genommene Übersetzung des untersuchten Verses:

Er ist es, Der unter den Schriftunkundigen einen Gesandten von ihnen hat erstehen lassen, der ihnen Seine Zeichen verliest, sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt, obgleich sie sich ja zuvor in deutlichem Irrtum befanden -,

Es ist ein verbreiteter Fehler unter Übersetzern, die sich mit der arabischen Sprache nicht im ausreichenden Maße wissenschaftlich beschäftigen, dass sie in diesem Vers "Obgleich" verwenden, was erstens gar keinen Sinn macht und zweitens schlicht und einfach falsch ist.

 

Dass es keinen Sinn macht, sieht man daran, dass die Subjunktion "obgleich" einen Nebensatz einleitet, der einen Gegengrund nennt zu dem, was im übergeordneten Satz gesagt wurde (s. Wikipedia). Hier macht so was gar keinen Sinn, weil der offenbare Irrtum eben DER Hauptgrund dafür ist, dass ein Gesandter überhaupt berufen wird. Da gibt es also keinen Gegengrund, zum Konzessivsatz. Also logisch gesehen macht so eine Übersetzung keinen Sinn bzw. ist sicher falsch. Aber es geht noch weiter, es ist nicht nur so, dass es logisch gesehen nicht geht, schon sprachlich ist es falsch, es so zu übersetzen:

 

Der Vers heißt:

هو الذي بعث في الأميين رسولا منهم يتلوا عليهم آياته ويزكيهم ويعلمهم الكتاب والحكمة وإن كانوا من قبل لفي ضلال مبين.

 

Das Wort إن im arabischen, wenn es mit einem "و" verbunden wird, kann zugegebenermaßen "Obwohl" bedeuten. Aber in diesem Satz ist es nicht möglich, weil an dem ("في") ein "ل" angehängt ist, welches lam at-tawkid ist, und diese zeugt davon, dass es sich beim إن um ein geschwächtes Inna d.h. "إنّ" handelt, ein sogenannte "In Al-Muchaffafa". Und die Bedeutung hiervon ist "Wahrlich" oder etwas in der Art. Es wird also zwecks Betonung und eindeutiger Feststellung verwendet.

 

Die richtige Übersetzung ist also so etwas wie:

Er ist es, der unter den Analphabeten einen Gesandten aus ihrer Mitte geschickt hat, der ihnen seine Verse verliest, sie läutert und ihnen die Schrift und die Weisheit lehrt. Früher befanden sie sich wahrlich in einem offenbaren Irrtum.

 

Daher ist seine folgende Anmerkung komplett falsch.

Die Behauptung des Users 3aliy trifft somit nicht zu. Das heißt: natürlich kann man den Vers so verstehen, wie er es tut. Wieso er ihn so versteht ist mir hingegen nicht nachvollziehbar. Hier steht nicht, dass das Lehren die Menschen aus Irrtum befreit hätte. Hier steht (in der Übersetzung nach Bubenheim), dass der Prophet läutert, lehrt, verliest obwohl sie sich zuvor in Irrtum befanden.

Also bitte ich ihn die richtigen Konsequenzen zu ziehen und zuzugeben, dass dieser Vers besagt, dass der Prophet durch diese Aufgaben, die im Vers genannt wurden, die Menschen aus ihrem Irrtum befreit. Und wenn eine von diesen Aufgaben fehlt, gerät man in den Irrtum. Der Vers sagt also: Der Prophet wurde an Menschen geschickt, die sich früher in einem offenbaren Irrtum befanden und hat ihnen die Verse verlesen, er hat sie geläutert und er hat ihnen die Schrift und die Weisheit gelehrt. Die durch Wahrhaftigkeit bedingte Konsequenz dieser Aufgaben ist die Befreiung vom Irrtum.

 

An dieser Stelle komme ich wieder zu einem Fehler, den er gemacht hat:

Allein Allah ist ausschlaggebend dafür, wer aus dem Irrtum befreit wird. Da kann der Prophet noch so viel Lehren oder auch Rezitieren und Läutern. Das alleine führt nicht zur Errettung aus dem Irrtum. Insofern mag die Interpretation dieses Verses schiitisches Allgemeingut sein, die macht derlei jedoch weder offensichtlich noch richtig. Natürlich kann sich Allah des einen oder anderen bedienen doch er ist die Instanz die entscheidet. Es ist ja nun auch nicht so, dass jeder der den Koran gehört oder den Propheten gesehen hätte seinen Irrtum beiseite gelegt hätte. Auch hier krankt die Interpretation, denn sie muss davon ausgehen, dass die Lehren eine Selbstläufer sind. Sind sie es nicht, so wäre der Vers inhaltlich nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.

Hier nimmt er an, als wäre gemeint, dass die Lehren des Propheten (s.a.a.s) ein hinreichende Bedingung für die Rechtleitung sind, so dass man automatisch recht geleitet wird, wenn man vom Propheten gelehrt wird. Dem ist aber nicht so und wurde auch nie behauptet. Der Vers besagt nur, dass diese aufgezählten Aufgaben nur eine notwendige Bedingung waren, um die Menschen vom Irrtum zu befreien. Wie der Mensch damit umgeht, ist eine andere Sache. Wir sprechen also hier von den notwendigen Voraussetzungen. Ob der Mensch davon Nutzen zieht ist seine Entscheidung.

__________________________________________________________________________________________________________

 

Geehrte Leser (u.a. Herr Heisig),

 

wir diskutieren seit Tagen über einen einzigen Vers im Koran. Herr Heisig hat eine Meinung hierzu und ich schildere auch das, wovon ich glaube, dass es die Wahrheit ist. Wenn der Koran in dem selben Sinne leicht verständlich ist, wie die Nur-Koraner behaupten, warum einigen wir uns nicht?

 

Ihr könnt alles sagen aber nicht dass die von meiner Wenigkeit gelieferten Argumente an den Haaren herbei gezogen sind. Er selbst hat mehrfach gesagt, dass man die Worte so verstehen kann, wie ich es tue. Also kann man nicht vorwerfen, dass ich meine Überzeugung mit einmische, denn das kann man der anderen Seite auch vorwerfen. Man kann auch nicht damit argumentieren, dass dieser Vers mehrdeutig ist, denn das ist nur eine Behauptung, über die eine Seite sagt, dass sie sie widerlegt hat. Allein die Tatsache, dass man den Vers auf zwei verschiedene Weisen versteht bedeutet nicht, dass er mehrdeutig ist. Siehe meine Anmerkung zur subjektiven und objektiven Mehrdeutigkeit. Ich habe auch Argumente geliefert um die Eindeutigkeit dieses Verses zu beweisen, die meiner Meinung nach, ausreichen. Es geht hier um eine wissenschaftliche Eindeutigkeit und nicht um subjektive Eindeutigkeit. Also ist der Koran doch nicht leicht verständlich?

 

Das zeigt einen Riesenfehler, in den Nur-Koraner im Allgemeinen immer wieder geraten aber auch andere Muslime. Sie verwechseln die Intensität des koranischen Lichts und die Bezeugung dessen mit dem Tragen dieses Lichts im Herzen. Es ist leicht die Intensität zu bezeugen, es bedarf aber großer Anstrengung dieses Licht in einem ausreichenden Maße zu verinnerlichen geschweige denn vollkommen aufzunehmen. Dieses Licht ist vielfältig und betrifft sowohl theoretische als auch praktische Ebenen. Nur der Prophet (s.a.a.s) und seine Ahlulbait (a.s) haben dies in einem vollständigen Maße geschafft. Erst wenn ich das koranische Licht gemäß meinen Fähigkeiten in meinem Herzen trage, bin ich gerettet und um dies zu erreichen, muss ich laut dem Vers die Lehren des Propheten (s.a.a.s) berücksichtigen. Ich muss den Propheten (s.a.a.s) wie einen Lehrer behandeln. Sich für dieses Licht zu bekennen ist notwendig aber reicht laut diesem Vers nicht aus. Es gibt weitere notwendige Voraussetzungen, die wir erfüllen müssen.

 

Das zeigt nochmal die Wichtigkeit der Lehren des Propheten (s.a.a.s). Vielleicht sagt man, es sei schwierig zu wissen, was der Prophet (s.a.a.s) hierzu sagte. Es ist wirklich schwierig aber es ist immer möglich, vor allem wenn die Ummah wissenschaftliche Gemeinschaftsarbeit leistet. Es ist keine Entschuldigung vor Allah, zu sagen, dass es schwierig ist, solange man die Fähigkeit hat, die Wahrheit herauszufinden.

 

Wie bereits erwähnt möchte ich mit dem oben erwähnten nicht sagen, dass ich nicht davon überzeugt bin, dass der Vers eindeutig ist und dass diese Eindeutigkeit beweisbar ist. Ich möchte aber deutlich machen, dass man bei Verzicht, auf bestimmte notwendige Grundlagen des Verständnisses, alles wenden und drehen kann und wenn man sich der wissenschaftlichen Methodik nicht bedient, dann gerät man in vielen Widersprüchen und macht man viele Fehler. Und diese wissenschaftliche Methodik ist nicht Sache eines Jeden. Bisher wurde also die Beweiskraft der Sunnah anhand eines Verses untersucht und viele Fragen wurden ausgeblendet und nicht aufgeworfen, da es den Rahmen sprengen würde. Beispiele sind "die Beweiskraft der wahrscheinlichen Bedeutung", "die Beweiskraft der eindeutigen Bedeutung", "Die Beweiskraft der gesunden Einzelüberlieferungen", "Der Umgang mit gegensätzlichen Überlieferungen", "Die Beweiskraft der Mutawatir-Hadithe", "Die Beweiskraft der berühmten Hadithe", "Die Beweiskraft des Konsens" usw. Es bedarf für normal jahrelanges Studium, um es sich anzueignen und zudem noch Wahrhaftigkeit. Doch fest steht, dass der Koran das Buch ist, das auf das Herz des Propheten (s.a.a.s) herab gesandt wurde. Das Tor zum Koran ist Muhammad (s.a.a.s). Daher wurde er im Vers Lehrer genannt.

__________________________________________________________________________________________________________

 

Wassalam

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Bismillah

Assalamu Alaikum,

 

Da der Diskussionspartner diplomatisch ausgedrückt etwas ungeduldig geworden ist und zudem angedeutet hat, dass er der Diskussion nicht wirklich etwas abgewinnen kann, wird der Stil des Austausches über dieses Thema komplett geändert. Ausführliches erfährt ihr inschaAllah rechtzeitig.

 

Wassalam

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